Abends kaum noch aufnahmefähig.

  • Themenstarter Themenstarter YH83
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Hallo!

Ich habe das Problem, dass ich fast jeden Abend, so ab ca. 18 - 19:00 Uhr startend, in einen ganz eigenartigen belastenden Zustand abgleite. Mein Kopf hat dann einen gewissen Druck, meine Brust fühlt sich ein wenig flau an, manchmal zittere ich auch etwas und es wird für mich immer schwerer Reize aufzunehmen. Videos gucken, etwas Spielen, lesen etc. wird für meinen Kopf immer anstrengender und ich muss mich meist gegen 21:00 Uhr hinlegen. Ich bin dann nicht müde. Es wird nur zu anstrengend noch irgendwas aktiv zu machen. Als ob in meinem Kopf dann ein Trichter wäre und die Reize von Außen sich da durchdrücken müssen. Manchmal ist mein Körper dann noch sehr munter, nur der Kopf kann nicht mehr.

Ich leide schon seit Jahren an Zwängen und Depressionen und gerade die Zwänge sind in den letzten Jahren sehr schlimm geworden. Ich war deswegen jetzt auch 12 Wochen in einer Klinik. Mein Therapeut dort und mein Psychiater vor Ort gehen wohl davon aus, dass mein Kopf / Gehirn durch die Zwänge so beschäftigt ist, dass es zum Abend nicht mehr kann. Allerdings hatte ich das früher nicht und es ist auch an Tagen, die nicht sehr stressig oder belastend waren. Ich nehme morgens 150mg Sertralin und abends 40mg Ziprasidon und 25mg Quetiapin ein. Morgens auch noch Medikamente gegen erhöhten Blutdruck. Die Symptome starten schon vor der abendlichen Einnahme.

Manchmal habe ich kurze Phasen, da ist es abends besser, aber die halten nicht an. Ich kann im Grunde abends überhaupt nicht mehr weggehen und etwas unternehmen. Früher war das immer die Zeit, in der ich am fittesten war. Das ist eine massive Einschränkung meiner Lebensqualität geworden.
 
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Kenne das in Ansätzen – bei mir kippt abends oft plötzlich alles, obwohl der Tag ruhig war. Dieses Reizfilter-Ding im Kopf fühlt sich an wie innerlich zubetoniert. @YH83 merkst du da körperlich was Bestimmtes vorher? Oder ist's eher schleichend?
 
Hallo YH73,

Sertralin, Ziprasidon und Quetiapin: alle zusammen dürften letztlich unberechenbare Wirkungen, Neben- und Wechselwirkungen haben. - Vor allem das Ziprasidon scheint mir heftige Wirkungen in jede Richtung zu haben.


Du hast diese Medikamente ja von Ärzten verordnet bekommen, was empfohlen wird. - Mir scheint diese Kombination mehr als kritisch zu sehen; - letztlich kann meiner Meinung nach niemand sagen, wie sie wirkt, und ob Deine „downs“ gegen Abend nicht damit zusammen hängen.

Von der Beschreibung her klingt für mich so eine Begleitung bei psychiatrischen Erkrankungen gut:
..... Die Psychiatrische Institutsambulanz am AMEOS Klinikum Bremen bietet ein fortlaufendes Gruppenangebot mit dem Namen „Psychopharmakareduktion und Genesung“ an.

Gegründet wurde die Gruppe von Katrin Rautenberg, Psychiaterin und Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanz. Ziel ist es, das klassische Arzt-Patient-Gespräch zu durchbrechen und mehr Anregungen und Veränderungsansätze zuzulassen. Innerhalb der Gruppe bekommen die Teilnehmenden Unterstützung bei der Reduktion von Psychopharmaka, um in Zukunft ein Leben mit weniger Medikamenten zu führen. ...

Es wäre schön, wenn das klappen könnte.

KI (google) sagt als Fazit über die Wechselwirkungen der Dreier-Kombination u.a.:
... Die Kombination von Quetiapin, Sertralin und Ziprasidon birgt erhebliche Risiken und sollte nur unter strenger ärztlicher Kontrolle erfolgen. ...

Hast Du denn auch psychotherapeutische Begleitung bei Deinen Problemen?

Grüsse und alles Gute,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oregano!

