Liebe inchi
Jeder müßte glaube ich selber erst Respekt vor sich selber haben.
Ich denke, dass das fast der wichtigere Schritt wäre. Achtung vor sich
selbst. Denn dann weiss ich auch genauer, bis wohin ich mir auch einmal auf der Nase herumtanzen lasse und ab wann es mir an die Substanz geht.
Manchmal ist der Respekt

oder sag ich mal lieber die Achtung vor sich selbst schon ein ganz weiter Weg.
Aber ein wichtiger, den kann und muss man ja auch nicht in einem Schritt nehmen.
Aber vielleicht schrittweise.
Das Wort Respekt löste bei mir schon Respekt aus.

Geht mir auch so weil:
"Du hast kein Respekt vor deinen Eltern, hieß es früher.
In meiner Familie kam es gleich wie Gehorsam.
Wir mußten Respekt vor den Eltern haben.
Zu uns hatten sie aber keinen.
Eben, und das meine ich nicht. Achtung vor mir und auch meinem Sohn heisst
nicht Strammstehen aus Furcht und blinder Gehorsam.
Und wenn ich Respekt von ihm erwarte, dann erwarte ich von mir selbst natürlich umgekehrt ebenso, ihn zu achten.
Nu, das klingt jetzt so stramm

)).
Ich sag jetzt einfach Wertschätzung. Ich schätze ihn. Und liebe ihn.
Und das von Grund auf einfach so.
Aber ich erwarte von ihm, dass er weiß, wer die Chefin ist

Ich habe das aus gesundheitlichen Gründen schleifen lassen müssen. Und was dabei herauskommt ist Orientierunglosigkeit bei ihm, und Überforderungsgefühle bei mir.
In einer 1:1 Situation, neigen sie eh dazu beständig am Sockel zu rütteln.
Es fehlt einfach der Dritte, wo sie ganz klar sehen können im täglichen Umgang, was sich hier gehört, und was man lieber nicht versucht.
Nun ist das bei dir ja anders.Aber dein Sohn hat ja verinnerlicht, was
er an Umgang sieht und spürt.
Ich möchte nicht, das mein Sohn/Tochter sich deswegen verbiegen sollen.
Nein, es geht ja auch nicht ums Verbiegen. Aber um die Richtung.
Also Orientierung. Und da gebe ich dann auch Sachen von mir, die ihm nicht schmecken.Und höre dann, ich sei die strengste Mama überhaupt.
Ausgerechnet. Ich bin streng weil er duschen muss, die Zähne putzen.
Oder weil ich, nachdem er den Kühlschrank in meiner Abwesenheit frech mit seinen Freunden geleert hat von ihm erwarte, abends noch kurz in den Laden zu gehen, um wenigstens meine verträglichen Sachen wieder zu bekommen.Die gleich mitgefuttert wurden von der Horde, der es völlig egal ist, was sie da in sich reinstopfen.
Er weiss aber, dass er nicht alles ungefragt nehmen darf.
Und verfüttern. Also. Mir reichts jetzt, wo sind meine Äpfel alle hin, und wo
die bittere Schokolade, die sie nicht mal mögen.Weggefressen.
Wer hat das Bad geflutet, nachdem ich es sauber gemacht habe und was ging hier eigentlich vor sich?
Verwüsten die mein Bad, und dann hauen sie ab nach draussen.
Ganz klar, dass er dann eben etwas tun muss. Auch wenn ich die strengste
Mama der Welt dann bin. Ich weiss ich bin es nicht.
Und er merkt, dass er sich beim nächsten Mal überlegen wird, ob er es zulässt, dass hier fünf Jungs
alles auf den Kopf stellen.Und wenn er es nicht tut, ist eben erst mal sein Schlüssel weg. Dann ist Schluss mit lustig. Natürlich sage ich ihm warum.
Und indem er einkaufen muss oder das Bad dann eben auch mal selber putzen, wird ihm klar, was das eigentlich auch heisst.Putzen, einkaufen.
Sein Blick darauf wird anders.
Ich kann ihm das zumuten, ich weiss ja, wie ich sonst zu ihm bin.

Aber er muss lernen, dass er mir nicht zusätzlich Stress machen darf.
Und da gab es einige sehr unschöne Situationen, die ich nicht weiter hier ausführen kann, da brachte er mich an den Rand.
So sehr, dass ich innerlich meinen Sohn verlor.Und er sich selber auch.
Und dann ist es schon sehr weit, inchi.
Gott sei Dank ist das vorbei.

Ich hab ihn wieder und er mich auch.Es war eine Zeit in der ich grosse Angst bekam..........
Da war er grenzüberschreitend, respektlos, verletzend. Frech.
Und ich zu erschöpft um zu reagieren. Deswegen war er es ja auch.
Die Chefin fehlte, oder sagen wir, die richtungweisende Mama.
Dann saß er gestrn bis 11 Uhr in seinem Zimmer.
Er konnte nicht frühstücken.
Jetzt weiß ich warum.
Er war zu überfordert.
Wenn man ihm zuviele Möglichkeiten gibt wie Eier und Speck, Brötchen, Brot mit Käse. Das ist zuviel für ihn.
Dann kann er sich nicht entscheiden.
Wäre ich nicht gekommen, er wäre nicht in der Lage gewesen etwas zu essen.
Dann mache ich es ihm, weil er zu überfordert ist.
Ja, die Richtung, und entscheiden. Kann sein, dass er auch mit zwanzig zu überfordert ist dafür, damit.
Aber wie wäre es, wenn er es sich vielleicht selbst machen muss, nachdem
Du für ihn vielleicht entscheidest dass es dann eben Eier mit Speck sind?
Und Sohnemann muß sich nicht mehr entscheiden.
Und wenn du ihn vorher fragst oder sagst; Es gibt dies und das. Und nun entscheide dich für eines. Und dabei bleibt es dann!
Ich suche ständig nach neuen Wegen, damit es leichter geht.
Ja, ich weiss. Und diese Wege laufen nie geradeaus.
Das habe ich mir abgeschminkt. Nur dürfen sie nicht Hüh und Hott sein, und
das mehrmals am Tag, sonst werde ich ja irre.
Schön das ich dich auf diesen Wegen getroffen habe.:freu:

) Nun ja, ich habe eben diese Müdigkeit, diese Mühe deinerseits gelesen.
Und inchi, ich weiss was es heisst einen komplizierten Jungen zu haben.
Es ist jetzt weniger kompliziert, eigentlich kaum mehr, denn er
erstaunt mich oft - so wie früher.
Aber vielleicht ist es einfacher, weil nur ich alleine mit ihm am Strick ziehen muss?
Wenn nämlich alle in verschiedene Richtungen ziehen...oder ich gar drei ziehen müsste - dann hätte ich bestimmt den Strick loslassen müssen, weil ich nimmer könnte......
Wertschätzung. Inchi. Und Achtung in einem guten Sinn.
Das meine ich mit Respekt.
Liebe Grüße dir
Felis