Körperdysmorphe Störung

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Was ist eine Körperdysmorphe Störung?

Die KDS bezeichnet die übermäßige Beschäftigung mit einem wahrgenommenen Makel oder Mangel in der äußeren Erscheinung, der für andere gar nicht oder weniger stark sichtbar ist.

Betroffene Körperregionen sind häufig das Gesicht oder der Kopf (z.B. Hautunreinheiten, Narben, Asymmetrien, Form/Größe der Nase oder der Zähne, dünnes Haar, Falten). Manchmal stehen die Körpergröße oder einzelne Muskelpartien im Mittelpunkt - in diesem Fall spricht man von einer Muskeldysmorphie. Es können aber auch alle anderen Körperregionen betroffen sein.

Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 2% aller Menschen an einer Körperdysmorphen Störung leiden, davon sind ca. 60% Frauen und 40% Männer. Die KDS beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter und verläuft ohne adäquate psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung in der Regel chronisch.

Die Betroffenen trauen sich oftmals nicht, über ihre Probleme mit dem Aussehen zu sprechen, weil sie sich schämen und befürchten, nicht ernst genommen oder als arrogant und oberflächlich bewertet zu werden.
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Die KDS ist gekennzeichnet durch folgende Symptombereiche:

- Das Durchführen von Ritualen (z.B. Schminken, Kämmen, Zupfen/Drücken der Haut, Muskeltraining, Überprüfen der Körperregionen im Spiegel oder aber das Vermeiden, die Körperregionen zu sehen, Rückversicherung bei anderen,
- Vertuschen der Regionen durch Kleidung/Hüte u.ä.)
- Häufig bis zu mehrere Stunden andauerndes Nachdenken über die betroffenen Körperregionen, wobei die Gedanken als belastend und häufig als unkontrollierbar wahrgenommen werden.
- Die Beschäftigung mit den Körperregionen ist mit massivem Stress und starken Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben verbunden. Viele Betroffene leiden auch an Depressionen oder Angststörungen und ziehen sich aus ihrem Umfeld zurück. Einige Betroffene denken darüber nach, sich wegen ihres Makels das Leben zu nehmen.

In der Regel verschwinden diese Symptome nicht von allein, sondern werden im Laufe der Zeit eher belastender, so dass die meisten Betroffenen therapeutische Hilfe benötigen. Falls Sie sich in den Beschreibungen wiederfinden, möchten wir Sie ermutigen, sich an uns zu wenden. Wir können Ihnen die notwendige Beratung und ggf. eine Psychotherapie anbieten.
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https://www.uni-muenster.de/KDSAmbulanz/Körperdysmorphe_Störung/Kds.html

Diese Störung kann u.a. auch dazu führen, daß die Betroffenen sich immer wieder an ihren vermeintlichen "häßlichen" Stellen operieren lassen, was im allgemeinen nicht zur Heilung führt. Außerdem kosten ja solche Operationen, da sie nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Sicherlich trägt die Werbung, das Internet und vieles mehr dazu bei, daß es doch relativ viele Betroffene gibt, und die Zahl steigt weiter.
Die Betroffenen sind nicht "nur" mit ihrem Außeren unzufrieden. Ihre "Häßlich-Phobie" führt letzten Endes dazu, daß sie leiden und immer mehr aus dem sozialen Netz fallen: Partnerschaften gehen kaputt, weil der/die PartnerIn es nicht mehr aushält, ständig zu versichern, daß der andere Partner doch gut aussieht und alles wunderbar ist, weil das nie geglaubt wird. Durch nutzlose Operationen wird das Geld immer knapper. Beruflich ist diese Störung auch nicht förderlich...

Hier noch ein ausführlicher Artikel:
▷ Dysmorphophobie Ursachen, Auslöser & Verlauf der Erkrankung

Grüsse,
Oregano
 
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