Erschöpftes Immunsystem, Darmstörungen und zahlreiche Symptome: Auf der Suche nach Ursachen, Diagnostik und Therapieoptionen

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Hallo,

seit vielen Jahren bin ich nun bereits auf der Suche nach dem „roten Faden“ in meiner Beschwerdehistorie. Nachdem ich leider schon vor langer Zeit durch das kassenmedizinische Diagnoseraster der Schulmedizin gefallen bin, folglich das „Psychostigma“ eingebrannt bekommen habe und somit nicht (mehr) ernst genommen werde, suchte ich in 2016 erstmalig einen Heilpraktiker und zeitversetzt mehrere ganzheitlich orientierte Ärzte auf. Seit dieser Zeit wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, die ihrerseits mehrere Problemstellen freigelegt haben. Daraufhin eingeleitete Behandlungen führten mitunter zu deutlichen Besserungen. Und dennoch gibt es immer mal wieder auch (erhebliche) Rückschritte und mich nach wie vor plagende Beschwerden, die ich im Folgenden gerne kurz darlegen möchte.

Dabei erscheinen mir einige Dinge bereits schlüssig (z. B . „Darm-Hirn-Achse“). Andere Auffälligkeiten, wie das bereits 2019 erstmalig wahrgenommene schwächlich zelluläre Immunsystem (TH1-Mangel), welches aus mir unbekannten Gründen seine Aktivierung bisher beständig verweigert, wirken hingegen eher rätselhaft. Vielleicht ist das Bindeglied im ganzen Gefüge ja der Darm. Wundern würde mich dies nicht, da, soweit ich informiert bin, mindestens 70% des Immunsystems in diesem verortet und die Beschaffenheit meines Darms alles andere als optimal ist. Möglicherweise ist das ganze Problem aber auch weit komplexer. Um der Frage nach Ursachen und damit verbundenen möglichen Lösungen nachzugehen bin ich hier und hoffe auf eure Unterstützung. Tatsächlich liegt dabei mein momentaner Schwerpunkt auf dem aktivierungsfaulen Immunsystem, den Ursachen, der Diagnostik dieser und möglichen damit verbundenen Lösungen. Ich freue mich aber auch über jedwede andere Information, die dazu geeignet sein kann, meine Gesundheit zu verbessern.

Im Folgenden skizziere ich kurz bekannten Erkrankungen, Symptome, auffällige Laborwerte und stelle ebenso ein paar erste Befunde zur Verfügung. Außerdem werde ich auf die vom Benutzer „Grantler“ an anderer Stelle an mich gerichteten Aussagen und Fragen eingehen, die dem Auftakt in die Thematik einen guten Abschluss geben.


I. Bekannte Erkrankungen und sonstige Ereignisse:​

I.1 Bekannte Erkrankungen:​

  • Borrelioseinfektion (Anfang der 2000er)​

    --> Anmerkung 1: Bereits in meiner Kindheit (1990er) hatte ich während meiner ausgiebigen Aufenthalte im Wald zahlreiche Kontakte mit Zecken. Bis auf das verhängnisvolle eine Mal konnten diese jedoch – soweit ich mich erinnere – alle recht zeitnah abgesammelt/entfernt werden.
    --> Anmerkung 2: Im Zusammenhang mit der Borrelioseinfektion erfolgten bis einschließlich 2020 Antibiosen mit verschiedenen chemischen Antibiotika sowie in 2019/2020 auch die Gabe von pflanzlichen Substanzen.
    --> Anmerkung 3: Ob die Infektion fortbesteht ist für mich unklar. Der Borrelien-LTT war zuletzt schwach positiv, die CD57+ NK-Zellen waren hingegen zu keiner Zeit auffällig.
  • SIBO (etwa ab Mitte der 2000er)​

    --> Anmerkung 1 : Die Dünndarmfehlbesiedlung entstand aller Wahrscheinlichkeit in zeitlicher Nähe zu der damaligen Borreliose sowie der eingeleiteten Antibiose.
    --> Anmerkung 2: Bisherige Versuche die SIBO mit pflanzlichen Antibiotika zu beseitigen schlugen leider fehl. Derzeit befinde ich mich in der Endphase einer neuen Behandlungsrunde, in welcher ich von einem auf SIBO spezialisierten Arzt begleitet werde.
  • Mikrobiomdysbiose​

    --> Anmerkung: Insgesamt acht Antibiotika, die ich bis heute nehmen musste haben leider merklich ihre Spuren im Darm hinterlassen.


