Wie wieder Vertrauen gewinnen?

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02.07.14
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Vor vier Jahren habe ich mein Freund kennengelernt, er hat mich sehr oft angelogen, meist wegen banalen Dingen. Als ich vor 2 einhalb Jahren ungeplant aber gewollt schwanger wurde habe ich eine Lüge nach der anderen aufgedeckt. Darunter für mich zwei sehr bedeutende Unwahrheiten. Ich habs immer von Anfang an gespürt und ihn mindestens alle zwei Wochen ins Kreuzverhör genommen, bis ich nach einem halben Jahr dann durch ein Anruf zur Wahrheit kam (hochschwanger und verletzt, dass das Vertrauen zu mir nicht für die Aufrichtigkeit gereicht hat). Ich hab ihm aber sehr rasch verziehen. Doch bei der Allerkleinsten Unsicherheit in seiner Mimik glaube ich ihm, zu unrecht, nicht und verurteile ihn. Ich weiss aber dass er sich sehr gemacht hat und es im Traum nicht wagen würde mich erneut, auf diese Art zu belügen. Ich weiss dass ich paranoid bin und unsere kleine Familie gefährde mit meiner Unsicherheit. Wie kann ich an mir arbeiten?
 

kopf

hallo ,

du kannst dir hilfe suchen !
ich habe früher einen plan entwickelt , für mich .

ich nannte das realitätsprüfung . ich habe versucht die situation von aussen zu beobachten -objektiv.
gedanklich beschaute ich mich und die jeweilige situation von ausserhalb .
es war wie film schauen . sozusagen als zuschauer in einem kino .

das kann sehr efektiv sein und manchmal kann man nur schmunzeln .

ich weiß wie deine situation ist . wie es sich anfühlt .es ist fürchterlich und einfach zum kotzen .
mein mitgefühl !! kopf.
 

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Themenstarter
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02.07.14
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Danke fürs Mitgefühl:) Ja ich betrachte die meisten Begegnungssituationen in meinem Leben von aussen. Ja und ich hab auch schon darüber gelacht, leider laut. Das fand er dann nicht sehr lustig.
 
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18.09.07
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Hallo Amelie,
es ist möglich, daß Vertrauen langsam und sicher wieder
wächst.
In einer Partnerschaft liegt es an beiden, wie sie damit umgehen
und wieviel und ab wann das Vertrauen aus/in der Vergangenheit
innerlich ruht.
Auch hat es damit zu tun, wieviel Zeit für Kommunikation über
Wünsche und Bedürfnisse, seien es nun die eigenen oder die
gemeinsamen, es gibt und sich im Alltag findet. Manchmal ist das
recht schwierig.
Und auch die eigenen Gedankengänge, sie sind ja auch in gewisser
Hinsicht berechtigt, können zu Mißverständnissen führen.
Und Verletzungen und Enttäuschungen lassen sich nicht immer ver-
hindern oder vermeiden.

Ich wünsch Euch beiden von ganzem Herzen einen liebevollen
gemeinsamen Lebensweg.
Manchmal ist es auch nicht gut, zurückzuschauen zu dem, was mal
war und es ist besser, sich achtsam auf das zu besinnen, was der
liebevolle Alltag alles so mit sich bringt.
Krisen lassen sich nicht vermeiden. Und es gilt dann, ihnen vertrauens-
voll und gütig zu begegnen.

Jeder Mensch entwickelt sich innerlich mit Seele und Geist weiter
und jeder Mensch braucht nach bestimmten kritischen Lebensphasen
die Chancen für einen Neubeginn.
Dazu braucht es Vertrauen, Güte, Zuversicht, Hoffnung und :kraft:
und das wünsch ich Euch als Paar und als Familie.

alles Liebe
flower4O
 
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10.09.08
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Liebe Amelie2!

Ich hoffe für dich (für euch), dass es wirklich so ist, dass du dir alles "nur einbildest" und bei euch im Grunde alles in bester Ordnung ist. Meine Lebenserfahrung sagt mir aber leider, dass das Unterbewusstsein mehr wahrnimmt, als man wahrhaben möchte. Und als ich deine Zeilen eben las, dachte ich spontan "hoffentlich belügt sie sich nicht".

Mein Rat an dich ist, deine Ängste ernst zu nehmen und genau hinzusehen, wann und warum sie kommen. Dann kannst du sie auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen und wenn sich jedes Mal herausstellt, dass die Ängste unnötig waren, werden sie nach und nach immer weniger stark sein. Es könnte aber auch sein, dass sie bleiben, weil du ganz einfach Grund hast für deine Zweifel. Auf keinen Fall solltest du an dir selber zweifeln, weil du misstrauisch bist, sondern dir und deinen Wahrnehmungen vertrauen. Dass nicht ist, was nicht sein darf, hilft einem nicht weiter.

Es ist nicht leicht, dir bei deinem Problem zu raten, weil du nur sehr oberflächlich anreißen konntest, um was es überhaupt geht. Aber ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, dass man immer auf die innere Stimme hören sollte. Scheinbar hast du im Moment ganz einfach zwei innere Stimmen, die eine sagt dies, die andere sagt das. Also musst du beides anschauen, wahrnehmen, gegeneinander abwägen und dann ganz bewusst darauf vertrauen, dass du schon herausfinden wirst, was nun eigentlich richtig ist und was falsch.