Danke für deine Antwort! Ich bin tatsächlich schon sehr lange Patient in der örtlichen Institutsambulanz der Ameos. Da sitzt auch mein Psychiater. Der hat diese Medikation über die Jahre zusammengestellt, mit Ausnahme der Menge an Sertralin. Die hatten sie jetzt in der Klinik von 100mg auf letztendlich 200mg erhöht. Die Höhe habe ich allerdings nicht vertragen, Kreislaufbeschwerden bekommen. Daher hat mein Psychiater die jetzt auf 150mg reduziert.

Die 100mg Sertralin nehme ich schon sehr lange. Früher habe ich nur noch Quetiapin zusätzlich genommen, da dann allerdings 100 - 150mg. Das hatte ich in Absprache mit meinem Psychiater dann letztes Jahr abgesetzt. Ich hatte allerdings bis in dieses Jahr hinein Entzugssymptome, weshalb er 25mg wieder reingenommen hat.

Das Ziprasidon nehme ich seit ca. 2 Jahren. Erst 20mg und seit Anfang diesen Jahres die 40mg. Das hat er reingenommen um die Trigger für die Zwänge zu reduzieren. Tatsächlich hatte ich schon die Befürchtung, dass das Ziprasidon mit meinen Zuständen zu tun haben könnte. Ich kann nicht mehr genau sagen, ob die sehr zeitnah aufgetreten sind, aber zumindest grob müsste es so sein. Mein Psychiater meint allerdings, dass die Zustände dann erst nach der Einnahme anfangen dürften. Nicht schon vorher. Und in der Klinik haben sie das Ziprasidon auch nicht in Frage gestellt.

Ich würde es eigentlich gern absetzen, habe allerdings Angst, dass die Zwänge dann wieder stark zunehmen. Vor der Klinik konnte ich kaum noch das Haus verlassen. Das geht jetzt wieder und ich kann jeden Tag meine Übungen machen. Ich habe nur große Angst, dass das wieder einbricht. Allerdings ist mein Leben so auch stark eingeschränkt.
 
Kenne das in Ansätzen – bei mir kippt abends oft plötzlich alles, obwohl der Tag ruhig war. Dieses Reizfilter-Ding im Kopf fühlt sich an wie innerlich zubetoniert. @YH83 merkst du da körperlich was Bestimmtes vorher? Oder ist's eher schleichend?
Hallo Itoh!

Danke für deine Antwort!
Ich würde sagen, dass es eher schleichend kommt. Ich merke, dass langsam mein Kopf diesen Druck bekommt und mir die Konzentration mehr Kraft abverlangt. Manchmal wird mein Kopf auch etwas rot. Und dann mit der Zeit wird es immer anstrengender und belastender Reize aufzunehmen. Und mir wird im Brustbereich etwas flauer.

Wenn ich z.B. einen Film gucke, wird es dann immer schwerer für mich weiterzuschauen, bis ich dann irgendwann ausmache und mich hinlege. Wenn ich dann ruhig im Dunklen liege, wird es wieder etwas besser.
 
Hallo YH83,

hast Du eine Ahnung, warum es Dich so heftig erwischt hat? War das immer so oder hat sich das langsam entwickelt? !

Wie auch immer: ich wünsche Dir Besserung auf allen Ebenen 🍀!

Grüsse,
Oregano
 
Mir ist noch nicht ganz der Zeitverlauf klar geworden. Seit wann tritt dieser Zustand auf, und welche Medikation wurde als letztes vorher verändert? Ich halte es auch für ziemlich wahrscheinlich, daß die Psychopharmaka (einzeln oder in Wechselwirkung) die Ursache sind.
 
Das sind recht typische Zeichen für psychische Krankheiten bzw. alle Krankheiten, die das Nervensystem betreffen. Fatigue.
Der Kopf ist wie unter Drogen.
Ich muss mich zur Zeit oft am frühen Nachmittag hinlegen. Bin dann wie ausgebrannt. Habe zur Zeit einen Schub mit meiner Polyneuropathie und leide unter Ängsten und so nen unnötigen Mist.
 
... hast Du eine Ahnung, warum es Dich so heftig erwischt hat? War das immer so oder hat sich das langsam entwickelt? !
Hallo Oregano!

Ich hatte vor 2 Jahren eine sehr belastende Zeit, die durch viel Stress und Ängste gezeichnet war. In der Zeit haben auch die Zwänge nochmal zugenommen, was ja leider oft der Fall ist, und mein Psychiater hat das Ziprasidon reingenommen um dem entgegenzuwirken. Da hat sich dann auch das mit diesen heftigen Zuständen entwickelt.