I.2 Sonstige Ereignisse:​

  • entzündeter Insektenbiss (2021)​

    --> Anmerkung 1: Im vergangenen Jahr wurde ich in der abendlichen Dämmerung offenbar von einem Insekt (Bremse?!) ins Bein gebissen, woraufhin dieses extrem anschwoll und geradezu bestialische Schmerzen verursachte. Eine innere Unruhe ergänzte das Beschwerdebild.
    --> Anmerkung 2: Leider blieb mir nichts anderes übrig, als mir in der Notaufnahme des erreichbaren Krankenhauses meine achte Einheit an Antibiotika zu beschaffen.
  • schädliche osteopathische „Behandlung“ (2021)​

    --> Anmerkung 1: Eine fehlerhafte osteopathischen „Behandlung“ rundete das vergangene Jahr äußerst negativ ab. Nach nur zwei „Behandlungen“ wurde ich so krank, wie ich es noch nie auch nur ansatzweise erlebt habe: wochenlange erhebliche Ein- und insbesondere Durchschlafstörungen mit Zuckungen und Herzrasen; bleierne Erschöpfung, aufgrund derer ich mich sogar zu Arztterminen begleiten lassen musste; Zittrigkeit am Tag, „Stocken“ in der Brust etc.
    --> Anmerkung 2: Gott sei Dank sind die unter „Anmerkung 1“ genannten Beschwerden nahezu gar nicht mehr präsent. Allerdings Schlafe ich dennoch nicht mehr so problemlos wie noch zu Beginn des Jahres 2021. Überhaupt habe ich bis zu diesem Ereignis mein ganzes Leben im wahrsten Sinne des Wortes „wie ein Stein“ geschlafen; fast schon ZU gut. Ob diese bis heute andauernde verminderte Schlafqualität mit dem Insektenbiss, der achten Antibiose, der osteopathischen „Behandlung“ oder mit einer Kombination aus den drei Horrorereignissen in Zusammenhang steht, vermag ich abschließend nicht zu sagen.
  • weitere Vorkommnisse aus der (lange) zurückliegenden Vergangenheit​

    --> Stromschlag als Kleinkind erlitten
    --> bereits als Kleinkind überaus empfindlich gegenüber Stresssituationen gewesen, welche ich mit Erbrechen u. Diarrhöe quittiert habe
    --> in Grundschulzeit mit Kopf auf Zaunpfahl geknallt
    --> von Flohbissen betroffen gewesen
    --> Raumgifte im Zusammenhang mit baubiologischer Untersuchung identifiziert, deren Exposition nun hoffentlich vermindert werden konnte


II. Symptome:​

  • Schlaf​

    --> mit durchschnittlich ca. sechs bis sieben Stunden insgesamt kürzerer Nachtschlaf als früher (vor 2021)
    --> wache teilweise mit tauben Armen auf
    --> z. T. schmerzende Gelenke in Nacht/am Morgen
  • Darm​

    --> Infektanfälligkeit des Darms
    --> immer mal wieder Unruhe im Bauch (auch in der Nacht)
    --> gelegentliche Bauchschmerzen unterhalb des Bauchnabels
  • Körpergewicht​

    --> sehr schwierige, kaum nachhaltige Gewichtszunahme
    --> Unmöglichkeit des Muskelaufbaus
  • Müdigkeit/Erschöpfung​

    --> sporadisches Auftreten von Müdigkeit am Tag, welches ich im Besonderen in Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln sehe (kohlenhydratreichen Speisen und fettigem Käse)
    --> In der Vergangenheit befiel mich insbesondere in der kalten Jahreszeit beim Gang im Freien regelmäßig nach einigen Minuten eine bleierne Erschöpfung mit tränenden und zufallenden Augen sowie einer erheblichen Einschränkung des Denkens, so, als würde mir die Luft abgedrückt werde (was möglicherweise sogar der Fall war). Seit der täglichen Einnahme von Ginkgo habe ich diese Beschwerden praktisch nicht mehr! Dennoch scheint hier in jedem Fall ein Problem vorzuliegen.
  • Gasbildung​

    --> muss oft aufstoßen
    --> Aufstoßen geschieht sowohl in Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme, als auch morgens durch das bloße Trinken von stillem Wasser auf nüchternen Magen sowie ohne Einfluss von Essen/Trinken
    --> Beschwerden scheint sich im Zusammenhang mit der SIBO-Therapie allmählich etwas zu bessern
  • wässrig leckende Nase​

    --> oft ausgelöst durch schneller Bewegung im Freien
    --> jahreszeitenunabhängig
    --> mitunter ebenfalls beim Essen sowie bei körperlich weniger belastenden Tätigkeiten
  • schlechtes Hautbild​

