Umweltbakterien übertragen Antibiotika-Resistenzen auf Krankheitserreger

James

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Nach neusten Erkenntnissen übertragen Umweltbakterien, die so gut wie überall vorhanden sind durch Genaustausch Resistenzen selbst gegen die stärksten Antibiotika und machen sie dadurch nicht mehr behandelbar. Ein Fiasko für Betroffene. Sobald sie mit Antibiotika behandelt werden entwickelt sich gleichzeitig die Resistenz. Eine effektive Lösung ist noch nicht gefunden, sieht man von der Phagentherapie ab, die jedoch bei uns noch nicht standartisiert wurde.
 
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Weder die Wirkungslosigkeit von Antibiotika noch der bakterielle Genaustausch über Plasmide ist neu, beides ist seit Jahrzehnten bekannt. Die Forscher haben lediglich auf molekularer Ebene ein paar neue Erkenntnisse, warum die Resistenz eines Erregers innerhalb einer Infektion um den Faktor 10.000 ansteigen kann.
 
Das habe ich auch nicht behauptet und ist auch nachzulesen. Neu ist jedoch, dass die als harmlos geltenden und vielfach vorhandenen Umweltbakterien die Resistenzen auf bakterielle Krankheitserreger übertragen und somit auf den hohen Faktor steigern.
 
Ich denke schon auch, dass verantwortungslos mit Antibiotika umgegangen wird. Das liegt an der Pharma und an vielen Ärzten. Außerdem wird allgemein verantwortungslos mit Medikamentengebrauch umgegangen und mit Desinfektionsmitteln, beispielsweise in der Coronazeit und mit der Vernichtung von Impfstoffen usw. - das wird alles zusammenspielen.


auch ein interessanter Artikel zum Thema:

Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Umwelt durch verstärkten anthropogenen Eintrag von Antibiotikarückständen und resistenten Erregern


Die Entdeckung und breite Anwendung von Antibiotika markierten einen Wendepunkt in der modernen Medizin. Ihr bestimmungsgemäßer und z. T. auch übermäßiger Einsatz in Human- und Veterinärmedizin sowie in der industriellen Tierhaltung hat jedoch erhebliche ökologische Folgen. Antibiotikarückstände gelangen in verschiedene Umweltkompartimente und erzeugen subinhibitorische Selektionsdrücke, die die Verbreitung antimikrobieller Resistenzen begünstigen. Zahlreiche Studien belegen zudem inzwischen eine weltweite Präsenz multiresistenter Erreger in natürlichen Ökosystemen [1, 2]. Diese Entwicklungen verstärken sich gegenseitig und stellen eine erhebliche Bedrohung für die Umwelt und die globale Gesundheit dar. Besonders besorgniserregend ist die Ausbreitung multiresistenter Erreger, die teils auch ohne direkten antibiotischen Selektionsdruck persistieren [2]. Seit Einführung der Antibiotika wurde eine zunehmende Kontamination von Umweltbereichen wie Oberflächen- und Grundwasser, Böden, Abwässern und Klärschlamm beobachtet. Diese fördert die Selektion resistenter Bakterien, die auch vom Menschen über die Umwelt aufgenommen werden können [1]. Neuere Forschung weist zudem darauf hin, dass der Eintrag von Antibiotika und resistenten Mikroorganismen globale Mikrobiome verändert und dadurch langfristig klimarelevante Prozesse beeinflussen könnte [3]. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die Anwesenheit von Bioziden und Metallverbindungen aufgrund von Co-Selektionsmechanismen [4]. Im Folgenden werden die Eintragspfade der Antibiotika sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt näher betrachtet.

 
Neu ist jedoch, dass die als harmlos geltenden und vielfach vorhandenen Umweltbakterien die Resistenzen auf bakterielle Krankheitserreger übertragen und somit auf den hohen Faktor steigern.

Das ist nicht neu, sondern die bekannte Besonderheit von Plasmiden. Mit diesen ringförmigen Gensequenzen können Bakterien Eigenschaften über Artgrenzen hinweg austauschen.

Aus Bakteriensicht ist der ganze Planet also ein riesiges Genreservoir mit passenden Genprogrammen für jede Lebenslage. Das ist der Grund, warum regelmäßig Resistenzen schon kurz nach der Einführung eines neuen Antibiotikums auftauchen: Sobald ein Keim den Trick heraus hat, können es alle.
 
Schade, dass US-Forscher Zeit und Geld aufgewendet haben, sie hätten einfach MaxJoy fragen sollen;)!
 
In der Tat habe ich das Plasmidproblem hier schon 2017 erwähnt, also fast 10 Jahre vor diesen US-Forschern.

Aber das war schon damals nichts Neues mehr:

  1. 1946: Joshua Lederberg und Edward Tatum zeigen erstmals, dass Bakterien genetisches Material austauschen können. Damals wusste aber noch niemand, wie das geschieht. PubMed Central (PMC)
  2. 1952: William Hayes weist nach, dass der Gentransfer einseitig erfolgt – von einer Spender- zu einer Empfängerzelle. Fast gleichzeitig wird der F-Faktor (Fertilitätsfaktor) als übertragbares genetisches Element erkannt. Heute wissen wir, dass der F-Faktor ein Plasmid ist. Nature
  3. 1952: Joshua Lederberg prägt den Begriff „Plasmid“ für autonom replizierende, extrachromosomale DNA-Elemente. ScienceDirect
  4. Ende der 1950er / Anfang der 1960er: Japanische Forscher entdecken die R-Plasmide (Resistance-Plasmide). Sie zeigen, dass Antibiotikaresistenzen über solche Plasmide zwischen Bakterien übertragen werden können – ein Meilenstein für das Verständnis der heutigen Resistenzproblematik. PubMed Central (PMC)
  5. 1970er bis 1980er: Die molekulare Maschinerie der Konjugation wird entschlüsselt: Man identifiziert den Sex-Pilus, die tra-Gene und den Mechanismus, mit dem eine DNA-Einzelstrangkopie vom Spender in den Empfänger übertragen wird. ASM Journals

    Quelle: ChatGPT
 
Zuletzt bearbeitet:
@MaxJoy Es geht doch hier nicht um Plasmiden sondern um Umweltbakterien. Diese hat man bis auf Legionellen und Pseudomonas vorwiegend für den Menschen harmlos gehalten. Sie leben im Boden, auf Oberflächen, im Wasser und auf Pflanzen, sind demnach überall vorhanden. Man nahm zuvor an, dass Resistenzen von Antibiotika vorwiegend von Bakterien ausgehen, die eine Antibiotika-Behandlung eines Patienten überlebt, dadurch die Resistenz erworben haben und weiter geben. Dies ist nun widerlegt. Da die bisher "harmlosen" Umweltbakterien hier die Rolle der Resistenzübertragung übernehmen ist deren Status kritisch zu sehen und das ist eine neue Erkenntnis. Das Bakterien einen Genaustausch bewerkstellen können ist in der Tat längst bekannt.
 

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