Blutdruck natürlich senken

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04.04.06
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Hallo zusammen,

da mich im Moment einige Dinge beschäftigen, wollte ich gerne mal Euren Rat einholen. Ich weiß natürlich, dass dieses keinen Arztbesuch ersetzt, aber mir wäre es trotzdem wichtig, Eure Meinung zu hören.

Zunächst zu mir: Ich bin 43 Jahre alt, männlich und übergewichtig, ca. 125 kg bei 1,85 m.

Bis vor ca. einem Jahr war mein Blutdruck noch relativ normal, d. h. er bewegte sich meist so um die 137 zu 90. Leider ist dieses mittlerweile nicht mehr der Fall, er ist stark angestiegen. Ich habe gelegentlich Probleme mit dem Sehen, d. h. ich habe ab und zu ein Flimmern im Auge oder Blitze, wenn ich nervös bin. Außerdem habe ich Probleme mit der Koordination in der Hocke, hier fällt es mir schwer, die Balance zu halten, vor allem bei geschlossenen Augen. Auch beim Gehen habe ich diese Probleme. Bin ich ausgeruht und wenig nervös geht es besser mit dem Gehen, wenn ich nervös bin, sind die Muskeln angespannt und ich habe das Gefühl, dass ich laufe, als hätte ich was getrunken, was ich nicht habe. Vor allem im Dunkeln ist dieses so.

Ich schlafe nachts zwar, aber bin morgens total müde, fühle mich manchmal genervt und schnell reizbar.

Ich war beim meinem Hausarzt, dieser hat bei mir festgestellt:

- erhöhten Blutdruck, ca. 175/97
- Blutzucker ist erhöht, aber bei der Langzeitmessung war er zum Glück normal
- habe einen Vitamin B 12 Mangel und der Homocysteinwert ist zu hoch
- Fette sind zu hoch
- Magnesium ist im normalen Bereich, aber grenzwertig, der Wert könnte höher sein

Der Arzt sagte mir, ich solle auf jeden Fall eine Spritzen-Kur mit B-Vitaminen machen. Außerdem bekam ich Betablocker verschrieben. Ich sollte probieren, ob ich mit einem von den beiden klarkomme. Es ist Ramipril und das Mittel Candesartan.

Ich habe, wenn ich mir die Erfahrungsbericht durchlese aber Bedenken hinsichtlich der Einnahme dieser Mittel, auf der anderen Seite weiß ich, dass der Blutdruck runter muss. Ich hatte jetzt überlegt, ob ich mir mal Vitamin C oder Knoblauchtabletten holen soll, diese sollen auch gut helfen.

Ich habe einen Job, der mir Spaß macht, aber auch manchmal schon stressig ist und ernähre mich nicht gerade gesund, das ist mein Laster, vor allem mag ich salzige Sachen, was natürlich nicht gut für den Blutdruck ist. Außerdem schaffe ich es nur selten, genug zu trinken, vor allem auf der Arbeit und spazieren zu gehen o. ä.

Habt Ihr eine Idee, was man machen kann, um den Blutdruck zu senken und kennt ihr die Blutdruckmittel bzw. habt Erfahrungen damit?

Vielen Dank.

LG,

Oliver
 
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Habt Ihr eine Idee, was man machen kann, um den Blutdruck zu senken....
Hallo Oliver, eigentlich zeigst du in deiner Aufstellung:" Stress, ungesunde Ernährung zu viel Salz, zu wenig Wasser und zu wenig Bewegung" das du genau weißt was zu ändern wäre um den Blutdruck zu senken.

Reduziere deinen Stress in dem du dich mehr bewegst und übe dich in loslassen(Entspannung), Ernähre dich gesund und reduziere deine Salzkonsum, trinke mehr "Wasser".
Und wenn du dann noch moderate Bewegung aber auch richtige Entspannung in deinen Tagesplan einrichten kannst, bist du schon auf den richtigen Weg selber etwas gegen deinen Bluthochdruck zu tun.
....und kennt ihr die Blutdruckmittel bzw. habt Erfahrungen damit?
Ramipril ist ein gängiges Mittel um den Blutdruck zu senken, allerdings sind die Nebenwirkungen arger als der Bluthochdruck und das Mittel Candesartan kann mit den Nebenwirkungen von Ramipril mithalten....
  • Atemwegsinfektionen, Husten
  • Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge und Rachen (dies bedarf sofortige ärztliche Hilfe)
  • Schwindel, Drehschwindel
  • Hautausschlag
  • Kopfschmerzen
  • niedriger Blutdruck
  • erhöhter Kaliumspiegel, verminderte Natriumwerte
  • Einschränkung der Nierenfunktionen
  • Übelkeit
  • Rückenschmerzen
  • Erhöhte Leberenzymwerte, Leberfunktionsstörungen, Leberentzündung
Die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein, wenn Sie zu Müdigkeit oder Schwindel neigen.

