Benzodiazepin - Erfahrungsbericht Abhängigkeit und Entzug

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Hallo Zusammen,
ich hatte 1999-2012 ein Benzodiazepin zur Angst- und Alltagsbewältigung zu mir genommen. Seit 17.04.2012 habe ich das nicht mehr gebraucht. Ich hatte vom April 2012 bis Anfang 2013 den Entzug durchgemacht, inklusive Besuch von Kliniken und Reha-Einrichtungen. Wobei der Entzug selbst ambulant war! Die Kliniken waren dann zur Festigung neuer Strategien und zur Rehabilitation.

Nach dem ich mich nun so fühle, als ob diese sehr schwierige Zeit überstanden ist und ich sehr optimistisch in die Zukunft schaue, überlege ich, ob ich ein Buch über die Zeit mit dem Benzodiazepin schreiben soll!? Speziell, wie wird man abhängig, wie schnappt die Falle zu!? Außerdem könnte ich meinen Weg zum, durch und nach dem Entzug beschreiben. Ich habe fast 4 Jahre lang u. a. meine Gefühlswelt, die zugeführten Benzo-Mengen, die gesamten Symptome und deren Verläufe im Entzug, Einnahme von Hilfsmedikamenten, Veränderung meines Alltags (Gesundheit/Sport/soziale Kontakte/Unternehmungen) dokumentiert.
Meine Erfahrung ist, dass es sehr schwierig ist gebündelte Informationen über diese Abhängigkeit, der Schwere der Nebenwirkungen des Entzugs und der möglichen Verläufe (auch Absetzschemen) zu erhalten. Zwar gibt es Dr. Ashtons Abhandlung im Internet, aber auch hier gibt es keine konkreten Beispiele, wie ein Entzug verlaufen kann (nur die Liste von möglichen Symptomen und der möglichen Dauer). Auch wenn im Endeffekt jeder Entzug anders ist, sieht man an Hand meiner Aufzeichnungen die Berg und Talfahrt aller aufgetretenen Symptome, bis sie endlich nicht mehr aufgetreten sind. Ich könnte meine gesamten Verläufe im Buch veröffentlichen...... wäre dies für andere hilfreich?

Sehr schwierig war es den Kopf so vorzubereiten, dass ein endgültiger Entzug möglich war. Im Entzug war es sehr schwer die ersten Monate zu überstehen, da ich keine Vergleichsmöglichkeiten hatte, aber da ich alle meine Symptome aufgezeichnet hatte, konnte ich Diagramme erstellen, so dass ich den Verlauf selbst beobachten konnte und sehen konnte, dass die Symptome abnahmen, weniger wurden, auch wenn immer wieder "Berge" zu überwinden war. Es war für mich sehr wichtig die Tendenz der Entwicklung zu sehen, da einem das Gefühl in den "Entzugskrisen" vorspielt, es wäre alles noch so schlimm wie am Anfang.....Im Entzug braucht es viel Klarheit, Überzeugung und Erfolgserlebnisse zum Erhalt der Motivation!

Außerdem könnte ein Teil des Buches von der inneren Veränderung handeln...welche Veränderungen waren für den erfolgreichen Entzug notwendig, damit ich die Tür zum Benzo zumachen konnte und eine bessere Strategie im Kopf entwickeln konnte......

Was denkt ihr, würde so ein Werk Sinn machen? Was sollte es enthalten?

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Gedanken hierzu mitteilen würdet!

Vielen Dank!

Herzliche Grüße
BEN
 
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WerniMD

Hallo ben,

solange benzo? Puh, was anderes hatte nicht gewirkt? Hab das nur im Bedarfsfall genommen, wegen der Abhängigkeit. Hat mir aber schon ein paar mal sehr geholfen.

Klar, Erfahrungen sind immer gut. Wird aber bestimmt kein Bestseller :). Willst bestimmt auch eher informieren, nehme ich an. Frage ist, in welcher Form? Als Blog im Netz, als PDF, als kindle eBook..?

LG
WerniMD
 

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Datura

in memoriam
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Wird aber bestimmt kein Bestseller
Na, na, das kommt doch sehr drauf an!

Ich finde die Idee sehr gut. Ich habe keine einschlägigen Erfahrungen, aber wenn es so ist, dass es nur wenig zusammenhängendes Wissen gibt, aus dem Betroffene schöpfen können, ist das eine gute Idee, wie ich finde. Aber pass zuallererst auf Dich auf!

