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Demenz

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27.01.04
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Wenn das Gedächtnis streikt, fehlt manchmal nur Vitamin B12

Bei Patienten mit kognitiven Einschränkungen lohnt es sich, die bisherige Medikation zu überprüfen / B12-Mangel häufig bei alten Menschen

WIESEBADEN (sko). Bei Patienten mit Verdacht auf eine Demenz sollten Ärzte die Medikation einmal genauer unter die Lupe nehmen. Denn viele gängige Wirkstoffe können die Kognition beeinträchtigen. Auch eine Intoxikation durch Schwermetalle und Lösungsmittel sowie ein Vitamin-B12-Mangel sollten ausgeschlossen werden.

"Es gibt viele Substanzen, bei denen man es nicht vermutet, daß sie zu kognitiven Störungen führen können." Daran hat Privatdozent Dr. Herbert F. Durwen von der Universität Bochum beim Neurologiekongreß in Wiesbaden erinnert. Als Beispiel nannte er Glukokortikoide, Analgetika, Antiasthmatika oder auch Antihypertensiva. Er selbst habe beobachtet, daß Patienten unter einer Behandlung mit einem Antihypertensivum kognitive Einschränkungen entwickelten, die nach Absetzen des Medikaments wieder verschwanden, so Durwen bei einem Symposium des Arbeitskreises Demenz.

Schätzungsweise seien bei ein bis zwei Prozent der Patienten mit Demenz-Verdacht die kognitiven Beeinträchtigungen Arzneimittel-induziert. Der Anteil sei also gering. Doch sollte man zumindest eine Beteiligung von Medikamente an Demenz-Symptomen nicht unterschätzen und die Pharmakotherapie bei Patienten mit kognitiven Einschränkungen kritisch überprüfen, sagte Durwen.

Bekannte Ursachen von kognitiven Einschränkungen sind auch Vergiftungen mit Schwermetallen wie Blei, Quecksilber, Thallium sowie mit organischen Lösungsmitteln - vor allem bei Personen, die beruflich mit solchen Substanzen Kontakt haben oder hatten.

Eine wichtige Ursache von kognitiven Störungen seien Krankheiten, die durch metabolische Störungen ausgelöst werden, etwa eine chronische Hypoglykämie.

Und auch bei einem Vitamin-B12-Mangel könne das Leitsymptom eine kognitive Einschränkung sein. Da in Deutschland besonders ältere Menschen ohne sicheres soziales Umfeld häufig fehl- oder unterernährt seien, lohne es sich hier, die Vitamin-Spiegel in regelmäßigen Abständen zu prüfen, sagte Durwen.

www.aerztezeitung.de/docs/2005/09/26/171a0405.asp?cat=
 
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10.01.04
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Da ist sicher viel dran, aqua. Danke :) .
Das Problem ist aus meiner Sicht, daß man den betreuenden Arzt erst einmal dazu bringen muß, ein Blutbild oder Blutuntersuchungen zu machen, wo man dann auch tatsächlich solche Mängel sieht. Vitamin B12 z.B. gehört ja nicht zu den üblichen Untersuchungen. Und wenn ein Mensch dann schon dement ist, kann er auch keine solche Untersuchung veranlassen.
Ich habe es erlebt, daß der Arzt in so einem Fall einfach meinte, das sei nicht nötig. Punkt! :mad: Im Pflegeheim kommst Du kaum über den Arzt hinweg, weil auch die Schwestern sich natürlich nach ihm richten.

Ein Neurologe, der Dr. Servan-Schreiber schreibt z.B. auch, daß Omega-3-Fettsäuren oft fehlt und daß durch die Gabe davon sich einiges verbessern kann. Aber auch hier das Problem: die Schwestern müssen mitspielen.

Ein Bekannter von uns ist in einem Pflegeheim. Diagnose Schizophrenie, in seinem Fall Verfolgungswahn. Er ist zeitweise völlig normal wie immer; kaum aber kommt die Rede bzw. sein Gedanke auf seinen "Verfolger" , ist es aus mit "normal". Und das ist nicht nur ein Tick sondern zieht Kreise... Er ist nicht ohne Grund im Pflegeheim.
Ich habe versucht, mit dem Arzt zu sprechen, ob man nicht eben solche Mängel feststellen könnte. Er war völlig desinteressiert, ablehnend und meinte, dass sich damit ganz sicher nichts machen ließe. Was kann man da noch machen? :confused:

Gruss,
Uta
 
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25.03.04
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Meine Oma war auch Demenzkrank. Das haben wir allerdings erst gewusst, nachdem meine Mutter den psych. Berater gemacht hat und über dieses Thema eine Arbeit geschrieben hat. Dann wurde uns erst bewusst, dass die Oma krank war und nicht wie wir dachten, einfach nur spinnt und uns das Leben mit ihrer Art, Weise und Anschuldigungen schwer machen wollte. So sieht man das dann auch einer ganz anderen Sicht. Ich habe dieser Oma viele schlimme Stunden zu verdanken und das hat Spuren hinterlassen, aber nachdem ich dann die Diagnose für mich annehmen konnte, habe ich ihr verzeihen können.

Uns hat auch damals kein Arzt darauf hingewiesen, dass es Demenz ist. Sie hat ja auch bei uns zu Hause gewohnt. Es ist manchmal auch nicht einfach eine Krankheit festzustellen, wenn man die Krankheit gar nicht kennt.

Würde es denn überhaupt was bringen, alte Menschen dann noch in der Hinsicht zu behandeln? Das frage ich mich jetzt... obs meiner Oma und uns noch geholfen hätte. Nun ist sie schon seit eingen Jahren tot. Leider kann man das nicht mehr ausprobieren.

VG
himmelsengel
 
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