Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

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Als ich in deinem Beitrag von abwertenden Sätzen gelesen habe, habe ich gleich gewusst was Du meinst.
Das hat bei mir den Schalter angeknipst. Sozusagen.
Interessant, dass das für mich selber, und auch für 2 ältere Schwestern, gar nicht so der Punkt war mit den abwertenden Sätzen!? Bei uns wohl mehr eine Wand aus teilweise Schweigen und für mich gar nicht richtig denken(?)können, was es bedeutet, dass der Vater im Krieg und in Gefangenschaft war! Das hat diese Therapeutin mal erklärt, und sie hat sehr wenig theoretisch-psychologisch erklärt, dass wohl gerade durch solches Schweigen, weil man etwas selber nicht verarbeitet hat, dass sich dadurch Trauma auch übertragen kann, emotional - so ungefähr, ich musste auch das für mich gar nicht so genau 'wissen'. Im Gespräch ergab sich da ein Sinn, der für das weitere und ein Gesamtbild interessant war!
 
wundermittel

nicht der papa

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Bei uns wohl mehr eine Wand aus teilweise Schweigen und für mich gar nicht richtig denken(?)können, was es bedeutet, dass der Vater im Krieg und in Gefangenschaft war! Das hat diese Therapeutin mal erklärt, und sie hat sehr wenig theoretisch-psychologisch erklärt, dass wohl gerade durch solches Schweigen, weil man etwas selber nicht verarbeitet hat, dass sich dadurch Trauma auch übertragen kann, emotional - so ungefähr, ich musste auch das für mich gar nicht so genau 'wissen'. Im Gespräch ergab sich da ein Sinn, der für das weitere und ein Gesamtbild interessant war!
Das ist sicher eine sehr spezielle Situation und echt ein Punkt. Kann mir das auch ziemlich gut vorstellen.
Habe mich selbst auch schon öfter gefragt, ob man Trauma nicht auch auf seine Kinder übertragen kann, wenn man es nicht verarbeitet hat. Denke auch, es wird sich wahrscheinlich gar nicht ganz vermeiden lassen.

Meine Kinder fanden es etwas seltsam, als ich ihnen letztes Jahr sagte, dass ich mir überlegt habe, dass es mit all meinen psych. Vorbelastungen vielleicht gar keine so gute Idee war, Kinder zu bekommen und es mir leid tut, falls ich ihr Leben unbewusst mit meinen Problemen belastet habe. Sie verstehen nicht, dass ich jetzt noch eine Therapie mache, wo doch meine Kindheit schon so lange her ist. Aber das ist ja auch gut so.
 
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.... dazu fällt mir ein, bei der Psychotherapeutin sah ich ein paarmal eine ältere Dame vor oder nach meinen Stunden, deutlich 70+ das Alter, ihre Tochter war auch mal zusammen mit ihr da - was ich dann von der Therapeutin hörte - und ich sagte, dass ich das sehr interessant finde, denn sonst waren es deutlich jüngere Klienten/Patienten, und die Therapeutin sagte mir, das sie es auch sehr gut findet, wenn jemand im Alter noch etwas für sich tut! Ich selber war da auch schon deutlich 50+ mit meinem Lebensknackpunkt genau bei 19. Ab da eine steile Karriere gemacht - bergab, aber steil!🥴
 
regulat-pro-immune

nicht der papa

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Gerd, finde auch, besser spät als nie. Dass deine Therapie so erfolgreich war macht mir auch Hoffnung.
Jetzt bin ich 60+ und seit meinem Zusammenbruch bin ich nicht mehr so richtig die Alte geworden, wie mir mein Arzt lange versprochen hatte.
Kam sogar etwas schlechter aus der Reha, als ich rein gekommen bin. Glaube, ich habe den Abschlussbericht aus der Reha heute das erste Mal richtig gelesen.:cool:

Die Männer, die in russischer Gefangenschaft waren, waren einfach besonders traumatisiert. Wie ich auch an dem einen Mann gemerkt habe, den ich damals kannte. Da wurde besonders viel in den Menschen kaputtgemacht.
Auch schwer für die Frauen, damit umzugehen. Und oft waren die Kinder schon vorher in Heimaturlauben gezeugt worden und die Frauen haben die Kinder lange alleine durchgebracht, bis die Männer zurückkamen.
Keine leichte Zeit. Damals war Therapie ja weniger ein Thema. Das hätte helfen können.