Wenn ich dir ein Tipp geben darf: Kontrolliere deinen Blutdruck eine Woche, vor allem morgens nach dem aufstehen und zwei weitere male im laufe des Tages und schreibe dir die Ergebnisse mit Datum und Uhrzeit präzise auf.
Nimm diese Aufzeichnung mit zu deinem Arzt wenn du dir deine Vitamin B Spritze abholst, er kann auf dieser Aufzeichnung einiges ablesen, womöglich/eventuell brauchst du nicht sofort Blutdrucksenkende Mittel einzunehmen..... wenn du von jetzt auf gleich Selbstverantwortung übernimmst und einiges in deinem Leben veränderst.

Alles Gute.
Gruß Ory
 
Hallo Oliver, du solltest den Blutdruck nicht isoliert sehen. Deine Symptome entsprechen in der Summe einem metabolischen Syndrom, das aus den Faktoren Übergewicht, Insulinresistenz bzw. Diabetes, erhöhte Blutfette und erhöhter Blutdruck besteht. In deinem Alter sollte es möglich sein, das Ruder noch rumzureißen und ohne Medikamente wieder gesund werden zu können, aber das heißt: abnehmen, Krafttraining (weil arbeitende Muskeln dem Syndrom entgegenwirken), erheblich mehr Bewegung im Alltag, Ernährung umstellen. Alles sicher nicht einfach, aber du hast das Glück, etwas zu haben, was du selbst in der Hand hast und wo man weiß, wovon es kommt.

Mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich das Metabolische Syndrom am wirkungsvollsten vermeiden. Folgende Maßnahmen haben sich bei Risikopatienten bewährt:
  • Gewichtsabnahme um 5-7 % innerhalb von 3 Monaten
  • Mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche
  • Mindestens 15 Gramm faserhaltige Ballaststoffe pro 1000 Kilokalorien
  • Höchstens 30 % Fettanteil in der Nahrung
  • Höchstens 7-10 % gesättigte Fettsäuren in der täglichen Nahrung [das würde ich anzweifeln wollen; welche Fette wirklich gesund sind, ist sehr umstritten]
Patienten, die diese Vorgaben erreichen, können Folgeerkrankungen, z. B. den Ausbruch von Diabetes, fast immer verhindern. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle dieser Maßnahmen durch einen Arzt. Indem er Ihren Blutdruck, Taillenumfang und den Body Mass Index misst, kann er einfach und bequem den Erfolg der Maßnahmen beurteilen.
Quelle: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/metabolisches-syndrom/prognose-vorsorge.html

Und denk bitte nicht "bisher war mein Lebensstil ja kein Problem": Der Körper kann in jungen Jahren die "nicht artgerechte Haltung" kompensieren (--> keine erkennbaren Symptome), aber irgendwann ist mit dem Älterwerden bei jedem der Punkt gekommen, wo das System die Kompensation nicht mehr aufrechterhalten kann. Das dürfte der Grund sein, warum du das Gefühl hast, daß du jetzt so urplötzlich nicht mehr "gesund" bist.

Gruß
Malvegil
 
Dein Blutdruck muss zunächst medikamentös eingestellt werden und dann würde ich mit Ausdauertraining anfangen, kann auch mit Krafttraining kombiniert werden. Ziel ist, dass du erheblich Gewicht verlieren musst. Mit der Zeit wirst du dann auch ziemlich sicher die Blutdrucksenker reduzieren können. Ich würde das Candesartan dem Ramipril vorziehen, einen Betablocker halte ich bei isoliertem Bluthochdruck nicht für indiziert und dieser wirkt auch leistungsmindert, wenn du dich denn mal sportmäßig betätigst.

Ich kann dir nur sehr ans Herz legen eine sportmedizinische Untersuchung an einer Uni mit Laktatmessung zu machen vor dem Trainingbeginn. Da wird auch genau der Pulsbereich ermittelt, in welchem du trainieren musst. Die Untersuchung kostet ca. 200 €, wird aber von vielen Krankenkassen bezuschusst.
 
Hallo Oke,
ich würde erst mal Nahrungsergänzungen probieren und schauen, wie Deine Symptome darauf ansprechen.

  • Magnesium: Optimum ist am oberen Rand des Referenzbereichs. Magnesium ist sehr wichtig fürs Herz. (uA hilft es die Blutgefässe elastisch zu halten). (grad noch in der Norm ist so ähnlich wie Harz IV - sollte theoretisch reichen, tut's aber nicht).
  • Kalium: steckt in Gemüse und Obst. Man braucht ca. 5.000mg/Tag. Dazu braucht man >1 kg Bananen, oder 2 große Salatköpfe usw..
    Blutbefunde bleiben bei Kaliummangel lange unauffällig (der Körper versucht bis zum Schluss alle Reserven zu mobilisieren und den Level im Serum konstant zu halten).