Datura
 
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Hallo ben,

solange benzo? Puh, was anderes hatte nicht gewirkt? Hab das nur im Bedarfsfall genommen, wegen der Abhängigkeit. Hat mir aber schon ein paar mal sehr geholfen.

LG
WerniMD
Hallo Werni,
der Hammer gell, ja, so lange habe ich es genommen! Nie viel (Diazepam: 3 mg - max. 15 mg). Einnahme nur bei BEDARF, manchmal auch 1 Woche nichts. Mein Fläschchen (die Krücke) reichte am Anfang bis zu 11 Monaten (250 mg - 500 Tropfen), dann immer kürzer (ca. 3 Monate). Trotzdem ging ich davon aus, dass ich nicht abhängig bin und auch nicht sein kann......dachte ich, über ein Jahrzehnt.
Welch ein fataler Irrtum.
Jahrelang hatte ich u. a. Schwindel und einen sehr unsicheren Stand und habe alles mögliche untersuchen lassen. Speziell meine Wirbelsäule (MRT, Chiropraktiker, etc.), habe Amalgan rausmachen lassen, HNO-Azt und und und......

Wegen dieser BEDARFMEDIKATION bin ich in die üble Situation geraten.... dies ist mit ein Grund, warum ich möglicher Weise das Buch schreiben werde! Ich denke in diese Falle tappen viele.....
Ich hatte wohl die falsche Vorstellung, wie eine Abhängigkeit entsteht. Klärt ja auch keiner so richtig auf. Alleine, dass du es bei Bedarf nimmst, zeigt unter Umständen, dass es Situationen gibt, wo du es brauchst....vielleicht brauchst du es ja auch, weil der Benzo-Spiegel absinkt - Schwindel ist eine Nebenwirkung und auch ein Entzugssymptom!?
Aber egal, immer wieder bei Bedarf zu nehmen, ist schon eine Stufe der Abhängigkeit.
Alkohol: Ich betrinke mich nur bei Bedarf.....klingt komisch, oder? :confused:

Ich will dir wirklich nicht zu nahe treten und wünsche dir, dass ich Unrecht habe!!! Denn davon wieder loszukommen ist schon ein ganz schöner Höllenritt!!!
Die innere Tür zu machen und es nie mehr nehmen, auch nicht bei BEDARF!!!

Ein Benzodiazepin kann kein Medikament für eine andauernde Behandlung sein, es ist ein Akut-Medikament!

LG
BEN
 
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Hallo Datura, vielen Dank für deine motivierende Antwort!! Ja, ich passe auf mich auf! Ich habe einen guten Weg gefunden, den ich auch nicht mehr verlassen möchte. Diese Krise, der Höllenritt, hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und mir neue Standpunkte und Ansichten gebracht!
Auch dir alles GUTE!!
LG
BEN
 

Datura

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Danke Ben für die guten Wünsche! Sie gehen auch nochmal an Dich.

Datura
 

WerniMD

Hallo Ben,

Das meine ich ja auch, nur im Akutfall, also wenn es wirklich nötig ist! Da hat es seine Berechtigung.

Kann mir nicht vorstellen, was du durchgemacht hat. nur ansatzweise vielleicht. Hab diverse ADs nehmen sollen und immer wieder abgesetzt. War auch nicht so einfach nach so langer Zeit der Einnahme.

LG
Werni
 
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Hallo Ben,

Das meine ich ja auch, nur im Akutfall, also wenn es wirklich nötig ist! Da hat es seine Berechtigung.

LG
Werni
Schön zu hören, dass du fast ohne zu recht kommst. Vielleicht schaffst du es ja irgendwann auch ganz ohne! Ich wünsche es dir auf jeden Fall!!!
LG
BEN
 
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Nur bei Bedarf! Die Abhängigkeitsfalle

Mein Buch über meine Benzodiazepinabhängigkeit (über 10 Jahre), den Entzug (ab 17.04.2012) und die Zeit danach ist fertig! Ich habe es wirklich in die Tat umgesetzt. Nun habe ich die ersten gedruckten Exemplare erhalten. Es ist ein Erfahrungsbericht und hoffentlich auch eine Hilfe für Menschen, die den Weg noch vor sich haben oder gerade dabei sind.
Auf Grund meiner damaligen eigenen Fragen (rund um den zu erwartenden Entzug) auf die es keine oder nur sehr wenige detaillierte Antworten gab und der Erfahrungen und Nachfragen innerhalb dieses Forums, Threads "Wie lange dauert der Entzug, welche Symptome und wie lange,.....", habe ich am Ende des Buches meine Symptome, während der Abhängigkeit und während des Entzugs bis zu 2 Jahre danach, in Diagrammen dargestellt, so dass mein persönlicher Verlauf in Sachen psychischer und physischer Symptome nachgeschaut werden kann. Ein Teil des Buches habe ich meiner Frau gewidmet, die während dieser schweren Zeit natürlich stark betroffen war - sie schildert das ganze aus ihrer Sicht.

