Vollkeramik Kronen

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Hallo,

ich habe mal eine frage bei mir ist der Kiefer soweit saniert worden. Es wurde jetzt noch etwas Karies entfernt und der Zahnarzt meinte ich bräuchte eine Krone im 16,17 er Zahn. Ich habe daraufhin gesagt wenn dann nur Vollkeramik mir aber Bedenkzeit erbeten.

Meinen Spezi werde ich am Montag dazu befragen.

Was ist eure Meinung dazu Zähne sind momentan mit Zement gefüllt. Soll ich einfach regelmäßig 1mal pro Jahr das OPT kontrollieren lassen und dann die Zähne ggf. ziehen lassen oder mich ruhig für die Krone entscheiden?

Was sind eure Erfahrungen dazu was meinen eure Zahnärzte?

Gruß
Spooky
 
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Auch hallo,

schwierige Frage

Das zentrale Problem bei den Keramikkronen ist - wenn ich das richtig verstanden habe - daß die eine deutlich dickere Wandstärke haben, als z.B. Gold oder Goldkeramikkronen, die Du wahrscheinlich auch nicht haben willst. So was um 1,5 mm und mehr statt 0,5 - 1 mm. Du mußt also von dem hoffentlich noch lebendigen(?) Zahn doppelt so viel Material wie bei einer "normalen" Krone wegschleifen, damit das Hütchen drüber passt. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Zahn auf diese Tortur "verschnupft" reagiert, ist also sehr viel größer. Die Gefahr, daß er beim Schleifen überhitzt und sofort abstirbt, ist auch deutlich größer. Je mehr geschliffen wurde, um so näher kommt auch der Kleber an den Zahnnerv. Ohne Kleber sind die Dinger schwierig zu befestigen. Wenn Du Dich dafür entscheidest, ist es wichtig, daß der ZA sich Zeit nimmt beim Schleifen und ausreichend kühlt.

Dann kommt die Materialfrage, die ich nur stellen, aber nicht beantworten kann. Aluminiumoxid bricht leichter und muß laut Daunderer mindestens 6 Mal gebrannt sein, damit es sich für Zahnanwendungen eignet und kein Aluminium mehr abgibt. Zirkondioxid gibt angeblich Zirkonium ab? Einerseits scheint mir das unwahrscheinlich, weil Zirkondioxidkeramik in der Lambdasonde im Auspuff eines Autos jahrelang Abgastemperaturen von 600-900 ° C aushält. Andererseits kann ich nicht garantieren, ob nicht unter bestimmten Bedingungen (sauer oder so) doch etwas herausgelöst werden kann. Vielleicht gibt es ja noch interessante neue Quellen, die ich nicht kenne.

Wenn es jemand besser oder genauer weiß, bitte ich um Richtigstellung.

Wenn der Zement nicht ständig rausbröselt oder hauchdünner Restzahnbestand weiteren Bruch erwarten läßt, würde ich erst mal bei Zement bleiben.

Grüße von zorro59
 

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13.12.06
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Hallo Zorro,

vielen Dank für das wirklich sehr sehr gute Posting. Es hat mir sehr viel Infos gebracht und ich denke mit ner Krone tue ich mir kein Gefallen weil der Zahn tot geschliffen wird und mein Spezi dan eh sagt er muß raus.

Ich hatte schonmal ne bröckligeren Zahn der hielt auch über2 Jahre sogar mit Kunstofffüllung.

Bei dem jetzigen Zahn ist jediglich der zwischenraum zwischen dem 16er und dem 17er betrofenn vielleicht etwas tiefer aber die restliche Substanz ist außen vollkommen Kariesfrei.

Soviel zum Motto Ganzheitlicher Zahnarzt. Da bringt die Krone wohl mehr Geld als ein wenig Karies rauszubohren.

Gruß und Danke
Spooky
 
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24.07.06
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mahlzeit!

hab nun 3 tage meine zirkon-keramik krone drauf, auf dem 15´er. (6 fach gebrannte - angeblich gute keramik)werd aber bald mal nen test auf die aluminiumabgabe der krone machen.

als mein za den zahn beschliffen hat war ich schon sehr verwundert, wie wenig er vom zahn hat übrig gelassen.
leider brauchte ich ne spritze als er mir die fertigekrone anpasste, da der zahn ziemlich ziepte, grad auch als luft drankam.
die krone wurde mit speiko zement eingesetzt und nun nach 3 tagen hab ich keine schmerzen mehr und kann sie normal belasten, auch wenn die krone für mich noch ein wenig störend ist.

damals hat mir dr. k meine 3 goldkronen runtergemacht und mit havard versorgt, eigentlich ich dies auch eine lösung, nur schmerzt ein zahn beim körner essen extrem. muss mich da auch mal kund tuen ob ich eventl. eine brücke draufsetzte?!

mfg
c.
 
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also bist du jetzt eher für oder gegen eine Krone whity.

Dr. K. scheint ja eindeutig dagegen zu sein und für die Harvardversorgung zu sein.

Bringt ja nichts wenn der Zahn nach dem beschleifen tot ist und man dann nach dem nächsten OPT den Zahn ziehen muß und die kanpp 400-500 Euro Eigenbeteiligung in den Wind schießt.