Für den Start gibt es in Drogeriemärkten oft die Kombi Magnesium+Kalium (glaub je 400mg in einer Tablette). Da mit 1er starten (zB am Abend). Wenn das gut klappt auf 2 erhöhen (1ne am Vormittag, 1ne am Abend).
Bezüglich "klappt" - da Du von "gerne salzig" schreibst: es kann sein, dass Dein Körper nach Salz schreit, weil Deine Nebennieren gestresst sind/es brauchen. Somit: Salz ist nicht generell schlecht. Kalium und Salz sind "Gegenspieler" - zwar braucht der Körper beides, aber Kalium "verdrängt" Salz. Kalium hilft dem Körper auch Flüssigkeitsansammlungen (zB in den Beinen) auszuscheiden UND Blutdruck geht runter.
Somit Auge auf beides: Kalium und Salz.
Selbst bei 2 Kalium+Magnesium Kapseln bist Du erst bei max. 800mg Kalium. Brauchen tust Du ca. 5.000mg. Schau Dir Deinen Speiseplan an, wie viel Kalium ungefähr so reinkommt bei Dir (Kartoffeln, Gemüse etc.).
Bei Bedarf gibt es in Apos oder Online Kalium-Retard Kapseln (600-800mg/Kapsel).

Allein Kalium/Magnesium wird dazu führen, dass Du entwässerst und sich der ganze Körper entspannt. (ev. reicht allein das, damit Du Dich wieder problemlos bücken kannst).

B Vitamine - ja, unbedingt!

Vitamin C - ja, unbedingt (3-4x/Tag. Generell würde ich mehrere Gramm über den Tag verteilt nehmen. Wenn Du sehr Vitamin C arm gegessen hast in der letzten Zeit, würde ich mit niedrigen Dosierungen starten, um nicht zu viel auf einmal im Körper "aufzuwirbeln". zB 4x100mg für den Start.)

Die Kombi Vit C+Salz+Kalium ist super gut um die Nebennieren zu unterstützen. Ev. legt sich der Salzhunger/wird weniger, wenn Vit C und Kalium dazu kommt.

D3 nimmst Du? Wenn ja, wie viel?

Weitere Vitamine/Mikronährstoffe - je nach Ernährung würde ich an ein Multivitamin denken, zB Two-per-Day, damit auch Vitamin A, Jod, Selen usw. in ausreichender Menge reinkommt.

Omega 3 Fettsäuren --> über Fisch, oder ebenfalls als Kapseln.

Wasser: Körper unbedingt genug geben. Kann sein, dass Dein Körper keine Lust auf mehr Flüssigkeit hat/sich quasi "bewusst" dagegen sperrt. Das ist der Fall, wenn er zu wenig Elektrolyte hat (oder da ein großes Ungleichgewicht herrscht) und er nicht noch mehr ausscheiden/verlieren will.
Beobachte, ob es durchs mehr Kalium/Magnesium und Salz nach Gusto besser wird mit gesundem Durstgefühl.

Blutzucker/Übergewicht: auch wenn der Langzeitzucker passt, hast Du mit recht großer Wahrscheinlichkeit eine Insulinresistenz (Diabetes Vorstufe). Das führt auch dazu, dass Dein Sättigungsgefühl immer weniger verlässlich funktioniert. Dein Körper "hungert" (ihm fehlen Nährstoffe und gleichzeitig kann er ein zu viel an leicht verfügbaren Kohlehydraten nicht verstoffwechseln). Und weil er hungert, aber das falsche bekommt, schreit er weiterhin nach Nahrung um die Mängel zu beseitigen (das führt letztlich zum Übergewicht).

Ev. magst mal in low carb/high fat reinschauen. Da darf man richtig lecker und fettreich essen (gern auch ein Mousse au Chocolat, Rippchen, Mascarpone mit Beeren usw.). Allerdings lässt man Kohlehydrate weg (und wechselt so vom Zuckerstoffwechsel in den Fettstoffwechsel). Die Belohnung ist relativ schnelle Gewichtsabnahme, kein Heißhungergefühl mehr, Bauchspeicheldrüse erholt sich, Entzündungen werden nicht mehr angefeuert usw... (und ja, Umstellung - vA erste Woche ist nicht ohne. vA wenn man es gewöhnt ist eher ungesund zu essen).

lg togi
 
Ramipril ist ein gängiges Mittel um den Blutdruck zu senken, allerdings sind die Nebenwirkungen arger als der Bluthochdruck und das Mittel Candesartan kann mit den Nebenwirkungen von Ramipril mithalten....
Welche Nebenwirkung soll den ärger sein als Schlaganfall und Herzinfarkt? Eine Systole von 175 sollte man zügig senken, dann kann man immer noch alternativ herumexperimentieren (was m.E. eh nix bringen wird). Falls der Blutdruck beim Arzt gemessen wurde sollte man zu Hause mal eine zeitlang kontrollieren oder eine 24h RR-Messung machen. Einzelmessung beim Arzt ist gerne mal zu hoch.
 
