Bin ich dumm oder drücken sich diese Autoren wirklich so konfus aus:

Family, twin, and adoption studies show that ADHD runs in families. ADHD’s high heritability of 74% motivated the search for ADHD susceptibility genes. Genetic linkage studies show that the effects of DNA risk variants on ADHD must, individually, be very small.
Also 74% Vererblichkeit von ADHD im Sinne von, der Großteil der ADHDler hat genetischen Einfluss X, aber der genetische Einfluss X an sich hat praktisch keinen Effekt darauf, ob man ADHD hat oder nicht?​
Adoption studies suggest that the familial factors of ADHD are attributable to genetic factors rather than shared environmental factors [3, 4] with the most recent one reporting rates of ADHD to be greater among biological relatives of non-adopted ADHD children than adoptive relatives of adopted ADHD children. The adoptive relatives had a risk for ADHD like the risk in relatives of control children [4].
Hier weiter: Ausschlaggebend sei die genetische Veranlagung anstelle der Faktoren gemeinsamen Heranwachsens, was dadurch gezeigt wäre, dass ADHD unter nicht-adoptierten Verwandten höher ausfalle als ADHD unter adoptierten Verwandten. Und dass adoptierte Verwandte ein ADHD-Risiko wie das der Kontrollgruppe haben. Bitte was? Das widerspricht sich inhaltlich noch im gleichen Satz.​
 
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Also 74% Vererblichkeit von ADHD im Sinne von, der Großteil der ADHDler hat genetischen Einfluss X, aber der genetische Einfluss X an sich hat praktisch keinen Effekt darauf, ob man ADHD hat oder nicht?

Hier weiter: Ausschlaggebend sei die genetische Veranlagung anstelle der Faktoren gemeinsamen Heranwachsens, was dadurch gezeigt wäre, dass ADHD unter nicht-adoptierten Verwandten höher ausfalle als ADHD unter adoptierten Verwandten. Und dass adoptierte Verwandte ein ADHD-Risiko wie das der Kontrollgruppe haben. Bitte was? Das widerspricht sich inhaltlich noch im gleichen Satz.​
1. Es hängt ja davon ab wie sich die Gene bei der Befruchtung der Eizelle paaren ob dieses Risiko zum Tragen kommt oder nicht.
Grundsätzlich wird die Erblichkeit damit errechnet, dass man die Konkordanzrate von ein- und zweieiigen Zwillingen subtrahiert und mal zwei nimmt. Das macht man weil die zweieiigen Zwillinge ja im Schnitt 50% der Gene teilen, d.h. die sind rechnerich halbe Eineiige. Damit hat man dann ziemlich genau den Durchschnittswert der Erblichkeit.
2. Ich habs mal übersetzen lassen: Adoptionsstudien legen nahe, dass familiäre Risikofaktoren für ADHS eher auf genetische als auf gemeinsame Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Eine aktuelle Studie berichtet von einer höheren ADHS-Rate bei biologischen Verwandten nicht adoptierter ADHS-Kinder als bei Adoptivverwandten adoptierter ADHS-Kinder. Das ADHS-Risiko der Adoptivverwandten entsprach dem Risiko der Verwandten von Kontrollkindern.
Das geht über das von mir gesagte hinaus, bestätigt das aber grundsätzlich.
 
Adoptionsstudien legen nahe, dass familiäre Risikofaktoren für ADHS eher auf genetische als auf gemeinsame Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Eine aktuelle Studie berichtet von einer höheren ADHS-Rate bei biologischen Verwandten nicht adoptierter ADHS-Kinder als bei Adoptivverwandten adoptierter ADHS-Kinder. Das ADHS-Risiko der Adoptivverwandten entsprach dem Risiko der Verwandten von Kontrollkindern.
Das liest sich so, dass schlussendlich die Umweltfaktoren das Bestimmende sind. Dass der genetische Hintergrund von sich aus kein ADHD vorrausbestimmt, wohl aber statistisch bedeutend empfindlich(er) macht gegenüber solchen Umweltfaktoren. Also liege für Betroffene ganz deutlich die Krux in der Vermeidung und Ausheilung solcher auslösender externer Einflüsse, welche Leute mit anderen genetischen Vorraussetzungen eher unbehelligt wegstecken.
 
Das liest sich so, dass schlussendlich die Umweltfaktoren das Bestimmende sind. Dass der genetische Hintergrund von sich aus kein ADHD vorrausbestimmt, wohl aber statistisch bedeutend empfindlich(er) macht gegenüber solchen Umweltfaktoren. Also liege die Krux in der Vermeidung und Ausheilung solcher auslösender externer Einflüsse welche Leute mit anderen genetischen Vorraussetzungen eher unbehelligt wegstecken.
Ich weiß nicht ob wir den selben Artikel gelesen haben; ich hab ihn ja extra auf Deutsch übersetzt. Der größte Teil des Risikos ist genetisch (74%). Welche Umweltfaktoren infragekommen kann man nicht beantworten weil es halt viele mögliche gibt. Dass die genetischen Voraussetzungen da sein müssen damit diese greifen ist selbstverständlich.
 
Ich habe in dem zitierten Aufsatz nachgeschaut: Mit "adoptive relatives" sind die Adoptiveltern gemeint, die also gerade nicht biologisch verwandt sind. Der Satz macht durchaus Sinn. Adoptiveltern von ADHS-Kindern haben genauso oft ADHS wie die biologischen Eltern von Nicht-ADHS-Kindern. Wobei "genauso oft" auch nicht stimmt. Es waren in der Studie 18% der biologischen Eltern von nichtadoptierten ADHS-Kindern, 6% der Adoptiveltern von ADHS-Kindern und nur 3% der biologischen Eltern von Nicht-ADHS-Kindern. Weiß aber nicht, ob die Differenz von 3% zu 6% Signifikanzniveau erreicht.
 
Mit "adoptive relatives" sind die Adoptiveltern gemeint (ich habe in dem zitierten Aufsatz nachgeschaut), die also gerade nicht biologisch verwandt sind. Der Satz macht durchaus Sinn. Adoptiveltern von ADHS-Kindern haben genauso oft ADHS wie die biologischen Eltern von Nicht-ADHS-Kindern.
Ja, logisch, aber das sagt ja nichts über die Erblichkeit aus.
 

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