Bioidente Schilddrüsenhormone in der Hypothyreose-Behandlung - ein Update (Michael Weissel, J.f. Endokrinologie, Diabetologie u. Stoffwechsel, 4/2019)

Kate

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Eben auf einer Kurzrecherche zu NDT gefunden (Hervorhebungen von mir):

Open Access 12.08.2019 | Endokrinologie▹ | Originalien
Rolle der bioidenten Schilddrüsenhormone in der Behandlung der Hypothyreose: Ein Update
Verfasst vonUniv. Prof. Dr. Michael Weissel
Erschienen in Journal für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel▹| Ausgabe 4/2019▹

Zusammenfassung aus dem Artikel:
Zusammenfassend muss also festgestellt werden, dass es

1) keine klare Evidenz dafür gibt, dass die Lebensqualität hypothyreoter Patienten unter DTE besser ist als unter der Monotherapie mit L‑Thyroxin. Allerdings scheint der subjektive Zufriedenheitsgrad unter DTE undefinierbar besser zu sein.

2) bis heute keine soliden Studien darüber vorliegen, ob eine Langzeittherapie mit DTE mit relevanten Nebenwirkungen behaftet ist (Hyperthyreose durch T3-Anteil?). Da es sich um eine lebenslange Therapie handelt, müssen solche Studien gefordert werden.

3) Der Preisvergleich – zumindest in Österreich – ein zusätzliches Argument dafür ist, die DTE-Therapie wirklich nur als Therapieversuch nach fehlendem Therapieerfolg einer adäquaten T4-Monotherapie einzusetzen.
Interessant auch:
Eine Ausnahme scheint es aber zu geben: Hypothyreote Patienten mit Variationen im Dejodinase-2-Gen klagen laut Panicker et al. [26] häufiger über psychische Beschwerden. Diese psychischen Missempfindungen sprachen bei den von den Autoren beobachteten Patienten signifikant besser auf eine T4/T3-Kombinationstherapie an als ebenso behandelte hypothyreote Patienten mit intakter Dejodinase DIO2.

Tja, schade, dass die Datenlage dazu demnach noch so unzureichend ist. Jemand, der sich öfter mal zu diesen Extrakten äußert, ist Dr. Berndt Rieger. Siehe z.B. (pdf; 216,4 kB):
https://hormonie.org/wp-content/uploads/2019/11/Merkblatt-Schilddrüsenextrakt.pdf

Kritisiert wird oftmals (siehe 1. Zitat) das mit ca. 4:1 nicht sehr "menschenähnliche" T4:T3-Verhältnis (physiologisch wäre laut dem Artikel 15:1) von Schweineschilddrüsen-Extrakt, das zu erhöhten fT3-Spiegeln samt Überfunktionssymtomen führen könne. Zu Rinderschilddrüsen-Extrakt liegen laut kurzer KI-Nachfrage keine exakten Daten zu diesem Verhältnis vor, ist aber zumindest im Blut mit 50:1 laut dieser Dissertation (pdf; 4,6 MB): viel höher.

Bemerkung zu den Urheberrechten des o.g. Artikels:
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Ich habe abgesehen von meinen Hervorhebungen keine Änderungen in den Zitaten vorgenommen.
 
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