Wie werden Vitamine hergestellt?

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12.05.11
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Unter den 10.000en von künstlichen Substanzen, von denen wir im Alltag umgeben sind, dürfte das eine der harmlosesten sein.

Unverträglichkeiten kann es immer auch auf natürliche Stoffe geben. Viele technischen Ansätze dienen gerade dazu, die Substanzen reiner und damit berechenbarer in ihrem Verträglichkeitsprofil zu machen.
 
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07.09.20
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Viele technischen Ansätze dienen gerade dazu, die Substanzen reiner und damit berechenbarer in ihrem Verträglichkeitsprofil zu machen.
Danke. Ich hatte von einem Hersteller Magnesiumoxidkapseln und Mariendistelkapseln, die enthielten beide an Zusatzstoffen nur Hydroxypropylmethylcellulose, aber die Kapseln rochen gar nicht gut, was ich zuvor bei noch keinem anderen Hersteller hatte. Bei Amazon erwähnte kein Bewerter den Geruch, nur einer sagte das bei einem anderen Produkt dieser Firma. Ich weiß ja nicht, was man da bei der Herstellung von Hydroxypropylmethylcellulose anders machen kann. An der Dose hat es nicht gelegen.
 
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08.11.10
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Hallo an alle,

was haltet Ihr von Hydroxypropylmethylcellulose E 464? Ich fand einen Beitrag von ullika, was meint Ihr, ist das völlig unbedenklich oder kann es da auch Unverträglichkeiten geben?

Hallo Adina.

Diese Cellulose ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass es nicht deklarierungspflichtige Zusatzstoffe gibt. Das wären Carrageen und Polyethylenglykole, die in der Kapselhülle enthalten sein können. Wenn es der Anbieter nicht direkt auf seiner Seite angibt, dass er es nicht verwendet, kann man den Kundendienst anschreiben und nachfragen.
 
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07.09.20
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Es ist schade, dass noch so viele NEM usw. mit Magnesiumstearat hergestellt werden.


Denn die Stearinsäure, aus dem das Magnesiumstearat gewonnen wird, wird aus Ölen gewonnen, deren Pflanzen zum Teil genetisch verändert und/oder intensiv mit Pestiziden behandelt worden sind. Dies gilt vor allem für Öle, die aus Baumwollsamen gewonnen wurden.
 
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10.06.18
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normalerweise keine nem
Und dann gibt es Personen, bei denen es ohne nicht geht. Leute mit Aufnahmestörungen, oder die nicht durch die Sonne ihr Vitamin D bekommen können und die Tiere (auch Bio), welche mit (Bio oder nicht Bio) Soja oder bei Bio Bauern die Soja ablehnen z.B. mit Ackerbohne, Lupine und co. gefüttert werden und dementsprechend andere Nährstoffe bieten als bei z.B. Grasfütterung.
Viele NEM werden auch in der Tierhaltung schon zugesetzt heute, damit wir sie nicht mehr selbst nehmen müssen.

Unsere Böden haben kaum noch Selen, aber im Gegensatz zu anderen Ländern wollen wir diese nicht anreichern....

Hier mal ein Beispiel für mögliches Bio Futter für Milchvieh:
Weizen*, Ackerbohnen*, Mais*, Sojabohnen*, Haferschälkleie*, Rapskuchen*, Weizennachmehl*, Sonnenblumenkuchen*, Grünmehl*, Hafer*, Weizengrießkleie*, Melasse*, Calciumcarbonat (Quelle: https://www.meika-biofutter.de/Milchviehfutter-16-4)