Mein Schwiegervater war Kradmelder und ist mit dem Motorrad von Stalingrad aus hinter der russischen Front, die dann am Ende in Deutschland einfiel, zurückgekommen. Genau genommen ist er im rechten Moment desertiert. Dann hat er erstmal das Motorrad im Keller komplett auseinander genommen, neu aufgearbeitet und umlackiert. Ist danach noch lange damit herumgefahren. Über das, was er in Russland erlebt hat, hat er auch nie gesprochen. Aber wir wissen auch so, dass es einfach nur grausam war, was überall passiert ist und sicher kein Thema mit dem man über seine Kinder spricht.

Ich habe die fehlende öffentliche Aufarbeitung dieser Zeit, die Verdrängung des Geschehenen und die Weißwaschungen in dem Zusammenhang, die sich bis in unsere heutige Zeit ziehen, immer als eine Form der Lüge empfunden und kann Deutschland von der gefühlten Schuld wahrscheinlich nie frei sprechen, auch wenn ich mich nicht selbst schuldig gemacht habe.
Zum Schluss hat man nur eine Art Agreement getroffen, dass uns ziemlich einseitig von der Schuld befreien soll, von der uns niemand befreien kann.
So werden unsere Sünden von vielen Ländern wahrscheinlich nie vergessen werden.
 
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Wuhu,
@alibiorangerl Natürlich gab es Gräueltaten. Aber es war Hitler, der das Land auf in meinen Augen sehr linke und hinterhältige Art überwältigt hatte und dort mit seinen Helfershelfern unendlich viele Gräueltaten begangen hat. Und nicht umgekehrt.
diese Gräueltaten gabs lange vor Hitler (https://www.danisch.de/blog/2019/08/11/vom-wesen-des-faschisten/) und auch noch lange danach, und nicht nur in europäischen Ländern, sondern so gut wie überall - ja nichtmal die KZ waren die Erfindung von den (deutschen) Nazis; Aber gut, das tut hier ja eh nix zur Sache, nur der Vollständigkeit halber...

Ps: ähnliche/gleiche (und auch entsprechend dokumentierte) Taten von Opfern machen diese nicht besser als jene der ursprünglichen Täter.
 
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Wuhu,
Noch ein Hinweis auf eine ARTE-Sendung nächsten Samstag, 21:40 Uhr, oder bis zum 9. September in der Mediathek ...
Vererbte Narben - Generationsübergreifende Traumafolgen
Familiengeheimnisse, frühe Prägungen von Angst und Gewalt, körperliche und seelische Traumata, familiärer Stress oder Druck und zementierte Glaubenssätze – all das wirkt sich nicht nur auf diejenigen aus, die es selbst erleiden, es kann sich sogar auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Diese entwickeln dann Symptome, als hätten sie das Leid der Eltern selbst erlebt.
Die schlimmsten Verursacher von Traumafolgestörungen und deren Übertragung auf die nachfolgenden Generationen sind Kriege. Sie produzieren Schmerz, Verlust und großes Leid auch bei den Kriegskindern, obwohl ihnen doch die Gnade der späten Geburt zuteil wurde.

die ARTE-Doku gibt es noch hier zu sehen: youtube.com/watch?v=ngBemRkP2bw

 

nicht der papa

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Danke alibiorangerl.
Habe es mir angesehen und es sind mir wirklich sehr viele ganz unterschiedliche Sachen dazu einfallen. Zu meiner persönlichen Vergangenheit sowieso, aber auch andere Dinge.
 
