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Alzheimer: neuer Biomarker-Bluttest / Prävention von M. Alzheimer (8/20)

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...
Eine sicherere Diagnose ergibt sich aus der Analyse des Nervenwassers (Liquor), oder einem PET-Scan des Gehirns – Untersuchungen, die invasiv sind bzw. teuer. Ein Bluttest auf Alzheimer wäre wünschenswert, um die Erkrankung sicher und vor allem auch schneller diagnostizieren zu können, und zwar nach Möglichkeit, bevor sich eine schwere Demenz entwickelt hat.

Diese Erwartung könnte sich perspektivisch erfüllen. Eine internationale Studiengruppe hat nun vielversprechende Ergebnisse für den Biomarker Phospho-tau217 im Blutplasma vorgelegt [2]. Der Biomarker wurde von der Studiengruppe an drei unterschiedlichen Kohorten mit Patienten unterschiedlichen Alters getestet (das Durchschnittsalter in Kohorte 1 betrug 83,5 Jahre, in Kohorte 2 69,1 Jahre und in Kohorte 3 35,8 Jahre).

Was ist „Phospho-tau“ und wieso hat es prädiktives Potenzial? Bei der Alzheimer-Demenz gibt es verschiedene bekannte krankheitsauslösende Mechanismen: Amyloid, ein Eiweiß, sammelt sich im Gehirn an und setzt sich dort zwischen den Nervenzellen wie ein Belag ab – man spricht daher auch von Alzheimer-Plaques. Darüber hinaus kommt es zu einer krankhaften Veränderung von Tau, einem Strukturprotein. Bei Alzheimer lagert es sich in den Fasern der Nervenzellen ab und trägt zum Untergang der Nervenzellen bei. Typischerweise werden bei Alzheimer-Patienten daher erhöhte Tau-Proteinkonzentrationen gefunden, allerdings ist die Spezifität des Gesamt-Taus nicht sehr hoch, denn erhöhte Werte können auch bei anderen Krankheiten wie z.B. der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung vorliegen. Deshalb hat man nach exakteren Markern gesucht. Untersucht wurden in der Vergangenheit u.a. das an Position 181 hyperphosphorylierte Tau-Protein (Phospho-Tau181/ pTau181) und der Marker Neurofilament (Nfl) im Blut – doch beide erwiesen sich nicht als ausreichend genau.

Die nun vorliegende Arbeit untersuchte das an Position 217 hyperphosphorylierte Tau-Protein (pTau217) und es zeigte sich in allen drei Kohorten mit insgesamt 1402 Personen, dass es mit einer hohen Spezifität Alzheimer-Patienten und sogar Träger einer Mutation, die zu Alzheimer führen kann, identifizieren kann. Es hatte eine signifikant höhere Treffsicherheit als pTau181 und NfL. Die Genauigkeit der Bestimmung war vergleichbar mit der der Liquor-Untersuchung oder eines PET-Scans. „Die Studienautoren verweisen darauf, dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, aber die vorliegenden Daten bestätigen, dass pTau217 ein vielversprechender Biomarker sein könnte, der eine frühzeitige Diagnose ermöglicht“, kommentiert Prof. Dr. Richard Dodel, Neurologe und Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie an der Universität Duisburg-Essen. „Im Moment haben wir keinen Wirkstoff, der eine Alzheimer-Demenz heilen könnte, umso wichtiger ist daher die Prävention.
...

Daß die Prävention wichtig ist, scheint mir klar. Was genau die Prävention sein soll, eher nicht...
Auf jeden Fall nehme ich an, daß dieser neue Biomarker vor allem in Univ.-Kliniken bestimmt wird, so daß es wohl am besten ist, bei Verdacht auf Alzheimer-Demenz in eine solche Klinik zu gehen.

Grüsse,
Oregano
 
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12.05.11
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Was genau die Prävention sein soll, eher nicht...
Der zitierte Geriatrie-Professor sagt doch:
Im Moment haben wir keinen Wirkstoff, der eine Alzheimer-Demenz heilen könnte, umso wichtiger ist daher die Prävention. Es gibt verschiedene Risikofaktoren für eine Demenz wie Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, körperliche Inaktivität, Diabetes mellitus, Depression und ein geringer sozialer Kontakt und man kann auf diese Faktoren aktiv Einfluss nehmen. Zu wissen, dass man ein ‚Alzheimer-Kandidat‘ ist, wird viele Menschen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren. Ein Alzheimer-Frühtest kann somit perspektivisch die Krankheitslast senken.
Alzheimer-Prävention ist also, rechtzeitig diese Risikofaktoren abzustellen. :)
 
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10.01.04
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Stimmt, Malvegil. - Das war mir im Eifer des Einstellens entfallen :) .

Grüsse,
Oregano
 
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12.10.18
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sehr hilfreich um alzheimer zu vermeiden und zu bessern ist vor allem auch eine gesunde ernährung (bio ohne zusatzstoffe, frisch und schonend selbst zubereitet) und ein fortgesetztes training (auch im hohen alter noch) der geistigen fähigkeiten.

wobei das oft empfohlene lösen von kreuzworträtseln dabei so gut wie nichts bringt. man muß ganz neues, unbekanntes, schwieriges lernen, weil nur dann neue schaltungen im gehirn gebildet werden und die sogar schon eingetretene schäden ausgleichen können.

