Abhängigkeit gleich Sucht?

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Hallo

Würde mich mal interessieren, was ich hier für Rückmeldungen erhalte, was wohl der Unterschied zwischen Abhängigkeit und Sucht ist.

lg
Kaba
 
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Hallo Kaba,

das ist eine nicht so leicht zu beantwortende Frage, wie ich finde! Es gibt immer noch das Stufen-Denken:

Gebrauch - Missbrauch - Abhängigkeit - Sucht.

Ältere Theorien besagen zum Beispiel, Sucht sei etwas, das bestimmten Menschen (aus welchen Gründen auch immer) inneliege, sie seien "süchtig" und werden ein ihnen gemäßes Suchtmittel finden. http://www.symptome.ch/vbboard/sucht-divers/4956-suechtig-mittel-finden.html
Abhängigkeit ist in diesem Denken anders zu bewerten, sie kann - unabhängig von "Sucht" auftreten und überwunden werden, wenn der "Abhängige" nicht "süchtig" ist.

Inzwischen hat es sich wohl eingebürgert, Abhängigkeit und Sucht als identisch anzusehen.

Der ältere Begriff "Sucht" wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch den Begriff der "Abhängigkeit" ersetzt. Man unterscheidet psychische Abhängigkeit, d.h. das übermächtige und unwiderstehliche Verlangen, eine bestimmte Substanz wieder einzunehmen, und körperliche Abhängigkeit, die durch Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugserscheinungen gekennzeichnet ist. Insgesamt handelt es sich bei Abhängigkeit also um ein zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesensein auf bestimmte Substanzen.
Abhängigkeit und Sucht - Onmeda: Medizin und Gesundheit

Sucht - Abhängigkeit

http://www.ecbap.net/CBAP_Bericht98.pdf



Missbrauch
Der Begriff (Drogen-)Missbrauch (lat. Abusus) bezeichnet den übermäßigen, meist suchtgesteuerten Konsum von Rauschmitteln jeder Art. Hierzu gehören u.a. Alkohol, Nikotin, Cannabisprodukte, Amphetamin, Schnüffelstoffe, Kokain, Heroin, Crack und alle daraus produzierten Entwicklungen. Die aufgeführten Substanzen führen – in jeweils unterschiedlicher Ausprägung – zuerst zur Gewöhnung, dann zu psychischer und schließlich zu körperlicher Abhängigkeit (bei Opiaten, Alkohol und Nikotin siehe Abhängigkeitssyndrom).

Abhängigkeit

Der Begriff Abhängigkeit steht in der Medizin und klinischen Psychologie für das unabweisbare Verlangen nach bestimmten Stoffen oder Verhaltensformen, durch die ein kurzfristig befriedigender Erlebniszustand erreicht wird. Diesem Verlangen werden nach Verständnis der Weltgesundheitsorganisation die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und kann die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums beeinträchtigen oder zerstören, was sehr häufig der Fall ist. Abhängigkeit wird von der WHO als Krankheit eingestuft [1]und nicht als Willen- oder Charakterschwäche.

Die WHO definiert Abhängigkeit als „einen seelischen, eventuell auch körperlichen Zustand, der dadurch charakterisiert ist, dass ein dringendes Verlangen oder unbezwingbares Bedürfnis besteht, sich die entsprechende Substanz fortgesetzt und periodisch zuzuführen.“[2] [3]

Sucht

Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existierte der Begriff „Sucht“ von 1957 bis 1963. Danach wurde er durch „Missbrauch“ und „Abhängigkeit“ ersetzt. [4] In wissenschaftlichen Arbeiten wird der Begriff „Sucht“ daher nicht mehr verwendet. Umgangssprachlich werden Abhängigkeit und Sucht synonym verwendet, Sucht ist weit verbreitet.

Wortherkunft

Das Wort „Sucht“ (germ. suhti-, ahd. suht, suft, mhd. suht) ist nicht verwandt mit „suchen“. Es geht auf „siechen“ (ahd. siuchen, mhd. siuchan) zurück, das Leiden an einer Krankheit. Im heutigen Sprachgebrauch ist das Adjektiv „siech“ (vergleiche auch engl. sick) nur noch regional gebräuchlich.