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Habe es mir angesehen und es sind mir wirklich sehr viele ganz unterschiedliche Sachen dazu einfallen. Zu meiner persönlichen Vergangenheit sowieso, aber auch andere Dinge.
Warum nicht....?
Ich hab den Thread ja mit einigen persönlichen Berichten gestartet, nicht als Link- oder Faktensammlung.
Auf diese Doku hat mich damals übrigens auch die Psychotherapeutin hingewiesen, sie hatte (vorher natürlich) über ein Netzwerk von TraumatherapeutInnen eine Anfrage der Filmmacherin erhalten, die auf der Suche nach Interviewpartnern war!
 
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nicht der papa

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Hallo Gerd, da passt wirklich so viel rein, in dieses Video. Unglaublich.
Das Ergebnis ist, dass ich mich jetzt erstmals frage, ob meine Mutter und ihre Familie, waren ja 2 Frauen und 2 Mädchen und kein Mann dabei, damals in diesem Übergangslager möglicherweise eine Form des sex. Missbrauchs erlebt haben. Das macht es nicht wirklich einfacher. Es sind sowieso alle tot. Ich werde darauf keine Antwort finden.
Aber es könnte natürlich passen zu der Gefühlskälte der 4 Frauen. Die aber auch schon vorher durch andere Dinge ausgelöst worden sein könnte. Sind schließlich vorher zwei Männer umgekommen.

Das durchgehende Totschweigen des Themas, wie das mit der Übersiedlung war, ist dennoch seltsam. Bis auf die Ausnahme meiner Tante vor einigen Jahren, dass sie von Soldaten 1 h Zeit bekommen haben und dann in einem Lager waren, wo es nicht schön war, habe ich keine Aussage.

Die Putzsucht meiner Mutter, die soweit ging, dass sie täglich den Küchenboden mit den Fingern prüfte und feststellte, der ist so sauber, dass man davon essen kann. Das Vorführen der perfekt eingeräumten Schränke vor Besuch, usw.
Ihr Leben kreiste nur um Ordnung und hausfrauliche Tätigkeiten bis zur Perfektion und um sich selbst und ihre Gefühle.
Gefühle hatte sie nur für das, was sie fühlte und sie fühlte tiefer als andere Menschen. Eigentlich war es egal, was andere fühlten. Mein Bruder stand blutend vor der Tür. Komm mir ja nicht rein. Du versaust noch alles.
Keine Umarmung und netten Worte, ausser wenn sie ihre 10 Minuten hatte und eine Umarmung brauchte. Dann war ich wenig bereit dazu, denn es war irgendwie wie falsches Gefühl.
Sie hatte sicher eine Zwangserkrankung. Der Alkohol, den sie wegen der fürchterlichen Kopfschmerzen begonnen hatte, zu trinken, machte es nicht besser.
Ich war natürlich auch an allem Schuld, was passiert ist. Nicht etwa mein Vater. Nein.:cool:

Wenn ich meine Kindheit alleine danach beurteilen müsste, dass immer von allem genug zu essen da war, meine Mutter hat ja zudem täglich sehr gut gekocht, dann wäre sie wohl perfekt gewesen.
Ich bin in dem Jahr als die Volljährigkeit von 21 auf 18 gesenkt wurde, kurz nach meinem 19. Geburtstag, morgens um 5 Uhr aufgestanden, habe eine Tasche gepackt und bin ausgezogen.

Habe in meiner Therapie 1992 gelernt, dass ich nicht pünktlich sein konnte, weil ich mich unbewusst immer noch in einer Trotzhaltung gegenüber meinem Vater befand. Völlig verrückt.
Ich musste bis zu meinem 17. Geburtstag um 18 Uhr zuhause sein und ich war natürlich aus Prinzip erst 10 bis 15 Minuten nach 18 Uhr zuhause. Diese Haltung habe ich anscheinend auf alle meine späteren Termine übertragen. Seit es mir bewusst ist, kann ich problemlos pünktlich sein. Alleine das finde ich schon unglaublich.

Keine Ahnung, wie viele dieser Trotzhaltungen gegenüber meinen Eltern, also auch gegenüber meiner Mutter, ich jetzt schon mein ganzes Leben lang unbewusst verinnerlicht habe und mich blockieren. Aber ich fürchte es wird noch einige davon geben. Die muss und will ich unbedingt endlich auflösen und loswerden.
Also eigentlich habe ich schon einen ungefähren Plan und ein Ziel.
 
