PDA: Pathological Demand Avoidance (krankhafte Vermeidung von Anforderungen)

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Trotzige Kinder, Gewaltausbrüche, Panikattacken, überforderte Eltern und Fachstellen. Was bedeutet es für Familien, wenn Kinder auf jegliche Anforderungen mit Blockaden oder gewalttätigen Wutausbrüchen reagieren?
Der 9-jährige Livio ist ein lieber, aufgeweckter Junge – solange er bestimmen kann. Werden an ihn aber Anforderungen gestellt, kann er ausrasten. Seine Eltern und Fachpersonen sind überfordert.
Auch die 15-jährige Emilia und der 5-jährige Lion zeigen ein ähnliches Verhalten. Neuere Forschungen begründen die extreme Vermeidung von Anforderungen neurologisch. Das Syndrom wird PDA genannt (Pathological Demand Avoidance, eine krankhafte Vermeidung von Anforderungen).
Ob es mit einer Autismus-Spektrum-Störung im Zusammenhang steht, ist umstritten. PDA ist im deutschsprachigen Raum noch wenig erforscht. Schätzungen gehen davon aus, dass nur wenige Kinder von PDA betroffen sind. Umso gravierender sind aber die Folgen für Familien und Umfeld. SRF DOK porträtiert Kinder und Jugendliche, die wegen ihrer PDA-Verhaltensstörung jedes System ans Limit bringen.
Ein Film von Philipp Böhlen.


Mehr zum Thema:

U.a. wird in diesem Film deutlich, daß dieses PDA-Syndrom offensichtlich oft verkannt wird und dadurch die betroffenen Kinder, Eltern und andere Beteiligte oft nicht die richtigen Wege finden, um mit den Kindern umzugehen. ...

Grüsse,
Oregano
 
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Es ist typisch für ADSler, dass sie nicht über jedes Stöckchen springen, das ihnen hingehalten wird, und auf Druck mit Gegendruck reagieren. Sie lassen sich von außen schlecht bis gar nicht motivieren, das funktioniert nur mit Eigeninteresse von innen heraus (intrinsische Motivation). Heilen lässt sich das nicht, aber Betroffene können lernen, wie sie selbst ihren inneren Widerstand überwinden und auch lästige und unangenehme Tätigkeiten als Notwendigkeit akzeptieren können. Das setzt aber eine intellektuelle Reife voraus, die kleine Kinder noch nicht haben.

Nicht Neues also, nur ein neuer Name für ein altes Phänomen.
 
... Zur ADHS gibt es Überschneidungen hinsichtlich der Impulsivität, Emotionsregulationsdefiziten usw. (Egan, Bull & Trundle, 2020). In einer Studie an 126 erwachsenen Inhaftierten wurden selbstberichtete PDA (erfasst mit dem EDA-Q für Erwachsene), Autismus, ADHS, Impulsivität und weitere Persönlichkeitstraits erfasst. Es zeigte sich insbesondere zwischen ADHS und PDA ein signifikanter Zusammenhang, (r = 0.71, p< .001), aber nur ein geringer Zusammenhang zwischen Autismus und PDA. ...

Insgesamt wird eine Reihe von Störungen im Zusammenhang mit PDA diskutiert und es ist unumstritten, dass dieses Verhaltensprofil nicht auf Autismus beschränkt ist. Außerdem werden folgende Diagnosen als alternative Konzeptualisierungen diskutiert: Das Verhalten wird im Rahmen einer Störung des Sozialverhaltens, Bindungsstörung, Persönlichkeitsstörung oder als Resultat der Interaktion zwischen Autismus und verschiedenen Komorbiditäten angesehen (Woods, 2020).
PDA: Angst als Auslöser der Verweigerung/Vermeidung ...

Hallo MaxJoy,

ich denke, Du hast Recht: hier wird einem Syndrom ein neuer Mantel angezogen. Trotzdem finde ich gut, wenn Krankheiten dieser Art immer wieder neu angeschaut werden. Vielleicht gelingt es so ja auch, da mehr therapeutische Möglichkeiten zu finden?

Grüsse,
Oregano
 
Vielleicht braucht eine Gesellschaft auch einen gewissen Anteil Rebellen als Regulativ. Sonst wäre ADS schon vor Millionen Jahren ausgestorben, bei den vielen Nachteilen und Gefahren, die es mit es bringt. Intrinsische Motivation ist die Quelle der Kreativität und kann enorme Durchschlagkraft entwickeln, gegen alle Widerstände.
 