1888 definierte Meyers Konversationslexikon „Sucht“ als ein in der Medizin veraltetes Wort, das früher ganz allgemein Krankheit bedeutete, mittlerweile nur noch in Zusammensetzung vorkommt, wie in Schwindsucht, Wassersucht, Fettsucht, Fallsucht, Gelbsucht, Mondsucht, Trunksucht usw.

Historisches

Diese historischen Krankheitsbezeichnungen beschrieben meist nur das auffälligste Symptom. Der Schwindsüchtige "schwindet dahin", im Wassersüchtigen sammelt sich Wasser, der Fettsüchtige ist zu fett, der Gelbsüchtige verfärbt sich gelb, der Trunksüchtige trinkt zu viel. Nach heutigem medizinischen Wissensstand sind diese Begriffe veraltet. Sie wurden durch genauere Begriffe abgelöst. Siehe zum historischen Krankheitsbegriff suht, der damals außer der Krankheit auch noch den Begriff der Abhängigkeit einbezog, den Abschnitt suht im Artikel zur volksmythologischen Unholdsfigur Neiding.

Der moderne Suchtbegriff im Sinne von Abhängigkeit bildete sich erst im 20. Jahrhundert. Anfänglich bezog er sich nur auf die Trunksucht, den Alkoholismus. Später wurden auch andere Abhängigkeiten als Sucht bezeichnet, wobei sich auch dort die Krankheitsbezeichnung auf das Suchtmittel bezieht, beispielsweise Nikotinsucht.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Abhängigkeitsbegriff auf andere zwanghafte Ersatzhandlungen erweitert. Patienten können dabei ihrem Suchtverhalten ähnlich ausgeliefert sein wie Substanzabhängige. Diese Verhaltenssüchte werden - in immer neuen Varianten - nach der jeweiligen Handlung benannt: Spielsucht, Sexsucht, Arbeitssucht, Kaufsucht, Esssucht, Internetsucht, Sportsucht, etc. Auch die umgangssprachlichen Bezeichnungen einiger Essstörungen enthalten den Wortbestandteil „Sucht“, wie etwa Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) oder Magersucht (Anorexia nervosa). Damit werden allerdings auch wieder nur, wie im Mittelalter, geradezu volksetymologisch augenscheinliche, für vom Laien als typisch und krankhaft erachtete Kennzeichen zum Anlaß für Wortzusammensetzungen mit -sucht genommen.

Verwendung des Begriffs

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benutzte den Begriff „Sucht“ nur von 1957 bis 1964 [5]. Danach wurde er durch „Abhängigkeit“ und „schädlichen Gebrauch“ ersetzt.

Diese Umformulierung geschah, um die mit dem Begriff oft einhergehenden Stigmatisierungen von Abhängigen zu vermeiden. Gleichzeitig wurde der Begriff auf stoffliche Süchte konzentriert. In der Gesellschaft hat sich die Neuformulierung nicht durchgesetzt. "Sucht" ist weiterhin weit verbreitet und wird auch in den Medien vorwiegend benutzt. Begriffe wie „Suchtmittel“, „Suchtberatung“, Suchtkrankheit, Naschsucht, etc., aber auch Eifersucht, Sehnsucht, Ich-Sucht etc. zeugen von der Verbreitung.

In vielen wissenschaftlichen Arbeiten wird der Begriff „Sucht“ vermieden. Im Zusammenhang mit Diagnostik und Therapie werden mittlerweile die ICD-10 Begrifflichkeiten bevorzugt. Die Codes F10-F19 „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen” unterscheiden etwa zwischen „akuter Intoxikation“, „schädlicher Gebrauch“, „Abhängigkeitssyndrom“, „Entzugssyndrom“, „Psychotischer Störung“, „Amnestisches Syndrom“ und Demenz. Dazu kommen noch weitere.
Missbrauch und Abhängigkeit - Wikipedia


Herzliche Grüße von

Leòn
 

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Themenstarter
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Hallo Leon

Danke, Leon, das ist sehr umfangreich und interessant.

