HPU, Fructose-Intoleranz und Hypoglykämie?

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Hallöchen,

bin ganz neu hier:wave:

Vor knapp fünf Monaten wurde HPU/KPU bei mir festgestellt (KPU von 57). So nach und nach fügt sich das Puzzle zu einem Gesamtbild...
Was ich nicht so recht verstehe... habe laut HPU-Buch Hypoglykämie (Unterzucker > Fructosamin 203) und seit gestern weiß ich auch, dass ich an Fructoseintoleranz leide. Besteht da nicht irgendwo ein Widerspruch? Bei Fructose-Intoleranz sammelt sich doch der Fruchtzucker im Körper an, was eigentlich zu einem höheren Blutzuckerspiegel führen müsste, oder? Auf der anderen Seite könnte man natürlich sagen, wenn der Körper die Fructose nicht verwerten kann (Glut V-Problematik) ist ja naheliegend dass ich an Unterzucker leide...
Kann mir das mal jemand erklären?
Ich hoffe ich bin Euch nicht zu schwierig:eek:)
Bin inzwischen übrigens bei 2,5 Depyrrol-Basis angelangt, man gönnt sich ja sonst nichts:D

Gruß, Jörg
 

Kate

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:welcome: Jörg!

Unterzucker > Fructosamin 203
Das verstehe ich nicht... wie ist Dein Testergebnis für Fructosamin?

Das, was ich bisher zu KPU und Hypoglykämie zusammen tragen konnte, findest Du in der Wiki unter http://www.symptome.ch/wiki/index.php/Kryptopyrrolurie (von da ist Hypoglykämie verlinkt). Du findest dort auch Kamsteegs Referenzbereich, sowie eine kritische Bemerkung zum Zusammenhang mit Fruktose.

Gruß
Kate
 

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Ich habe einen Beitrag von Kate im Archiv gefunden. Darin steht:
Als Fruktosamine (Ketoamine) bezeichnet man glykierte Serumproteine (Albumin, IgG usw.). Auf Grund der Halbwertzeit von Albumin und IgG von 20 Tagen kann die Konzentrationsbestimmung der Fruktosamine eine Aussage über die Glukosestoffwechselsituation der letzten 2-3 Wochen geben. Als Referenzbereich gelten Konzentrationen von < 285 µmol/l ...

Fructosamine (=verzuckerte Eiweisse) haben nichts mit dem Fruchtzucker (0 Fructose) zu tun. Ein hoher Wert bedeutet eine schlechte Einstellung während der letzten 2 bis 3 Wochen, ein guter Wert dagegen bedeutet eine gute oder optimale Blutzuckereinstellung über diesen Zeitraum.
http://www.symptome.ch/vbboard/archive/index.php/t-3217.html (Beitrag von Kate vom 3.5.)

Welchen Wert hat Du denn beim Fructosamin?

Gruss,
Uta
 
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Hallo Kate und Uta,

danke für Eure Antworten! Mensch Kate, wieder sooo viel zu lesen...;)
Hab mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt... habe einen Fructosaminwert von 203. Laut Kamsteeg heißt das Hypoglykämie(Unterzucker), steht zumindest so in seinem Buch (Werte unter 210).
Uta: Die von Dir angegebenen 285 sind aus der Schulmedizin, alles unter 285 ist gut, da er ja hauptsächlich bei Diabetikern gemessen wird... zumindest verstehe ich die ganze Sache so...

Gruß, Jörg
 
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13.03.05
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Hallo Jörg,

willkommen im Forum.
Wenn ich das mit der Fructose-Intoleranz richtig verstanden habe, gerade noch mal gekuckt: Wiki:Fructoseintoleranz,
dann wird bei FI die Fructose entweder nicht richtig verdaut und/oder kann vom Dünndarm nicht richtig aufgenommen werden, gelangt also gar nicht in die Blutbahn, sondern wird dann im Dickdarm von Darmbakterien vergoren (darum dann Blähbauch etc.).
Die Fructose bei FI beeinflusst also nicht den Blutzuckerspiegel. Die Fructosamin-Sache hängt eher mit irgendwelchen Insulinproblemen oder so zusammen.
 
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Hallo Rohi,

danke für Deine Antwort!
... soweit ich mich erinnere steht in Kamsteegs Buch, dass sich der Fruchtzucker dann irgendwo im Körper anreichert und so den Körper auf Dauer "vergiften" kann. Dies kann auf Dauer zu einer Insulinresistenz führen, Ergebnis Diabetes Typ2. Hab das Buch gerade leider nicht vorliegen, ich hoffe ich habe das richtig im Gedächtnis.
Was ich nicht recht verstehe... wenn der angesammelte Fruchtzucker im Körper den Blutzucker nicht erhöht, warum führt er dann zu einer Insulinresistenz?

