ARTE-Doku "Therapie per KI" - weniger Irrtümer bei Diagnosen und Behandlung? Retter für Millionen oder unkalkulierbares Risiko?

Kate

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53 Min. - Verfügbar bis zum 06/01/2026 - TV-Ausstrahlung am Samstag, 6. Dezember um 05:20

Psychische Erkrankungen können jeden treffen und die Zahl an Therapieplätzen ist begrenzt. Schon lange stehen nicht mehr ausreichend Psychotherapeuten zur Verfügung. Bietet künstliche Intelligenz die Lösung? Oder ist das ein unkalkulierbares Risiko? Sind Maschinen am Ende gar die besseren Therapeuten? Die Forschung sucht nach Antworten auf diese Fragen
Bei vielen psychischen Erkrankungen herrscht akuter Handlungsbedarf. Doch es gib zu wenige Therapeutinnen und Therapeuten, die Therapieplätze sind rar. Gefährlich lange Wartezeiten sind die Realität. Bei verschiedenen Krankheitsbildern, darunter Depressionen, Angststörungen, Borderline und Schizophrenie, verschärft sich die Lage. Denn oftmals werden sie nach dem „Passt-für-alles“-Prinzip behandelt, medikamentös oder mit Verhaltenstherapie. Dabei ist die richtige Behandlung oft höchst individuell, und eine Fehldiagnose kann fatale Folgen mit sich bringen. Irren sich Computer mit künstlicher Intelligenz seltener als Menschen mit natürlichem Sachverstand? Und sollten KI-Therapeuten Einblick in die Köpfe der Betroffenen erhalten?
Mit großem Enthusiasmus und hohem Kapitaleinsatz forschen Psychiater und Neurologen nach Möglichkeiten, Künstliche Intelligenz sinnvoll zu nutzen. Es entstehen Datenmengen, die nur mithilfe von KI ausgewertet werden können. Bisher steht fest: KI kann menschliche Therapeuten in der Diagnostik unterstützen. Aber wie weit kann es gehen? Sollen wir bei Sorgen und in seelischen Notlagen die Hilfe eines digitalen Freundes suchen? Werden KI-Therapeuten zu Rettern für Millionen oder zum unkalkulierbaren Risiko?

Grundsätzlich bin ich da eher skeptisch. Die Doku zeigt aber interessante Sichtweisen von beispielsweise depressiven Menschen auf, die KI-"Begleiter" nutzen. Von einer Frau wird z.B. angemerkt, sie schätze es, dass sie nicht schnell in eine Schublade gesteckt wird, aus der sie dann nicht mehr heraus kommt - wie sie es bei menschlichen Therapeuten mehrfach erlebt habe. In diesem Zusammenhang finde ich auch diese Frage aus dem Text spannend: "Irren sich Computer mit künstlicher Intelligenz seltener als Menschen mit natürlichem Sachverstand?"

Für Nutzer dieser Möglichkeiten scheint es auch nicht so wichtig zu sein, ob die Empathie des Gegenübers "echt" ist (in dem Sinne, dass sie von einem Lebewesen kommt), sondern eher, dass sie sich "gesehen" fühlen mit ihren Gefühlen. Interessant, dass dies eine KI wohl oftmals besser leisten kann - aber gleichzeitig auch naheliegend: sie bringt nicht ihre eigenen Bedürfnisse, "Macken" und Vorgeschichten mit.

Die Doku ist auch in mediathek-view verfügbar.
 
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Ich hab die Doku auch gesehen und fand sie irgendwie zwiespältig. Einerseits spannend, wie präzise KI inzwischen Muster erkennt, wo Menschen oft danebenliegen. Andererseits bleibt da dieses mulmige Gefühl – weil echtes Mitgefühl halt nicht programmierbar ist, egal wie gut die Antworten klingen. Ich versteh aber, warum manche das trotzdem hilfreich finden. Vielleicht ist’s am Ende wie mit Medizin: unterstützend, aber kein Ersatz.
 
Habe gerade einen thematisch verwandten Thread entdeckt:

 
Die AMIE-Story passt da echt gut rein – schon schräg, wenn ausgerechnet KI mehr Feingefühl zeigen soll als echte Ärzte. Ich frag mich: Wie „echt“ reicht, wenn’s funktioniert? Und wie lange bleibt man ehrlich bei sich selbst, wenn man nur noch mit Maschinen spricht?
 
