Rückenschmerzen – psychosomatischer Zusammenhang

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Zunächst einmal möchte ich erzählen dass ich Somatisierungen bei mir selten wahrnehme. Am ehesten in entscheidenden „Umbruchsituationen“. So habe ich im Alter von rund zwanzig Jahren mit „vegetativer Dystonie“ zu tun gehabt, als ich vor der Entscheidung stand, den Beruf zu wechseln und den elterlichen Betrieb aufzugeben.

Das soll aber nicht mein Thema sein.

Ende der neunziger Jahre meldete sich irgendwann mein Rücken. Die Schmerzen nahm ich zwischen den Schulterblättern, bis zum Bereich des Brustwirbels wahr. Später wurden sie immer schlimmer und zeitweise unerträglich.
In der Zeit befand ich mich vor einer Trennung. Ich trug die Last der Trennungsgedanken mit mir herum. Als die Entscheidung bei mir durch war und ich den Auszugstermin aus der Wohnung fest hatte, erzählte ich davon einer Freundin und die sagte mir spontan: „Kein Wunder, dass Dich Rückenschmerzen drücken!“. Zack, da wurde mir der Zusammenhang bewusst und die schlimmsten Schmerzen waren vorüber.

Ich weiß nun, dass die „drückenden Sorgen“ eine Komponente war. Die andere war sicher meine, zu dem Zeitpunkt nicht ausreichend stabile Rückenmuskulatur.

Dies ist für mich ein sehr deutliches und präsentes Beispiel für psycho- somatische Zusammenhänge.

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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Lieber Leòn.
Ich kann deine Beobachtung aus eigener Erfahrung bestätigen.
Sorgen oder Stress machen sich bei mir als Schmerzen an den Schultern und zwischen den Schulterblättern bemerkbar.
Man sagt ja, dass man eine Last auch sinnbildlich auf den Schultern tragen kann und ein sogenannter Kummerbuckel kann sich sogar sichtbar manifestieren.
Es ist bei mir unterdessen so, dass die Schultern mir ein Warnsignal geben, wenn ich mich in Situationen reinreiten lasse, die mich belastet.
Sozusagen meine körpereigene Alarmanlage!
Herzliche Grüsse, Sine
 

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Es kann , muss aber mal wieder nicht so sein. Ich bekomme z.B. heftige Rücken- und Nackenschmerzen, wenn ich etwas gegessen habe, auf das ich allergisch oder intolerant bin.
Ich merke den Unterschied zu Verspannungen aus psychischen Gründen dadurch, daß diese Unverträglichkeits-Schmerzen unvermittelt anfangen und ebenso unvermittelt nach ca. 3 Stunden aufhören.

Gruss,
Uta
 
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19.03.06
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Hallo Sine,

ich habe vor Jahren mal von einer These gehört, der zufolge asthmatische Erkrankungen bei Kindern durch drückende Sorgen (die dadurch verursachte "gedrückte" Haltung) verursacht, beziehungsweise, dass ihnen dadurch Vorschub geleistet wird.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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hallo,

aus meiner erfahrung bilden sich folgende themen oft im rücken ab:

unterdrückter ärger, (im rücken wird ja muskulär angriff vorbereitet)
problematische vater beziehungen, (klingt komisch ich weiß)
resignation. (muskuläre unterstüzung wird zu schwach)
nicht gelebte fähigkeiten, potenziell unterlassene handlungen, energetischer stau

bei asthma habe ich komischer weise kein beispiel erlebt !
auch wenn gesagt wird (zurecht) das sich psychische störungen immer auch in der atmung abbilden.
asthma wird stark durch wetterlage, umwelt ect. beeinflußt.
ich weiß aber da nicht soviel drüber.

lieber gruß
andreas
 
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Wie bei allen Schmerzen sollte eine saubere Diagnostik durchgeführt werden, damit nicht eine körperliche Ursache für die Rückenschmerzen übersehen wird. Auch wenn Rückenschmerzen oft durch seelische Verspannungen entstehen, kann es auch anders sein.

Ich fand dieses Buch recht gut in Bezug auf dieses Thema:
Bücher von Amazon
ISBN: 3466344786
:

Dass die Seele an der Wirbelsäule hängt, wissen die Orthopäden schon lange. Dieser Slogan besagt, dass das Achsenorgan wohl der Teil des Bewegungsapparates ist, der am stärksten von psychischen Belastungssituationen schmerzhaft beeinflusst wird. Doch die mechanistische Betrachtungsweise in der Orthopädie und nicht zuletzt der fortwährende operative Fortschritt gerade an der Wirbelsäule (wobei eine Operation durchaus nicht immer zum erhofften Erfolg führt) lässt obige Maxime eben immer wieder in Vergessenheit geraten.
Um daran zu erinnern, ist kaum ein Buch so geeignet wie "Körperschmerz - Seelenschmerz" von Hildegund und Peter Heinl. Auf ansprechende Weise erfährt man von der Autorin, die von Haus aus Orthopädin ist, wie sie in mühsamer Kleinarbeit durch tägliche kluge und einfühlsame Beobachtung am Patienten das Gebiet der psychosomatischen Orthopädie sich zu eigen machte und ganz wesentlich mitgestaltet hat. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte sie sowohl für Patienten als auch für Ärzte ihre Rückenschmerzseminare. Daraus resultierte wiederum ein reichhaltiges und hervorragend dokumentiertes Patientengut, was die Grundlage ihrer ausgedehnten kasuistischen Darstellung bildet. Dabei ist der eine oder andere dieser geschilderten Krankheitsfälle so spektakulär, dass es dem Leser schwer fällt, sie nicht mit Magie in Verbindung zu bringen. Doch den Autoren gelingt es, eine solche Annahme in einem der letzten Kapitel mit dem Titel "Neurobiologie statt Magie" überzeugend zu entkräften. Sie belegen anhand von neuesten neurobiologischen Forschungsergebnissen u.a. auf dem Gebiet der neuronalen Plastizität des Gehirns, dass nicht nur eine psychische Konfliktsituation zu chronisch körperlichen Schmerzen führen kann, sondern solche wiederum durch Behandlung des Seelenkonfliktes mittels verbaler Psychotherapie gebessert werden können.
Ob die psychosomatischen Beschwerden ihre Ursache immer nur in psychischen Traumen aus frühester Kindheit haben, so wie im Buch postuliert wird, oder auch vom Psychostress im späteren Leben herrühren können, sei dahingestellt.
Auf jeden Fall sollte das Buch, welches nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Umdenken verführt, zum Lehrbuchbestand eines jeden in Ausbildung befindlichen Orthopäden gehören, denn in dem Leitfaden, wie es die Autoren selbst bezeichnen, finden sich auch ausgiebige weiterführende Literaturangaben.
Amazon.de: Körperschmerz - Seelenschmerz. Die Psychosomatik der Bewegungssysteme. Ein Leitfaden: Bücher: Hildegund Heinl,Peter Heinl

Grüsse,
Uta
 
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13.05.07
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Es kann , muss aber mal wieder nicht so sein. Ich bekomme z.B. heftige Rücken- und Nackenschmerzen, wenn ich etwas gegessen habe, auf das ich allergisch oder intolerant bin.
Ich merke den Unterschied zu Verspannungen aus psychischen Gründen dadurch, daß diese Unverträglichkeits-Schmerzen unvermittelt anfangen und ebenso unvermittelt nach ca. 3 Stunden aufhören.

Gruss,
Uta

Hallöchen Uta....

mir ergeht es genauso-... zumindest habe ich einen direkten Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme... und Rücken-. Nackenschmerzen bei mir feststellen können. Ist es wirklich möglich das Unverträglichkeiten solche Art von Beschwerden auslösen?

Grüssle Anja
 
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19.03.06
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Hallo holon,

seeehr(!) interessant!

aus meiner erfahrung bilden sich folgende themen oft im rücken ab:

unterdrückter ärger, (im rücken wird ja muskulär angriff vorbereitet)
problematische vater beziehungen, (klingt komisch ich weiß)
resignation. (muskuläre unterstüzung wird zu schwach)
nicht gelebte fähigkeiten, potenziell unterlassene handlungen, energetischer stau
In meinem genannten Fall sehe ich augenblicklich das Fettgedruckte in Deinem Zitat als zutreffend.

bei asthma habe ich komischer weise kein beispiel erlebt !
auch wenn gesagt wird (zurecht) das sich psychische störungen immer auch in der atmung abbilden.
asthma wird stark durch wetterlage, umwelt ect. beeinflußt.
ich weiß aber da nicht soviel drüber.
Hier gibt es was dazu:
Asthma bronchiale - Die Psychosomatik
und hier:

Wenn der Atem stockt

Hyperventilation – Atemnot durch zu viel Atmen

„Vor Wut schnauben“: Atmung und Psyche

Funktionelle Störungen

Organische Störungen

Psychosomatische Konzepte
Psychosomatik, somatoforme Störungen, dissoziative Störungen, Schmerzstörungen, somatopsychische Störungen

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Hallo Anja,
ich bin sicher, daß solche Reaktionen vorkommen. Sonst wäre nicht so eine totale Verspannung nicht auf einen Schlag wieder weg und ließe sich auch nicht z.B. durch einen Einlauf beheben oder erleichtern.

Histamin, das ja bei allen allergischen Reaktionen und bei der Histamin-Intoleranz eine große Rolle spielt, führt auch zu Verkrampfungen und Krämpfen...

Grüsse,
Uta
 
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Gehört jetzt Asthma zu den Rückenschmerzen dazu?