ähnlich wie bei einem sehr wirkungsvollen alternativen trainung bei kindern mit hirnschäden.
mit den üblichen methoden wird es als erfolg betrachtet, wenn sie mit dem kopf wackelnd und sabbernd im rollstuhl sitzen und mit dem alternativen sind auch ganz schwere fälle völlig gesund geworden.

es gibt ein buch, das eine mutter eines schwersthirngeschädigten kindes geschrieben hat (mit photos) und in dem sie auch die (sehr aufwendigen) übungen beschreibt.
es ist wahnsinnig interessant und wenn man will, kann man dabei viel lernen, was nicht nur bei hirnschäden und alzheimer hilft, sondern auch bei anderen "unheilbaren" sachen (teils aber nur in verbindung mit anderer ernährung usw.).

das buch ( linda scotson: doran, ein kind lernt leben) bekommt man in der bücherei und/oder gebraucht im inet (ab 1,10 ).

da steht auch ein bißl was zum hirntraining und auch wieso positives denken so gut ist.


aber das, was da bzgl. sport beschrieben wird, funktioniert auch anders herum sehr gut.

man hat mal sportstudenten in 2 gruppen geteilt und eine hat wie üblich trainiert und die anderen haben sich die täglich mehrstündigen trainingseinheiten nur ganz intensiv in allen einzelheiten vorgestellt.
bei beiden gruppen gab es einen meßbaren muskelzuwachs, obwohl die in der passiven gruppe garnichts gemacht haben, nur kopfkino.



lg
sunny
 
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25.09.13
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Je länger ich in diesem Forum lese, desto einfacher wird's: der gesunde Lebensstil präventiert so gut wie alles. Man muss "nur" lernen, was gesund bedeutet und - was das Schwierigste ist - wie man es unter den eigenen Vorraussetzungen umsetzt und dabei bleibt.

Der Mensch tendiert ja gern zum bequemen psychischen Kick, was bei uns leicht verfügbar ist, so dass man sich nicht mehr bewegen oder viel Geld für Essen ausgeben müsste.

Guten Morgen!🏋️‍♀️
 
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17.10.18
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Hallo,

Je länger ich in diesem Forum lese, desto einfacher wird's: der gesunde Lebensstil präventiert so gut wie alles. Man muss "nur" lernen, was gesund bedeutet…“

Ich sehe es auch so. Die besten Krankheiten sind solche, die man erst gar nicht bekommt. Das heißt, es ist leichter, die Krankheiten zu verhindern, als später zu diagnostizieren und behandeln.

Und noch etwas: gesunder Lebensstil und Wissen darüber, was Gesundheit bedeutet. Ich finde, dass dieser Punkt viel zu kurz kommt. Man kann die Gesundheit dann erhalten, wenn man weiß, was das ist. Wir beschäftigen uns viel mit Krankheiten, aber Gesundheit kommt viel zu kurz. Wir wissen besser Bescheid über Diagnosen und Untersuchungen, aber die einfachen Abläufe im gesundem Körper sind vielen absolut unbekannt. Wenn man Gesundheit behalten oder zurückbekommen möchte, dann muss man wissen, wie ein gesunder Körper überhaupt funktioniert.

Grüße, Panacea.
 
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12.10.18
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was Gesundheit bedeutet. Ich finde, dass dieser Punkt viel zu kurz kommt.

ja und das überall. auch in med. ausbildungen. und in der behandlung der patienten sowieso.
was da (auch beim zahnarzt) als vorsorge bezeichnet wird, ist bestenfalls früherkennung, aber keine vorbeugung von krankheiten usw.

dabei könnte man vieles verhindern, wenn man rechtzeitig wüßte, was wirklich wichtig ist.


lg
sunny
 
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25.09.13
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Mein Kind hat in diesem Jahr die AG "fit und gesund" verpflichtend für alle - so wurde es gesagt. Hier könnte man für meinen Geschmack gern ein normales Fach draus machen. Es ist doch die Basis für spätere Leistungsfähigkeit im Beruf.
 
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10.01.04
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Was haben diese Überlegungen mit dem Thread-Thema zu tun? Könnte man da nicht einen eigenen Thread daraus machen?

Grüsse,
Oregano
 
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25.09.13
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Hallo Oregano!
Im weiteren Sinne geht es hier um Prävention von Alzheimer. Als Laie kann ich zum speziellen Biomaker natürlich wenig sagen. Ich denke eher, dass jeder selbst relativ zuverlässig merkt, wenn das Gehirn nachlässt. (Kurzzeitgedächtnis, Ultra-Kurzzeitgedächtnis, Vergesslichkeit, Ermüdbarkeit, Gereiztheit...) Sobald ich es merke, kann ich mit dem gesunden Lebensstil nachbessern und muss nicht erst auf den Biomarker warten, den ein Arzt bei mir veranlassen würde.
Viele Grüße
Earl Grey
 
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10.01.04
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Ich habe die Moderation gebeten, den Thread-Titel zu ändern :) .

Grüsse,
Oregano
 
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