Füllungtausch: Amalgam zu Zement. Zahn schmerzt

Shy

Themenstarter
Beitritt
09.01.12
Beiträge
46
Hallo

Die Frage habe ich schon mal gestellt. Vielleicht bekomme ich hier noch mal Antworten.

Also vor 1 Jahr habe ich die Füllungen getauscht. Und seither schmerzen, beim kauen, beim Zähne putzen blutet der Zahnrand und der bleibt auch Tage danach rot, der Zahn nervt einfach nur noch. Die Zahnärzte testen ob der Zahn noch lebt und stellen dann fest, dass er noch lebt. Und daraufhin verschreiben dann die meisten Tabletten und sagen: Bei Ihnen ist alles ok, mit einem AntiB geht das weg.
Das bringt rein gar nichts. Habe ich schon 1 mal genommen und ein zweites und dritten Mal muss das nicht sein finde ich. Also ich habe das Gefühl, dass die Zahnärzte nicht verstehen was ich meine. Die Füllung ist vielleicht komisch gemacht oder sonst was, jedenfalls gibt der keine Ruhe! Und ich persönlich schließe eine WB grundsätzlich aus, leider. Es geht um den Mahlzahn 1 auf der rechten Seite und KEINER will den Zahn ziehen. Ich verstehe das nicht... wieso akzeptiert keiner dass ich keine WB möchte und stattdessen lieber den Zahn ziehen lassen will. Wenn der Nerv alleine abstirbt ist das ok, aber nicht so.

Mal ne andere Frage, wenn ich den Zahn ziehen lassen will, brauche ich trotzdem eine WB? Also muss man die Nerven oder Kanäle trotzdem reinigen oder ist das dann egal?

Ich kann mich an 2 WB Behandlungen oder Wurzelkanalreinigungen erinnern die einfach nur schrecklich waren. Ich habe sage und schreibe 8 Spritzen bekommen und es hat höllisch weh getan. Ich bin dann einfach nicht mehr zum Zahnarzt gegangen weil ich dieses ekligen Schmerz nicht ertragen konnte.
 

Esther2

Es gibt die Situation, wo ein Nerv abstirbt, der andere weiterlebt. Selten, aber doch. Dann hast du immer einen vitalen Zahn, weil der lebende Nerv seine Signale sendet, aber doch einen Herd, weil eine Wurzel "tot" ist.
Vielleicht könnte das deine Situation erklären.

Für eine Extraktion brauchst du keine WB vorher.

Die Lokalanästhesie wirkt deshalb so schlecht, weil das Gewebe durch die akute Entzündung ganz weit im sauren Millieu ist und da wirken die Mittel schlechter.

Ohnehin ist es empfehlenswert, vor der Extraktion die Entzündung etwas einzudämmen, dann muss der Zahnarzt nicht so viel "ausspachteln".

LG, Esther.
 

mehr

mehr

mehr

mehr

Shy

Themenstarter
Beitritt
09.01.12
Beiträge
46
Danke für Deine Antwort.

Leider ist es so, dass kein Zahnarzt diesen Zahn ziehen will, sondern einfach eine WB und eine Krone drauf. Das kommt nur leider für mich persönlich nicht in Frage.

Muss ich denn jetzt damit einfach die ganze Zeit rum laufen und abwarten bis alle nerven absterben bis er mir den Zahn ziehen will?

Ich fühle mich irgendwie einfach besser, wenn der Zahn draußen ist, auch wenn das eine radikale Entscheidung sein sollte und ich es komisch finden werde anfangs, aber meine Entscheidung steht da fest. Nur sagt jeder Zahnarzt dass er eine WB machen will :/ und dich schmerzen will ich mir direkt sparen.
 

Esther2

Ich hatte das Problem auch mal, aber irgendwann findet man dann schon einen Zahnarzt, der das macht. Du kannst ja auch mal posten, wo du zuhause bist, vielleicht kann dir jemand einen Tipp geben.

LG, Esther.
 