    --> kleine rote Pickel/Pusteln vornehmlich an Beinen u. Füßen (seit ca. Ende 2021/Anfang 2022) oftmals mit eingeschlossenen Haaren, die bei Berührung schmerzen
    --> Haut ohne Spannkraft
    --> zahlreiche Leberflecke, die sporadisch zunehmen (insb. unter/nach Antibiotika-Gaben)
    --> Hauttrockenheit besonders im Gesicht, an Händen u. Oberarmen
    --> sporadisch Pickel in Gesicht, an Beinen und Gesäß
    --> hartnäckiger Nagelpilz an ausgekühlten und verfärbten Zeh, der als einziger mit einem Leberfleck versehen ist
    --> Neigung zum roten Dermographismus
  • Kältebelastung​

    --> neben kalten Händen u. kalten Zeh sind oft auch Ohren u. insb. Nasenspitze kalt
    --> Nahrungsaufnahme/Heißgetränke lindern Auskühlung für eine gewisse Zeit
    --> nachmittags/abends in Herbst/Winter besonders ausgeprägt
  • Handbelastung​

    --> ab morgendlichen Aufstehen beginnt handschuhartige Rötung und Auskühlung
    --> während Schlaf normalisiert (warme und rosa Hände, lediglich an Knöcheln leicht gerötet)
    --> kühlere Temperaturen verursachen…: handschuhartige blau-lila Verfärbung (teilw. mit orangen Flecken), Auskühlung, Steifigkeit, Schmerzen
    --> in kalter Jahreszeit zumeist rau, reißen oft ein, bluten, brennen
    --> frieren u. abendliche Müdigkeit bewirken z. T. besonders kalte/steife/dunkel verfärbte Hände u. Gefühllosigkeit
    --> wie mein großer nagelpilzbelasteter Zeh, der scheinbar schlecht durchblutet wird, weisen auch meine Arme zahlreiche Leberflecke auf
    (Zusammenhang: Leberflecke <-> beeinträchtigte(r) Hände/Zeh?!)
  • Nervensystem​

    --> häufig Konzentrationsprobleme (insbesondere Unfähigkeit mich auf eine Tätigkeit zu fokussieren und bei dieser zu bleiben)
    --> gelegentlich Antriebsarmut
    --> gefühlt schnelle Aktivierung des Sympathikus, was zu überschießender Unruhe führt


III. Auffällige und zusätzliche Laborwerte:​

--> Anmerkung: Im Folgenden liste ich für einen ersten Überblick einige auffällige Laborwerte und solche unauffälligen Parameter dem Alphabet nach auf, bei denen ich denke, dass sie von Bedeutung sein könnten. In welcher Form der einzelne Parameter auffällig ist, werde ich stets dazu schreiben. Sollte es den Wunsch nach zusätzlichen konkreten Laborwerten/-befunden geben, so sehe ich gerne nach, ob ich diesen besitze und entsprechend zur Verfügung stellen kann. Da sich in den vergangenen Jahren jedoch zahlreiche Untersuchungen angesammelt haben, kann ich anfänglich nicht jeden Wert berücksichtigen.