Welche Nebenwirkung soll den ärger sein als Schlaganfall und Herzinfarkt? Eine Systole von 175 sollte man zügig senken, dann kann man immer noch alternativ herumexperimentieren (was m.E. eh nix bringen wird)
Ich hab etliche in meinem Umfeld die ihren BD innerhalb von TAGEN dank Kalium STARK senken konnten. Wenn Mangel allein aufgrund von Ernährungsweise schon ins Aug sticht, ist es imho auf alle Fälle einen Versuch wert.
(auch wenn ACE Hemmer bei OKE nicht genannt wurden - die machen ja auch nix anderes, als Kalium im Körper zurückzuhalten und so den BD zu senken. imho völlig idiotisch - warum gibt man den Leuten nicht zuerst genug Kalium, statt das wenige was sie haben da sehr nebenwirkungsreich im Körper recyceln zu wollen.)

Kalium + Magnesium --> essenziell (somit lebensnotwendig. Braucht der Körper. Mangel erzeugt Symptome)
Blutdruckmedikamente --> nicht essenziell. somit nicht lebensnotwendig. Wie Ory schreibt: Einnahme erzeugt Symptome..

So wie Oke schreibt - mit Magnesium und Kaliummangel kann der Körper gar nicht anders als hohen BD zu haben. (solang NN noch halbwegs funktionieren). Soweit mM.

(und Blutdruckmedis laufen ja nicht weg. Mit obigen NEMs sieht man innerhalb weniger Tage ob's funktioniert oder nicht).

lg togi
 
Blutdruckmedikamente --> nicht essenziell. somit nicht lebensnotwendig.
Ja, Antibiotika sind auch nicht essentiell, somit sollte man die bei Sepsis auch nicht mehr geben, sondern wohl mit Zink und Vitamin C behandeln? Naja, soll jeder halten wie er will, muss ja auch jeder am eigenen Leib ausbaden.
 
Hallihallo,
Ja, Antibiotika sind auch nicht essentiell, somit sollte man die bei Sepsis auch nicht mehr geben, sondern wohl mit Zink und Vitamin C behandeln? Naja, soll jeder halten wie er will, muss ja auch jeder am eigenen Leib ausbaden.
Imho passt Dein Vergleich nicht.
Es geht nicht drum, dass Oke grad in einem "in der Minute lebensbedrohlichen Akut Zustand" ist. Er hatte weder gerade eine Herz-OP, Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung hinter sich, nach der über Beta Blocker Sinn machen könnten, sondern um (nicht seit gestern) bestehenden Bluthochdruck, der imho durch Magnesium-/Kalimmangel verursacht sein kann. Somit liegt es - für mich - auf der Hand mal genau da anzusetzen.

Ich würde jemandem, der am Verdursten ist zunächst mal Wasser geben und keine Tablette, die verhindert, dass Wasser ausgeschieden wird. Oder?

Seine Frage ist, ob man Blutdruck natürlich senken kann. Antwort ist: JA
Ärztliche Meinung hat er auch eingeholt.
Rest muss und wird er selbst entscheiden.
(wir sind alle erwachsen)

Es zeigt nur auf, dass Togis Argument "essentiell/nichtessentiell" Bullshit ist.
Das ist natürlich super sachlich und überzeugend. Merci :rolleyes:🤪
(den Vergleich mit Sepsis/AB hast Du reingebracht, nicht ich, somit...)

So, @Grantler: klinke mich nun aus der Grundsatzdiskussion zur Grundsatzdiskussion aus. Von meiner Seite ist soweit alles geschrieben.

Oke, falls Du Fragen hast, gerne.

Grüßlis
Togi
 
(den Vergleich mit Sepsis/AB hast Du reingebracht, nicht ich, somit...)
Du verstehst das Argument nicht. Du lehnst Blutdrucksenker ab, das sie "nicht essentiell" seien bzw. nicht natürlicherweise im Körper vorkommen. Damit müsstest du jegliche Medikamente ablehnen, da das für fast alle gilt. Wie absurd das ist, habe ich am Beispiel der Sepsis dann aufgezeigt. Aber ja, wir können uns eine Grundsatzdiskussion sparen, da wir da eh nicht auf einen Nenner kommen und den TO bringt es auch nicht weiter.
 
Ich würde jemandem, der am Verdursten ist zunächst mal Wasser geben und keine Tablette, die verhindert, dass Wasser ausgeschieden wird. Oder?
#11

Hallo togi,

könntest Du das etwas genauer erklären, bitte?
- Welche Tablette verhindert, daß Wasser ausgeschieden wird?

Grüsse,
Oregano
 
.... und ernähre mich nicht gerade gesund, das ist mein Laster, vor allem mag ich salzige Sachen, was natürlich nicht gut für den Blutdruck ist. Außerdem schaffe ich es nur selten, genug zu trinken, vor allem auf der Arbeit und spazieren zu gehen o. ä.
Oliver, du sagst es selber, du ernährst dich nicht gesund.
Du hast Lust auf salzige Sachen? - Dann nimm als erstes ein echtes unraffiniertes Salz ohne Fluorid und andere Zusätze, dir fehlen vielleicht Mineralsalze, Mineralstoffe und Spurenelemente, reines Industriesalz ist ungesund. Trinke lieber morgens Heilerde, Basenpulver o.ä. auf nüchternen Magen.

