Es gibt den Spruch "Wer gesund ist, wurde nur noch nicht gründlich diagnostiziert". Ich denke, da ist schon ein bisschen was dran. Körper kommen mit vielem gut klar. Und natürlich kann unnötige Vorsorge auch Schaden und Leid verursachen.
Bei der Hautkrebsfrüherkennung bin ich aber skeptisch, ob es die richtige Entscheidung war und ist, das zu stoppen. In meinem Bundesland in Österreich ist es jetzt auch keine Kassenleistung mehr. Die Haut soll im Rahmen der normalen Gesundenuntersuchung vom Hausarzt angeschaut werden. Und nur wenn der einen Anlass sieht, bekommt man auf Kosten der Krankenkasse einen Termin beim Hautarzt.
Nun kenne ich aber viele Leute, die in den 90ern und frühen 2000er Jahren häufig Sonnenbaden und im Solarium waren. Noch hat da meines Wissens keiner ein Melanom, aber Sonnenbaden und Sonnenbänke sind ein großer Risikofaktor. Damals war das Bewusstsein für die Gefahren halt noch nicht überall so ausgeprägt. Ich bin auch noch in dem Glauben aufgewachsen, dass die Haut nur bei Sonnenbränden schaden nimmt.
Ich bin jetzt auch niemand, der jede Stelle Haut immer mit Kleidung bedeckt oder mit Sonnenblocker einschmiert, aber halt alles mit Maß und Ziel. Früher ist man, glaube ich, was die Sonne angeht, öfter als heute übers Ziel hinausgeschossen.
Und genau die Leute kommen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in das Alter, wo sich Hautkrebs entwickeln kann. Ich finde es dämlich die Früherkennung zu beenden. Vor allem, weil sich da meines Wissens auch mit Fotosystemen und so weiter doch auch einiges getan hat in der letzten Zeit.
Ich fürchte, dass diejenigen, denen die Hautgesundheit wichtig ist und die wenigstens grob informiert sind, halt auf eingene Kosten zum Hautarzt gehen werden. Während die bildungsferneren Menschen, die es vielleicht auch finanziell nicht so leicht haben, halt Pech gehabt haben. Entweder sie merken Veränderungen von selbst rechtzeitig. Oder halt nicht... Finde ich keine gute Lösung.