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Wuhu,
ich hab nun die Liste der letzten aktuellen Beiträge durch und bin hier hängengeblieben für mein folgendes Posting, da ich eine passendere Rubrik auch nicht fand...
... Psychotherapie und psychosomatische Wirkungen im Zusammenhang mit (chronischen) körperlichen Erkrankungen und Syndromen.
Ich denke, in der sogenannten Psycho-Neuro-Immunologie (PNI) geht es um ähnliche Beobachtungen und Zusammenhänge. Auch schonmal als Psycho-Neuro-Sozio-Endokrino-Immunologie bezeichnet. Das wäre doch eigentlich ganz im Sinne von Ganzheitlichkeit.
Das ist ja ein sehr weites Feld bzw reicht das Thema im Grunde überall hinein - im individuellen Einzelfall, als auch gesamtbevölkerungsmäßig...

Folgend ein zwei Wochen altes Interview mit dem Herrn Prof DDr Christian Schubert:

“Das ist die größte Krise der westlichen Medizin”​

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert denkt dialektisch. Der Gründer des Labors für Psychoneuroimmunologie und Professor an der Universitätsklinik für medizinische Psychologie in Innsbruck weigert sich hartnäckig, simplifizierte, dualistische und reduktionistische Denkmuster zu akzeptieren oder gar zu übernehmen.

vimeo.com/563468928


Im Gespräch mit mir betont er vor allem die komplexen, interdisziplinären Verschränkungen von Psychologie, Immunbiologie und sozial-gesellschaftlichen Dynamiken. Themenbereiche und Disziplinen, die laut Schuberts Einschätzung weder getrennt betrachtet werden können, noch überhaupt isoliert voneinander existieren. Denn zum biologischen und individuellen Immunsystem kommen noch kulturelle und gesellschaftliche Immunstrukturen, so dass eine Änderung im Immunsystem letztlich Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Wandel ist.
Schubert spricht über fundamentale erkenntnistheoretische Irrtümer der Schulmedizin, Sickness Behavior, die Chancen einer selbstwirksamen Gegenkultur und darüber warum die psychischen Kollateralschäden der Coronamaßnahmen uns noch die nächsten Jahrzehnte begleiten werden.
Christian Schubert ist Universitätsprofessor und Leiter der Arbeitsgruppe für Psychoneuroimmunologie des deutschen Kolloquiums für psychosomatische Medizin. Neben unzähligen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, ist er Autor mehrerer Bücher:
Das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren: Gesundheit und Krankheit neu denken. Perspektiven der Psychoneuroimmunologie: buchhandlung-lorenzen.de/shop/item/9783752690729/das-unsichtbare-hinter-dem-sichtbaren-von-christian-schubert-magdalena-singer-kartoniertes-buch

Herr Schubert war in dieser unser aller Krisen-Zeit/en bereits Thema bzw gab es Beiträge/Links zu bzw mit ihm:

25.05.21
symptome.ch/threads/masern-corona-impfpflicht-was-du-jetzt-wissen-solltest.142627/post-1289245

24.03.21
symptome.ch/threads/masern-corona-impfpflicht-was-du-jetzt-wissen-solltest.142627/post-1281638

21.10.20
symptome.ch/threads/corona-virus-wie-wird-corona-bestmoeglich-behandelt.142316/post-1270144

27.06.20
symptome.ch/threads/corona-virus-wie-wird-corona-bestmoeglich-behandelt.142316/post-1260296

Informationen, die einem allgemein aufgeklärten Menschen - grade - in diesen Zeiten zumindest einmal untergekommen sein sollten...
 
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Das ist ja ein sehr weites Feld bzw reicht das Thema im Grunde überall hinein - im individuellen Einzelfall, als auch gesamtbevölkerungsmäßig...