Shy

Themenstarter
Beitritt
09.01.12
Beiträge
46
Echt? Was hast du denn dem Zahnarzt gesagt?
Das Problem ist, dass viele direkt große Augen machen. Was hast du denn de Zahnarzt gesagt? Hat er denn am Ende deine Zahnwurzeln behandelt? Oder wirklich direkt gezogen? Ist die Wundheilung gut verlaufen?

Sorry, viele Fragen
 

Esther2

Was hab´ ich dem Zahnarzt gesagt: Dass ich da permanent Schmerzen und Schwellungen habe, und auch wenn man am Röntgen nichts sieht, muss da jetzt eine Lösung her.

Daraufhin hat er mir - mit meinem Einverständnis - ohne Betäubung den Zahn ganz langsam aufgebohrt ... die Frage war, ob ich das spüre oder nicht ... naja, ich hab´s gespürt. Als er durch war, bin ich fast weggekippt, aber ich glaube nicht wegen der Schmerzen sondern wegen des Gifts, das da rausgekommen ist.

Gut. 3 Tage offen gelassen, dann gezogen, ausgeputzt.
Ich hab dann noch einiges selber nachbehandelt, um die Entzündung möglichst schnell und vollständig abheilen zu lassen.

Aber ganz klar: Das geht nicht mit jedem Zahnarzt, und ich würde mir auch nicht von jedem Zahnarzt den Zahn ohne Betäubung aufbohren lassen.
Und der Zahnarzt hat auch geschwitzt, dass wir womöglich den falschen Zahn aufbohren. Aber ich kann ja nicht ewig mit Zahnschmerzen rumlaufen.

LG, Esther.
 

Shy

Themenstarter
Beitritt
09.01.12
Beiträge
46
Und hast du das Loch so gelassen? Falls *ja* haben sich bei dir irgendwelche Zähne verschoben oder sonst was?

Kurze Frage noch, sorry, bist du Gesetzlich oder Privat versichert?


Ich frage nur, weil ich irgendwie nicht den Glauben habe, das es bei mir ein Zahnarzt machen würde.
 

Esther2

Ich hab das Loch gelassen, ja, und den übrigen Zähnen gesagt, dass sie sich nicht verschieben sollen.

Ich war in Ö versichert, da gibt es diese Unterscheidung nicht, da sind alle gesetzlich versichert.

LG, Esther.
 

Shy

Themenstarter
Beitritt
09.01.12
Beiträge
46
Ist das denn so abwegig, dass ich diese Wurzelbehandlung nicht möchte und den Zahn gerne direkten Ziehen würde?

Ich bin der Meinung, dass auf kurz oder lang wahrscheinlich Probleme mit diesem Toten Zahn auftreten und die Krone kostet mich 400 Euro. Mir geht es nicht um Geld, sondern um meine Gesundheit und ich habe eher das Gefühl, dass diese Zwei Zähne raus sollten.

Er reagiert auf Klopfen, er lebt, aber tut einfach weh... der Zahnarzt macht sich aber keine Mühe mal die Füllung runter zu nehmen und sich den Nerv anzuschauen...

Zahnsubstanz ist nur noch ganz wenig und die rechts Seite des Zahnes existiert gar nicht mehr.

Wenn ich zum Zahnarzt gehe machen die nur große Augen und schicken mich weg... weil ich keine WB möchte.
 

Esther2

Also nochmal, Shy, es ist nicht so einfach, einen Zahnarzt dazu zu bringen, einen Zahn zu ziehen, aber hinzukriegen ist es schon. Vielleicht lässt er dich unterschreiben, dass es dein ausdrücklicher Wille ist ...

Sieh´ es mal anders: Der Zahnarzt ist ein Dienstleister so wie der Friseur.

LG, Esther.
 
