Statt Compliance: Adhärenz im Arzt-Patient-Verhältnis

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Compliance beinhaltet den erhobenen Zeigefinger
Überhaupt rät Kommunikationsexperte Keifert, sich von dem Begriff "Compliance" zu verabschieden und sich eher der "Adhärenz" zuzuwenden.

Denn Compliance beinhaltet zwar auch Therapietreue, fordert aber zudem die eher einseitige Gefügigkeit des Patienten, der den Anweisungen des Praxisteams bzw. des Arztes Folge zu leisten hat. Und wer lässt sich schon gerne bevormunden oder zurechtweisen?

Adhärenz hingegen, so führt Keifert weiter aus, geht von einem Therapiebündnis zwischen Patient und dem Praxisteam aus. Dieser feine Unterschied äußert sich z.B. darin, dass sich auch die MFA immer wieder hinterfragen sollte: Habe ich so kommuniziert, dass es der Patient verstehen kann?

Was Keifert damit meint, führt er an dem folgenden Beispiel vor: ...
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Mit Teesieb, Bällen und Pinseln zum Patientenflüsterer werden: Medical Tribune – Medizin und Gesundheit

Mir gefallen diese Vorschläge, die natürlich nicht nur als Lebensklugheiten entstanden sind sondern bei einem MFA-Workshop "Sprechen Sie schon `Patientisch´? Mit Methode zu mehr Therapieerfolg" beim 50. Ärztekongresses der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg..

Grüsse,
Oregano
 
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Liebe Oregano,
es gibt einige Ansätze das Patienten-Arzt Verhältnis neu zu gestalten:
1. von Alexa Franke, die zu dem Befund des Arztes das Befinden des Patienten als erforderlichen Parameter zur Gesundung einfordert.

2. Frank: Bedienungsanleitung für Ihren Arzt: hier werden 10 Fragen des Patienten an den Arzt formuliert, um als Patient selbst entscheiden zu können, ob man eine Therapie tatsächlich will: um wieviel verlängert die vorgeschlagene Therapie mein Leben, macht es meine Lebensqualität besser, (statt ihr .... Wert ist ausserhalb der Norm).

Wieviele Anwendungen braucht es damit die Therapie einmal wirkt, Nach wievielen Anwendungen stirbt ein Patient, Was passiert wenn ich keine Therapie anwende, sondern beobachte, .... Das sind Fragen, die beantwortet werden könnten, wenn die Beipackzettel für Ärzte und Patienten verständlich formuliert würden und die Ärzte auf Evidenzbaisierte Studien der Klasse 1 ihr Wissen stützen würden.

Statt sind Werbeveranstaltung der Hersteller die Grundlage für Fortbildung und Wissensvermittlung.

In den USA gibt es Ärzte, die solche Fragen beantworten können und wollen. Hier sucht man das oft vergebens.
Grüsse Tommie
 
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