Irgendwie vermisse ich bei den "Abhängigkeiten" die Abhängigkeiten zwischen Menschen.
Ich habe jetzt zwar so einiges über Co-Abhängigkeit gelesen, aber ich kann es nicht so richtig definieren, wo nun eine Abhängigkeit krankhaft wird oder noch in die Stufe "Natürliche Abhängigkeit" eingereiht werden kann.
Vermutlich sind auch da die Übergänge fließend und vielseitig.


lg Kaba
 
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Daran habe ich auch gedacht, Kaba.
Ein Säugling ist abhängig von seiner Mutter, seinen Eltern, weil er allein nicht überlebensfähig ist. Diese Abhängigkeit des Kindes von den Eltern dauert in bestimmten Bereichen lange an. Je nachdem, wie das Kind diese Abhängigkeit erlebt (liebevoll, grausam, fordernd, nachlässig, aufdringlich...) wird es auch später mit Abhängigkeiten in Beziehungen umgehen können.

Bei der Co-Abhängigkeit denke ich mir das so: wenn ein Mitglied einer Gruppe (Familie, Firma...) am Verhalten eines oder mehrerer Mitglieder in der Gruppe leidet und daran kaputt geht, sich aufgibt, aber keine Möglichkeit findet, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen, dann liegt eine krankmachende Abhängigkeit vor.
Profitieren alle von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit, dann ist alles ok.

Gruss,
Uta
 
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Hallo, Ihr beiden,

ich VERMUTE dass der Grad des persönlichen UNABHÄNGIGWERDENS des Individuums damit zusämmenhängt, ob "Abhängigkeiten" "normal", konstruktiv, in gegenseitiger Partnerschaft, oder "krankmachend" gelebt werden.

Dies hat, so denke ich, wieder mit der Selbständigwerdung und Selbstbewusstseinsbildung von Kindern/ Menschen zu tun. Je eigenständiger und selbstbewusster sich ein Mensch erleben kann (und das hat nichts mit negativ besetztem Egoismus oder Egozentrik zu tun), desto unabhängiger wird er sich in Abhängigkeitsprozesse geben können, ohne dabei seine Integrität zu verlieren.

Natürlich kommt es mit darauf an, wie Uta gesagt hat, welche und wie "Abhängigkeiten" erlebt wurden. Und wie Ablösungsprozesse gestalten wurden bzw. erfolgt sind.
Ich bin aber davon überzeugt, dass diese "Selbstwerdungsprozesse" auch in späterem Alter, und sei es durch Therapien, zumindest nachgeholt werden können.

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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15.10.06
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Hallo zusammen.
Ich glaube, Leòn und ich hatten auch schon mal eine kleine Kabbelei unter Freunden ;) zum Thema.
Heutzutage wird Abhängigkeit gleichbedeutend mit Sucht verwendet, so weit es um sogenannte " Drogen " geht.
Abhängigkeit von anderen Menschen, von Institutionen ( ich denke da zum Beispiel an Glaubensgemeinschaften ), vom " System " ( Staat ) sind ja wohl ein grosses Thema und finden da auch im Thema der Co - Abhängigkeit wieder einen Verbindungspunkt.
Mich würde interessieren, Kaba, in welche Richtung deine Frage zielte.
Man kann sich zum Beispiel fragen, ob man von der Zuwendung eines Menschen abhängig ist. Wenn man dann das Wort Abhängig durch süchtig ersetzt, bekommt der Satz gleich einen anderen " Geschmack ", obwohl eigentlich beides das Selbe bedeutet...
Schlussendlich ist die Wortwahl wohl auch individuell im Gebrauch und im Verständnis des Einzelnen.
Wie empfindet ihr den Unterschied, wenn ihr diese Worte gegeneinander austauscht? Macht es einen Unterschied?
Interessierte Grüsse, Sine
 
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19.03.06
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Hi, Sine!

