Kontrastmittel beim MRT - Alternativen zu Gadoliniium

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... Nanowissenschaftler der Rice University haben eine Methode zum Einbringen von Eisen in Nanopartikel demonstriert, um MRT-Kontrastmittel herzustellen, die Gadoliniumchelate, das Hauptkontrastmittel, das aufgrund potenzieller Sicherheitsbedenken einer verstärkten Prüfung ausgesetzt ist, zu übertreffen.

"Die Möglichkeit, die Gadolinium-Exposition zu eliminieren und eine zweifache Verbesserung der T1-MRT-Kontrastleistung zu erzielen, wird Radiologen faszinieren", sagte Rice's Naomi Halas, die leitende Forscherin des Projekts. "Wenn sie hören, dass wir das mit Eisen gemacht haben, werden sie sehr überrascht sein."
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Gadoliniumchelate revolutionierten die MRT-Tests, als sie Ende der 80er Jahre eingeführt wurden und mehr als 400 Millionen Mal verwendet wurden. Obwohl Gadolinium ein giftiges Metall ist, bedeckt der Chelatisierungsprozess jedes Gadolinium-Ion mit einer organischen Hülle, die die Exposition reduziert und es dem Medikament ermöglicht, innerhalb weniger Stunden aus dem Körper zu gelangen.

Im Jahr 2013 machten japanische Wissenschaftler die überraschende Entdeckung, dass sich Gadolinium aus Kontrastmitteln im Gehirn einiger Patienten angesammelt hatte, und nachfolgende Studien fanden ähnliche Ablagerungen in Knochen und anderen Organen. Während keine nachteiligen Gesundheitseffekte mit Gadolinium-basierten MRT-Kontrastmitteln in Verbindung gebracht wurden, verlangte die FDA im Dezember 2017 von den Arzneimittelherstellern, den Leitfäden für acht weit verbreitete Gadolinium-basierte Kontrastmittel Warnhinweise hinzuzufügen.
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Eisen übertrifft Gadolinium als MRT-Kontrastmittel

Das könnte eine verträgliche Alternative zu Gadolinium sein :)...

Grüsse,
Oregano
 
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MRT ohne Kontrastmittel

Das MRT ohne Kontrastmittel gehört seit mehreren Jahrzehnten zu den sicheren und zuverlässigen bildgebenden Verfahren in der medizinischen Diagnostik. In vielen Fällen reicht die einfache Magnetresonanztomographie aus, um dem Arzt einen guten Eindruck der Gewebestrukturen zu vermitteln.

Da gängige Kontrastmittel für den Körper belastend sein können, erforschen Mediziner zudem Alternativen. Wissenschaftlern am Deutschen Krebsforschungszentrum und am Universitätsklinikum Heidelberg ist es zum Beispiel gelungen, Gehirntumore mithilfe von Traubenzucker (Glukose) darzustellen. Diese MRT-Methode macht es sich zunutze, dass Tumore einen sehr hohen Energiebedarf haben und entsprechend viel Zucker aufnehmen. Gelangt die Glukose in die Tumorzellen, lässt sich der Zuckerstoffwechsel mit einem speziellen Verfahren in einem Hochfeld-Tomographen sichtbar machen.
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Grüsse,
Oregano
 
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Die Xenon-Magnetresonanztomographie erlaubt Einblicke ins Körperinnere und eröffnet Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Krankheiten. Physiker vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) konnten die Detektionsmethode mit dem Edelgas Xenon nun entscheidend verbessern. An zwei Molekülen getestet und mit neuen technischen Tricks konnten sie aus einer Daten-Aufnahme in wenigen Sekunden mehr Bildinformationen gewinnen. Zudem wird weniger Kontrastmittel und kein Gadolinium benötigt, dessen mögliche Unverträglichkeit weiterhin diskutiert wird. Die Methode ist ca. 850-mal sensitiver als vergleichbare Kontrastmittel konventioneller MRT mit Wassermolekülen.

Krankhafte Prozesse im Körper aufspüren, die sich den herkömmlichen bildgebenden Verfahren entziehen – dieses Potenzial verspricht die Xenon-Magnetresonanztomographie. Anders als bei der konventionellen MRT werden hierbei keine Wassermoleküle, sondern das ungiftige Edelgas Xenon detektiert, das aufgrund seiner besonderen Magnetisierung eine extrem hohe Signalstärke im MRT besitzt. Darüber hinaus besitzt die Xenon-Bildgebung auch analytisches Potenzial, da Moleküle, die mit Xenon interagieren, als Wirkstoffträger dienen können und nun mit MRT sowohl lokalisiert als auch charakterisiert werden können.
Physiker vom FMP arbeiten seit Jahren daran, die Xenon-MRT weiter zu perfektionieren, so dass sie zum Beispiel in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden kann. Nach der Entdeckung mehrerer Moleküle, die das Edelgas Xenon sehr gut binden und so hoch kontrastreiche Bilder aus dem Körperinneren liefern können, ist dem Team um Dr. Leif Schröder nun ein weiterer Erfolg gelungen.
„Wir haben einen weiteren Kontrastmechanismus zugänglich gemacht, der in kürzerer Zeit wesentlich mehr Bildinformationen generiert als die bisherige Methode“, erläutert Leif Schröder. „Dabei ist die sogenannte Relaxivität viel höher, das heißt, wir brauchen wesentlich weniger Kontrastmittel als konventionelle Methoden, um Bildkontrast zu erzeugen, was ja gerade für die medizinische Anwendung von großem Vorteil ist.“ ...

Das klingt doch sehr gut ! - Allerdings scheint das noch erforscht zu werden.

Grüsse,
Oregano
 
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