Dein Blutdruck ist zu hoch? - vermutlich ist dein Blut verdickt oder die Blutgefäße verengt. Bist du geimpft? - das auch wäre ein Grund. Wenn nicht, auch Milchprodukte machen das Blut dick und verschleimen den Körper.
Verusuche dich besser mal mehr pflanzlich zu ernähren, Beeren, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Kerne, Hülsenfüchte, Haferflocken, Reis, Kartoffel, Fermentiertes (Sauerkraut, Kimchi...), Algen, Seegras ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oke,

hast Du Deinen Blutdruck schon mal im Liegen gemessen; also ungefähr 15 Min. nach dem Hinlegen?
Falls dieser dann im Normbereich liegt, kann Stress eine Rolle spielen.
Auch würde ich immer mal wiederholend im Liegen messen, ob dieser dort dann im NormBereich bleibt,
zumindest hast Du dann eine Beruhigung, dass Dein Körper, also die Blutgefäße sich nachts viele Stunden entspannen können.

Viele Grüße von Kayen
 
Magnesium ist im normalen Bereich, aber grenzwertig, der Wert könnte höher sein
Das spricht für einen Mg-Mangel.

Die Mg-Bestimmung im Blutserum ist wie die Kaliumbestimmung im Serum sehr störanfällig.
Das Blut muss nach 30 Minuten zentrifugiert werden und danach muss die klare Flüssigkeit abpipettiert werden und in ein separates Röhrchen gefüllt werden.
Das wird oft nicht gemacht.
Wird das Blut nicht getrennt, so kommt es dazu, dass die roten Blutkörperchen platzen auf dem langen Weg zum Labor. Dann tritt aus diesen Kalum/Magnesium aus und erhöht so die Konzentration in der klaren Flüssigkeit (Serum).
Ich habe meine niedrigsten Kaliumwerte immer dann gehabt, wenn ich im Krankenhaus war, weil dort der Weg zum Labor kurz ist.

Sollte das Mg nicht im Serum sondern im Vollblut bestimmt worden sein, würde ich bei einem grenzwertigen Wert auch einen zumindest latenten Mangel annehmen.

Ein hoher Blutdruck kann zu Schwindel und neurologischen Störungen führen.
Aber natürlich kann man solche Störungen auch noch von anderen Ursachen bekommen.

Mg-Mangel kann den Blutdruck erhöhen. Kaliummangel vermutlich auch.
Wichtihg ist daher, dass man solche Mängel ggf. beseitigt.
Aber dennoch sollte man nicht gigantisch viel davon nehmen. Viel zu viel Kaliom ist auch schädlich wie eben zu wenig Kalium auch schädlich sein kann. Beides spielt beim Herz eine Rolle.
Außerdem bekam ich Betablocker verschrieben. Ich sollte probieren, ob ich mit einem von den beiden klarkomme. Es ist Ramipril und das Mittel Candesartan.
Candesartan ist ein Sartan und kein Beta-Blocker.
Ramipril ist ein ACE-Hemmer und auch kein Beta-Blocker.
Hast Du also noch zusätzlich einen Beta-Blocker bekommen?
Ich hoffe, der Arzt hat Dir alles gut erklärt.

Ich suche derzeit auch noch nach dem richtigen Blutdruckmittel und kenne das Problem.
Achte auf die Nebenwirkungen.
In den Packungsbeilagen wirst Du auch neurologische Nebenwirkungen finden wie auch etlcihe andere, die man bekommen kann.
Nicht alle bekommt man natürlich.

Ich will Dir die Mittel nicht ausreden: Viele Menschen nehmen sie und kommen damit klar.
Daher ist es wichtig, wenn Du die Nebenwirkungen evtl. mit dem Arzt besprichst. Denn auch die Dosis kann eine Rolle spielen.

Einer meiner Ärzte sagte mir, dass der Ausgleich eines Magnesiummangels einen hohen Blutdruck nicht völlig beseitigt. Eine (leichte) Senkung ist aber möglich.
 
Vorsicht vor Rote Bete, wenn man Probleme mit Oxalsäure hat:

... Neben vielen wertvollen Nährstoffen enthält Rote Bete auch Oxalsäure. Diese behindert die Aufnahme von Kalzium, Magnesium und Eisen im menschlichen Körper. Menschen mit Nierenerkrankungen oder Gallenerkrankungen sollten oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Rote Bete und Rhabarber deshalb nur in Maßen essen oder darauf verzichten. Eine Rücksprache mit seinem Arzt oder seiner Ärztin ist ratsam. Durch das Kochen oder Blanchieren sinkt der Oxalgehalt im Gemüse.

Rote Rüben enthalten neben Oxalsäure auch Nitrat. Unter bestimmten Voraussetzungen wie der falschen Lagerung der Bete kann sich das Nitrat in Nitrit umwandeln, das den Sauerstofftransport im Blut behindert. Aus Nitrit wiederum können sich im Körper krebserregende Nitrosamine bilden. Säuglinge und Kleinkinder sollten besser keine Rote Bete verzehren. ...
https://www.oekotest.de/essen-trinken/Rote-Bete-roh-essen-Ist-das-gesund_14153_1.html

Grüsse,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ballaststoffe und Calcium soll Oxalsäure binden.