Gruß, Jörg
 
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Es muss irgendwie bei dre Unverträglichkeit von fruchtzucker Unterschiede geben.
Mir hat mal jemand geschrieben, der wie ich eine ganz normale durch Atemtest festgestellte Fructose-Intoleranz hat:

Bei der sogenannten FI bei HPU, die die KEAC offenbar meint:
"Da passiert wohl was mit der Fructoseverstoffwechselung im Körper/Blut nicht richtig"
"Da bei mir die Fructose ja nicht ins Blut kommt kann mir das herzlich egal sein..." Die normale Definition von FI ist auch für ihn die, die Rohi gebracht hat und das entspricht auch der Aussage hier.

Ich habe bis heute noch nicht so ganz verstanden, ob Hr. Kaamsteeg einen bestehenden Begriff Fructose-Intoleranz einfach auf etwas anderes anwendet , was dann eigentlich anders heißen müsste oder ob es wirklich eine andere Variante ist. Nur da wundert es micht wirklich, dass die Schulmediziner davon noch nichts gehört haben.:confused:

Anne
 
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Tatsächlich, Kamsteeg beschreibt eine Fruchtzucker-Intoleranz, bei der Fruchtzucker wohl in den Blutkreislauf gelangt, von der Leber aber nicht verstoffwechselt werden kann und sich so im Körper anreichert.
Aber da steige ich aus, das ist was für Experten.

Wahrscheinlich gibt es da Schwierigkeiten mit der Bezeichnung, wie bei der Gluten-Intoleranz oder Gluten-Unverträglichkeit oder Gluten-Überempfindlichkeit oder ...
Jeder verwendet es anders und keiner sieht mehr durch.
 
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Soo, hab gestern noch einmal in Kamsteegs Buch gelesen... die Fructose-Intoleranz bei HPU scheint sich tatsächlich ein wenig von der normalen zu unterscheiden...

Kurze Zusammenfassung:

Bei Menschen mit HPU kann es auf Grund des Zinkmangels dazu kommen, dass von dem Enzym Aldolase-B nicht genung vorhanden ist. Daher kann die Leber den Fruchtzucker nicht schnell genug in Glucose umwandeln und er sammelt sich in "einer bestimmten Form" im Körper an. Durch die verminderte Umwandlung enthält das Blut zu wenig Glucose um den Glucosespiegel aufrecht zu erhalten. Resultat sind starke Schwankungen im Blutzuckerspiegel. Der nicht umgewandelte Fruchtzucker kurbelt die Insulinproduktion an, das führt zu einem Absinken des Glucosespiegels, Ergebnis ist die reaktive Hypoglykämie.
Die Ansammlung von Fructose im Blut führt wohl dazu, dass weniger Fruchtzucker aus dem Darm aufgenommen wird. Auch kann bei HPU`lern durch eine herabgesetzte Produktion von Schilddrüsenhormonen die GLUT5-Funktion eingeschränkt sein. Glut5 ist für die Fructoseaufnahme im Darm verantwortlich.

Hier sind wir jetzt bei der "normalen" Fructose-Intoleranz angelangt, mit all ihren Symptomen.
Weiterhin steht dort, dass wenn die Fructose-Intoleranz nicht erkannt wird und man sich frutosearm ernährt, dies mit der Zeit zu einer chronischen Vergiftung aufgrund des steigenden Blutzuckerspiegels führen kann. Folge ist irgendwann Diabetes Typ2.
Dies war der Punkt den ich so recht verstand... führt der Fruchtzucker im Körper nun zur Hypoglykämie(Unterzucker) oder zu Diabetes??? Inzwischen denke ich es verstanden zu haben;)
Zuerst kommt das Stadium mit stark schwankenden Blutzuckerspiegeln und durch die ständige Insulinausschüttung (Fruchtzuckeransammlung im Körper) zu Hypoglykämie. Hält der Zustand sehr lange an, wird man Insulinresistend. Daraus folgt ein anstieg des Spiegels und Diabetes Typ2, also doch kein Widerspruch...

Ich hoffe, ich habe Euch jetzt nicht total verwirrt!:D
 
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18.10.06
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hallo !

wenn ein langer zinkmangel zu einer fruktose-intoleranz führen kann, kann dann ein zink-ausgleich dazu führen, daß fruktose wieder vertragen wird, weil der darm es wieder verwerten kann ???

lg,
signoret
 
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07.11.06
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Hallo signoret,

das wüsste ich natürlich auch sehr gerne;)
Aber wir führen ja schon ordentlich Zink zu (ich zumindest 3 Depyrrol-Basis seit heute)... wenn ich Fructose wieder gut vertrage, sage ich Dir Bescheid!
Kamsteeg spricht ja von einer langsamen Besserung der körperlichen Beschwerden, ob FI auch dazu gehört... wir werden es erleben...
 