Gruß
Spooky
 
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28.03.05
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Hallo,

bei Dr. Sam Ziff - Amalgam - die toxische Zeitbome habe ich gelesen, dass die Überkronung des Zahnes eigentlich zur Erhaltung und Kariesvermeidung mehr bringen würde als Füllungen. Mit einer Krone wäre der Zahn lange zu erhalten.

Das Problem hierbei ist, dass in der Regel ja erst die Zähne überkront werden, die schon sehr große Füllungen haben und eine Füllung kaum noch halten würde.
Von so einem Zahn ist meistens nicht mehr viel Substanz vorhanden, oft waren die Füllungen ja dann auch schon sehr tief.
Je älter man ist, je weniger verträgt der Zahn das "Schleiftraum", bei einem jüngern Menschen (jüngerem Zahn) ist die Gefahr geringer, dass der Zahn danach abstirbt.
Mein Zahnarzt hat mir bestätigt, das beim Beschleifen der Zähne viele absterben.

Einen überkronten Zahn würde ich in regelmäßigen Abständen auf der einer Panoramaaufnahme überprüfen, ob nicht inzwischen eine "Zahnleiche" daraus geworden ist. Damit ist nicht zu spaßen.
Meine "überkronten Zahnleichen" haben mir nämlich den Rest gegeben.

Liebe Grüße
Anne S.
 
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13.12.06
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Danke Anne, da ist mir die Gefahr zu groß zumal die Füllungen nicht so riesig sind und guthalten sie oben beschrieben und ich habe keine Lust 800 Euro dafür zu bezahlen das ich dann den Zahn in 2 Jahren rausreißen lassen muß den genauso lange hält die Füllung mit Sicherheit auch.

Gruß
Spooky
 
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24.07.06
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hi nochmal,

bei der erst kürzlich draufgemachten krone bei mir war fast nichts anderes ausser zahn ziehen machbar, da er schon mehrmals befüllt wurde und drohte auseinander zu brechen.
meine ex kronen zähne (10 jahre krone)die nun mit zement umschlossen sind, haben die bekronung überlebt und sind noch in meinem mund

zorro hatte es ja auch schon geschrieben, leider muss bei keramik-zirkon die krone eine stärkere wand haben-der zahn muss mehr beschliffen werden.

um ehrlich zu sein ich kann dir guten gewissens mit sicherheit nicht zu einer krone raten. ich hätte auch lieber erstmal wieder zement reinmachen lassen.

ich muss nun mal schauen wie lange die krone hält und wie ich mit ihr zurecht komme.
mitlerweile kau ich auch mit der krone mein essen, bis jetzt gehts soweit ganz gut...
 

pm2

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07.11.06
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Gibt ja unterschiedliche Arten von Kronen

ggf. ist ja auch ein Overlay (Teilkrone) möglich, dies sollte doch
kein Absterben durch Schleiftrauma ergeben oder?

Habe jetzt nicht genau den Plan aber ich mein beim
Cerec System z.B. wird das Loch bzw. das was noch übrig ist
gescannt und danach das fehlende Stück per Maschine angefertigt.
Also oft mehr Teilstück als Inlay oder Krone.

Was haltet Ihr von Cerec?
 
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23.04.06
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Ein paar Antworten.

Ich habe es schon oft erlebt das Brände aus rationellen Betrachtungen zu einem zusammengefasst werden.

Eine Metall Keramikkrone wird etwa achtmal gebrannt. Bei uns oder in guten Labors, 1. Oxid, 2. Bonder, 3. erster Grund, 4. zweiter Grund, 5. Opakdentin, 6. Denin, Effekt, Schneidemassen, 7. Korrektur, 8. Glanzbrand,

Eine Vollkeramik etwa siebenmal.

1. pressen oder sintern, 2. Opakdentin, 3. Dentin, 4. Effekt und Schneide, 5. Korrektur eins, 6. Korrektur zwei, 7. Glanzbrand.

Oft mehr, je nach dem was gefordert ist, oder welche Details des Zahns nachgebildet werden müssen.

Das beschleifen sollte nicht zum absterben einer Pulpa führen. Da zeigt sich eben neben dem Arzt auch der gute Handwerker.

Und der spiegelt sich dann nicht nur wieder in der guten Präparation, sondern auch in der guten Abformung und der korrekten Bisslagenbestimmung, die grundlegend wichtig für eine gute Restauration sind.

Zement ist als Versorgung auf Dauer nicht praktikabel. Ist aber als Befestigung für Zahnersatz die Methode mit den wenigsten Nachteilen.

Keramik Inlays zum Beispiel die zwingend geklebt werden müssen, macht viele umstände, und sind mit viel Chemie verbunden.

Fehlende Stützzonen, durch nicht ersetzten Zahnverlust, ziehen weit reichende Folgen nach sich.

Ergo wer einen Zahnarzt hat der sein Handwerk versteht, für den Zahnersatz Part, (Präparation, Abformung, Bissnahme), für den ist eine zementierte Vollkeramikkrone eine Optimale Versorgung.
 
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