  • Adrenalin (Urin): erhöht
  • ANA: unauffällig
  • ATP intrazellulär: unterer Normbereich
  • Blutsenkung: unauffällig
  • Borrelien-LTT: leicht positiv (zuletzt in 2020)
  • CD57+ NK-Zellen: unauffällig
  • Chromogranin A: leicht erhöht
  • CRP: unauffällig
  • Endomysium AAk IgG: leicht erhöht
  • Endomysium AAk IgA: unauffällig
  • Exorphin B5: oberer Normbereich
    --> Anmerkung: Bestandteil der Untersuchung auf opiatähnliche Wirkung von Glutenbestandteilen
  • Glutathion intrazellulär: unauffällig
    --> Anmerkung: Glutathion in den T-Lymphozyten befindet sich jedoch am unteren Ende
  • Homocystein: oberer Normbereich
  • HPU: leicht erhöht
    --> Labor: GanzImmun
  • HPU (24h-SU): unauffällig
    --> Labor: KEAC
  • hsCRP: unauffällig
  • IDO-Aktivität: leicht erhöht
  • IgA gesamt: unterer Normbereich
  • IgE gesamt: unauffällig
  • IL 1-ß: unauffällig
  • IL 6: unauffällig
  • Metallbelastungen
    --> Anmerkung 1: zahlreiche Belastungen, die sich jedoch tendenziell über die Zeit im Zusammenhang mit zahlreichen Ausleitungen verringert haben
    --> Anmerkung 2: Titanspiegel hat sich jedoch eher erhöht, obwohl ich darauf achte, dass ich keine titanhaltigen Substanzen zu mir nehme
  • Methylhistamin (24h-SU): erhöht
  • Methanephrin (24h-SU): leicht erhöht
  • Methanephrin (Blut): leicht erhöht
  • Progesteron (Blut): stark vermindert
    --> Anmerkung 1: wiederholter Messfehler im Labor; Wert wäre lt. Labor praktisch nicht nachweisbar
    --> Anmerkung 2: Wert muss ich ggf. noch einmal in einem anderen Labor prüfen lassen
  • S-100: unauffällig
    --> Anmerkung: Wert war nach meiner osteopathischen „Behandlung“ leicht erhöht.
  • TGF-ß: leicht erhöht
  • TH0 (IL-2): vermindert
  • TH1 (IFN-g): stark vermindert
  • TH2 (IL-4): unauffällig
  • TH17 (IL-17): stark vermindert
  • TNF-a: unauffällig
  • Transglutaminase-6 IgA: unauffällig
  • Transglutaminase-6 IgG: erhöht
  • Treg (IL-10): unauffällig
  • VEGF: unauffällig
  • Zonulin (Blut): unauffällig
  • Zonulin (Stuhl): erhöht

IV. Befunde:​

--> Anmerkung: Im Folgenden stelle ich zunächst einige konkrete Befunde zur Verfügung, die Werte beinhalten, nach denen mich der Benutzer „Grantler“ in einem anderen Thema explizit gefragt hatte. Wie bereits in meiner Anmerkung aus III. ausgeführt, lade ich auf Anfrage gerne weitere Befunde/Laborparameter hoch.

IV.1 Rheumatologische Untersuchung von Dezember 2021 mit angefragten Werten "BSG", "CRP" (Bild 1) sowie "ANA" (Bild 2):​


Rheumatologie_1.jpg
(Bild 1)


Rheumatologie_2.jpg
(Bild 2)


IV.2 Großes Blutbild von August 2022:​

Großes Blutbild.jpg
(Bild 3)


IV.3 Entzündungswerte aus Februar 2022 mit dem gewünschten Parameter "TNF-a":​

Entzündungen.jpg
(Bild 4)


IV.4 T-Helferzellprofil (TH1/TH2/TH17/Treg/TH0) aus Juli 2022:​

T-Helferzellprofil.jpg
(Bild 5)


V. Antwort auf Benutzer „Grantler“ aus einem anderen Thema:​

Ich habe mich intensiv mit chronischen Infektionen befasst [...].

Bevor du nach spezifischen Auslösern suchst, sollte erst mal sicher eine Immunaktivierung nachgewiesen werden. Weil wenn immunologisch alles unauffällig ist, kann man im Umkehrschluss sagen, dass sehr wahrscheinlich keine Infektion Ursache der Probleme ist. Ich halte da eine Kombi aus Standardwerten (CRP, BSG, Diff BB) und etwas spezielleren Werten (TNFa, detaillierte Lymphoyztendifferenzierung) für aussagekräftig. Das kostet als Selbstzahler ca. 300 € bzw kann auch über Kasse laufen, wenn es ein Arzt beauftragt. Evtl. hast du die Werte ja eh schon.
Die Standardlaborwerte sowie den proentzündlichen Parameter TNF-a habe ich unter Punkt IV als einzelne Befunde angehängt. Die von dir angesprochene "detaillierte Lymphoyztendifferenzierung" kann ich soweit ich das beurteilen kann noch nicht vorweisen. Sind damit die etwa beim IMD-Berlin angebotenen "quantitativen Immunprofile" gemeint (z. B. das Profil "Immunkompetenz)? Falls ja: Vor einiger Zeit hatte ich mit meinem Arzt vereinbart, dass ich das "Immunkompetenz"-Profil als nächstes bestimmen lassen werde. Ich werde den Befund dann ebenso hier einstellen.


Soo, das war ein langer Auftakt, der hoffentlich nicht (zu sehr) abschreckt. :) Ich freue mich auf eure Antworten und einen regen Austausch!