Kate

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Hallo Jörg,

das ist für mich hochinteressant, was Du da schreibst (ggf. auch für die Wiki)... wegen der bisher nicht klärbaren Widersprüchlichkeiten:

Kamsteegs Ref'bereich:
< 210 µMol/l Hypoglykämie
210 – 240 µMol/l Übergangsgebiet zur Hypoglykämie
240 – 260 µMol/l Normalwert
260 – 290 µMol/l milde Fruktoseintoleranz oder schleichende Diabetes
> 290 µMol/l starke Fruktoseintoleranz oder Diabetes

In anderen Quellen (siehe Utas Beitrag) wird der Zusammenhang mit Fruktose nicht gesehen - diesen Widerspruch konnten wir bisher nicht klären. Zudem schreibt Kamsteeg auch, dass Hypoglykämie (besonders bei Frauen ab 30 Jahren) in GLUKOSEintoleranz oder Prädiabetes übergehen kann. Hatte schon überlegt, ob die beiden Begriffe Glukose und Fruktose irgendwie vertauscht wurden, das kann ich mir aber andererseits nicht vorstellen.

Ich bin grad etwas überfordert... werde mir Deine Beiträge aber nochmal zu Gemüte führen. Wäre sicher besser, wenn unterschiedliche Phänomene auch unterschiedliche Namen hätten.

Viele Grüße
Kate
 
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07.11.06
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Hi Kate,

freut mich, wenn ich helfen konnte!
Welchen Zusammenhang mit Fructose meinst Du genau? Der Fructosaminwert hat wirklich nichts mit Fructose zu tun, sondern mit Glucose.

Gruß, Jörg
 
Themenstarter
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07.11.06
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Nochmal Kate,

meine Sichtweise über die Entwicklung von Hypoglykämie in Richtung Diabetes habe ich ja schon geschrieben... und was die GLUCOSEintoleranz betrifft, wieso sollte er die Worte vertauscht haben? Glucoseintoleranz ist doch ein stehender Begriff und stellt wohl die Vorstufe zu einer Diabetes Typ2 dar...
 
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22.01.13
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Hallo!

Der Thread ist zwar schon älter, aber die Frage von signoret gibt mir zu denken...
wenn ein langer zinkmangel zu einer fruktose-intoleranz führen kann, kann dann ein zink-ausgleich dazu führen, daß fruktose wieder vertragen wird, weil der darm es wieder verwerten kann ???
Wenn der Zinkmangel durch die Zinkeinnahme ausgeglichen ist, dann ist genug Aldolase-B vorhanden (falls man keine hereditäre FI hat), damit die Leber die Fruktose in Glukose umwandeln kann. Somit kommt es zu keiner Fruktoseansammlung im Blut/Körper, was auch keine schwankenden Blutzuckerspiegel zur Folge hat, da nicht vermehrt Insulin ausgeschüttet wird. Fruktose kann dadurch also auch wieder aus dem Darm aufgenommen werden.

Aber:
Wenn aber aufgrund der herabgesetzten Schilddrüsenproduktion der HPUler eine eingeschränkte GLUT5-Funktion hat, kann er ja nur einen Teil der aufgenommenen Fruktose im Darm aufnehmen. Die ins Blut resorbierte Fruktose kann durch den Zinkausgleich auch schnell in Glukose umgewandelt werden, wodurch es zu keiner reaktiven Hypoglykämie kommt. Der Anteil der Fruktose, die aber aufgrund der verminderten GLUT5-Funktion nicht aufgenommen werden kann, kommt in den Dickdarm und wird dort von den Darmbakterien verstoffwechselt, was zu den "schulmedizinischen FI-Symptomen" führt.
Jedoch müsste der HPUler (mit herabgesetzter Produktion der Schilddrüsenhormone) keine Gefahr eines Typ 2 Diabetes haben, weil ja keine Blutzuckerschwankungen und somit keine chronische Vergiftung stattfindet, die den BZ-Spiegel ansteigen lässt. Um die Beschwerden der "schulmed. FI" aus dem Weg zu gehen, wird er sich wohl fruktosearm ernähren...

Könnten meine Überlegungen stimmen?
Aber vielleicht wirkt sich der Zinkausgleich auch auf die Produktion der Schilddrüsenhormone aus? Dann beeinflusst das ja wiederum die Funktion von GLUT5...

lg
 
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