G-BA: Homöopathie als Kassenleistung soll abgeschafft werden

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Homöopathie als Kassenleistung verbieten!

Josef Hecken* will Krankenkassen verbieten, homöopathische Arzneimittel zu erstatten. Nach den Vorstellungen des Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)[/B] sollen Kassen nur noch dann Homöopathika als Satzungsleistung bezahlen dürfen, wenn klinische Studien deren Wirksamkeit zweifelsfrei belegt haben. «Es sollte Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt», sagte Hecken in der «Frankfurter Allgemeinen» von heute. Nach diesen Vorgaben wären damit fast alle Homöopathika nicht mehr erstattungsfähig. Hecken fordert «klare Verbote». Es gehe hier nicht um Befindlichkeiten, sondern um Menschenleben. Anlass für Heckens Forderung ist der Tod von mehreren Krebspatienten, die von einem Heilpraktiker falsch behandelt wurden. Seit 2004 können Homöopathika von den Krankenkassen als Satzungsleistung erstattet werden. Viele Krankenkassen nutzen dies als Marketing für die Kundenakquise.
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Bei den Pharmaverbänden kommt Heckens plötzliches Interesse für evidenzbasierte Homöopathie schlecht an.
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Pharmazeutische Zeitung online: Hecken: Homöopathie als Kassenleistung verbieten!

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Heckens Forderungen gehen noch weiter: Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs müsse eine Therapie auch Selbstzahlern verboten werden können, solange die Wirksamkeit nicht mit Studien belegt sei, sagte er der Zeitung aus Frankfurt. "Da brauchen wir ganz klare Verbote." Schließlich gehe es "nicht um Befindlichkeiten, sondern um Menschenleben".
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Todesfälle: Kassen sollen nicht mehr für Homöopathie zahlen - SPIEGEL ONLINE

Da soll also die Homöopathie als Kassenleistung gestrichen werden mit der Begründung, daß es keine Evidenz für ihre Wirkung von Homöopathie gibt.
Neu ist das ja nicht :o).
Daß hier als Begründung für dieses "klare Verbot" aber nun der Tod von mehreren Krebspatienten angeführt wird, die angeblich vom Heilpraktiker falsch behandelt wurde und deshalb gestorben sein sollen, ist für mich übel.
Von den vielen Toten, die trotz (oder wegen) Operation und Chemo- bzw. Strahlentherapie sterben, spricht keiner ...

G-BA: https://www.g-ba.de/institution/struktur/mitglieder/
* Josef Hecken: Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender

Brüggen: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Heilpraktiker - SPIEGEL ONLINE

Grüsse,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet:
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Dazu aktuell:
Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel sowie homöopathische Leistungen sollen als Satzungsleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) enthalten bleiben. Diese Forderung erhebt der Kinderarzt und Geschäftsführer des Vereins Gesundheit aktiv, Stefan Schmidt-Troschke, in einer Petition (ID 162857), die der Petitionsausschuss am Montag, 3. Juni 2024, öffentlich beraten hat.

Dort auch ein Mitschnitt der Anhörung und Diskussion im Petitionsausschuss. Ich habe einen Teil gesehen und finde die Diskussion recht spannend. Auch um Evidenz geht es. Zum einen gibt es laut Schmidt-Troschke eine neue Überblicksarbeit vom letzten Jahr, die zu positiven Ergebnissen komme, zum anderen sagt er auch etwas zur Sinnhaftigkeit / Realitätsnähe der Art von Evidenz, wie sie heute von der Medizin gefordert wird.

Übrigens (Hervorhebung von mir):
In der aktuellen Version des Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetzes (GVSG) ist die Streichung von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin nicht vorgesehen. Doch Minister Lauterbach hat öffentlich angekündigt, an seinem Plan festzuhalten und die Gesetzesänderung im parlamentarischen Prozess durchsetzen zu wollen.
 
Kate, Du bist eine Schatz-Boten Überbringerin 🌻
Mich freut es so sehr, dahingehend mal etwas Positives zu lesen.
Das hätte ich mir auch gerne angehört, ich stöbere mal in der Mediathek.
 
Ich zahle lieber selbst was für Sachen die mich gesünder machen, als nichts für Sachen die mir schaden.
 
Den Vergleich finde ich etwas seltsam, denn die beiden verglichenen Verhaltensweisen sind ja gar kein Entweder-Oder.

Letztlich gehört das aber auch nicht hier her, siehe Thread-Titel. Hier geht es um die aktuelle politische Erstattungspraxis. Und diese ist für manch einen Menschen/Patienten durchaus relevant, denn die leitliniengerechten, verschreibungspflichtigen Medikamente werden ja erstattet - bei geringem Einkommen sogar u.U. vollständig (ohne Zuzahlung bzw. auf eine gewisse Zuzahlungssumme pro Jahr begrenzt). Bitte gern beim Thema bleiben :)
 
Noch eine Aktion - auch mit Textbausteinen zum Anschreiben von Abgeordneten des eigenen Wahlkreises:

Dies

Wen trifft es?


Dich und Millionen von Menschen. Vor allem, Menschen
  • … mit chronischen Erkrankungen.
  • ... in belastenden Therapiesituationen, etwa in der Onkologie.
  • ... mit komplexen oder schwer behandelbaren Krankheitsverläufen.
  • … die gesundheitsbewusst leben.
finde ich auch einen wichtigen Aspekt.
 