Hier kann man sich mal ein Blatt mit Deklarationen ansehen das Futter Universal 15 und einige andere darauf sind Heumilchtauglich, die Milch davon kann also als Heumilch deklariert werden: https://www.weissachmuehle.de/pdf/deklarationen/deklarationen_standard.pdf
Universal 15 enthält: Körnermais, Gerste, Maiskleberfutter, Rapsextraktionsschrotfutter, Getreidetrockenschlempe, Weizengrießkleie, Gras, hochtemperaturgetrocknet, Haferschälkleie, Rübenmelasse, Calciumcarbonat, Natriumchlorid (Ich habe nur mal die abgeschrieben, die es enthält, nicht nach Anteil sortiert.)
Da sich Tiere in der Agrarindustrie nicht in der Natur bewegen können und meist auch nicht natürlich ernährt werden, haben sie kaum Zugang zu natürlichen B12-Quellen. Um dem entgegenzuwirken, enthalten Futtermittel unter anderem zugesetztes Vitamin B12. [4, 5] Selbst im Darm von Kühen kann B12 nur dann gebildet werden, wenn das Futter genügend Kobalt enthält [6], was in der Tierhaltung jedoch oft nur durch künstliche Zusätze der Fall ist. (Quelle: https://www.peta.de/neuigkeiten/b12-nutztiere/)

Allerdings: Auch Bio-Tiere werden kastriert (z. B. Bullenkälber und Eber) und in Gehegen gehalten, die nicht annähernd eine Bewegung wie in der freien Natur ermöglichen. Es gibt sogar streng-kontrollierte Demeter-Betriebe, die ihren Tieren den Weidegang verwehren.

Bio steht übrigens auch nicht im Widerspruch zu Massentierhaltung. Auch Bio-Betriebe dürfen große Zahlen von Tieren halten. In vielen Bio-Betrieben werden immer noch „konventionelle“ Qualzüchtungen genutzt. (Quelle: https://www.vegpool.de/magazin/biofleisch-tierschutz-umweltschutz.html)
Wer es sehen will findet dort auch den Link zu Aufnahmen aus einem Landschlachthof in welchem auch Bio-Tiere getötet werden.
 
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12.10.18
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erst lesen, dann meckern. ich hatte geschrieben, daß es manchmal nicht ohne nem geht und ich auch vit d nehmen muß, weil ich schon seit jahren nicht in die sonne gehen darf.

und ich hatte auch schon mehrfach erwähnt, daß eu-bio etwas besser ist als "normal", aber nur wenig.
demeter, bioland und naturland ist deutlich besser und wird auch häufiger und strenger kontrolliert.
schwarze schafe gibt überall mal, nicht nur im bio-anbau usw., aber die verlieren dann das siegel, sind dann nur noch eu-bio.
 
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10.06.18
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Das Schlachtvideo sind zB Biolandtiere...

Und die genannten Dinge bzgl. Bio Futter/Futter für Heumilch wiedersprechen den Siegeln ja auch nicht unbedingt. Deshalb kaufen die Bio-Bauern ja auch solche Futter für ihr Milchvieh.

Deshalb ist es sinnvoll sich die Regeln für das Erlangen der Siegel anzusehen. Für das Bio Sigel muss das Futter 100% Bio sein zB das bedeutet aber s.o. nicht, dass da kein Soja zB drin wäre, sondern nur, dass das Soja dann Bio ist.
 
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10.06.18
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Hierzu gibt es eine Übersicht, in welcher man sich ansehen kann, wie z.B. das Futter geregelt ist:

Ich zitiere mal die Teile, welche auf Bioland zutreffen als Beispiel. Die anderen Siegel im Vergleich mit EU-Bio und konventionell kann man sich dort ansehen.
Umstellung des gesamten Betriebes auf Bioerzeugung - vorgeschrieben
Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO) - verboten
Synthetische Stickstoffdünger - verboten
Organische Handelsdünger Nur bezogen auf Blut-, Fleisch- und Knochenmehle -verboten
Synthetischer Pflanzenschutz - verboten

Anteil des Futters vom Hof - Mind. 50% des Futters muss vom eigenen Betrieb stammen. Der Rest kann von anderen Bioland-Betrieben zugekauft werden. Futter aus BioBetrieben muss ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Futtermittelzukauf aus nichtökologischer Herkunft: Höchstsätze wie EUBio [5%] aber beschränkt auf Kartoffeleiweiß und Maiskleber Importfuttermittel aus der Dritten Welt darf nicht eingesetzt werden.