Gruß
Ursachenforscher
 
wundermittel
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Vor einiger Zeit hatte ich mit meinem Arzt vereinbart, dass ich das "Immunkompetenz"-Profil als nächstes bestimmen lassen werde. Ich werde den Befund dann ebenso hier einstellen.
Ja, so ein Profil meine ich. Das geht prinzipiell auch auf Kasse. Das Blut sollte aber spätestens 24h nach Blutentnahme im Labor sein. Ich würde auch versuchen nüchtern das Blut abzunehmen. Dein T-Helferzellstatus oben weist teilweise sehr abnorme Werte auf. War das Blut spätestens nach 24 h im Labor? Falls es dein finanzieller Spielraum hergibt, würde ich die Messung nochmal kontrollieren lassen, zusammen mit dem Lymphopanel. Bevor man weitreichende Schlüsse aus abnormen Messungen zieht, sollte man die nochmal doppelt prüfen.

BSG, CRP und Diff BB geben jedenfalls keinen Anhalt für eine Immunaktivierung, rheumatologisch sieht es auch ganz unauffällig aus. Dass gar keine Eosinophilen gefunden wurden, finde ich ungewöhnlich. Wohl auch eher ein analytisches Problem. Lass nochmal ein Differenzialblutbild mitmachen, kostet fast nix.
 
Themenstarter
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BSG, CRP und Diff BB geben jedenfalls keinen Anhalt für eine Immunaktivierung, rheumatologisch sieht es auch ganz unauffällig aus.
Schon einmal vielen Dank für deine Einschätzung und Hinweise, Grantler. Dann kann ich guten Gewissens das besagte "Immunkompetenz"-Profil bestimmen lassen.

Ja, so ein Profil meine ich. Das geht prinzipiell auch auf Kasse.
Leider habe ich keinen Kassenarzt, der sich für derartige Untersuchungen interessiert, geschweige denn mir diese auf Kasse zahlen würde, weshalb ich schon längerer meine Untersuchungen in einer ganzheitlichen Privatpraxis durchführen lasse. Da habe ich wenigstens meine Ruhe und werde freundlich behandelt.

Das Blut sollte aber spätestens 24h nach Blutentnahme im Labor sein. Ich würde auch versuchen nüchtern das Blut abzunehmen. Dein T-Helferzellstatus oben weist teilweise sehr abnorme Werte auf. War das Blut spätestens nach 24 h im Labor?
Von der Präanalytik sollte meinem Verständnis nach aber eigentlich alles stimmen, da das IMD-Berlin das Standardlabor meines Arztes ist. Da kommen zwei Mal am Tag Kurierfahrer vorbei, die die Proben abholen. Der Vormittagskurier sammelt alle Proben vom IMD in der Stadt ein und fährt direkt danach zurück nach Berlin.

Die befremdlichen Ergebnisse des T-Helferzellstatus lassen sich reproduzieren. In der Vergangenheit habe ich bereits einen großen T-Helferzellstatus bestimmen lassen. Die dortigen Werte sahen ganz ähnlich aus wie das letzte große T-Helferzellprofil. Mehr Ergebnisse habe ich von der kleinen TH1-/TH2-Immunbalace. Auch dort sehen die Werte immer bescheiden aus. Ich kann ja noch einmal einen Teil der TH1-/TH2-Immunbalance-Befunde hier einstellen:

TH1-TH2-Immunbalance_erste.jpg
(Bild 1: Die erste bei mir in 2019 gemessene TH1-/TH2-Immunbalance mit dem "besten" Ergebnis)

T-Helferzellprofil_alt.jpg
(Bild 2: Der T-Helferzellstatus im September 2021 nach Insektenbiss, achter Antibiose, osteopathischer "Behandlung" und während heftiger Gesundheitsbeschwerden)

TH1-TH2-Immunbalance, TGF-ß, VEGF.jpg
(Bild 3: Einer der "Zwischenstände" im Mai 2022)


TH1-TH2-Immunbalance_neuste.jpg
(Bild 4: Der letzte TH1-/TH2-Immunbalance-Befund aus August 2022)


Dass gar keine Eosinophilen gefunden wurden, finde ich ungewöhnlich. Wohl auch eher ein analytisches Problem. Lass nochmal ein Differenzialblutbild mitmachen, kostet fast nix.
Bezüglich der laut Labor nicht vorhandenen "Eosinophilen" aus dem großen Blutbild musste ich auch feststellen, dass diese bei 13 angeforderten großen Blutbildern seit September 2021 in sieben Fällen nicht nachweisbar waren. Darunter war auch ein weiteres Labor, das in unmittelbarer Nachbarschaft einer anderen für mich einsendenen Arztpraxis war.