Beitritt
09.09.08
Beiträge
1.137
Wurzelfüllungen werden juristisch erzwungen ...
Also nochmal, Shy, es ist nicht so einfach, einen Zahnarzt dazu zu bringen, einen Zahn zu ziehen ...
Weil das strafrechtlich relevant ist (Körperverletzung) und Schandensersatzforderungen des Patienten nach sich ziehen kann --> Zahnarzt muß als Schadensersatz lt. Gericht die Kosten für ein Implantat übernehmen. D.h. er bekommt dafür nur 50€ und muß am Ende 2.000 € Schadensersatz zahlen. Eigentlich kann man somit sagen, daß deutsche Gerichte den ZÄ das Extrahieren von Zähnen verboten haben. (da wird im Hintergrund die ZA-Kammer mitgewirkt haben). Ausnahme: Der Zahn steht unter Eiter, ist zerbrochen, o.ä. Aber auch dann wird der ZA aus forensischen Gründen sicherheitshalber zum Kieferchirurgen überweisen. (als Zeugen)
Aber hinzukriegen ist es schon. Vielleicht lässt er dich unterschreiben, dass es dein ausdrücklicher Wille ist ...
Wenn er höllische Schmerzen hat, dann ist die sofortige Extraktion natürlich der Wille des Patienten. Allerdings nützt so eine schriftl. Willenserklärung dem ZA auch níchts, weil der Patient in dieser Situation als nicht mehr zurechnungsfähig gilt.
Sieh´ es mal anders: Der Zahnarzt ist ein Dienstleister so wie der Friseur.
Oder: Der ZA ist ein Geschäftsmann, der so ein Risiko (Schadensersatzforderung) nur eingeht, wenn ihm ein entsprechender Profit (Implantat) winkt. Für 50 € (die nicht einmal seine Selbstkosten decken) nimmt er Schadensersatzforderungen von 2.500 € nicht in Kauf. Wünscht der Patient nachher jedoch ein Implantat, dann kann das schon ganz anders ausschauen ... (ob er sich dann auch eines implantieren läßt, ist eine ganz andere Frage).

Abgesehen davon gibt's noch relative gesunde WF mit Hydroxit oder Apaxit. Die halten zwar nicht lang, aber wenn jemand seinen Zahn sowieso extrahieren lassen will, dann muß das auch nicht lange halten ... Ist so ein Zahn erst einmal mit einer WF versehen, dann kann er von jedem ZA risikolos extrahiert werden. Ja - der Patient hat bei noch bestehenden Schmerzen sogar ein Recht darauf, denn eine WSR ist eine Operation, zu der man einen Patienten nicht zwingen darf ...

Insofern werden Patienten indirekt gezwungen sich WF machen zu lassen, obwohl sie schon beabsichtigen sich direkt danach den Zahn extrahieren zu lassen. Und nachdem das dann immer mehr Patienten so gemacht haben, führte die KK die Gewährleistung ein. Der ZA bekommt sein Geld für die WF also erst, wenn diese mindestens 2 Jahren hält. Läßt sich der Patient den Zahn vor Ablauf der Gewährleistung extrahieren, wird der ZA sauer, weil er die WF dann nicht mehr abrechnen kann. Evtl. wird er den Patienten deshalb nie wieder behandeln, (schon wieder wird der Patient indirekt genötigt es doch nicht zu tun). Außerdem wollen andere ZÄ dann wissen, wann die WF gemacht wurde, um keinen Ärger mit ihrem Kollegen zu bekommen.

ALSO: Geht der Spießrutenlauf des Patienten weiter, denn der muß danach oft in einen anderen Bezirk fahren. Dort findet er dann schnell einen ZA, der zur Extraktion bereit ist. Das wird er jedoch meist privat abrechnen. Evtl. sogar nur bei Barzahlung ohne Rechng.

Allerdings, wurde auch dem ein Riegel vorgeschoben: Wenn's danach zu Problemen mit der Wundheilung kommt (z.B. offene Kieferhöhle), ist kein ZA am Wohnort mehr verpflichtet sich darum zu kümmern. Auch das haben die ZÄ-Kammern bei Gericht durchgesetzt: Wer sich im Ausland behandeln läßt, hat kein Recht auf Schadensbehebung bei einem Deutschen Zahnarzt. Und nun beweise mal, daß man sich den Zahn nicht im Ausland extrahieren lassen hat ... (noch ein Grund sich den Zashn nicht extrahieren zu lassen).

