Wer kennt sich gut mit dem Magen aus? Befundung!

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Hallo, ihr Lieben!

Gibt es jemanden, der mir meinen Gastroskopie-Befund verdolmetschen kann? Leider komme ich mit meiner eigenen Recherche nicht so weiter, wie ich mir das wünsche. Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass ich weder Tabletten nehme noch Alkohol trinke oder meinem Magen sonstige Dinge zumute. Allerdings hatte ich für einen sehr langen Zeitraum richtig Stress.

Ich selber vermute, dass von den Nasennebenhöhlen über die Mundschleimhaut, die Speiseröhre und den Magen bis hin zur Darmschleimhaut alles eine einzige Entzündung ist. Da ich keine Medikamente einnehmen kann, hoffe ich, dass die Zeit alles abheilt, da der Stress nun eigentlich erledigt sein sollte.

Trotzdem ist es mir wichtig, den Befund genau zu verstehen, damit ich weiß, ob ich es mir leisten kann, die Sache ohne Medikation durchzustehen. Oder ist das Risiko, auf Protonenpumpenhemmer zu reagieren, auf jeden Fall einzugehen?

Viele liebe Grüße :wave:
Sonora



Obere Intestinoskopie:

Pulsoxymetrie 98% 02

Ösophagus (Speiseröhre): fleckenförmige Rötung distal

Antrum (Magen): Rötung mit einzelnen erhabenen Erosionen (PE Nr. 1&2), der Pylorus ist unauffällig

Cardia, Fundus in Inversion, Corpus unauffällig.

Empfehlung:
Endoskopisch stellt sich das Bild einer erosiven Antrumgastritis und Refluxösophagitis I (mit einem kleinen Kreis oben rechts, das finde ich nicht auf der Tastatur) dar. Ich empfehle den Beginn einer Protonenpumpenhemmertherapie.


Pathologisch-anatomische Begutachtung:

Material: Magen-PEs

Makroskopie:

1. Antrum: ein max. 2 mm messendes grau-weißes bis grau-bräunliches Biopsat und Fluse.
2. Antrum (erhabene Erosion, Dysplasie?): Ein max. 1,5 mm messendes grau-weißes bis grau-bräunliches Biopsat.

Mikroskopie:

1. In seriellen Schnittstufen und Sonderfärbungen (HE, Alcian-Blau/PAS- und Helicobacter-Färbung) Magenmukosa vom Antrumtyp mit mäßig elongierten Grübchen und verlängerten Stromaleisten. Die Lamina propria ist entzündungsfrei, aber fibrosiert und zeigt einzelne aszendierte glatte Muskelfasern.
Helicobacter negativ.
Die beschriebenen Umbauresiduen sind nicht spezifisch, Konsequenz eines längerfristigen pathologischen Prozesses, u.a. typischerweise bei chemisch-reaktiver Gastropathie zu finden.

2. In seriellen Schnittstufen und Sonderfärbungen (HE, Alcian-Blau/PAS- und Helicobacter-Färbung) Magenmukosa vom Antrumtyp mit hier höhergradig elongierten Grübchen und Stromaleisten. Letztere etwas papillär, erstere etwas gefältelt, aber dysplasiefrei, basal stärker profilierend, zur Oberfläsche aber ausgreifend. Dazwischen wieder eine eher etwas stärker ausgeprägte Fibrosierung, wenig aszendierte glatte Muskelfastern und gering vermehrte lymphoide Infiltrate. Leistenspitzenzellproliferate (??? kann man schlecht lesen) als Regeneratepithel abgeheilter und gering vermehrte lmphoide Infiltrate. Leistenspitzenzellproliferate als Regenerationsepithel abgeheilter Erosionen, im Vorliegenden aber keine floride peptische Läsion nachweisbar oder getroffen. Keine HLO.

Diagnose:
1. Gering ausgeprägte chemisch reaktive Gastropathie (Antrumtyp, entsprechend einer inaktiven C-Gastritis. Helicobacter negativ.
2. Höhergradige bis polypoide foveoläre Hyperplasie mit Zeichen der chemisch-reaktiven Gastropathie wie oben und Regeneratschleimhaut. Keine Dysplasie (klin. Fragestellung). Regeneratepithel nach Leistenspitzenerosionen.
Keine spezifische Entzündung.
Kein malignes Tumorgewebe.
 
Zuletzt bearbeitet:

Freesie

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Hallo Sonora,

vielleicht kommst du damit weiter:
Befunddolmetscher

noch genauere Auskunft wirst du vermutlich unter dem Link bekommen
Was hab ich

Aber vielleicht findet sich ja doch auch noch jemand im Forum der dir weiter helfen kann.

Alles Gute für dich.