Du musst bedenken, dass dein Unterbewusstsein die Mimik deines Freundes, seine Stimme, seine Körpersprache schneller entschlüsselt, als dein Verstand es könnte. Wenn dein Freund dich enttäuscht hat, dann ist es an ihm, durch Ehrlichkeit und Treue dein Vertrauen neu zu verdienen – und zwar in dem Tempo, das dir möglich ist. Ihm zu vertrauen, nur weil er sagt, er sei jetzt ein anderer, wäre nicht gut, denn wie du siehst, klappt es ja nicht… Vertrau dir! Und vertrau deinen Wahrnehmungen! Wenn alles gut ist, wirst du das immer öfter und immer intensiver wahrnehmen, ganz einfach, weil es die Wahrheit ist. Und wenn deine warnende Stimme Recht hat, dann hilft alles wegschauen nichts, denn dann wird irgendwann der große Knall kommen. Also ist offenes hinschauen auf alles, was passiert, das beste Mittel, um auf Dauer klarzukommen. Wenn dein Freund in Ordnung ist, dann wirst du irgendwann so davon überzeugt sein, dass keine Zweifel mehr kommen. Aber wie gesagt: Vertrauen muss man sich verdienen, besonders, wenn man es schon mal missbraucht hat.

Liebe Grüße :wave:
Sonora
 

kopf

ich finde den post von Sonora sehr gut . eigentlich ist das auch meine meinung .
LG kopf.
 
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14.03.07
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Vor vier Jahren habe ich mein Freund kennengelernt, er hat mich sehr oft angelogen, meist wegen banalen Dingen. Als ich vor 2 einhalb Jahren ungeplant aber gewollt schwanger wurde habe ich eine Lüge nach der anderen aufgedeckt. Darunter für mich zwei sehr bedeutende Unwahrheiten. Ich habs immer von Anfang an gespürt und ihn mindestens alle zwei Wochen ins Kreuzverhör genommen, bis ich nach einem halben Jahr dann durch ein Anruf zur Wahrheit kam (hochschwanger und verletzt, dass das Vertrauen zu mir nicht für die Aufrichtigkeit gereicht hat). Ich hab ihm aber sehr rasch verziehen. Doch bei der Allerkleinsten Unsicherheit in seiner Mimik glaube ich ihm, zu unrecht, nicht und verurteile ihn. Ich weiss dass ich paranoid bin und unsere kleine Familie gefährde mit meiner Unsicherheit. Wie kann ich an mir arbeiten?
Hallo Amelie2,

wieso denkst Du eigentlich, dass Du paranoid bist, das verstehe ich nicht ganz? Wurde diese Aussage von Deinem Freund vielleicht sogar mal geäußert und Du nimmst es an?
Ich sehe Dich ganz klar vor mir, Du hast ihm zwar verziehen, aber vergessen tust Du es nicht.
Von Anfang an steht Eure Beziehung durch sein Lügen- Verhalten quasi auf "schwankendem Boden".
Es ist fast so wie mit dem "Urvertrauen", entweder entsteht es gleich am Anfang der Beziehung und das Vertrauen ist kaum erschütterlich oder aber, wenn gleich in den Anfängen Lügenmärchen auftreten, dann gibt es ständig diese kaum aushaltbaren Schwankungen, d.h. ständig wird Dein Misstrauen (trotz vorheriger Verzeihung) angeregt, welches keiner Beziehung gut tut, aber durchaus nachvollziehbar ist.

Ehrlich gesagt, verstehe ich Deine gewollte Schwangerschaft mit ihm unter diesen Voraussetzungen auch nicht, dadurch wird nichts leichter oder gerät mehr in Vergessenheit. O.k. war nicht geplant und schön, dass Du Dich für das Kind entschieden hast.

Ich kann Dir nicht wirklich einen guten Rat geben, außer passe auf Dich und Dein Kind auf und vielleicht gibt es irgendwann Situationen/Taten die das Vertrauen wieder etwas aufbauen, das hoffe ich sehr für Euch.

Alles Liebe von Kayen
 
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10.01.04
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Hallo Amelie,

es gibt ja sicher Gründe dafür, daß Dein Freund lügt. Wenn er gute Absichten und Vorsätze hat, müßte ihm doch daran gelegen sein, diese Lügerei aufzugeben, was sicher gar nicht so einfach ist, wenn man sich lange schon so verhalten hat.

Kannst Du ihm vorschlagen, deshalb eine Therapie zu machen? Vielleicht würde ihm das helfen, seine guten Vorsätze wirklich umzusetzen?

Grüsse,
Oregano
 
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02.07.14
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Wir wissen warum er lügt und zwar weil er von der Konfrontation sehr angst hat, also er hat angst, gerade weil ich sehr stark und willens kräftig bin, er lügt nicht aus Boshaftigkeit. Schon einige male versuchte ich ihm klar zu machen, dass für mich alles ok ist solange er nur ehrlich ist. Habe schon mindestens fünfzig mal gesagt er kann mir vertrauen, ich werde nicht wütend auf ihn etc.
Ja das wär vielleicht nicht schlecht, eventuell als Paartherapie kombiniert mit Einzelsitzungen.

Danke
 
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08.09.14
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Und habt ihr es schon einmal Versucht euch professionelle Hilfe zu suchen? Ich kenne deinen Partner nicht, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er dich nicht aus Boshaftigkeit täuscht. Oft ist es eben fehlendes Selbstwertgefühl aus dem heraus kleine und große Lügen entstehen, später wird daraus ein Automatismus. Ich habe darüber mal einen interessanten Artikel über einen sehr krassen Fall gelesen Zwanghaftes Lügen - Ist doch wahr - Leben - Süddeutsche.de

Ich hoffe in deinem Fall verhält es sich weniger schlimm!
 
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