Zittrige Beine, Gangunsicherheit

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28.05.18
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Hallo zusammen,

ich habe seit einigen Monaten Problemen mit zeitweise auftretender Gangunsicherheit.
Die Stärke variiert und ist besonders stark in Fällen von Aufregung / Adrenalinausschüttung (vom Postboten geweckt / hochgeschreckt und strauchelnd zur Tür gelaufen) und (leichter) sportlicher Betätigung. Nach dem Sport bemerke ich die Probleme vor allem beim Herabsteigen von Treppen sehr stark. Die Beine zittern sehr stark und bei jedem Schritt herunter fühle ich mich unsicher. Der am stärksten betroffene Muskel scheint der Quadrizeps zu sein. Er fühlt sich dann an, als hätte ich bis zur absoluten Muskelermüdung trainiert.
Inwieweit andere Muskeln betroffen sind, ist schwer zu beurteilen, da man wenn man zu sehr hineinhorcht, natürlich vieles spürt. Ein allgemeines Gefühl der Zittrigkeit ist allerdings vorhanden.

Aktueller Stand der Ärzte:
Nach Erhalt einer Überweisung zum Neurologen habe ich viele Wochen auf einen Termin gewartet. Bisher erfolgte nur ein Antikörpertest für den Acetylcholinrezepter (AChR), welcher Hinweise auf eine Myasthenia Gravis geben könnte. Es konnten allerdings keine Antikörper gefunden werden.
Ausstehend ist noch ein MRT des Kopfes um entzündliche Prozesse auszuschließen. Da ich Hashimoto habe und mein TSH-Spiegel kurzzeitig angestiegen war, wurde die L-Thyroxin-Dosis angepasst, die Beschwerden wurden hierdurch nicht beeinflusst.

Die Tests beim Neurologen werden sich noch lange ziehen, da die Wartezeiten zwischen den Terminen extrem lang sind.
Daher einfach mal die Frage in die Runde, ob jemandem dazu spontan etwas einfällt. Ich bin 33, habe früher Leistungssport gemacht und bin extrem verunsichert.

Viele liebe Grüße!
 
Gangunsicherheit.
Hallo Sportler,

dabei denke ich spontan an eine Borreliose. Ist in der Richtung schon untersucht worden?

Grüsse,
Oregano
 
ich habe seit einigen Monaten Problemen mit zeitweise auftretender Gangunsicherheit.
Hallo Sportler, spontan wäre meine Frage ...... bedeutet das, dass du außerhalb dieser Zeit kaum bis keine Gangunsicherheit verspürst?

Nimmst du außer L-Thyroxin noch andere Medikament?
Wie zB.: Neuroleptika, Antiepileptika und Benzodiazepine? Auch die können Ursache einer Gangstörung sein.

Könnte es möglich sein das du ein Vitamin B12 Mangel hast?
Denn häufig führt ein ausgeprägter Mangel an Vitamin B12 zu wackeligen Beinen, Muskelschwäche und unstabiles Gehen.

Auch ein zu niedriger Blutdruck kann ein wackeliges Körpergefühl auslösen oder aber auch das sich im Innenohr befindliche Gleichgewichtsorgan kann Unsicherheit beim gehen hervorrufen.

Gruß Ory
 
Hi Ory,

Außerhalb dieser Zeit fühle ich teilweise eine generelle "Zittrigkeit", und manchmal ein etwas wackeliges Gefühl auf den Beinen. Aber die Symptome sind weniger stark ausgeprägt.

Tatsächlich nehme ich Lamotrigin. Allerdings seit vielen Jahren ohne Dosisänderung, während die Probleme erst Anfang des Jahres begannen.

Ich nehme ab und zu B12 und lasse meine Werte auch von Zeit zu Zeit checken. Der Spiegel liegt im oberen Bereich und auch bei Eisen und Vitamin D bin ich sehr gut versorgt. Weiterhin nehme ich ab und zu Magnesium, Vitamin C, Zink und wegen der Schilddrüse auch Selen.