Wenn ja: hier ein Artikel über Asthma in der TCM (lang):
www.drplatsch.de/VortragPsychosomatikAsthma.html

Gruss,
Uta
 
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hi leon,

es gibt, was dieses nicht gelebte potenzial betrifft, einen punkt auf höhe (etwa 5cm oberhalb) mittig der unteren schulterblattspitzen.
lass diesen mal kreis- spiralförmig von innen nach außen im uhrzeigersinn unter gutem noch angenehmen druck massieren von jemandem den du gut an dich heranlassen kannst.
nach etwa 5-10 min von diesem punkt aus V-förmig über schultern und oberarme aussstreichen. das hilft den energetischen fluß wieder in gang zu bringen.
bei dieser anwendung solltest du ruhig und gleichmäßig atmen. wenn gefühle auftreten, was gut sein kann, sprich sie beschreibend bei deinem "masseur" an.

zum asthmathema: atmung ist ganz und gar mit unseren emotionen verbunden. in dem wir den atem anhalten halten wir uns gefühle z.b.der angst vom leib. nur ich persöhnlich habe mit asthma keine erfahrungen in meiner arbeit gemacht.
allemöglichen anderen reaktionen kenne ich schon.

und noch etwas das mir begegnet ist im spektrum psychosomatischer zusammenhänge und rücken:
menschen die sehr rigide, festhaltent an regeln ect. sind, haben fast nie einen weichen beweglichen rücken.
ich deute die als etwas das mit "halt suchen" zu tun hat.

lieber gruß
andreas
 
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Hallo Uta,

:))) also, Asthma gehört für mich nicht zu den Rückenschmerzen dazu, sondern ich sehe eher gewisse Zusammenhänge innerhalb der Psychosomatik! :)
Wenn da Interesse besteht, könnte man sich ja in einem gesonderten Thread mit Asthma beschäftigen.
Deinen Hinweis (oben) finde ich auch hier gut platziert!:)

Hallo Holon,

es gibt, was dieses nicht gelebte potenzial betrifft, einen punkt auf höhe (etwa 5cm oberhalb) mittig der unteren schulterblattspitzen.
lass diesen mal kreis- spiralförmig von innen nach außen im uhrzeigersinn unter gutem noch angenehmen druck massieren von jemandem den du gut an dich heranlassen kannst.
nach etwa 5-10 min von diesem punkt aus V-förmig über schultern und oberarme aussstreichen. das hilft den energetischen fluß wieder in gang zu bringen.
bei dieser anwendung solltest du ruhig und gleichmäßig atmen. wenn gefühle auftreten, was gut sein kann, sprich sie beschreibend bei deinem "masseur" an.
es ist ja interessant. Genau was den von von Dir beschriebenen Bereich betrifft, habe ich öfter das Bedürfnis, mich massieren zu lassen!
Danke für Deine Hinweise!

und noch etwas das mir begegnet ist im spektrum psychosomatischer zusammenhänge und rücken:
menschen die sehr rigide, festhaltent an regeln ect. sind, haben fast nie einen weichen beweglichen rücken.
ich deute die als etwas das mit "halt suchen" zu tun hat.
Grumpf! ;)

Herzliche Grüße von
Leòn
 
Zuletzt bearbeitet:
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13.05.07
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Hallo Uta-...

danke für deinen Hinweis.... du hast mich ja schon mal auf ein HI hingewiesen.
Mittlerweile vermute ich das ein grossteil meiner Probleme wirklich von einer HI verursacht werden.

Mir ist aufgefallen, dass meine Beschwerden wie: Rücken-Nackenschmerz (mein Hals wirkt dann wie steif... Lymphknoten schwellen an), starker Reflux (manchmal fühlt es sich an als sei ein Knoten in meiner Speiseröhre... ähnlich einer Verkrampfung), Schwindel... immer erst im Laufe des Tages auftreten und meistens nach den ersten Malzeit beginnen, Abends erreicht die Sache dann den Höhepunkt. Ich habe seit einiger Zeit starke Nies-. und Schnupfanfälle... für die es keine Erklärung gibt.


Alle Medis die man bei HI meiden vertrage ich überhaupt nicht... MCP verursacht bei mir einen Hammerschädel.... ein paar Schlücke Alkohol führen unmittelbar zum Kater... seit meiner Zahngeschichte kann ich es überhaupt nicht mehr ab!!!! :bier:

Momentan habe ich überhaupt keinen Plan wie ich dieses Problem lösen kann?!? Kein Arzt hätte sowas irgendwann mal vermutet (und ich bin extra zig Km in die Göttinger Uniklinik gegurkt)-.... wie kann sowas sein?


Sorry... das ich das jetzt hier loswerde-... aber ich wollte dir hier echt nochmal für den Hinweis danken!

Grüssle Anja
 
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