Insofern lassen die meisten Patienten die WF eben zwei Jahre drin, damit's mit dem ZA keinen Ärger gibt. Wenn ein verträgliches WF Material verwendet wurde, gibt's damit im allg. keine Probleme.

Man erkennt also, daß bei Füllungen --> tiefen Füllungen --> Überkronung --> Wurzelfüllung --> Füllungsrevision --> Wurzelspitzenresektion pro Zahn sechs mal abkassiert werden soll. Wo bliebe der Profit, wenn sich jeder Patient seinen Zahn gleich extrahieren lassen würde ? Die ZÄ-Kammern wußten das zu verhindern, denn zur Gewinnmaximierung des ZA sind sie schließlich geschaffen worden. (nicht zum Wohle des Patienten !) Und wer schützt den Patienten ? Das muß er meist selbst tun, indem er sich einen Zahnarzt sucht, der ein möglichst verträgliches Material verwendet.
 

Shy

Themenstarter
Beitritt
09.01.12
Beiträge
46
Na super... haben die Zahnärzte kein schlechtes Gewissen?

Es ist doch nicht so, dass ALLE ihre Zähne ziehen lassen wollen. Ich dachte ich bin da die Ausnahme^^ Er hat mich auch weg geschickt, weil ich keine WB will ^^ Steht im EID nicht drin, dass der ARZT die Gesundheit nicht zum Gewerbe machen darf?
 
Beitritt
25.05.06
Beiträge
999
Ich finde das heftigst, mit den Vorschriften, also inzwischen würde ich mir nie mehr ne Wurzelbehandlung machen lassen (unabhängig von einer Wurzelfüllung), es sei denn im sichtbaren Bereich dringend nur kurzweilig.

Es ist ja nicht so, daß Ziehen immer eine Lösung ist, wegen der Funktion (damit man nicht den Mixer benötigt), aber am körperverträglichsten ist es auf jeden Fall (außer die Wundheilung spinnt..).
 

Mai

Beitritt
08.05.12
Beiträge
54
Weil das strafrechtlich relevant ist (Körperverletzung) und Schandensersatzforderungen des Patienten nach sich ziehen kann --> Zahnarzt muß als Schadensersatz lt. Gericht die Kosten für ein Implantat übernehmen.Weil das strafrechtlich relevant ist (Körperverletzung) und Schandensersatzforderungen des Patienten nach sich ziehen kann --> Zahnarzt muß als Schadensersatz lt. Gericht die Kosten für ein Implantat übernehmen.
Hallo Manno,
die Angaben sind nicht richtig. Richter haben keine Sachkenntnis und entscheiden nach
Gutachten, welche von Zahnärzten erstellt wurden. Von Ausnahmen abgesehen wird nie
ein Patient bei Gericht Erfolg haben. Deshalb gibt es auch keine Behandlungsfehler, ganz gleich, wie behandelt wird.
Shy bitte den Zahnarzt um eine Erfolgsgarantie bei einer Wurzelbehandlung, die nie gegeben wird, um das Gespräch auf eine sachliche Weise zu führen.Oft wird dann eingelenkt, oder den Zahnarzt wechseln.
Der KC hat mir nach Unterschrift sofort einen Zahn gezogen,obwohl keine
Beschwerden vorlagen.Es war nur auf dem Röntgenbild eine leichte Entzündung erkennbar.
 
Beitritt
23.11.11
Beiträge
332
Hallo zusammen,

und ich war bei 3 ZÄ und 2 KC, habe auch gesagt "ich unterschreibe Ihnen was, damit der wurzelbehandelte Zahn raus kommt" - es hat nichts genutzt, ich wurde 5x gebeten, woanders hin zu gehen! Erst der 6. hat nach ca. 20! Minuten hartnäckigem Gerede zur Zange gegriffen!

und grad heute wieder hieß es wieder, "nein, nicht ziehen! WSR oder Revision!"...

LG Loup
 
Oben