Ich würde sagen, es war eine Kabbelei unter Freunden,;) aber zu einem anderen Thema!:)

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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15.10.06
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Leòn, scheinbar bin ich ja süchtig danach, immer das letzte Wort haben zu wollen... :)))
Darf ich dich an diesen Thread erinnern, wo wir uns nicht nur wegen Zuckersucht, sondern auch wegen der Sucht - Abhängigkeitsdefinition unterhalten haben?
http://www.symptome.ch/vbboard/sucht-divers/6338-zuckersucht.html#post62877
Und was kannst du zu meiner Frage beitragen, was die Worte Sucht und Abhängigkeit in deiner Wahrnehmung für einen Unterschied machen? So ganz spontan aus dem Bauch heraus, ohne gross darüber nachzudenken...
:fans: Sine
 
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10.01.04
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Man kann sich zum Beispiel fragen, ob man von der Zuwendung eines Menschen abhängig ist. Wenn man dann das Wort Abhängig durch süchtig ersetzt, bekommt der Satz gleich einen anderen " Geschmack ", obwohl eigentlich beides das Selbe bedeutet...
Ja, der Satz verändert sich inhaltlich, wenn man süchtig einsetzt.
Setzt man "hörig" ein , verändert er sich noch mehr.

Ich finde aber, daß abhängig sein von "der Zuwendung eines Menschen" eine relativ neutrale Bedeutung hat. Wenn ich das so lese, denke ich z.B. weiter an Säuglinge, die einfach Zuwendung, auch körperliche, brauchen, damit sie sich gut entwickeln können. Es gab doch dieses schreckliche Experiment in Rumänien (?), wo Waisenkinder in einem Waisenhaus zwar versorgt wurden, aber keinerlei Zuwendung, Berührung, Zärtlichkeit erfuhren. Sie wurden krank und ich meine mich zu erinnern ,daß sie sogar gestorben sind.
Auch ein SchülerIn ist abhängig von der Zuwendung eines LehrerIns. Bei Zuwendung wird die Motivation um ein Vielfaches höher sein als bei Mißachtung.
Ein Erwachsener kann im allgemeinen mitbestimmen, wie weit er in Abhängigkeit von jemand bleiben mag (auch wenn das manchmal sehr schwierig ist). Er mag dann zwar abhängig sein von der Zuwendung von jemandem, aber er kann, wenn diese nicht kommt, auch entscheiden, daß er sich abwendet. Krankheitsbedingte Abhängigkeiten ausgenommen.

Ist jemand hörig nach der Zuwendung von jemand, dann ist das für mich sexuelle Hörigkeit.
Ist jemand süchtig nach der Zuwendung von jemand, dann ist das für mich auch sexuell zu verstehen.

Grüsse,
Uta
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Wie Leòn ganz richtig schrieb, ist das Wort Sucht von der WHO durch Abhängigkeit ersetzt worden, um schon frühe political correctness zu üben.
Rein semantisch spüren wohl die meisten, dass Sucht mehr ist als Abhängigkeit.
Um es an einem harmlosen Beispiel zu demonstrieren:
Ich bin abhängig von Sauerstoff,
süchtig werde ich nach Sauerstoff, wenn mir etwas "die Luft" abschnürt.
Zum Glück kann man von Sauerstoff nicht hörig werden, zweifellos ist das aber eine weitere Steigerung, die sich in unserem Sprachgebrauch aber auf sehr starke sexuelle "Abhängigkeit" beschränkt.
Ich glaube mit Sine nicht, dass diese Unterscheidungen sehr wichtig sind.

Viele Grüße, Horaz
 
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19.03.06
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Hi,

Nicht dass ich hier falsch verstanden werde:

Ich finde, dass hier deutlich wird, dass Gebrauch,, Missbrauch, Sucht und (körperliche wie psychische) Abhängigkeit, durchaus voneinander zu unterscheiden sind.
(meine körperliche Abhängigkeit von Kaffee kann ich leichter in den Griff bekommen, wenn ich nicht süchtig bin.)
http://www.symptome.ch/vbboard/sucht-divers/4956-suechtig-mittel-finden.html
ist meine Meinung.