Noch eine Frage zum quantitativen Immunprofil, das ich in näherer Zeit bestimmen lassen möchte und welches ja Auskunft über eine mögliche Immunaktivierung geben soll: Vor einigen Monaten habe ich mich bereits mit meinem Arzt bemüht, die Immunbalance auf Basis zuvor getesteter Präparate zugunsten des TH1 anzuheben. Zwar konnten die Lymphozyten von auffällig niedrigen Werten gut gesteigert werden, das TH1 hat sich aber nahezu gar nicht bewegt.
Kann der Immunstimulationsversuch die Ergebnisse im quantitativen Immunprofil verfälschen oder ist dieses resistent gegen derartige Einflüsse?
 
Zuletzt bearbeitet:
regulat-pro-immune
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Kann der Immunstimulationsversuch die Ergebnisse im quantitativen Immunprofil verfälschen oder ist dieses resistent gegen derartige Einflüsse?
Ich würde jede immunmodulatorische Therapie einige Wochen vorher absetzen.

Wegen den Eosinophilen und dem IFNy weiß ich auch nicht weiter. Dein Arzt sollte beim IMD anrufen und mit Dr. von Baehr den Fall und die Befunde besprechen. Das ist ohne weiteres möglich.
 
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26.07.09
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... das „Psychostigma“ eingebrannt bekommen habe und somit nicht (mehr) ernst genommen werde ...

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", oder anders gesagt, der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist, ganz allgemein gesagt. Es kommt also das Innere des Menschen dazu, Gefühle, Hoffnungen, Sorgen, Ängste, Gedanken, Stimmungen, Eindrücke, Wahrnehmungen, Lebensgefühl ...... und vieles mehr. Ob man da jetzt von Psyche spricht oder nicht, oder mit allen anderen Psy-Worten ein Problem hat, wie ich auch über sehr lange Zeit. Auch mit einem recht dicken Aktenordner voller Ergebnisse, körperlich-stoffwechselmäßig.
Ja, da kann man sehr viel untersuchen, wo doch jederzeit 50 bis 100 Tausend verschiedene Stoffe in unserem Stoffwechsel miteinander agieren und reagieren. Und das gemeinsam mit allen inneren seelisch-geistigen und emotionalen 'Geschichten'.

Ich freue mich aber auch über jedwede andere Information, die dazu geeignet sein kann, meine Gesundheit zu verbessern.

Vielleicht magst du dort mal zwischendurch lesen, es ist meine eigene 'story'.
Aber wenigstens eins haben alle übersehen, die ständig von Psyche und Psychotherapie redeten, obwohl es da um einen Punkt geht, den ich immer angesprochen habe, der schien aber nicht wirklich interessant, es fehlte die richtige Sichtweise ...
 
Themenstarter
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27.01.22
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Ich würde jede immunmodulatorische Therapie einige Wochen vorher absetzen.
Wunderbar, die immunmodulatorische Therapie mit dem speziell dafür getesteten Präparat ist bereits knapp vier Monate her. Somit sollte ich diesbezüglich auf der sicheren Seite sein.

Wegen den Eosinophilen und dem IFNy weiß ich auch nicht weiter. Dein Arzt sollte beim IMD anrufen und mit Dr. von Baehr den Fall und die Befunde besprechen. Das ist ohne weiteres möglich.
Die Kontaktaufnahme mit Dr. von Baehr ist eine gute Idee. Ich hoffe, dass ich meinen Arzt dafür gewinnen kann.

In einem meiner Bücher zur Immunologie habe ich außerdem noch Folgendes gefunden:
Eosinophile_Funktion.jpg
(Bild 1)

Ob es sein könnte, dass die Eosinophile im Kampf mit einer möglicherweise bei mir vorliegende Parasitose immer wieder aufgezehrt werden?! Zumindest ist der Darm seit ich denken kann mein persönlicher "Problembär".

@Gleerndil: Es ist schon richtig, den Blick breiter zu streuen. Auch mein Heilpraktiker wies mich darauf hin, da meine Familiengeschichte leider mitunter auch etwas "spezieller" ist. In der Vergangenheit habe ich bereits einige Verfahren ausprobiert. Die fraglichen Methoden waren zwar interessant, allerdings haben sie mich persönlich nicht weiter gebracht. Dennoch werde ich zukünftig weitere Verfahren auf ihren Nutzen für mich testen. Leider kann ich mich jedoch nicht um alle Bereiche gleichzeitig kümmern, da nun einmal jeder Geld für seine Dienstleistungen verlangt. Daher werde ich meinen Schwerpunkt zunächst auf die tiefergehende Labordiagnostik legen, ohne jedoch mittel bis langfristig die anderen Chancen zu ignorieren.