Folgend ein zwei Wochen altes Interview mit dem Herrn Prof DDr Christian Schubert: vimeo.com/563468928
Im Gespräch mit mir betont er vor allem die komplexen, interdisziplinären Verschränkungen von Psychologie, Immunbiologie und sozial-gesellschaftlichen Dynamiken. Themenbereiche und Disziplinen, die laut Schuberts Einschätzung weder getrennt betrachtet werden können, noch überhaupt isoliert voneinander existieren. Denn zum biologischen und individuellen Immunsystem kommen noch kulturelle und gesellschaftliche Immunstrukturen, so dass eine Änderung im Immunsystem letztlich Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Wandel ist.

Mann, toll und spannend, alibiorangerl! 🎆
Ja, auch dieser Mann, der macht Mut und Hoffnung, dass es noch einige Leute gibt, die wirklich was zu sagen haben!
(kann man jetzt so oder so, oder auch anders verstehen)
Weltweite Katastrophe!
Und warum sitzen nicht weltweit täglich in jedem Land mindestens 50 bis 100 solcher Leute, Fachleute, Experten und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen, in Tag- und Nacht- und Sondersitzungen zusammen, um auf breitester Basis für möglichst alle Menschen in allen Lebensbereichen diese wie-auch-immer-Katastrophe zu verstehen, zu erklären und eine echte umfassende Strategie zu entwickeln, sie zu beenden!?🧮
Nein, das ist kein Zufall! Man will diese Stimmen und diese Kräfte weltweit nicht hören und einsetzen für eine Lösung, für eine wirklich menschliche Lösung!

Wir haben für meine Begriffe 14 Monate lang die Seele der Bevölkerung in die Tonne gehauen!
sagt der Arzt, Psychologe und Psychotherapeut Christian Schubert.at/ueber-mich/ in dem Video-Gespräch mit Gunnar Kaiser, min 11:10✨
 
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Wir haben für meine Begriffe 14 Monate lang die Seele der Bevölkerung in die Tonne gehauen!

Das ist ja aus dem Gespräch von Gunnar Kaiser mit DDr. Schubert aus Österreich.

Von heute ein kurzes, nachdenkliches 11-min-Video von Gunnar Kaiser, der über die letzten 16 Monate spricht.



Ja, ich bin auch überzeugt, dass seit fast (und mindestens) 1 1/2 Jahren so vieles schief läuft in der Weltgesundheitsgemeinschaft, dass es eine echte Katastrophe ist!
Und das hat ganz viel mit Psychologie zu tun, mit der Psyche und der Seele der Menschen. Und auch mit Wahrheit, die man suchen kann. Nein, da steht nicht 'die' Wahrheit, da steht nur Wahrheit, aber damit hat es auch zu tun, wie ich meine, dass wir als Weltgemeinschaft in so eine Katastrophe geraten sind! ✨
 
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Hier möchte ich ein kleines "Denkmal" für den Schriftsteller Wolfgang Borchert hinterlassen.
Hamburg feierte in diesem Jahr seinen 100 Geburtstag.
Tatsächlich ist er nur 26 Jahre alt geworden, traumatisiert durch den 2. Weltkrieg und trotzdem ganz klar in Worten und Schriften die er uns/mir hinterließ und tief berühren.

Wolfgang Borchert war vor dem Krieg als lebenslustiger Mensch unterwegs und im Juni 1941 beendete die Einberufung zum Kriegsdienst nach eigenen Worten die "schönste Zeit" seines Lebens.
In einem Brief klagte der junge Schriftsteller, er fühle sich aus seinem "Lebenstraum gerissen".

Aber auch nach dem Krieg, kurz vor seinem Tode hat er uns noch ein eindrucksvolles Werk wie das Drama "Draußen vor der Tür" und tief gehende Zitate und Gedichte hinterlassen.

Ich erinnere die erste Begegnung an dem unten fotografierten Mahnmal mit dieser traurigen Tiefe seiner Worte:
Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.
Unsere Tiefe ist der Abgrund


Was ich bis vor ein paar Tagen nicht wusste ist; dass dieses Mahnmal auch einen Schriftzug auf der Rückseite hat, welches dann doch noch Hoffnung schöpft:
Wir sind die Generation ohne Abschied.
Aber wir wissen, dass alle Ankunft uns gehört.