Beim Abbau von Vitamin C soll auch Oxalsäure entstehen und auch Süsskartoffel haben mehr Oxalsäure als Rote Bete - interessant, das wusste ich nicht.


Allerdings sagt mir Gemini auch, dass es 2 Formen von Oxalsäure gäbe und die unlösliche läge in Süsskartoffeln vor, und könne der Körper eher weniger aufnehmen, als die lösliche Form in Rote Bete. Hab diese Info aber nicht überprüft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Mann benötigt im Sommer kein Blutdruckmittel. Das hängt mit Sonne (UVB, Vitamin D Aufnahme) und Wärme zusammen, sodass sich auch seine Schuppenflechte bis Ende September verbessert. Allerdings liegt er viel in der Sonne und als dunkler Hauttyp hat er mit der Sonne auch noch nie Probleme gehabt. Vitaminen D Einnahmen, egal in welcher Dosis und Form, bringen ihm über den Winter nichts.
Hier ist ein sehr guter Artikel über das Thema:
Mit Google übersetzt

https://web.archive.org/web/2024070...ect.com/science/article/pii/S0022202X2400280X

UVR ist ein Hautkrebserreger, aber keine Studien verbinden Sonneneinstrahlung mit einer erhöhten Gesamtmortalität. Epidemiologische Studien aus dem Vereinigten Königreich und Schweden verbinden Sonneneinstrahlung mit einer reduzierten Gesamt-, Herz-Kreislauf- und Krebssterblichkeit. Die Vitamin-D-Synthese hängt von der UVB-Exposition ab. Personen mit einem höheren Vitamin-D-Serumspiegel sind in vielerlei Hinsicht gesünder, aber mehrere Studien zur oralen Vitamin-D-Supplementierung zeigen wenig Nutzen. Immer mehr Erkenntnisse zeigen, dass Sonnenlicht gesundheitliche Vorteile durch Vitamin-D-unabhängige Wege hat, wie z.B. die Photomobilisierung von Stickstoffmonoxid aus Hautspeichern mit Verringerung der kardiovaskulären Morbidität. Sonnenlicht hat wichtige systemische gesundheitliche Vorteile sowie Risiken. …

Epidemiologische und evolutionäre Erkenntnisse deuten auf einen erheblichen Nutzen von Sonneneinstrahlung hin, offenbaren jedoch keine Mechanismen. Die Bildung von Vitamin D ist das am besten erforschte UV-abhängige Biomolekül. UVB-Strahlung ist für die epidermale Bildung von Cholecalciferol erforderlich, der Vorstufe des aktiven Vitamin D3, 1,25-Dihydroxycholecalciferol. Der gemessene Vitamin-D-Status (im Allgemeinen das einfach hydroxylierte 25-Hydroxycholecalciferol als Zwischenprodukt) dient als nützlicher Biomarker für die Exposition gegenüber UVB-Sonnenlicht, wie die saisonalen Schwankungen des Vitamin-D-Spiegels mit einem Tiefpunkt in den Wintermonaten belegen. Der Kalzium- und Phosphatstoffwechsel ist auf Vitamin D angewiesen, und niedrige Vitamin-D-Spiegel aufgrund unzureichender Ernährung oder Sonneneinstrahlung verursachen Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen. …

Zahlreiche Krankheiten, darunter Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Multiple Sklerose (MS) und Krebs, werden alle mit niedrigen gemessenen Vitamin-D-Werten in Verbindung gebracht, und die Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittelindustrie hat weltweit einen Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr (Mordor Intelligence, 2023). Insgesamt 30 % aller Amerikaner im Alter von über 60 Jahren nehmen Vitamin-D-Präparate ein (Cummings und Rosen, 2022). Korrelation ist jedoch kein Beweis für Kausalität. Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierter klinischer Studien zur oralen Einnahme von Vitamin D-Supplementen zeigen keinen Nutzen bei der Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, zerebrovaskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM), chronischer Nierenerkrankung oder MS …

… Dennoch raten dermatologische Ärzte zu strikter Vermeidung von Sonnenlicht, wobei eine orale Vitamin-D-Ergänzung vermutlich die gesundheitlichen Nachteile ausgleichen soll, die bei niedrigen gemessenen Vitamin-D-Werten bei Sonnenvermeidern auftreten (American Academy of Dermatology, 2023). Dieser Rat ist in einer Zeit überholt, in der die überwältigende Zahl an Beweisen zeigt, dass eine Vitamin-D-Ergänzung nur für eng definierte Untergruppen der Bevölkerung und eine begrenzte Anzahl von Erkrankungen von Nutzen ist.

