Einfluss der Keimdauer auf bioaktive Verbindungen und antioxidative Aktivität von Linsensprossen

Kate

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Jemand aus meinem Umfeld hat mir eine Frage zu Linsensprossen gestellt und ich bin auf diese interessante Studie gestoßen:

Comparative Study > Acta Sci Pol Technol Aliment. 2015 Jul-Sep;14(3):233-246.

Effect of germination time on proximate analysis, bioactive compounds and antioxidant activity of lentil (Lens culinaris Medik.) sprouts
deutsch:
Einfluss der Keimdauer auf die Rohstoffanalyse, die bioaktiven Verbindungen und die antioxidative Aktivität von Linsensprossen (Lens culinaris Medik.)
A Ahmed Fouad, F M Ali Rehab
Affiliations
PMID: 28068031 - DOI: 10.17306/J.AFS.2015.3.25

Aus dem Abstract: Hintergrund, Material und Methoden

Ziel der Studie: Untersuchung der Auswirkungen einer Keimdauer von 3, 4, 5 und 6 Tagen auf Zusammensetzung und Eigenschaften von Linsensprossen. Die Linsen wurden dazu 12 Stunden bei Raumtemperatur in destilliertem Wasser eingeweicht, dann zwischen dicken Lagen Baumwolltuch 3, 4, 5 bzw. 6 Tage lang im Dunkeln keimen gelassen.

Bestimmt wurden in den rohen und gekeimten Proben:
  • Nährstoffzusammensetzung
  • Proteinsolubilität
  • freie Aminosäuren
  • antinutritive Faktoren
  • bioaktiven Verbindungen
  • antioxidative Aktivität
Ergebnisse:
Der Keimungsprozess führte zu einem signifikanten (P ≤ 0,05) Anstieg des Feuchtigkeitsgehalts, des Proteingehalts, des Aschegehalts, des Rohfasergehalts, der Proteinlöslichkeit, der freien Aminosäuren sowie des Gehalts an Gesamtzuckern, reduzierenden und nichtreduzierenden Zuckern.
Der Ölgehalt sowie die antinutritiven Faktoren (Tannine und Phytinsäure) nahmen hingegen signifikant (P ≤ 0,05) ab.
Die Ergebnisse zeigten, dass die essentiellen Aminosäuren im Gesamtprotein der Linsensamen 38,10 % des gesamten Aminosäuregehalts ausmachten. Schwefelhaltige Aminosäuren waren die erste limitierende Aminosäure, während Threonin die zweite limitierende Aminosäure in rohen und gekeimten Linsensamen war.
Der Keimungsprozess wirkt sich positiv auf den Gehalt an essentiellen Aminosäuren und das Protein-Effizienz-Verhältnis (PER) von Linsensprossen aus. Der Gehalt an Phenolverbindungen stieg von 1341,13 mg/100 g Trockenmasse in rohen Linsensamen auf 1411,50, 1463,00, 1630,20 bzw. 1510,10 in den Proben, die 3, 4, 5 und 6 Tage lang gekeimt waren. Die gekeimten Samen wiesen eine höhere DPPH-Radikalfängeraktivität sowie ein höheres Reduktionsvermögen auf.

Als Schlussfolgerung wird der Keimungsprozess empfohlen, um den Nährwert und die antioxidative Wirkung von Linsensamen zu steigern.

Klingt ziemlich gut, und wenn es wieder kühler ist, werde ich die wohl regelmäßig züchten, ebenso wie Brokkoli und Daikon-Rettich.

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Zu den in den Ergebnissen genannten "Phenolverbindungen" schrieb ChatGPT mir (gekürzt, zusammegefasst):

Phenolverbindungen (Polyphenole) sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in Lebensmitteln vorkommen. Sie sind keine essenziellen Nährstoffe, es gibt keine empfohlene tägliche Zufuhrmenge.

Zusammenfassung ihrer Bedeutung für die menschliche Ernährung nach der aktuellen Evidenz:
  • Antioxidative Wirkung: Beeinflussung von oxidativem Stress beeinflussen, sowohl direkt als auch über die Aktivierung körpereigener Schutzmechanismen - vor allem in experimentellen Studien. European Food Safety Authority
  • Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit: Wird in Beobachtungsstudien mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ein ursächlicher Zusammenhang sei jedoch für die Gesamtheit der Polyphenole nicht eindeutig belegt. World Health Organization
  • Einfluss auf Darmmikrobiota: Viele Polyphenole werden im Darm von Mikroorganismen verstoffwechselt und können die Zusammensetzung und Aktivität der Darmflora beeinflussen.
Fazit: Nach wissenschaftlichem Konsens ist eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln und damit reich an Polyphenolen mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Für einzelne Phenolverbindungen oder Nahrungsergänzungsmittel seien die gesundheitlichen Wirkungen dagegen häufig nicht ausreichend belegt.

Quellen:
  • European Food Safety Authority – wissenschaftliche Gutachten zu gesundheitsbezogenen Angaben für Polyphenole.
  • World Health Organization – Empfehlungen zu einer pflanzenreichen Ernährung und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten.
  • German Nutrition Society – Empfehlungen zu einer pflanzenbetonten Ernährung und sekundären Pflanzenstoffen.
 

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