Eine Phantasiereise zum Inneren Weisen

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Hier der Text, wenn Sie sie für jemand anders sprechen wollen oder in einem bestimmten Rahmen ausprobieren möchten. Am Ende finden Sie den Text auch als Podcast. Bei den drei Punkten sollten Sie immer eine Pause machen. Bemühen Sie sich um eine ruhige, neutrale Stimme.
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Nimm dir Zeit, eine bequeme Position zu finden.
Entweder im Sitzen oder im Liegen. Wie es dir gerade passt.

Wenn du soweit bist, schließ einfach deine Augen.
Das Augenschließen erleichtert die ganze Fantasiereise.
Es gibt in den nächsten zwanzig Minuten im Äußeren nichts Wichtiges zu sehen.

Du kannst vielleicht spüren, wie du durch die Nase atmest.
Wie der Atem in deine Nase einströmt … und wieder raus.
Keine große Sache … ein … und aus.
Wie angenehm … Wie entspannend.
Es gibt gerade nichts Weiteres zu tun.

Stell Dir jetzt vor, dass du in einem Wald bist.
Es kann ein Wald sein, in dem du schon mal warst.

Oder du erfindest einfach einen Wald.
Vielleicht entsteht der Wald aber auch ganz allein vor deinem inneren Auge.

Durch den Wald führt ein schmaler Weg.
Der Weg führt langsam die Berge hinauf.
Du kannst langsam in deinem Tempo auf dem Weg gehen.
Ein paar Blumen wachsen am Wegrand.
Kannst du sie sehen? Vielleicht sogar riechen?

Der Weg führt langsam einen Berg hinauf.
Es läuft sich ganz leicht. Die Luft ist klar.
Du fühlst dich leicht.
Hinter einer Biegung geht der Weg in einen Platz über.

Du bist im Basislager angelangt.
Hier bleibst Du stehen und öffnest deinen Rucksack.
Aus dem Rucksack klettern kleine Gestalten heraus.

Das sind deine Persönlichkeitsanteile, die dich immer begleiten.

Ein Teil ist das innere Kind.
Ein anderer Teil dein innerer Kritiker.
Ein Teil, der dich immer antreibt.
Ein ängstlicher Teil. Ein mutiger Teil.
Ganz viele Teile sind da jetzt vor dir auf dem Platz des Basislagers.

Und jetzt wirst du die Wanderung ohne deine Teile fortführen.
Denn DU bist kein Teil.
Du bis das ICH.
Und das ICH beobachtet all die Teile, wie sie da durcheinander reden.
Denn sie haben Angst, wenn du sie hier zurücklässt.

Sag den Teilen jetzt, dass du allein weitergehen wirst.
Dass sie hier bleiben werden und auf dich warten sollen.
Denn du kommst wieder zurück und nimmst sie dann wieder in deinen Rucksack.

Jetzt gehst du allein weiter.
Ein unbetretener Weg führt geradeaus.
Vielleicht kannst du ihn unter deinen Füßen spüren.
Es ist der Weg zu einem ganz besonderen Berg.

Um dich herum sind wunderschöne Bäume, die langsam weniger werden.
Du läufst einen Weg entlang, weil du in der Ferne Wasser rauschen hörst.
Du kommst an einen kleinen Bach, läufst ans Ufer und betrachtest dein Bild im Wasser.

Nach einer Weile entdeckst du eine kleine Brücke, die über den Bach führt.
Du gehst dem Weg nach, der jetzt steiler wird – und steiniger.
Bis zum Eingang einer Höhle.

Du bist aufgeregt, weil du ahnst, dass hier etwas Besonderes auf dich wartet.
Du betrittst die Höhle, in der es sehr dunkel ist.
Nachdem deine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, bemerkst du, dass du nicht allein bist.

Vor dir, in einiger Entfernung sitzt ein fremdes Wesen.
Es könnte ein alter Mensch sein … oder ein Tier … oder eine Fantasiegestalt.
Das Wesen lädt dich freundlich ein, Platz zu nehmen.

Du spürst vielleicht, dass du dieses Wesen schon länger kennst und ihm vertrauen kannst.
Es fordert dich auf, ihm deine Frage zu stellen.
Nicht irgendeine Frage, sondern die Frage, die dich zur Zeit am meisten beschäftigt.

Und dann stellst du deine Frage – und wartest.

Und du bekommst bestimmt eine Antwort.
Vielleicht in Form von Worten.
Vielleicht ist es aber auch eine Geste oder das Wesen deutet auf etwas.
Aber du bekommst bestimmt eine Antwort.

Langsam wird es Zeit, wieder Abschied zu nehmen.
Als du dich mit einer Verbeugung verabschieden willst, drückt dir das Wesen noch etwas in die Hand.

Sein Abschiedsgeschenk.
Vielleicht erkennst du nicht gleich, was es ist – oder was es bedeuten soll.
Aber das Geschenk hängt mit deiner Frage und der Antwort zusammen.

Dankbar und etwas verwirrt verlässt du die Höhle.
Draußen müssen sich deine Augen erst an die Helligkeit gewöhnen.
Du findest den Weg zurück und kommst nach einer Weile wieder am Basislager an.

Die Teile deiner Persönlichkeit erkennen dich schon von weitem.
Sie sind froh, dass du zurückgekommen bist.

Du lässt dich nieder und öffnest deinen Rucksack.
Einer nach dem anderen klettern die Teile in den Rucksack.
Dann nimmst du ihn auf deine Schultern und trittst langsam den Rückweg an.

Nachdenklich aber mit einem guten Gefühl kommst du wieder in bekanntes Gelände.
Du nimmst ein, zwei tiefe Atemzüge, streckst dich, öffnest deine Augen und bist wieder hier.

Man kann sich so eine Phantasierreise auch selbst aufnehmen und sich dann vorspielen...

Grüsse,
Oregano
 
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