oxidiertes Glutathion

Paula3

Hallo,

wenn ich das richtig verstehe, bedeutet diese Veröffentlichung

Tobias P. Dick et al: Multiple glutathione disulfide removal pathways mediate cytosolic redox homeostasis. Nature Chemical Biology 2012, DOI: 10.1038/NCHEMBIO.1142

bzw. die nachfolgende Presseerklärung vom DKFZ

- daß das bisherige Verfahren zur Messung von oxidiertem Glutathion, bei dem die Zellen zerstört werden, nicht zuverlässig ist und revidiert werden muß.

- daß oxidiertes Glutathion von der Zelle „abgeschottet“ wird und daher nicht zur Zerstörung der Zelle führt, und

- daß deshalb die Rolle von Glutathion/ oxidativem Streß bei der Enstehung von Krankheiten überdacht werden muß.

Sagt natürlich nichts zur Verarmung an - vor allem reduziertem – Glutathion


BioRN Biotech Cluster Rhine-Neckar
DKFZ: Preventive Retention for Oxidizing Agents
December 17, 2012
Heidelberg (G) | Role of oxidative stress needs to be re-evaluated

Man geht davon aus, daß oxidativer Stress eine Reihe von Krankheiten verursacht. Bisher war es üblich, die Menge an oxidativem Stress [in einer Zelle] durch die Bestimmung des Oxidationszustands eines kleinen Moleküls namens Glutathion in Zellextrakten zu bestimmen. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) waren die Ersten, die entdeckt haben, dass Zellen unter Stress ihr oxidiertes Glutathion in einem „zellulären Abfall-Lager“ deponieren. Dies schützt Zellen vor oxidativen Stress – und stellt die Validität der konventionellen Meßmethode in Frage. ….

Um festzustellen, ob eine Zelle unter oxidativer Stress steht, analysieren Wissenschaftler oft den Oxidationszustand von Glutathion. … In der Theorie sollte die Menge an oxidiertem Glutathion daher anzeigen, ob eine Zelle gesund ist oder unter oxidativem Stress steht. Forscher im Team von PD Dr. Tobias Dick haben jedoch gezeigt, dass diese Hypothese, die die Grundlage einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien ist, irreführend ist.

"Bis jetzt war es notwendig, die Zellen zu zerstören, um die Menge an oxidiertem Glutathion zu messen", erklärt Tobias Dick. "Das bedeutet jedoch, dass jede räumliche (dreidimensionale) Auflösung (resolution) verlorengeht." Daher war [bisher] so gut wie nichts darüber bekannt, wo genau sich oxidiertes Glutathion in den Zellen befindet. Wissenschaftler sind davon ausgegangen, dass es im Zytoplasma bleibt, wo es gebildet wird.

Um mehr über den Verbleib von Glutathion in der Zelle herauszufinden, entwickelten Tobias Dick und Kollegen Biosensoren, die den Oxidationszustand von Glutathion in intakten Zellen durch Lichtsignale anzeigen. In Hefezellen konnten die Forscher so zum ersten Mal den Weg des oxidierten Glutathions in lebenden Zellen in Echtzeit verfolgen. Sie waren überrascht festzustellen, dass das oxidierte Glutathion, anstatt im Zytoplasma zu bleiben, prompt in einem sicheren Depot, einer Vacuole, eingeschlossen wird.

Das Cytoplasma, in dem alle wichtigen zellulären Stoffwechselprozesse stattfinden, ist auf diese Weise zuverlässig vor oxidativer Zerstörung geschützt. Zellen, von denen man bei Einsatz konventioneller Messmethoden annahm, daß sie unter oxidativem Stress stehen, erschienen in ihrem Zytoplasma vollkommen gesund. Tobias Dick und sein Team konnte anschließend zeigen, dass dies nicht nur für Hefezellen zutifft, sondern auch für verschiedene Säugetier-Zellen und für Krebszellen.

Diese Ergebnisse bedeuten, dass der Spiegel des oxidierten Glutathions – entgegen bisheriger Überzeugungen – NICHT anzeigt, ob eine Zelle unter oxidativem Stress steht oder nicht. "Darum ist es wichtig, frühere Studien neu zu bewerten, die, basierend auf der bisherigen Meßmethode, einen Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und verschiedenen Krankheiten hergestellt haben.“

Hier gibt es noch ein Photo
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2012/images/66-hefe-wt1.jpg
 

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