Rezepte für eine gelungene Ehe

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In wenigen Tagen blicken wir auf 50 Jahre gelungene Ehe zurück, haben 2 tüchtige erfolgreiche Kinder und 4 hoffnungfrohe Enkel. Aus diesem Anlass möchte ich Rezepte für eine gelungene Ehe niederschreiben.
Was mir bisher einfiel:

1. Verliere nie den Humor
2. Respektiere die Persönlichkeit deines Partners
3. Respektiere deine eigene Persönlichkeit
4. Sieh‘ die Vorzüge, nicht die Fehler am andern
5. Vergiss, was dich geärgert hat. Erinnere dich, was dich erfreut hat.
6. Sei nicht nachtragend
7. Vermeide Szenen
8. Halte die Kinder aus Unstimmigkeiten heraus
9. Kläre Streitpunkte zeitnah
10. Sei nicht rechthaberisch
11. Vergiss nicht, dich zu bedanken
12. Lass dir kleine Aufmerksamkeiten und Überraschungen einfallen


Sätze, die nicht fallen sollten:
Hast du schon wieder …
Ich habe dir 10-mal gesagt …
Wenn du nicht …, liebst du mich nicht



Was viel besser klingt
Es wäre eine Erleichterung für mich, wenn du …
Können wir uns darauf einigen, dass …

Hat jemand noch andere Vorschläge?
 
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Deine Wegweiser:
Hallo Locke,

Glückwunsch zur Goldenen Hochzeit !
Deine „goldenen Regeln“ für ein frohes Leben zu zweit finde ich sehr gut.
Für mich ist eine ganz wichtige Voraussetzung für ein gutes Leben zu zweit die Veranlagung der Partner, sich selbst beobachten zu können und im Falle der Einsicht zur Änderung ggf. Hilfe zu suchen zur Veränderung.

Ein Miteinander ist viel besser als ein Gegeneinander.
Obwohl das schwierig ist: man sollte sich genau anschauen, wie die Familie des Partners mit ihm umgeht bzw. umgegangen ist, welcher Hintergrund vorhanden ist. - Auch die äußeren Umstände können sehr viel bedeuten . Aber das interessiert die Verliebten ja meistens nicht wirklich...


Weiter alles Gute!
Oregano
 

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Obwohl das schwierig ist: man sollte sich genau anschauen, wie die Familie des Partners mit ihm umgeht bzw. umgegangen ist, welcher Hintergrund vorhanden ist.
Das Problem meines Mannes war, dass er früh seine Mutter verloren hatte, und dass sein Vater danach eine Frau geheiratet hatte, die völlig ungeeignet war, sich für vier Kinder einzusetzen. Deshalb lernte er erst, was Familie ist, als er selbst
Frau und Kinder hatte, und das hat er gelernt.
Wichtig ist es auch, einander Freiräume zu lassen. Wir hatten beide ein wechselvolles Leben hinter uns und auch verschiedene Interessen, aber jeweils Interesse für diejenigen des anderen.
Er saß in seiner Freizeit am Schreibtisch und verfasste Vorträge auf Englisch, die ich auch auf Deutsch kaum verstand, und nahm an Konferenzen in der ganzen Welt teil. Ich malte, nähte, bastelte, sang im Chor und beschäftigte mich nach der Krebserkrankung mit Naturheilkunde und Radiästhesie. Darin unterstützte er mich tatkräftig. Bei aller geistigen Arbeit war er nämlich handwerklich geschickt und stattete unser Haus mit Regalen und anderen Einbauten aus. So verschieden wir sind, ergänzten wir uns.
 
Liebe Locke, es gibt viele Rezepte für ein vertrautes und glückliches Miteinander, aber deins/eures gefällt mir besonders gut.:love: Glückwunsch auch von mir zur Goldenen Hochzeit.💐🌸🌼🌸🥳

Ich wünsche euch weiterhin noch viele glückliche und gesunde Jahre.🍄🍀

♥️- liche Grüße von Wildaster
 
Gerald Hüther spricht über gelingende Beziehung. Wer den Partner nicht als eigenständiges Subjekt sieht, sondern zum Objekt seiner Erwartungen macht, kann keine gelungene Beziehung führen.
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Inzwischen sind drei Jahre vergangen, und es hat sich viel für mich verändert. Mein wichtigster Lebensgrundsatz hat an Bedeutung gewonnen:

Verschwende deine Energie nicht darauf, dir selber Leid zu tun.

Vor 3 Jahren verlor mein Mann über Nacht sein Kurzzeitgedächtnis. Er wachte morgens auf, hatte starke Kopfschmerzen und sagte, er könne sich an nichts erinnern, was gerade geschehen sei. An diesem Tag entstanden Herpesbläschen auf der rechten Gesichtshälfte, die durch Einnahme von 10 ml CDL in einem Liter Wasser über den Tag schnell verschwanden. Inzwischen weiß ich, dass Herpes das Gehirn befallen kann, vor allem den Hippocampus, der für das Gedächtnis zuständig ist. CDL kam zu spät.

Dadurch hat sich für mich alles geändert. Ich muss alles übernehmen, was bis dahin mein Mann gemacht hat. Den ganzen Papierkram, die Kontenüberwachung, Überweisungen, Arztbesuch organisieren und begleiten, TÜV, Verhandlung mit Kranken- und Pflegekasse. Es bleibt mir nur wenig Zeit für mich selbst.

Dazu kommt die schwere Krankheit meines Sohnes, die Anfang Dezember 2025 begann. Nach 98 Tagen Krankenhaus, von Botulismus gelähmt, mit dadurch entdecktem und 2 mal operiertem Gehirntumor, verbrachte er mehrere Wochen bei uns und nahm Aufmerksamkeit in Anspruch. Es geht ihm 3 Tage nach Abschluss eines Chemo-Zyklus heute relativ gut, nachdem er gestern mit Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel zu kämpfen hatte.

Mein Mann ist immer noch der liebenswerte Partner, den ich vor 53 Jahren geheiratet habe. Wir können anspruchsvolle Gespräche führen. Aber ich muss damit rechnen, dass er sie in 5 Minuten vergessen hat, wie auf einem White board, das gelöscht wird. Ich muss ihn immer wieder von neuem überzeugen, wenn ein Arztbesuch nötig ist, und dass er seine Medikamente nehmen muss, dass er frische Wäsche anzieht und genügend trinkt.

Für mich selbst bleibt mir wenig Zeit. Aber ich sehe es so: Ich weiß nicht, wie lange ich die beiden noch habe. Ich betrachte die Zeit mit ihnen als kostbar. Allerdings muss ich auf mich aufpassen, dass ich für meinen Mann so weit wie möglich erhalten bleibe. Er kann noch viel selbst machen, braucht aber meine Hilfe und Erinnerung. Mein Sohn, der uns oft geholfen hat, ist durch Krankheit selbst bis an die Grenzen belastet. Meine Tochter ist in den USA und organisiert von dort aus seine Therapien, kann aber nur in den Semesterferien tatkräftig eingreifen. Ich selbst bin 88 Jahre alt, mein Mann 94. Der Garten verwildert. Im Haus müsste viel gemacht werden. Im Augenblick ist die Heizung ausgefallen. Hilfe ist frühestens morgen Montag zu erwarten.

Aber ich bin fest entschlossen, mir nicht selbst Leid zu tun. Das würde nur zusätzliche Kraft kosten, die ich nötig brauche.
 

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