Es geht weiter:

1780147040162.png

Hier gibt es auch ein Video von einem Livecall, in dem die Situation noch einmal beleuchtet wird:


Die Zahlen:

1780146902309.png
 

Union verschickt Musterantworten an Abgeordnete​

(was mich nicht wundert... nachdem ich vor vielen Jahren auch mal Abgeordnete wegen einer Angelegenheit angeschrieben habe)

Tausende Bürgerinnen und Bürger sind unserem Aufruf gefolgt und haben mithilfe unseres Mailingtools an ihre Abgeordneten im Wahlkreis geschrieben. (...)

Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, hat nun Presseberichten zufolge einen internen Mustertext an die Abgeordnetenbüros geschickt, mit dem diese auf kritische Briefe und E-Mails von Bürgerinnen und Bürgern antworten sollen. (...)
Der Musterbrief mache auch sichtbar, dass die Antworten der Abgeordneten oft keine eigene Einschätzung wiedergeben, sondern vorformulierte Textbausteine aus der Fraktionszentrale sind. Ein zentraler Satz daraus:
„Für die Wirksamkeit homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel und Leistungen liegt keine hinreichende wissenschaftliche Evidenz nach den anerkannten internationalen wissenschaftlichen Standards vor."
Diese Aussage greife zu kurz und berücksichtige weder die aktuelle Studienlage noch die Ergebnisse der Versorgungsforschung ausreichend, die bezüglich Wirksamkeit, Patientennutzen und Wirtschaftlichkeit ein differenzierteres und vielfach positives Bild zeichnen.


Dort heißt es weiter:
Nach unserer Analyse stützt die Finanzkommission ihre zentrale Aussage zur Evidenzlage auf eine Quelle, die diese Schlussfolgerung gar nicht trägt. Mit anderen Worten: Die Kommission beruft sich auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung, die ihrer eigenen Argumentation widerspricht.
Siehe: Zum Beitrag: Schwerer Fehler im Gutachten der Finanzkommission Gesundheit

Ich habe die Studie selbst noch nicht angesehen.
 
Offener Brief mit vielen prominenten Unterstützern:

Homöopathie & Anthroposophische Medizin streichen?
Eine teure Fehlentscheidung zu Lasten von Patientinnen und Patienten!


Homöopathie und Anthroposophische Medizin werden in Deutschland verantwortungsvoll im Sinne der integrativen Medizin von qualifizierten Ärztinnen und Ärzten eingesetzt – ergänzend in Situationen, in denen keine oder nicht ausreichende schulmedizinische Therapieoptionen existieren: Mehrfacherkrankungen, geriatrische Patientinnen und Patienten, Kinder und Jugendliche sowie Frauengesundheit. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger schätzen diesen therapeutischen Ansatz und profitierten davon.
Nun soll den gesetzlichen Krankenkassen verboten werden, diese Therapien als freiwillige Leistungen zu erstatten, und zwar unabhängig davon, welche Evidenz für die Therapien vorliegt.

Das lehnen die Unterzeichnenden dieses offenen Briefes aus folgenden Gründen ab: ...
 
Aus dem "Weil's hilft"-Newsletter von heute Nacht:

... heute haben Bundestag und Bundesrat das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz verabschiedet, und damit auch den Ausschluss von Anthroposophischer Medizin und Homöopathie als Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen.

Das ist eine bittere Entscheidung. Nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch wegen der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist.

Bevor wir darauf eingehen, möchten wir vor allem eines sagen: Danke.

Über 134.000 Menschen haben in den vergangenen Monaten ihre Stimme abgegeben. Tausende haben Abgeordnete angeschrieben, Unterschriften gesammelt, unsere Beiträge geteilt oder unsere Arbeit mit einer Spende unterstützt. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass viele Menschen eine vielfältige, patientenorientierte Gesundheitsversorgung wollen, und bereit sind, sich dafür einzusetzen.

Kritik am Verfahren:
Die Verbände und Fachgesellschaften, die Homöopathie und Anthroposophische Medizin vertreten, wurden nicht in den Gesetzgebungsprozess einbezogen. Stellungnahmen und Änderungsanträge wurden nicht berücksichtigt. Für eine ernsthafte fachliche und demokratische Debatte blieb keine Zeit.

Die Begründung der Streichung mit mangelnder wissenschaftlicher Evidenz ist aus unserer Sicht fachlich nicht tragfähig und wurde von zahlreichen Expertinnen und Experten deutlich kritisiert. Trotzdem wurden diese Einwände im parlamentarischen Verfahren nicht aufgegriffen.

Ein Gesetz, das Millionen Patientinnen und Patienten betrifft, verdient eine offene, sorgfältige und faire Auseinandersetzung. Genau die hat aus unserer Sicht nicht stattgefunden.‍
:unsure:

Zum weiteren Einsatz nach dem Ende des Gesetzgebungsverfahrens:
Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen werden wir die Entscheidung sorgfältig auswerten und – wo sinnvoll – auch rechtliche Schritte prüfen.

Vor allem aber richten wir den Blick nach vorn: Die angekündigte Strukturreform des Gesundheitswesens eröffnet die Chance, die Versorgung neu zu denken. Diesen Prozess werden wir aktiv mitgestalten.

Wir werden konkrete Vorschläge für eine moderne, wissenschaftsorientierte und patientenzentrierte Integrative Medizin in die politische Debatte einbringen und uns mit Nachdruck in die anstehende Strukturgesetzgebung einbringen.
 

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