Mehr Rechte für Patienten bei Behandlungsfehlern

Anne S.

in memoriam
Themenstarter
Beitritt
28.03.05
Beiträge
4.209
Westdeutsche Zeitung - Home - Politik - Blickpunkt - EU drängt auf mehr Rechte für Patienten

Brüssel. Die Europäische Union (EU) drängt ihre Mitgliedsstaaten zu einer Verbesserung der Patienten-Rechte. Die zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou sagte der Zeitung Die Welt, dass jede zehnte medizinische Behandlung in der EU fehlerhaft sei. Sie appellierte, sowohl die Sicherheit, als auch die Rechte der Patienten zu verbessern.

Die EU-Kommission hat allerdings im Bereich der Gesundheit keine eigene gesetzgeberische Kompetenz. Vassiliou will den EU-Gesundheitsministern daher am Mittwoch kommender Woche Empfehlungen vorlegen, wie sie gegen mangelhafte ärztliche Leistung und Krankenhausversorgung vorgehen können. Unter anderem ist daran gedacht, den Patienten Gerichtsklagen zu erleichtern.

„Solche Regressansprüche sind aber nur als letztes Mittel vorgesehen, viel wichtiger ist es, solche Behandlungsfehler abzustellen“, sagte die Sprecherin der Kommissarin, Antonie Kerwien. Nach dem Willen von Vassiliou sollen die Empfehlungen bereits in der ersten Jahreshälfte 2009 beschlossen werden.

Mit Eile will Vassiliou gegen gefährliche Infektionen vorgehen, von denen immer mehr Patienten in Kliniken betroffen sind. Einer von 20 Patienten stecke sich bei seinem Aufenthalt an. Das entspreche EU-weit rund 4,1Millionen Patienten jährlich.

Die deutschen Verbraucherzentralen erhoffen sich von Vassilious Vorstoß Druck auf die Bundesregierung, ein Gesetz für Patientenrechte zu verabschieden. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW ist es derzeit für Patienten schwer, ärztliche Fehler nachzuweisen. Rechtsexperte Wolfgang Schuldzinski sprach sich dafür aus, die Beweislast umzukehren.

Danach müssten in Zivilprozessen die Ärzte beweisen, dass sie nicht gepfuscht haben. Bislang müssen umgekehrt Patienten Ärzten ihre Fehler nachweisen. Er sprach sich zudem dafür aus, die Verjährungsfrist von derzeit drei auf mindestens fünf Jahre zu verlängern. So bliebe Betroffenen mehr Zeit, gegen Fehler vorzugehen.


Endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Liebe Grüße
Anne S.
 
Neu hier? Dann ein herzliches Willkommen!
Du liest hier gerade eine Diskussion von Betroffenen – Menschen, die eigene Wege gehen und Erfahrungen teilen. Das kann am Anfang ungewohnt wirken: Jeder Verlauf, jede Geschichte ist anders.
Als Gast kannst du mitlesen und dich orientieren.
Als Mitglied kannst du Fragen stellen, antworten und dich aktiv einbringen.
Deine Wegweiser:
Hallo Anne S.,
dieses Gesetzt möchte ich dann einmal sehen...und dann die Verwirklichung und Umsetzung des Gesetzes...es braucht halt auch positive Schlagzeilen...wirkt auf jeden Fall beruhigend, selbst dann, wenn diese nie in die Realität umgesetzt werden können, bzw. die Durchführung nur für die oberen gilt...Mit Augenwischerei muss ich leider schon seit vielen jahrzehnten leben!
Die Realität...ist leider eine andere Welt...leider!
Alles liebe Dir Jogi
 

Willkommen bei Symptome.ch
Schön, dass du da bist.

Symptome.ch ist seit vielen Jahren eine der größten und aktivsten deutschsprachigen Gemeinschaften rund um Gesundheit, Naturheilkunde und alternative Therapien. Hier tauschen sich Menschen aus, die Ursachen verstehen, Zusammenhänge erkennen und eigenverantwortlich etwas für ihre Gesundheit tun wollen.

Als Gast kannst du viele Themen mitlesen und dich informieren. Wenn du selbst Fragen stellen, auf Beiträge antworten oder mehr Inhalte sehen möchtest, registriere dich kostenlos. Die Gemeinschaft lebt vom Austausch – und jedes neue Mitglied bringt wertvolle Erfahrungen mit. 🙂

Zurzeit aktive Besucher

Statistik des Forums

Themen
69.531
Beiträge
1.068.062
Mitglieder
53.381
Neuestes Mitglied
der-dankbare-idiot
Zurück
Oben