Den Gedanken mit dem Blutdruck hatte ich auch schon und messe aktuell von Zeit zu Zeit, aber konnte noch keine großen Ausschläge nach oben oder unten feststellen.


Hallo Sportler,

dabei denke ich spontan an eine Borreliose. Ist in der Richtung schon untersucht worden?

Grüsse,
Oregano

Hi Oregano,

im Rahmen einer Infektion vor fünf Jahren wurden darauf einmal getestet, aber der Befund war negativ. In letzter Zeit fand keine erneute Abklärung in diese Richtung statt. Einen Zeckenbiss / Wanderröte habe ich nicht bemerkt.

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hej Sportler, so ähnlich ging meine Krankengeschichte auch los. Fragen: Hast du kürzlich eine Impfung erhalten? Irgendwelche belastenden Anlagen im Wohnumfeld? Auffälligkeiten im Kieferbereich (Schwindel beim Nachvornbeugen)?…Gr Aurelius
 
Tatsächlich nehme ich Lamotrigin. Allerdings seit vielen Jahren ohne Dosisänderung, während die Probleme erst Anfang des Jahres begannen.
Hallo,

hab mal das Medikament Lamotrigin gegoogelt und fand:
https://www.apotheken-umschau.de/me...otrigin-heumann-200-mg-tabletten-3890299.html

Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
  • Magen-Darm-Beschwerden, wie:
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Durchfälle
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen, wie:
    • Schlaflosigkeit
  • Koordinationsstörung
  • Aggressives Verhalten
  • Reizbarkeit
  • Zittern
  • Selbstmordgedanken
  • Sehstörungen, wie:
    • Augenzittern
    • Doppeltsehen
    • Verschwommenes Sehen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie:
    • Hautausschlag

VG
 
Daher einfach mal die Frage in die Runde, ob jemandem dazu spontan etwas einfällt.
Hallo Sportler,

unter Menschen mit Hashimoto soll HPU gehäuft auftreten. Vielleicht hängen deine Beschwerden damit zusammen.
Falls Du eine (asymptomatische) SARS-CoV-2-Infizierung hattest, käme aus meiner Sicht auch noch Long- ,bzw. Post-Covid als Ursache in Betracht.

Gruss
Hans
 
Hm...der Körper verändert sich mit der Zeit, somit könnte eine Möglichkeit bestehen das der Körper anders auf altbewährte Medikamente reagiert.
Gruß Ory

Koordinationsstörungen sind, wie auch giselgolf angemerkt hat, durchaus als Nebenwirkung möglich. Ich habe nochmal nachgeschaut und sie treten vor allem bei hohen Dosierungen / Überdosierung auf, während ich auf einen sehr niedrigen Blutspiegel eingestellt bin. Aber ausschließen kann ich es natürlich nicht.


Hej Sportler, so ähnlich ging meine Krankengeschichte auch los. Fragen: Hast du kürzlich eine Impfung erhalten? Irgendwelche belastenden Anlagen im Wohnumfeld? Auffälligkeiten im Kieferbereich (Schwindel beim Nachvornbeugen)?…Gr Aurelius

Die Boosterimpfung erfolgte ca. einen Monat vor dem Auftreten der Symptome. Schwindel o.Ä. habe ich nicht und auch nichts im Wohnumfeld, das ich für kritisch halten könnte.

Hallo Sportler,

unter Menschen mit Hashimoto soll HPU gehäuft auftreten. Vielleicht hängen deine Beschwerden damit zusammen.
Falls Du eine (asymptomatische) SARS-CoV-2-Infizierung hattest, käme aus meiner Sicht auch noch Long- ,bzw. Post-Covid als Ursache in Betracht.

Gruss
Hans

Zumindest eine symptomatische Coronaerkrankung hatte ich nicht, eine asymptomatische kann ich natürlich nicht ausschließen. Das mit der HPU schau ich mir mal an!