Da ich dieses Forum www.symptome.ch als sehr hilfreich empfand und Betroffene froh sein können, dass es so etwas gibt, habe ich, nach Rücksprache mit dem Seitenbetreiber, im Buch auch die Website aufgeführt.

Das Buch kann demnächst über den AAVAA-Verlag aus Berlin bestellt werden. Ab April sollte es dann auch über Amazon, Thalia, etc. zu bestellen sein. Wer bereits jetzt Interesse am Buch hat, kann es mir auch schreiben oder über www.apisa.de bestellen.

Ich hoffe sehr, dass das Buch Betroffenen hilfreich ist, damit sie einen Weg aus dem Leid hin zur persönlichen Unabhängigkeit und Freiheit finden.

Herzliche Grüße und allen Betroffenen viel Kraft und Geduld
BEN
 
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Hallo Zusammen,

für diejenigen, die es interessiert:
Über den folgenden Link gelangt ihr auf eine überaus große Leseprobe meines Buches.
Am Ende sind einige Diagramme, die meine Entzugszeit beschreiben.
Ich hoffe es ist etwas hilfreiches für euch dabei. Es steht so ziemlich alles über meine Leidenszeit, Entzug und meinen Weg in diesem Buch. Auch wie es für meine Frau war.

https://books.google.de/books?id=r73...20diaz&f=false

Euch allen viel Kraft und Mut uuuuund Geduld!
Herzliche Grüße
BEN / Erik

Zu beziehen ist das Buch nun auch über Amazon, Thalia, etc.. Ich habe das Buch nicht geschrieben um davon reich zu werden. Ich habe versucht in einem Buch das zu sammeln, was einen Betroffenen bewegt und was er durchmacht. Es ist aber auch ein Ratgeber, der meinen Weg "raus aus der Abhängigkeit" aufzeigt. Aber auch, ein möglicher Weg aus der Angst! Enthalten sind auch hilfreiche Adressen, etc.. Auch für Angehörige kann es durchaus interessant sein, da es möglicher Weise "neutral" aufzeigt, wie es einem Betroffenen geht, was er da durch macht. Das Umfeld, nahe Angehörige haben ja oft keine Vorstellung davon, was und wie der Betroffene Ängste und Abhängigkeit erlebt.
Reaktionen und Sätze wie:
......Jetzt stell dich doch nicht so an..... da ist doch nix.... jetzt hör doch auf mit der alten Leier...... ich kann es nicht mehr hören.....
Aber ehrlich gesagt, ich kann die Partner und Angehörigen verstehen, man kann es ja irgendwann selbst nicht mehr hören, trotzdem wird man es nicht so einfach los. Aber man kann es schaffen!!!!!!

Falls es jemand lesen sollte, würde mich sehr seine Meinung darüber interessieren!
 
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Nur bei Bedarf! Die Abhängigkeitsfalle
Das Buch über die Auswirkungen von Benzodiazepinen, den detaillierten Entzugsverlauf mit Ratgeber für Entzug und Angstbewältigung und Erlebnisbericht ist seit 01. April offiziell auf dem Markt. Erste Leserstimmen gibt es auch.

Leseprobe über "books.google" https://www.google.de/search?q=nur+...Büchern+suchen&tbm=bks&tbo=1&hl=de&gws_rd=ssl

Leserstimmen bei Amazon
http://www.amazon.de/Nur-bei-Bedarf...1-3-fkmr1&keywords=nur+bei+bedarf+großschrift

Leserstimmen aus dem persönlichen Umfeld
Leserreaktionen - apisa

Das Buch scheint nicht nur für Medikamentenabhängige interessant zu sein, sehr positive Rückmeldung gibt es auch von Menschen, die eine Angststörung hatten bzw. haben.
 
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