Silage-Fütterung Wiederkäuer - Die ganzjährige ausschließliche Fütterung mit Silage ist verboten. Im Sommer überwiegend Grünfütterung.

Mastrinder Platz im Stall - Wie EU-Bio [Bis 100kg: 1,5m2 pro Tier Bis 200kg: 2,5m2 pro Tier Bis 350kg: 4m2 pro Tier Über 350: 5m2 pro Tier]


[Mastrinder] Auslauf - Wie EU-Bio Weidehaltung ist Auslauf vorzuziehen [Bis 100kg: 1,1m2 /Tier Bis 200kg: 1,9m2 / Tier Bis 350kg: 3m2 / Tier Über 350: 3,7m2 / Tier]


Milchkühe Platz im Stall - Wie EU-Bio [6m2 pro Tier]

[Milchkühe] Auslauf - Wie EU-Bio [4,5 m2 pro Tier] Weidehaltung im Sommer vorgeschrieben

[Platz im Stall und Auslauf von Hähnchen, Schweinen und Legehennen entsprechen EUBio zusätzlich ist ein Wintergarten vorgeschrieben]

Tierhaltung (Böden und Einstreu) Rinder - Weniger als 50% der Fläche Spaltenböden Einstreu ist vorgeschrieben

[Schweine, Hähnchen und Legehennen gerne selbst nachlesen, ich beziehe mich erstmal nur auf Rinder]

Ausbrennen oder Ätzen der Hörner bei Kälbern - Nur mit Ausnahmegenehmigung der Behörden. In diesem Fall nur mit Betäubung und Schmerzausschaltung zulässig.

Kuhtrainer - verboten


Anbindehaltung - wie EUBio [In Ausnahmefällen bis 2013 erlaubt In kleinen Beständen auch darüber hinaus]

Transportdauer - Weitergehend: Kurze Transportwege maximal 4 Stunden, 200km Entfernung

Treibhilfen - verboten

Allopathische Beruhigungsmittel - verboten

Es ist also die Herkunft des Futters geregelt und, dass das Futter Bio sein muss. Allerdings die Zusammensetzung des Futters nicht?

Es darf nicht ganzjährig ausschließlich Silage gegeben werden, allerdings wie viel ist "überwiegend Grünfütterung"? 51% oder 80%, nicht geregelt?

Wenn man also Bio Fleisch konsumiert ist es sicher spannend hier mal den Vergleich zu lesen und sich mit den Unterschieden zu befassen und auch damit, was das Tier so vor der Schlachtung wohl gefressen hat.
 
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12.05.11
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Danke für diese Hinweise auf Bio-Fütterungsregelungen. Ich habe mich damit auch nie beschäftigt. Grundsätzlich glaube ich sofort, daß auch Bio-Siegel zunächst mal Marketingstrategien sind und der Kostenfaktor den Gesinnungsfaktor auch bei vielen Biobauern schlägt.
 
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07.09.20
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Soja ist sowieso ein schwieriges Thema. Viele Birkenpollenallergiker reagieren auf Soja allergisch und das wird vielen Lebensmitteln zugesetzt. Ich weiß nicht, ob sich das dann auch auswirkt, wenn man Fleisch isst, wo das Tier zuvor Soja als Futter bekommen hat.
 
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12.10.18
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Birkenpollenallergiker

war ich viele jahre ganz heftig und hatte auch die entsprechenden kreuzallergien incl. soja, aber das bio-fleisch hab ich immer gut vertragen.
bio-"sojamilch" usw. garnicht, was mich zuerst gewundert hat.

im übrigen werden die bio-betriebe bei demeter, bioland und naturland, die eh strengere bestimmungen haben als das eu-bio (das ich nicht kaufe, weil es nicht gut ist) oft kontrolliert.
 
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12.10.18
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garnicht vertragen. gewundert, weil ich damals noch keine infos zu den kreuzallergien hatte. die allergologen anscheinend auch nicht.......
 
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