IMG_20210726_190201.jpg IMG_20210726_190216.jpg IMG_20210726_190244.jpg IMG_20210726_190317.jpg


Welches Gedicht ich besonders schön empfinde:

Ich möchte Leuchtturm sein
in Nacht und Wind
für Dorsch und Stint
für jedes Boot
und bin doch selbst
ein Schiff in Not!


Wolfgang Borchert: Laterne, Nacht und Sterne. Gedichte um Hamburg

Alles Liebe💚
 
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... mit dieser traurigen Tiefe seiner Worte:

Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.
Unsere Tiefe ist der Abgrund

Das hat mich ja besonders beeindruckt und berührt, Kayen,
Tiefe und Abgrund, zusammen mit einer Generation, zum Teil unserer Elterngeneration, von denen wir uns vielleicht gerne mehr Tiefe, mehr emotionale Tiefe und Gefühl und inneres Beteiligtsein gewünscht hätten, ohne zu wissen, warum sie das je nachdem gar nicht vertragen und auch nicht ertragen konnten, weil manches Fragen und erinnert-werden sie an persönliche Innere Abgründe geführt haben mag, die wir aus dem Erzählen vielleicht ansatzweise kannten, oder auch gerade aus dem nicht-Erzählen, aus einem Schweigen und Verstummen an bestimmten Stellen, und das in manchen Fällen über Jahre, über viele Jahre Schweigen, manchmal das ganze Leben lang - Schweigen vor der Inneren Tiefe, vor dem Inneren Abgrund!

✨
... können sich je nachdem immer tiefer in Seele und Herz hineinbohren, wie ein Stachel, an den man nur noch zu tippen braucht, und schon tut's weh.
Und genauso können sich Schweigen, Sprachlosigkeit, Nichts-Sagen, Wände und Nebel aus Schweigen, unterdrückten, aufgestauten und verdrängten Gefühlen in Seelen und Herzen bohren, was man zuerst, und auch lange Zeit vielleicht gar nicht (be)merkt, weil es für einen als Kind in den Zeiten auch gar nichts anderes gibt, weil es so "normal" erscheint, und Eltern natürlich versuchen, das Beste, oder gar alles für ihre Kinder zu tun ..... soweit sie das eben seelisch-gefühlsmäßig können in ihrem eigenen Betroffensein, und vielleicht auch eigenem Opfersein - nein, hier muss nicht die große Schuldfrage an irgendwelchen Kriegen geklärt werden, die wird man auch nie in einer Psychotherapie klären (können), das wäre einfach die falsche Frage am falschen Ort.
Natürlich kann die Schuldfrage des Einzelnen noch dazu kommen, und daraus resultierend Schuldgefühle, Scham, schlechtes Gewissen usw.
 
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14.03.07
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Mich berührt gerade dieses Kurzvideo von Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, Mediziner, Psychotherapeut mit Schwerpunkt: Psychoneuroimmunologie, Psychologie an der Uni Innsbruck.

Hier eine Zusammenfassung des Videos von mir:

Ein Appell von ihm an Ärzte und Regierung von einer Impfung bei Kindern und Jugendlichen abzusehen,
da ihm die ersten Ergebnisse nun vorliegen, dass die Belastungen der letzten 14 Monaten sich massiv auf die kindliche Seele ausgewirkt haben.

Aufgeführt werden:
  • Depressionen
  • Angsterkrankungen
  • Essstörungen
  • Traumatisierungen
  • und Suizidversuche!

Diese Belastungen haben enorme Auswirkungen auf das Immunsystem.
Kinder reagieren aufgrund dessen:
"kurzfristig" mit erhöhten Infektionsanfälligkeiten, Allergien, Autoimmunerkrankungen . . .
"später jedoch" nach ca. 10, 20, 30 Jahren - wie nun vorliegende Studienergebnissen aufzeigen -
kann es zu ganz gefährlichen Entwicklungen bis hin zum Auftreten von schweren, körperlichen Erkrankungen führen und zwar aufgrund einer gestörten Immunentwicklung.
Das heißt: die später auftretenen Herz-Kreislauf-und Krebs- Erkrankungen der Zukunft können durchaus mit der Covid19 Krise in Verbindung gebracht werden.