Die Frage ist wohl eher, und das ist auch der Grund, weshalb die WHO den Suchtbegriff ersetzte, ob eine Unterscheidung in der Therapie einen Sinn macht.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
Beitritt
04.04.07
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Hallo,
ja dem aspekt das abhängikeit eine gesunde (normale) seite hat und eine krankhafte ist zuzustimmen finde ich.
auch der punkt das eine missglückte abnabelung eine rolle spielt scheint die praxis oft zu bestätigen.
abhängikeit wird ja oft als eine art der "selbstmedikation" beschrieben. will sagen wir verschaffen uns ein mittel das unsere (mangel)symptome lindern soll. dies kann auch ein anderer mensch sein.

eine formel zu formulieren ab wo genau etwas krankhaft wird ist sicher schwer zu finden. einmal wegen der fließenden grenzen und wegen der verschiedenartigkeit der menschen.
ein anhalts punkt ist sicher ob jemand auch ohne kann.
sagen aber gerade die wirklich abhängigen immer ja zu.
und liebende würde hier auch pathologisiert.

also nicht einfach das in kriterien einzugrenzen die dem wirklichen leben gerecht werden.
ein erfahrener suchtberater weiß dennoch nach ein paar minuten ob er einen süchitigen vor sich hat.
und zwar an kriterien wie ausdruck, haltung,blickkontakt bei konfrontation ect.
aber ich wüßte nicht wie man das in ein schema bringen könnte.

lieber gruß andreas
 
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10.01.04
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Ich denke, ein wichtiger Punkt bei der Abgrenzung zwischen Abhängigkeit = Sucht und Abhängigkeit (z.B. von einem Baby) ist, daß Abhängigkeit/Sucht in dem Moment schmerzhaft auffällig wird, in dem das Suchtmittel nicht mehr erreichbar ist, Entzug also.
Das gilt zwar auch für ein Baby, aber ist doch anders, denke ich.

Gruss,
Uta
 
Themenstarter
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16.08.06
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Hallo

Abhängigkeit ist also die humanere Variante.

Ich frage mich gerade, ob es einen Unterschied macht, von einem Menschen abhängig zu sein (ich meine zum Bsp. die materielle Altersversorgung),oder diese Abhängigkeit jemandem zu bieten, der aus welchen Gründen auch immer,
nicht dazu in der Lage ist, sie sich zu leisten?
Ist das nun ein Dilemma oder ein Kompromiss?
In jedem Fall ist es eine Abhängigkeit zwischen Menschen.

Kaba
 
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22.04.06
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Kaba schrieb:
Ich frage mich gerade, ob es einen Unterschied macht, von einem Menschen abhängig zu sein (ich meine zum Bsp. die materielle Altersversorgung),oder diese Abhängigkeit jemandem zu bieten, der aus welchen Gründen auch immer, nicht dazu in der Lage ist, sie sich zu leisten? Ist das nun ein Dilemma oder ein Kompromiss?
Ich würde nicht versuchen, für eine solche Beziehung ein Schubfach zu finden. Es kann alles sein. Sowohl ein fürchterliches Dilemma (für den, der laufend etwas geben soll, und auch für den, der auf die Gabe angewiesen ist) als auch eine große Befriedigung (für den, der laufend Gelegenheit hat, zu helfen, und auch für den Empfänger, der sich immer wieder über die Zuneigung freuen kann, ohne die es die Hilfe nicht geben würde). Es ist eine Frage des Verhältnisses zwischen den beiden. Und, und das erscheint mir besonders bemerkenswert, dieses Verhältnis kann man, durch das eigene Denken und Verhalten, beeinflussen. Man kann praktisch das daraus machen, was man sich vorstellt. Man kann es „in die Hand nehmen“.

Viele Grüsse
Wero
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Lieber Wero,
das ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass Namen Schall und Rauch sind. Sich in Worte zu verbeißen und fieberhaft nach den richtigen Schubladen zu suchen, lenkt nur vom Kern des Problems ab, das du auf elegantem Weg wieder an die individuellen Lösung zurückverweist. Ja, wir sind vielfach abhängig, ob wir daraus ein Problem machen und welches, hängt ganz von uns ab.
Viele Grüße, Horaz
 
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