Ich danke dir! Gegen die Zwänge arbeite ich jetzt aktiv an. Da hat mir die Klinik sehr geholfen. Wegen der Zustände bin ich noch ratlos.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mir ist noch nicht ganz der Zeitverlauf klar geworden. Seit wann tritt dieser Zustand auf, und welche Medikation wurde als letztes vorher verändert? Ich halte es auch für ziemlich wahrscheinlich, daß die Psychopharmaka (einzeln oder in Wechselwirkung) die Ursache sind.

Hallo Malvegil!

Also die Zustände treten seit etwa 1,5 Jahren auf.
Davor kam das Ziprasidon mit 20mg als neues Medikament rein.

Vor etwa 1 Jahr habe ich das Quetiapin (100mg) abgesetzt.

Das Ziprasidon wurde vor ca. 5 Monaten auf 40mg erhöht und es kamen wieder 25mg Quetiapin dazu.

Vor 2 Monaten wurde das Sertralin von 100mg, wie ich es seit Jahren genommen habe, stufenweise auf 200mg erhöht. Das habe ich nicht vertragen, darum auf 150mg runter.
Es wurde dann nochmal versucht auf 200mg hochzugehen, aber das habe ich wieder nicht vertragen. Daher wieder auf 150mg.

Es würde daher am meisten Sinn machen, wenn es das Ziprasidon wäre. Aber wie gesagt treten die Zustände schon vor der Einnahme auf und in den Zeiten, wo es mir abends besser ging, habe ich es auch genommen.
 
Das sind recht typische Zeichen für psychische Krankheiten bzw. alle Krankheiten, die das Nervensystem betreffen. Fatigue.
Der Kopf ist wie unter Drogen.
Ich muss mich zur Zeit oft am frühen Nachmittag hinlegen. Bin dann wie ausgebrannt. Habe zur Zeit einen Schub mit meiner Polyneuropathie und leide unter Ängsten und so nen unnötigen Mist.

Hallo Wolfwoman!

Das ist auch das, was ich bei meinem Therapeuten in der Klinik verstanden habe. Ich mache seit zwei Monaten auch sehr viel Expositionen gegen die Zwänge. Trotzdem war es phasenweise in der Klinik besser. Was ich zu Fatigue gelesen habe, hört sich schlimm an. Da scheint man ja kaum gegensteuern zu können. Das würde aber natürlich auch das Zittern erklären.
 
ich schliesse mich giselgolf an. bevor man mit all den medis therapiert, vitamin b12 bei nervenleiden, und auch jod kann einiges bewirken, am besten man misst die werte mal. TSH, T3,T4 und Methylmalonsäure und transcobalamin für Vitamin B12. meistens merkst man schon nach einer tablette 5000mcg methylcobalamin(körpereigenes Vitamin B12) ob man einen mangel hatte. Auch Vitamin D und Magnesium Mangel kann psychiche auswirkungen haben, oder eine kombination von allem und dingen an die wir nicht denken. man müsste auch mehr über deine lebensweise wissen. Wie ernährst du dich? Normal, fertiggerichte, rohes, grünes, vegan, abwechslungsreich?

Bist du eventuell umgezogen und wohnst jetzt in einer schimmelpilzwohnung? das kann einem auch psychisch zusetzen.

Bei Vitamin B12 ergänzung würde ich nicht hydroxocobalamin spritzen lassen, das was die meisten ärzte anbieten. Besser methylcobalamin. nicht alle menschen können hydroxocobalamin verstoffwechseln. darum körpereigenes von anfang an. es sind Methylcobalamin und Adensylcobalamin.

und wenn tabletten dann 5000 micro gramm sublingual, am besten nach dem zähneputzen wenn die schleimhäute sauber sind.

hast du vor was bestimmten angst, oder sind das random ängste. oder ängste die schon lange da waren nur nicht so stark aber dann mit dem altern immer stärker wurden?
 
War das immer so oder hat sich das langsam entwickelt? !
Ich meinte diese Frage so:
Hattest Du schon als Kind Zwänge und psych. Probleme oder hat sich erst langsam entwickelt. Ab wann warst Du entsprechend in psychiatrischer Behandlung mit Medikamenten?
Hattest Du auch psychotherapeutische Behandlungen? Haben sie Dir weiter geholfen?

Grüsse,
Oregano
 

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