Histaminliberatoren

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H1-Antihistaminika, gegebenenfalls mit Steroiden kombiniert, sollten vor der Gabe von Röntgenkontrastmitteln gegeben werden, da diese Histaminliberatoren sind. Dasselbe gilt vor einer Operation, bei der das Muskelrelaxans d-Tubocurarin oder Plasmaersatzmittel wie Dextrane und Hydroxyethylstärke eingesetzt werden. Auch Opioide fördern die Histaminfreisetzung, weshalb HIT-Patienten auch kein Codein zum Hustenstillen erhalten sollten. Unter den freiverkäuflichen Arzneimitteln zählen zudem die Schleimlöser Acetylcystein und Ambroxol zu den Histaminliberatoren. Auch Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Metamizol, verschiedene Antibiotika, Metoclopramid sowie Verapamil können die Histaminwerte erhöhen.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=821&type=0
 
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Nicht nur Röntgenkontrastmittel sind Histaminliberatoren. Auch andere chemische Stoffe gehören dazu:

http://www.symptome.ch/vbboard/wohn...ir-manchen-raeumen-migraene-2.html#post706209

(Vielen Dank, Abigail :)!)

Folgende Chemikalien sind - wissenschaftlich nachgewiesen - Histaminliberatoren:

- Nikotin !!!

- Toluol (Kohlenwasserstoff, in Zigarettenrauch, Farben, Lösungsmitteln...) starker Liberator
- Xylol (Kohlenwassersoff, in Lösungsmitteln...) starker Liberator
- Benzol (Kohlenwasserstoff, in Zigarettenrauch, Farben, Lösungsmitteln...) starker Liberator
- Hexan (Kohlenwasserstoff)
- Heptan (Kohlenwasserstoff, in Lösungsmitteln...)
- Oktan (Kohlenwasserstoff)
- Petroläther (Kohlenwasserstoff, in Lösungsmitteln...)
- Ammoniak (in Zigarettenrauch...)
- Acrolein
- Chlorpikrin

Paladium und Quecksilber können eine Umwandlung vonkörpereigenem Histidin zu Histamin fördern. (Quecksilber kommt auch im Zigarettenrauch vor.)

Meine Empfehlung für Renovierung bei HIT: immer - auch bei Biofarben!!! - das Technische Datenblatt und das Sicherheitsdatenblatt durchsehen, um zu klären, dass oben genannte Stoffe nicht enthalten sind und auch keine reizenden Stoffe (Xi) oder gesundheitsgefährdenden Stoffe (Xn).
Die Quellen dazu werden in #14 angegeben.

Grüsse,
Oregano
 

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Hallo Oregano,

Danke auch (zum dritten Mal heute...:))

Zu den sehr starken Histaminliberatoren Kontrastmittel sowie vielen Narkosemedikamente und Opiate / Morphin (die als Schmerzmittel nach schweren Operationen gegeben werden.

Antihistaminika helfen zwar zu verhindern, dass man durch solche Medikamente einen anaphylaktischen Schock bekommt, aber das Histamin was dadurch im Körper freigesetzt wird beseitigen sie nicht. Der Anstieg des Histaminspiegels im Körper kann neben der Verstärkung anderer Histaminsymptome auch zu CFS führen. (Bei mir war es die durch eine Krebsbestrahlung verursachte Histaminfreisetzung, die mich ins CFS-Chronisches Erschöpfungssyndrom = um mehr als 50% verminderte Leistungsfähigkeit katapultiert hat, bei einer Bekannten mit HIT eine Narkose + Morphium als Schmerzmittel danach + DAO-Hemmer als Medikament).

:idee:Möglicherweise könnten Mastzellstabilisatoren wie die Chromoglyzinsäure die Histaminausschüttung eindämmen, so dass der Anstieg des Histaminspiegels und die Folgen wenigstens nicht so krass ausfallen. (Aber das ist momentan nur eine Idee von mir...)

:idee:Bei Kontrastmitteluntersuchungen gäbe es möglicherweise die Alternative auf andere Untersuchungsarten mit etwas verträglicheren Kontrastmitteln auszuweichen (natürlich teurer...) wie Magnetresonanz (MR) oder den Kernspin (NMR), bei dem andere Kontrastmittel mit Gadolinium (Gegenanzeige dialysepflichtige Niereninsuffizienz) oder ev. Eisen zum Einsatz kommen, die verträglicher sein sollen. (Auch dies bislang nur meine Idee...)

Aber solche Ideen können ja im Falle des Falles mit den behandelnden Ärzten diskutiert werden...
Und gerade Narkoseärzte sind für jeden Hinweis dankbar, der ihnen hilft den Patienten sicher durch die Narkose zu bringen.

Die Hinweise für Mastozytosepatienten bezüglich Operationen aus dem Internet (muss ich zum verlinken erst wieder suchen, sorry - kann dauern) können genauso bei HIT nützlich sein.


Eine gute Medikamentenliste, die man zu Ärzten oder ins Krankenhaus mitnehmen kann findet Ihr hier unten angehängt.


Liebe Grüße Abigail

P.S. Die Infos zu den Chemikalien, die Histaminliberatoren sind, habe ich gerade erst vor zwei oder drei Wochen gefunden. Sie sind wichtig, weil die Stoffe so weit verbreitet sind, aber die obige Liste ist mit Sicherheit keineswegs vollständig. Wer also weitere Hinweise (bitte mit wissenschaftlicher Quellenangabe) findet, möge sie in diesen Thread schreiben.
Ich denke aber auch eigene Erfahrungen, die vermuten lassen, dass da histaminfreisetzende Chemikalien im Spiel sind, könnten vieleicht auf "heiße Spuren" führen. Eine Freundin von mir auch mit HIT und CFS hat beispielsweise in einer Kurklinik stark auf das in fast allen Räumen verwendete Teppichreinigungsmittel reagiert (Schleimhautreizung, Gesichtsschwellung). Was dabei die histaminfreisetzende Substanz war ist unklar...

Uund noch ein P.S.: die Schleimlöser Acetylcystein (ACC, NAC) und Ambroxol sind keine Histaminliberatoren sondern DAO-Hemmer.
 

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