Blutdruck ist weltweit die häufigste Ursache für behinderungsbereinigte Lebensjahre und für 18 % aller Todesfälle weltweit verantwortlich (Murray et al., 2012). Der Bevölkerungsblutdruck korreliert direkt mit dem Breitengrad, sodass etwa 25 % der Blutdruckvariation in der Zeit vor der Einführung antihypertensiver Behandlungen auf den Breitengrad zurückzuführen sind (Weller et al., 2021). Auch die Jahreszeit hat einen starken Einfluss auf den Blutdruck. In Großbritannien beträgt die Sommer-Winter-Variation des Bevölkerungsblutdrucks 5,6 (95 % KI = 7,1–4,0)/3,3 (95 % KI = 4,0–2,7) mmHg (Kollias et al., 2019). Diese Daten deuten auf einen sonnenlichtbedingten Mechanismus hin. Gemessene Vitamin-D-Spiegel korrelieren umgekehrt proportional zum Blutdruck, sodass bei Personen mit Vitamin-D-Spiegeln im oberen Quartil die Wahrscheinlichkeit einer Hypertonie-Diagnose halbiert wird wie bei Personen im unteren Quartil (Zhang et al., 2020). Orale Vitamin-D-Präparate haben jedoch keinen Einfluss auf den Blutdruck (Bolland et al., 2014), sodass ein Vitamin-D-unabhängiger Effekt verantwortlich sein muss.

Ich und meine Kollegen haben einen alternativen Mechanismus identifiziert, durch den Sonnenlicht den Blutdruck senkt. Die Haut enthält große Mengen an Stickoxiden, hauptsächlich als Nitrat, Nitrit und S-Nitrosothiole (Mowbray et al., 2009 ). Die Entdeckung von Feelisch et al. (2010), dass Nitrat in Gegenwart von Thiolen durch UV-Licht photoreduziert werden kann (Dejam et al., 2003), legte die Möglichkeit nahe, dass diese kutanen Stickoxide für die bekannten saisonalen und breitenabhängigen Schwankungen des Blutdrucks in der Bevölkerung verantwortlich sein könnten. Die Gruppen um Weller und Suschek zeigten anschließend unabhängig voneinander, dass UVA-Bestrahlung an Probanden Stickstoffmonoxid (NO) aus den Hautspeichern in den Blutkreislauf mobilisiert und dort durch arterielle Dilatation den Blutdruck senkt (Opländer et al., 2009), und zwar temperaturunabhängig (Liu et al., 2014). UVA wurde verwendet, da UVA kein Vitamin D synthetisiert und somit die Vitamin-D-unabhängige Natur der UV-induzierten Blutdrucksenkung nachgewiesen werden konnte. Die zur Mobilisierung von NO aus Keratinozyten erforderliche UV-Energie des natürlichen Sonnenlichts liegt unterhalb derjenigen, die zu nachweisbaren DNA-Schäden führt (Hazell et al., 2023). In einer epidemiologischen Studie mit über 340.000 amerikanischen Dialysepatienten, deren Blutdruck dreimal wöchentlich gemessen wird und die in über 2.000 verschiedenen Dialysezentren in den gesamten USA behandelt und über zwei Jahre lang beobachtet wurden, konnten wir den Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und Blutdruck untersuchen, wobei wir die Temperatur korrigierten und die Auswirkungen von Wellenlänge und Hautfarbe auf diesen Zusammenhang untersuchten. Wir bestätigen, dass die UV-Belastung unabhängig von der Temperatur umgekehrt proportional zum Blutdruck ist und dass der positive blutdrucksenkende Effekt von UV-Strahlung bei weißen Amerikanern stärker ausgeprägt ist als bei schwarzen Amerikanern und bei UVB stärker ist als bei UVA (Weller et al., Weller)

Die Senkung des Blutdrucks korreliert linear mit der Verringerung der kardiovaskulären Ereignisse (Ettehad et al., 2016), die selbst die Hauptursache für die globale Sterblichkeit sind (Weltgesundheitsorganisation, 2020). Die relative Risikoreduktion ist unabhängig von Alter und Vorbehandlung BP (Blood Pressure Lowering Treatment Trialists' Collaboration, 2021), obwohl die absolute Risikoreduktion bei älteren Kohorten und solchen mit höheren Vorbehandlungswerten größer ist. Bluthochdruck ist keine Krankheit, sondern eine Klassifizierung, und auf Bevölkerungsebene reduzieren Blutdrucksenkungen kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität in der Bevölkerung. Um dies widerzuspiegeln, änderte die American Heart Association die Definition von Bluthochdruck im Jahr 2017 von einem klinischen BP >140/90 mmHg auf >130/80 (Whelton et al., 2018), und die Europäischen Gesellschaften für Hypertension und Kardiologie haben 2018 eine ähnliche Neuklassifizierung vorgenommen (Williams et al., 2018). Die saisonalen Unterschiede bei der Sterblichkeit sind zwischen Ländern in höheren Breiten bestehen und werden weitgehend durch die Variationen der kardiovaskulären Sterblichkeit verursacht (Marti-Soler et al, 2014). Es entspricht der gleichen saisonalen Variation in BP und ist nicht in Ländern zu sehen, die näher am Äquator liegen. Die Temperatur spielt eine Rolle bei der saisonalen BP-Variation, aber wir haben gezeigt, dass sie nur etwa die Hälfte ausmacht (Weller et al, 2020). Die enge Beziehung zwischen BP und den daraus resultierenden kardiovaskulären Ereignissen bedeutet, dass der um 6 mmHg höhere systolische BP im Winter als im Sommer (Kollias et al., 2019) kausal mit der um 23 % höheren kardiovaskulären Sterblichkeit in Verbindung gebracht werden kann (Stewart et al., 2017). Eine unzureichende UV-Exposition in den Wintermonaten liegt somit einem Großteil des regelmäßigen Anstiegs der Gesamtsterblichkeit im Winter zugrunde.