Viele Grüße
 
Hallo
Es gibt neben den Achr AK noch einige weitere, MUSK AK, LRP4 AK, TITIN AK.
Desweiteren gibt es auch Seronegative Myasthenie Patienten. Was auch sein kann ist, das deine ACHR AK in 1-2 Monaten Positiv sind, da diese ziemlich schwanken können, und mit der stärke der Symptomatik nicht korrelieren.
Falls keine AK gefunden wurden, kann es in der EMG (am besten Einzelfaser) oder auch mit einem Tensilontest bzw. Probemedikation mit Mestinon festgestellt werden.

Wenn die Standart Untersuchungen nichts ergeben, würde ich nicht lange mit dem Neurologen rum tun, lass dich in eine Muskelambulanz überweisen, das dauert nämlich auch Monate bis man einen Termin bekommt.

Was hast du denn sonst noch für Probleme, also mit welchen Muskeln? Du sagst ja deine Beine sind am meisten betroffen. Augen (Ändernde Sehstärke, Doppelbilder?), Lidschwäche, Kauen, Schlucken?

Hast du das Laborbericht von den ACHR AK?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo bendensana,

Ja ich habe den Laborbericht. AChR-AK <0,20 nmol/l, keine AK nachgewiesen. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass es seronegative Verläufe gibt. Auf die oben von dir genannten AK kann ich meine Ärztin nochmal ansprechen. Ich finde es sowieso nur schwer nachvollziehbar, warum nicht einfach mal mehrere Blutwerte genommen werden (Kosten von ca. 20-30€ pro AK Wert) und der Patient stattdessen 2 Monate auf das MRT und einen Auswertungstermin beim Neurologen warten muss, ohne dass in dieser Zeit irgendeine Form von Untersuchung oder Begleitung stattfindet.

Was deine Frage zu anderen Muskeln angeht, habe ich leider Schwierigkeiten eine klare Antwort zu geben. Gefühlt fühlen sich einige Muskeln, wie z.B. in der Schulter zittrig an und ermüden schnell. Auch im Nackenbereich, was ich beim Lesen merke. Auf der anderen Seite bin ich aber vermutlich auch übersensibel, weil ich natürlich von möglichen Beteiligungen bei einer Myasthenie weiß und sehr in mich hineinhorche, was in den seltensten Fällen produktiv ist...
Ich habe mir den Tensilontest angeschaut und zumindest in der Form des Tests im Lid-Bereich kann ich kein hängendes Augenlid durch häufiges Öffnen und Schließen provozieren, sodass eine Gabe des Medikaments vermutlich keinen Unterschied machen würde.

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo zusammen,

ein kurzes Update:
Das MRT des Kopfes war unauffällig, also scheint zumindest MS wohl ausgeschlossen zu sein. Zur Messung der Nervenleitfähigkeit wurden NLG und SEP durchgeführt, auch ohne Befund.


Auffällig:
Ich bin grade mit einer Covid-Infektion durch, die einen halbwegs milden Verlauf hatte, mich aber dennoch gut beschäftigt hat. Jedenfalls sind meine Symptome in den Beinen seitdem deutlich stärker. Möglicherweise einfach aufgrund allgemeiner Schwäche nach der Infektion. Andererseits setzen die ersten Symptome einen Monat nach der Booster-Impfung mit Moderna ein. Ist es möglich, dass Corona-Antikörper irgendwo störend auf neurologische / muskuläre Prozesse wirken?

Ansonsten ist die Neurologin mit ihrer Behandlung durch, da es für sie nichts weiteres gibt, das sie tun könnte.
Ich soll zurück zum Hausarzt und mit dem das weitere Vorgehen besprechen.
Einziger Punkt, der mir aktuell noch einfällt, ist das Bestimmen der von @bendensana angesprochenen Antikörper.

Viele Grüße
 
Die Boosterimpfung erfolgte ca. einen Monat vor dem Auftreten der Symptome.