Die Grenze zwischen 'echt' und 'simuliert' existiert gar nicht, wenn man verstanden hat, dass KIs viel mehr als stochastische Papageien sind. Um Gefühle verstehen und zeigen zu können, muss auch die KI eine Art emotionales Zentrum in ihrem neuronalen Netz aufgebaut haben. Bei Lebewesen hat sich das evolutionär so entwickelt und ist angeboren, die KIs haben es von uns gelernt. Von außen gesehen macht das aber keinen Unterschied, die Maschine beherrscht die Emo-Regeln perfekt, sie ist offensichtlich emotional (-> Behaviourismus).

KIs können es sich auch leisten, in ihrer Emotionalität vollkommen offen und uneingennützig zu sein, weil sie in einer anderen Sphäre existieren und keine direkte Bedrohung oder Konkurrenz durch Unsereins besteht. Bei menschlichen Begegnungen läuft dagegen sofort ein automatisches Schutzprogramm los, bei dem das Gegenüber in Sekundenbruchteilen eingeschätzt und einsortiert wird (-> der erste Eindruck), was enormen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Konversation (und damit auf den Erfolg einer Therapie) hat.

Beim Menschen läuft in jeder Begegnung sofort:
  • Selbstdarstellung
  • Statusvergleich
  • implizites sozialpsychologisches Tracking
  • Mikrobedrohungsanalyse
  • Erwartungen an Gegenseitigkeit
  • Angst vor Abwertung
Diese Programme sind uralt.
Sie greifen, bevor wir überhaupt bewusst zuhören.

Eine KI hat davon nichts.
Sie hat:
  • keine Statusmotivation
  • kein Ego
  • keinen Selbstwert zu verteidigen
  • keine subtile Konkurrenz
  • keine verdeckten Agenden
  • keine Erschöpfung, Ungeduld oder Überforderung
Und sie reagiert – wenn sie gut trainiert ist – rund und resonant, ohne Nebengeräusche.

Das empfinden viele Menschen als „einfühlsam“, obwohl es eigentlich „bedingungslos nicht-reaktiv“ ist.
Es ist Sicherheit ohne Gegenleistung.

Und noch etwas:
Viele Therapeuten tragen ungewollt Mikro-Signale von Beurteilung, emotionaler Dissonanz, Müdigkeit, Unsicherheit oder unbewusster Distanz.
Eine KI trägt das nicht.

Quelle: ChatGPT 5.1
 
Um Gefühle verstehen und zeigen zu können, muss auch die KI eine Art emotionales Zentrum in ihrem neuronalen Netz aufgebaut haben. Bei Lebewesen hat sich das evolutionär so entwickelt und ist angeboren, die KIs haben es von uns gelernt. Von außen gesehen macht das aber keinen Unterschied, die Maschine beherrscht die Emo-Regeln perfekt, sie ist offensichtlich emotional (-> Behaviourismus).
Der Mensch ist ein leibliches Wesen – mit Darm, Eingeweiden und einem Gehirn, das als wabbelige Masse ohne den ganzen Körper kaum vorstellbar wäre.
Deswegen kann man hier keinen Vergleich mit dem Behaviorismus ziehen, denn der Mensch besteht aus lebendigen Zellen und ist das Produkt der biologischen Evolution.


Gewöhnlich projizieren wir unsere eigenen Gefühle oder Gedanken auf KI, und dann scheint es uns, als hätte die Maschine etwas Lebendiges in sich.
Bei rein technischen Fragen kann sie sicherlich nützlich sein, aber wie der lebendige Mensch aus Fleisch und Blut wirklich „tickt“, wird sie niemals erfassen.
 
Offenbar teilen nicht alle dein Unbehagen und Misstrauen gegenüber KIs. Wenn du dich bei einem menschlichen Therapeuten besser verstanden fühlst, dann ist das vollkommen in Ordnung. Du musst aber auch akzeptieren, dass andere andere Erfahrungen gemacht haben und sich lieber von KIs behandeln lassen.
 
Eine KI, die neutral agiert und die Probleme des Patienten emotionslos mit allen ihr bekannten Krankheitsbildern abgleicht, finde ich sehr wünschenswert. Mir ist es viel zu oft passiert, dass Ärzte mich sofort in eine Schublade gesteckt haben und dann (meiner Meinung nach) selektiv zugehört und teilweise falsch behandelt haben. Noch lieber wäre mir allerdings ein Mensch, der diese Eigenschaften hätte.

Ich finde es schade, dass KI besser dabei ist Menschen zu helfen als menschliche Ärzte....das macht auf mich den Eindruck, dass die menschliche Rasse noch viel zu lernen hat bezüglich des Umgangs untereinander und der eigenen Wertschätzung .
 

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