Insgesamt ein Appell an Kassenärzte und Regierung gestresste Individuen aufgrund von zu geringer Datenlage, keine Impfungsempf., keine Impfpflicht auszusprechen.

Das Video datiert bereits von Juni 2021 und ist wohl leider wenig auf Beachtung von den Impf- Befürwortern gestoßen- sonst wäre die Empfehlung nicht durchgesetzt worden . . . ums so wichtiger immer wieder diese Informationen zu hinterlegen.

Liebe Grüße
Kayen
 
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Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.
Unsere Tiefe ist der Abgrund

[...]
Wir sind die Generation ohne Abschied.
Aber wir wissen, dass alle Ankunft uns gehört.
Von mir kann ich sagen, daß ich diesbezüglich in meinem Leben viel erlebt habe: Als vierjähriger Junge habe ich Dresden brennen sehen - bis heute kann ich keine Grillveranstaltungen ausstehen -, obwohl wir den Tschechen nichts getan haben, sind wir von diesen vollständig ausgeraubt und in ein Konzentrationslager gesperrt worden -, alle Insassen mußten zuschauen, in welcher Weise die Tschechen einen Deutschen totgeschlagen haben -, dann sind wir vertrieben worden - bis heute leide ich an diesem Verlust der Heimat -, und mußten sehen, in welcher Weise wir uns hier durchschlagen.
Dennoch widerspreche ich zunächst dem Inhalt der ersten beiden Zeilen dieses Gedichts: Sehr wohl habe ich eine Bindung und vermag von mir sagen, daß ich tiefgründig bin, wobei meine Tiefe keinesfalls der Abgrund ist, vielmehr weiß ich mich bewahrt, in diesen zu stürzen.
Weiter widerspreche ich auch den anderen beiden Zeilen dieses Gedichts: Selbstverständnis hatte ich mich mein ganzes Leben im Abschied zu üben (Nicht tragfähige Beziehungen sind zu beenden!). Gleichzeitig möchte ich keinesfalls dort ankommen, wo andere angekommen sind, seien dies Klassenkameraden oder Studienkollegen bzw. Arbeitskollegen. Allerdings ist mir dies alles keinesfalls in den Schoß gefallen, sondern ich hatte immer meinen Weg zu gehen.
 
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18.03.12
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Hallo gerold,
wenn man sich den Lebenslauf von Wolfgang Borchert genauer anschaut und sein Geburtsjahr 1921 und, dass er nur 26 Jahre alt geworden ist, dann bekommen seine Zeilen für mich einen tiefen Sinn und sein Gedicht berührt auch mich.

Von mir kann ich sagen, daß ich diesbezüglich in meinem Leben viel erlebt habe: Als vierjähriger Junge habe ich Dresden brennen sehen - bis heute kann ich keine Grillveranstaltungen ausstehen -, obwohl wir den Tschechen nichts getan haben, sind wir von diesen vollständig ausgeraubt und in ein Konzentrationslager gesperrt worden -, alle Insassen mußten zuschauen, in welcher Weise die Tschechen einen Deutschen totgeschlagen haben -, dann sind wir vertrieben worden - bis heute leide ich an diesem Verlust der Heimat -, und mußten sehen, in welcher Weise wir uns hier durchschlagen.
Dennoch widerspreche ich zunächst dem Inhalt der ersten beiden Zeilen dieses Gedichts: Sehr wohl habe ich eine Bindung und vermag von mir sagen, daß ich tiefgründig bin, wobei meine Tiefe keinesfalls der Abgrund ist, vielmehr weiß ich mich bewahrt, in diesen zu stürzen.
Das muss schrecklich gewesen sein und es ist schön zu lesen, dass du diese Erlebnisse überstanden hast und du dir ein gutes Leben aufgebaut hast.🍀