Die UV-gesteuerte Vitamin-D-Bildung macht einige der Vorteile des Sonnenlichts aus, insbesondere für die Knochengesundheit. Die UV-gesteuerte NO-Freisetzung ist wahrscheinlich für einen Großteil der kardiovaskulären Auswirkungen verantwortlich. Andere Mechanismen, in denen UV die systemische Gesundheit beeinflussen könnte, existieren, wurden aber noch wenig am Menschen untersucht. Die Schichtung der Gentranskription in PBMCs und Adipozyten nach der Jahreszeit, in der sie analysiert wurden, zeigt, dass 30 % der proteinkodierenden Gene saisonale Variationen aufweisen (Dopico et al, 2015). Im Großen und Ganzen werden proinflammatorische Gene im Winter hochreguliert, begleitet von einem Anstieg der Proteinmarker der Entzündung wie IL-6-Rezeptor und CRP. Die Autoren schlagen vor, dass diese jährlichen Rhythmen den Körper auf den Anstieg der Prävalenz von Infektionskrankheiten im Winter vorbereiten, auf Kosten einer Erhöhung des Risikos von kardiometabolischen Erkrankungen im Zusammenhang mit Entzündungen.

Die normale racemische Mischung aus trans- und cis-urocansäure (UCA) in der Epidermis wird durch UV-Exposition zu überwiegend cis-UCA verändert (Hart und Norval, 2021). Diese Isomerisierung führt zu lichtschützenden Wirkungen, wobei UCA-mangelhafte Mäuse 40 % mehr Photodimere zeigen, die nach UVB-Bestrahlung gebildet werden, als Wildtyp-Mäuse (Barresi et al., 2011). Photoisomerisiertes cis-UCA hat immunmodulatorische Wirkungen auf die Haut, die zum einen Entzündungen kontrollieren und andererseits Hautkrebs fördern können, indem sie die zellvermittelte Immunität verringern. …

Klinische Studien über krankheitsspezifische Vorteile der Sonneneinstrahlung sind begrenzt, aber ein Quartett indirekter Maßnahmen kann auf die Bedingungen hindeuten, bei denen UV wichtig ist. Da die Hautfarbe die Reaktion auf UV bestimmt, muss dies bei der Analyse epidemiologischer Messungen berücksichtigt werden. Eine UV-beeinflusste, Vitamin-D-unabhängige Krankheit kann hypothetisch gemacht werden, wenn es einen Breitengradienten, eine saisonale Variation und eine Korrelation mit den gemessenen Vitamin-D-Spiegeln gibt, aber in klinischen Studien keinen Nutzen aus Vitamin-D-Supplementierung oder Mendelschen Randomisierungs-Prox-Maßnahmen dafür (Tabelle 1). …

Die Gesamtmortalität ist im Winter deutlich höher als im Sommer. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schotte während einer Woche im Januar stirbt, ist 30 % höher als während einer Woche im Juli (Gemmell et al, 2000), und die gleiche deutliche Veränderung der Sterblichkeit mit einem Wintergipfel und einem Sommer-Nadir wird bei kardiovaskulärer und nicht-kardiovaskulärer/nicht krebsfreier Sterblichkeit in allen Ländern mit höheren Breitenfällen beobachtet (Marti-Soler et al, 2014), aber nicht in äquatorialen Ländern. Hippokrates schrieb im 5. Jahrhundert vor Christus diese saisonale Variation der Krankheit. Der regelmäßige Anstieg der kardiovaskulären und respiratorischen Infektionssterblichkeit in jedem Winter ist so vorhersehbar, dass die Personalbesetzung in Krankenhäusern, die Urlaubstermine der Ärzte und sogar die Regierungspolitik zum Zeitpunkt der Aufhebung der COVID-19-Beschränkungen geplant sind, um Zeiten zu vermeiden, in denen der Nationale Gesundheitsdienst unter maximalem Winterstress steht (Sample und Grover, 2021). Wir leben seit Jahrtausenden mit dieser regelmäßigen jährlichen Pandemie und sind so normalisiert, dass wenig darüber nachgedacht wird, warum sie auftreten sollte. Es werden Assoziationen mit Änderungen der Temperatur oder Luftfeuchtigkeit oder des Lebens in Innenräumen hergestellt, aber mit minimalem Nachweis, dass diese Faktoren kausal zusammenhängen. Die zuvor skizzierten Beweise dafür, dass UV wichtig ist, sind mindestens so robust wie die vorhandenen weitgehend anekdotischen Erklärungen. ….
 
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