Im Übrigen habe ich in meinem Regal auch ein Buch von Schubert zum Thema "Psychoneuroimmunologie" stehen. Die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Ebenen sind mir entsprechend nicht völlig fremd. Dennoch Danke für deine Anregung.
 

Kate

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Hallo Ursachenforscher,

beim Überfliegen Deiner vielen Befunde sind mir wenige "ins Auge gesprungen", zu denen mir etwas einfiel:

Methylhistamin (24h-SU): erhöht
Ist dem nachgegangen worden? Es könnte nach meinem Informationsstand ein Hinweis auf z.B. MCAS sein (dazu gibt es in und außerhalb des Forums viele Informationen, es kann eine bunte Palette von Beschwerden machen).

Auch im Bereich Deines "Problembärs":
Zumindest ist der Darm seit ich denken kann mein persönlicher "Problembär".
Leider gestaltet sich die (u.a. Ausschluss-)Diagnostik nicht einfach.

Im gleichen ("Problembär"-)Zusammenhang:
Transglutaminase-6 IgG: erhöht
Bist Du auf Zöliakie oder andere Arten Glutensensitivitäten untersucht worden? (Zu der Konstellation, dass gleichzeitig der Transglutaminase-6-IgA unauffällig ist, kann ich ohne erneute Recherche nichts sagen, dazu stecke ich nicht mehr tief genug drin.) Zöliakie kann auch mit Haut-Erscheinungen verbunden sein.

Nicht zuletzt könnte:
Chromogranin A: leicht erhöht
... wohl z.B. zu einer chronisch entzündlichen Darmerkränkung passen.

Das nur als kurze Anknüpfer, um dem evtl. zusammen mit Deinem Arzt nachzugehen, falls das noch nicht geschehen ist.

Gruß und alles Gute
Kate
 
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@Grantler: Wie besprochen habe ich kürzlich mein quantitatives Immunprofil/zellulären Immunstatus (Profil: "Immunkompetenz") bestimmen lassen, welchen ich im Folgenden anhänge:

Zellulärer Immunstatus Immunkompetenz.jpg
(Bild 1)


Ist dem nachgegangen worden? Es könnte nach meinem Informationsstand ein Hinweis auf z.B. MCAS sein (dazu gibt es in und außerhalb des Forums viele Informationen, es kann eine bunte Palette von Beschwerden machen).
Hallo Kate, tatsächlich habe ich das Methylhistamin im 24h SU auf Anraten einer Ärztin im Zusammenhang mit einem möglichen MCAS untersuchen lassen. Sowohl in im vergangenen Jahr, als auch in diesem Jahr war der Wert erhört. Dieses Jahr war er noch etwas höher. Neben dem Methylhistamin habe ich auch Tryptase sowie die DAO-Aktivität püfen lassen, welche jedoch beide unauffällig waren. Leider ist besagte Ärztin extrem ausgelastet, da sie ebenfalls "medial" unterwegs ist, weshalb ich – auch wenn ich Stammpatient bin – noch keinen neuen Termin im letzten Jahr bekommen konnte.

Im Allgemeinen scheint die Präanalytik für die korrekte Bestimmung des Methylhistamins aber nicht ganz trivial zu sein, was zumindest der nachfolgende Literaturauszug vermuten lässt:

Methylhistamin_Analytik.jpg
(Bild 2)


Auch im Bereich Deines "Problembärs":

Leider gestaltet sich die (u.a. Ausschluss-)Diagnostik nicht einfach.
Das merke ich leider auch seit Jahren, was mir viel Kraft raubt. :[

Im gleichen ("Problembär"-)Zusammenhang:

Bist Du auf Zöliakie oder andere Arten Glutensensitivitäten untersucht worden? (Zu der Konstellation, dass gleichzeitig der Transglutaminase-6-IgA unauffällig ist, kann ich ohne erneute Recherche nichts sagen, dazu stecke ich nicht mehr tief genug drin.) Zöliakie kann auch mit Haut-Erscheinungen verbunden sein.
Ich habe vor einigen Monaten alle für mich greifbaren labordiagnostischen Tests im Zusammenhang mit Gluten/Zöliakie veranlasst. Vorausgegangen ist der Diagnostik eine über 14 Wochen erfolgte Zufuhr an glutenhaltigen Nahrungsmittel (z. B. täglich mehrere Scheiben Brot vom Bäcker).
Das von mir mitbestimmte IgA war zumindest niedrig normal (dh. an der unteren Kante). Ich füge die Laborergebnisse einfach im Folgenden hier an:

