Zwänge und Neurostress

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Kate

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Hallo zusammen,

vor längerer Zeit tauchte hier die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Zwangshandlungen und Neurostress auf. Ich habe einmal angefangen zu recherchieren und festgestellt, dass es zwar Zusammenhänge gibt, dass diese aber vergleichsweise kompliziert zu sein scheinen.

Es gibt Hinweise auf genetische Einflüsse in Form von Varianten der am Neurotransmitterstoffwechsel beteiligten Enzyme:
Molekulargenetische Untersuchungen entdeckten Variationen des MAO-A-Gens, des Katechol-O-Methyltransferase-(COMT) Gens und des 5-HT2A Promotor-Gens

... ebenso kann eine Streptokokken-Infektion ursächlich beteiligt sein (:eek: da bin ich einigermaßen überrascht)

Zwar gelten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer als erste Wahl bei der medikamentösen Behandlung, das Serotonin spielt eine Schlüsselrolle, es hat aber eine modulatorische, keine kausale Funktion.

Auf eine Schlüsselrolle des Serotonin in der Pathologie der Zwangsstörung schloss man aus der positiven Wirkung von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (...) auf die Zwangssymptomatik. Dennoch ist ein eindeutig kausaler Zusammenhang zwischen Serotonin-Mangel und Zwangserkrankungen anzuzweifeln, da eine verminderte zerebrale Verfügbarkeit des für die Serotonin-Synthese erforderlichen Bausteins Tryptophan zwar kausal depressive, jedoch keine Zwangs-Symptome auslöst. Zudem konnte bei Zwangskranken, anders als bei Depressiven, keine Erniedrigung der Liquorkonzentration des Serotonin-Metaboliten 5-Hydroxyindolessigsäure gefunden werden (dto).

Weitere Gründe, die gegen eine kausale Serotonin-Hypothese bei Zwang sprechen, ist (...) die fehlende Wirkung der (...) i.v.-Gabe von L-Tryptophan auf Zwangssymptome (...). In Zusammenschau der bisherigen Befunde ist vielmehr die Hypothese einer zentralnervösen Netzwerkstörung (s. u.) zu favorisieren, innerhalb derer Serotonin modulatorische Funktionen einnimmt.

Bei den mutmaßlich beteiligten Regelkreisen im Gehirn spielen weitere Neurotransmitter eine Rolle.

Interessant fand ich auch einen beobachteten Zusammenhang zwischen Gedächtnisfähigkeit und Zwangshandlungen:
Neuropsychologische Auffälligkeiten

Die Gedächtnisfähigkeit zeigt sich bei Zwangserkrankten abgeschwächt [11], wodurch Iterationen (Wiederholungen, Anm. Kate) auf der Handlungsebene bedingt werden, die ihrerseits durch die Automatisierung die Gedächtnisflexibilität herabzusetzen scheinen.

Eine mehrdimensionale Therapie gilt als am wirkungsvollsten:
Bei Zwangshandlungen und Zwangsgedanken hat sich die Kombination aus verhaltenstherapeutischen und pharmakologischen Behandlungsstrategien als besonders wirksam erwiesen. Bei zu Grunde liegender Streptokokkeninfektion kann der Versuch einer Penizillin-Behandlung erfolgen.

Zitate aus: Aus: Thieme-connect - Artikel im Volltext

Angesichts der wohl oft heftigen Nebenwirkungen von SSRIs ist es eine interessante Frage, ob sich auch Zwänge mit Hilfe einer Neurostress-Behandlung (nach Untersuchung des Neurostress-Profils) mit natürlichen Mitteln behandeln lassen.

Grüße von
Kate

Hier noch ein Link zu einer Seite für Betroffene und Angehörige, die z.T. ähnliche Inhalte hat: www.zwangserkrankungen.de/content/view/31/56/
 
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