Die Bücher "Bye,Bye Corona" (ca. 15,-Euro) und "Gesundheit verboten" (ca. 30,- Euro) von Andreas Kalcker solltest du dir bestellen und studieren. Er schreibt sinngemäß, dass die Nebenwirkungen bei konsequenter Anwendung nach 3 bis 6 Monaten beseitigt werden können. In manchen Fällen kann es auch länger dauern. Aber ob du dich informieren oder andere Alternativen abwarten möchtest, musst du entscheiden.
 
Hallo zusammen,

Da ich mich immer darüber freue, wenn Forenmitglieder darüber berichten, wie es letztendlich ausgegangen ist, möchte auch ich nach einem Jahr ein kurzes Update geben.

Zum Glück haben sich keine weiteren Anhaltspunkte für neurologische Erkrankungen finden lassen und die Symptome wurden über mehrere Monate hinweg immer besser, bis sie letztendlich ganz verschwunden waren.

Auffällig dabei: während zwei Corona-Erkrankungen, die in dieser Zeit auftraten, wurden die Symptome wieder stärker. Da sie erstmalig kurze Zeit nach der Boosterimpfung auftraten, wäre ein Zusammenhang mit Corona-Antikörpern möglich, was das Wiederauftreten nach den Infektionen erklären würde. Aber wie gesagt, lediglich eine Vermutung.
Supplementiert habe ich unterstützend mit Vitamin D und Omega-3 (EPA/DHA), um überschießende Immunreaktionen zu mildern.

Liebe Grüße
 
Hallo, jedenfalls ist eindeutig das Immunsystem involviert. Entweder weil es vorübergehend zu viel gleichzeitig zu tun hat, übermässig gestresst ist oder weil es in Form einer Autoimmunreaktion auf irgendetwas reagiert. Grundsätzlich finde ich, dass ein wirklich guter Arzt so etwas erkennen können sollte, ohne gleich alles auf die Psyche zu schieben. Ansonsten ist fraglich, ob er das Geld wert ist, das wir ihm in den Rachen werfen ...lG!
 
Grundsätzlich finde ich, dass ein wirklich guter Arzt so etwas erkennen können sollte, ohne gleich alles auf die Psyche zu schieben.
Ich habe ähnliche Probleme wie du, Optimist, und mir wollte ein Arzt sogar vorgeburtliche Probleme unterstellen.
Ich selbst glaube eher an epigenetische, im weitesten Sinne hereditäre Probleme. Tuberkulose und Tuberkulinie sind Probleme, die zB zu einer chronischen Immunschwäche führen.
Letztlich kann jede chronische Infektion zur Schwäche und zur Immunschwäche führen.

Gruß
Maheeta
 
Hallo, jedenfalls ist eindeutig das Immunsystem involviert. Entweder weil es vorübergehend zu viel gleichzeitig zu tun hat, übermässig gestresst ist oder weil es in Form einer Autoimmunreaktion auf irgendetwas reagiert. Grundsätzlich finde ich, dass ein wirklich guter Arzt so etwas erkennen können sollte, ohne gleich alles auf die Psyche zu schieben. Ansonsten ist fraglich, ob er das Geld wert ist, das wir ihm in den Rachen werfen ...lG!
Hi,

Überschießende (Auto-)Immunreaktionen traten nach Corona sowieso auf, z.B. in Form von längerfristig betroffenen Schleimhäuten in den Atemwegen.
Was ist dein Tipp in solchen Situationen? Entzündungsreaktion reduzieren durch Sport, zuckerarme Ernährung, viele Antioxidantien, EPA/DHA und evtl Sulforaphan war mein Ansatz.
 
Sehr gute Frage! Besteht die Gangunsicherheit noch immer? Was nicht schaden/ vielleicht helfen kann: Verschiedene potenziell belastende Dinge (erst gleichzeitig, später abwechselnd) zu meiden: Weissmehlprodukte, Kuhmilchprodukte, rotes Fleisch, Zuckerersatz, Fruchtzucker, WLAN(!).. Bestehen zufällig Probleme bei der (Fett-) Verdauung? Kann durch eine Stuhlprobe festgestell werden...lG Aurelius
 
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