IgA, IgG.jpg
(Bild 3)

deamidiertes Gliadin IgA, Endomysium AAk IgA, TG-2 IgA, TG-6 AAk IgA IgG.jpg
(Bild 4)

deamidiertes Gliadin IgG, Endomysium-AAk IgA IgG, TG-2 IgG, LTT-Gluten.jpg
(Bild 5)

IgA, TG-3 AAk IgA.jpg
(Bild 6)

Weizenkeimagglutinin-IgA-IgG.jpg
(Bild 7)

Nicht zuletzt könnte: ["Chromogranin A: leicht erhöht", Anm. d Verfasser]

... wohl z.B. zu einer chronisch entzündlichen Darmerkränkung passen.
Die Bestimmung von Chromogranin A erfolgte einmal in 2018 und einmal in 2019, Tendenz fallend. Zum Zeitpunkt der ersten Messung war ich mit einer Darmsanierung (u. a. Oreganoöl) beschäftigt, die meine durch eine Fäulnisflora ausgelösten Histaminbeschwerden beseitigt hat. Möglicherweise war diese Therapie das Problem für den erhöhten Wert, der in 2019 abgesunken war?! Später habe ich den Wert nicht mehr selbst bestimmt.
Frage dazu: Müssten bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrakung (oder überhaupt Entzündung) nicht aber auch irgendwelche typischen Entzündungsmarker (CRP, hsCRP, TNF-a, IP-10 etc.) nachweisbar sein?

Das nur als kurze Anknüpfer, um dem evtl. zusammen mit Deinem Arzt nachzugehen, falls das noch nicht geschehen ist.

Gruß und alles Gute
Vielen Dank, Kate! Ich werde mal schauen, wie ich das ganze Schlamassel sukzessiv geordnet bekomme. An und für sich habe ich je nach Schwerpunkt sogar unterschiedliche ganzheitlich orientierte Begleiter, da die einzelnen Problembereiche wohl ab einem gewissen Grad doch etwas zu speziell für einen einzelnen Menschen werden.
 
regulat-pro-immune

Kate

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Hallo Ursachenforscher
Im Allgemeinen scheint die Präanalytik für die korrekte Bestimmung des Methylhistamins aber nicht ganz trivial zu sein, was zumindest der nachfolgende Literaturauszug vermuten lässt:
Danke für den Hinweis, das wusste ich nicht. Bei mir war das vor sehr vielen Jahren mal gemacht worden und negativ - allerdings ohne die Berücksichtigung der Präanalytik (die Kost war wohl histaminarm und nicht allzu eiweißreich, mehr weiß ich dazu nicht). Bitte reiche noch die Quelle des Textausschnittes nach - danke :)

Das merke ich leider auch seit Jahren, was mir viel Kraft raubt. :[
Das kann ich nachvollziehen und es kann einen in Ziel-Konflikte bringen, denn Stress ist ja auch ein nicht zu unterschätzender Gesundheits-Räuber.

Das von mir mitbestimmte IgA war zumindest niedrig normal (dh. an der unteren Kante). Ich füge die Laborergebnisse einfach im Folgenden hier an:
Ich meinte hier das Transglutaminase-6-IgA, habe mich da missverständlich ausgedrückt und das in meinem Text noch korrigiert. Ich bin ehrlich gesagt überfordert mit der Einordnung der verschiedenen Labormarker im Hinblick auf eine mögliche Zöliakie oder NCGS (nicht-Zöliakie-Gluten-Sensitivität).

Eine sinnvolle Möglichkeit - sofern Du die wohl nach wie vor Goldstandard-Untersuchung (Duodenum-Biopsie, allerdings unter hinreichend langer Glutenlast!) nicht machen lassen möchtest - scheint mir das zu sein, was das Labor schreibt: Die Werte nach einiger Zeit Glutenkarenz noch einmal untersuchen zu lassen. Oder sogar die Genuntersuchung machen zu lassen (kann durchaus Kassenleistung sein); mich hat diese leider nicht weiter gebracht im Sinne eines sicheren Ausschlusses.

Müssten bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrakung (oder überhaupt Entzündung) nicht aber auch irgendwelche typischen Entzündungsmarker (CRP, hsCRP, TNF-a, IP-10 etc.) nachweisbar sein?
NIcht unbedingt. Es gibt da noch den Marker Calprotektin im Stuhl - hast Du den mal untersuchen lassen? Es kommt aber soweit ich weiß auch bei diesem darauf an, wie hoch die Entzündungsaktivität gerade ist.

Gruß und alles Gute
Kate
 
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