Es ist typisch für ADSler, dass sie nicht über jedes Stöckchen springen, das ihnen hingehalten wird, und auf Druck mit Gegendruck reagieren. Sie lassen sich von außen schlecht bis gar nicht motivieren, das funktioniert nur mit Eigeninteresse von innen heraus (intrinsische Motivation). Heilen lässt sich das nicht, aber Betroffene können lernen, wie sie selbst ihren inneren Widerstand überwinden und auch lästige und unangenehme Tätigkeiten als Notwendigkeit akzeptieren können. Das setzt aber eine intellektuelle Reife voraus, die kleine Kinder noch nicht haben.
Naja, weibliche ADHS-ler sind sicher überwiegend nicht so. Die sind sehr viel unauffälliger, leiden aber genauso.
 
Vielleicht braucht eine Gesellschaft auch einen gewissen Anteil Rebellen als Regulativ. Sonst wäre ADS schon vor Millionen Jahren ausgestorben, bei den vielen Nachteilen und Gefahren, die es mit es bringt. Intrinsische Motivation ist die Quelle der Kreativität und kann enorme Durchschlagkraft entwickeln, gegen alle Widerstände.
Man kann in dem ADHS einen evolutionären Vorteil sehen, aber nicht als Krankheit. D.h. in abgeschwächter Form ist das beim Gesdunden sicher ne adaptive Fähigkeit, beim ADHS-ler sicher nicht, egal zu welchem Zeitalter.
Die Sache ist vor allem, dass wenn ADHS nicht behandelt wird sich das meistens noch zu weitren Störungen ausweitet. Wenn man sich diese Konsequenzen mal vor Augen hält ist es schwer vorstellbar, dass das evolutionär sinnvoll war.
Solche Thesen klingen wie das was der Manfred Spitzer so von sich gibt, und das ist sicher noch unter weiteren Ärzten populär. Ein Bekannter der an der Schnittstrelle zwischen KI und Hirnforschung arbeitet hält solche Leute für "Alleinunterhalter".
 
Magst Du das mal präzisieren? (Was, wie oft, warum ...)
 
Studien-Titel auf Deutsch: Eine systematische Übersicht und Analyse der Langzeitverläufe bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Auswirkungen von Behandlung und Nichtbehandlung

Schlussfolgerungen im Abstract:
Diese systematische Übersicht bietet eine Zusammenfassung von Studien zu den Langzeitverläufen von ADHS. Aktuelle Behandlungsmethoden können zwar die negativen Auswirkungen einer unbehandelten ADHS auf die Lebensqualität verringern, führen jedoch in der Regel nicht zu einer „Normalisierung“ der Betroffenen.

... und im Volltext - beides übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version):
Die vorliegende Analyse stützt die Annahme, dass Menschen mit ADHS ohne Behandlung häufig schlechtere Langzeitergebnisse erzielen und dass eine Behandlung die Langzeitergebnisse bei ADHS für manche Betroffene verbessern kann, jedoch nicht unbedingt in demselben Maße wie bei gesunden Kontrollpersonen. Weitere Analysen des vorliegenden Datensatzes werden die Auswirkungen der Behandlung auf spezifische Ergebnisse sowie die Auswirkungen bestimmter Behandlungsformen umfassender untersuchen. Es bleibt die Frage, ob sich die in Kurzzeitstudien zu medikamentösen oder nicht-medikamentösen Behandlungen nachgewiesenen kurzfristigen Vorteile direkt auf die Langzeitergebnisse übertragen lassen. Zusammenhänge zwischen bestimmten kurzfristigen Symptomen müssen als mögliche Prädiktoren für Langzeitergebnisse untersucht werden, insbesondere da Langzeitstudien nicht immer durchführbar sind. Zukünftige Forschung sollte sich auf den Zusammenhang zwischen kurzfristiger Symptomlinderung und langfristigen Folgen konzentrieren und eine längerfristige Nachbeobachtung der Folgen von ADHS im Kindesalter bis ins Erwachsenenalter einbeziehen.

Das klingt ein wenig verhaltener. Und auch diese Studie ist schon sehr alt (von 2012).

Bitte auch gern englischsprachiges zumindest auf Deutsch zusammenfassen.
 

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