"Aber wir wissen, dass alle Ankunft uns gehört."
Für mich ist das tröstlich - voller Hoffnung.❤️

Liebe Grüße von Wildaster
 
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24.10.05
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Wildaster,
für diese tröstlichen Zeilen bedanke ich mich. Später bin ich einmal mit meiner Frau in meiner Heimat gewesen, um meine frühkindlichen Erinnerungen verknüpfen zu können. Außer dem aus besonderem Anlaß von der Stadt auch heute noch gepflegten Familiengrab auf dem dortigen Friedhof und der eigentümlichen Landschaft mit dem zugehörigen Klima ist mir dort alles fremd: Dort spricht niemand mehr Schlesisch; dazu muß man schon nach Görlitz fahren.
 
regulat-pro-immune
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14.03.07
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Dennoch widerspreche ich zunächst dem Inhalt der ersten beiden Zeilen dieses Gedichts: Sehr wohl habe ich eine Bindung und vermag von mir sagen, daß ich tiefgründig bin, wobei meine Tiefe keinesfalls der Abgrund ist, vielmehr weiß ich mich bewahrt, in diesen zu stürzen.
Ganz lieben Dank, Gerold, für Deine Zeilen und ich habe sogar ein wenig auf Stellungnahmen gehofft.

Wenn ich an meine Eltern zurück denke, hätte ich mir ehrlich gesagt ein wenig mehr Tiefe erhofft; insbesondere als junge Frau als gewisse Fragen auftauchten.
Die Vergangenheit ruhen lassen, lieber vieles unter den Tisch kehren, so hatte ich immer den Eindruck beim hoffen auf erhellende Antworten. Dabei finde ich Erkenntnisse aus der Vergangenheit heutzutage wichtig, um die Gegenwart zu verstehen.
Dazu möchte ich sagen, dass ich rückblickend meinen Vater, obwohl dieser wohl an der Front war, sogar tiefer empfinde als meine Mutter und trotzdem hat mich das Zitat von W. Borchert "gefangen genommen" als ich dieses auf seinem Denkmal zum aller ersten Mal sah.
Wie gelähmt stand ich ein paar Minuten davor und die Vergangenheit mit meinen Eltern lief in einem sekundenschnellen Film vor meinen Augen ab.

Gleichzeitig möchte ich keinesfalls dort ankommen, wo andere angekommen sind, seien dies Klassenkameraden oder Studienkollegen bzw. Arbeitskollegen.
Jeder interpretiert ganz klar dieses Zitat für sich.

Wir sind die Generation ohne Abschied.
Aber wir wissen, dass alle Ankunft uns gehört.

Wenn man auf W. Borcherts Vergangenheit schaut, hat er bewusst das Wort "Ankunft" zitiert anstatt "Heimkehr".
Da es kein Heim mehr gab für ihn in Hamburg, seine Heimat - das Elternhaus - lag in Schutt und Asche. Deswegen kann man die Ankunft schon noch positiv, trotz seines Traumatas werten.


Tja, auch heute finden seine Worte Bedeutung in der Coronazeit, also etwas umgedeutet von einer 70 jährigen Person mit der in kürzlich davor stand . . .
Wir sind die Generation ohne Zukunft - unsere Zukunft ist der Abgrund . . .

Solche Gefühle entstehen und dürfen auch gesagt werden, finde ich.

Alles Liebe und danke an Euch - auch an Wildaster- habe ich gerade gelesen . . .

Kayen 🌻
 
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24.10.05
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Wir sind die Generation ohne Zukunft - unsere Zukunft ist der Abgrund . . .
Auch dies entscheidet ein jeder für sich: Bei der sich immer deutlicher abzeichnenden Spaltung unserer Gesellschaft in Geimpfte und nicht Geimpfte erweist sich dies bereits heute: Aktuell meinen die Geimpften, ihnen allein gehöre die Zukunft, während die nicht Geimpften der Überzeugung sind, daß die Zukunft der Geimpften nur im Abgrund liegen kann. Warten wir ab, wie dies in zwei bis drei Jahren aussehen wird.
 
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