Bei Verhaltensveränderungen auch an einen Tumor denken !

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Umgang mit Persönlichkeitsveränderungen

Bei Patienten mit Hirntumor kann es Veränderungen in ihrem üblichen Denken und Benehmen geben. Das können subtile Veränderungen sein - irgendwie anders als zuvor - oder auch dramatische wie Zornausbrüche, extreme Persönlichkeitsveränderungen oder Unvermögen, sich an wichtige Ereignisse zu erinnern oder bizarre Redemuster.
Dafür gibt es oft mehr als eine Ursache. Mit den Patienten die Gründe der Veränderungen zu erforschen und Möglichkeiten, sich damit auseinander zu setzen, ist sehr wichtig.

Weiß man die Stelle, Größe und Art des Tumors, Behandlungsmethoden und Medikamente, so können diese einen Weg zum Patient bahnen.
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Schließlich kann die normale Antwort des Patienten auf eine lebensdrohende Krankheit ebenfalls eine Persönlichkeitsveränderung sein, z. B. übermäßiges Weinen oder Lachen, Depression oder Wut. Teilen Sie Gefühle mit Familie und Freunden, lassen Sie sich beraten, schließen Sie sich Selbsthilfegruppen an. Vielleicht können auch Antidepressiva hilfreich sein.

Strategien

Hier sind einige Strategien, die Ihnen helfen können, das Erlebte besser zu verstehen und damit umzugehen:

- Werden Sie ein scharfer und genauer Beobachter von Symptomen wie Persönlichkeitsänderungen. Zeichnen Sie tagesaktuell Ihre Beobachtungen auf.
- Notieren Sie die Zeit, die Umstände, die Dauer eines solchen Zustandes. Gibt es irgend etwas, das zur Verbesserung oder Verschlechterung beiträgt?

[vgl. auch ]Was jeder Hirntumor-Patient tun sollte

- Verfolgen Sie die Verhaltensmuster. Tritt das Verhalten zu einer bestimmten Tageszeit auf oder wenn ein bestimmtes Medikament eingenommen wird? Kommt es in Verbindung mit Fatigue oder Überstimulation vor?

- Berichten Sie Ihre Beobachtungen dem Team des Hirntumor-Zentrums. Das Besprechen von Wesensveränderungen ist ein wichtiger Teil jeden geplanten Klinikbesuchs. Plötzliche oder dramatische Zustandsänderungen sollten sofort gemeldet werden.

- Akzeptieren Sie, daß die Person mit einem Hirntumor nicht absichtlich Probleme verursacht. Hinter ihrem Verhalten steckt keine Absicht, sondern es tritt reflexartig auf.
- Konzentrieren Sie sich weniger auf die Verhaltensänderung der Person mit Hirntumor und mehr auf Wege zur Kooperation. Sie sollten wissen, dass Fatigue, kleinere Krankheiten, Drogen/Medikamente oder Alkohol zur Verschlechterung beitragen können.

Sie brauchen Geduld. Während bei den meisten Menschen körperliche Wunden sehr schnell heilen, Zellen ersetzt werden, ist das Gehirn nicht dazu in der Lage. Stattdessen kann es neue oder andere Arten des "Schaltsystems" bilden - ein Prozeß, der sich über ein Jahr erstrecken kann.

- Suchen Sie Hilfe bei einem Neuro-Psychologen. Dieser Spezialist arbeitet mit Medizinern zusammen, um die organischen Wirkungen eines Hirntumors auf geistige Fähigkeiten zu verstehen. Ein Neuropsychologe kann eine Testserie durchführen, um den emotionalen Status des Patienten, seine emotionalen Fähigkeiten und sein Verhalten abzuschätzen.
Auf dieser Basis kann er Therapien, Medikamente oder Strategien vorschlagen, um nicht nur der betroffenen Person zu helfen, sondern auch Familienmitgliedern einen Anpassungsprozeß und Ausgleich für bestimmte Einbußen zu ermöglichen.

- Erhalten Sie Rituale aufrecht. Tun Sie die gleichen Dinge, gehen Sie die selben Wege um die gleiche Zeit wie jeden Tag. Das hilft, die Angst abzubauen und ein Gleichgewicht zu bewahren.

- Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an. Teilen Sie Erfahrungen und Ideen mit anderen, die Ähnliches erleben. Das kann für Patienten wie auch deren Familien außergewöhnlich hilfreich sein.
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Persönlichkeitsveränderungen bei Hirntumor

Ich habe es gerade im Bekanntenkreis erlebt: eine Frau war verzweifelt, weil ihr Mann sich so stark verändert hatte. Aus einem fürsorglichen und zugewandten Mann war ein aggressiver und unberechenbarer Mann geworden. Er hatte häufig Kopfschmerzen.

Letztlich kam heraus, daß er einen Gehirntumor hatte...

Grüsse,
Oregano


Persönlichkeitsveränderungen bei Hirntumor
 
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