Grüssle
Freesie
 
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Hallo sonora,

der Befund scheint mir alles in allem nicht bedenklich; die Frage ist, ob Du starke Beschwerden hast und vor allem, ob Du die Ursachen abstellen kannst :keineahnung::).

Auf was es für mich hinaus läuft, ist die "chemisch-reaktive Gastropathie", die abgelaufen ist und ihre Spuren hinterlassen hat. Außerdem hast Du eine Speiseröhrenentzündung, die mit Protonenpumpenhemmern behandelt werden soll.

Bei einer chemisch-toxischen Gastritis handelt es sich um eine chronische Typ C-Magenschleimhautentzündung. Sie wird durch bestimmte schädigende Substanzen hervorgerufen.
...
eine chemisch-toxische Gastritis, die auch als reaktive Gastritis bezeichnet wird. Das bedeutet, dass sie nicht von Krankheitserregern oder Antikörpern ausgelöst wird, sondern durch toxische Substanzen, die schädigend auf die Schleimhaut des Magens wirken. Etwa zehn Prozent aller Gastritis-Patienten leiden unter einer Typ C-Magenschleimhautentzündung.

Zu einer chemisch-toxischen Gastritis kommt es vor allem im Antrum, in der Nähe des Magenausgangs. Ausgelöst werden kann diese Gastritis-Form durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Dazu gehören vor allem Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. In diesem Fall spricht man von einer NSAR-Gastritis. Aber auch der chronische Konsum von Alkohol kann zu einer chemischen Reizung der Magenschleimhaut führen. Ein weiterer Grund für eine Entzündung sind körpereigene Flüssigkeiten wie zum Beispiel Galle (Gallenflüssigkeit). Fließt die Galle aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum) zurück in den Magen, was man als gastroduodenalen Reflux bezeichnet, besteht die Gefahr, dass der Magen dadurch geschädigt wird. Vor allem im Bereich des Magenpförtners kommt es häufig zu Beeinträchtigungen. Durch die schädigenden Substanzen wird die Durchblutung der Magenschleimhaut reduziert. Dies hat jedoch die Bildung von Schleimhauterosionen zur Folge. Darüber hinaus kann sich die oberflächliche Schleimhaut entzünden.

Bei einer chronischen chemisch-toxischen Gastritis kommt es in der Regel nur selten zu Beschwerden. In manchen Fällen leiden die Betroffenen unter Völlegefühl nach den Mahlzeiten, Aufstoßen oder Blähungen. Um eine chronische Magenschleimhautentzündung zu diagnostizieren,
...
Gastritis Artikel | Chemisch-toxische Gastritis - Chronische Magenschleimhautentzndung Typ C - paradisi.de

Also könnte es darum gehen, den Gallenrückfluß zu unterbinden oder unschädlich zu machen.
Das müßte dann in der Galle selbst geschehen oder in der Leber (weiß ich nicht) oder dort, wo die Gallenflüssigkeit Schaden anrichtet: im Magen.
Im Magen wären die Protonenpumpenhemmer vorübergehend eine Möglichkeit. Ich denke, daß auch Heilerde, Zeolith und die Meidung von gallen-anregenden bzw. -anfordernden Lebernsmitteln helfen könnte. Evtl. dazu noch Artischocke dazu und natürlich die Entfernung von toxischen Stoffen im Körper.

Hier ist der Unterschied zwischen Rückfluß von Magensäure in die Speiseröhre und Gallenrückfluß ganz gut erklärt:

bei einem reflux.. ist der mageneingang quasi rückwärts wieder offen, so gelangt magensäure in die speiseröhre. da die hcl enthält (gegen die die magenzellen die magenschleimhaut zum schutz haben) verätzt sie die speiseröhre und es kommt zum "sodbrennen".. mal nicht so wild, auf dauer schädlich für die zellen der speiseröhre.

die galle dagegen ist eine fettverdauungshilfe , die in der leber gebildet wird. die gallenflüssigkeit wird in der galle gespeichert und dann im oberen dünndarm, als NACH dem magen der speise zu geführt, um die verdauung weiter zu betreiben. wenn nun die gallenflüssigkeit in den magen fliesst, dann steigt sie quasi wieder auf.

therapie dagegen kenn ich nicht, aber ich denke das ist ein fall für den internisten.. wobei fett vermeidung sicher sehr gut ist, denn dann ist der bedarf an gallenflüssigkeit nicht so hoch..
HFS Forum Re:Magenbeschwerden durch Gallenrckfluss - wer weiss Rat? (BEitrag vom 3.5.07)

Wenn Du keine Medikamente einnehmen kannst, dann kannst Du eigentlich nur über die Ernährung steuern und dazu noch mit Heilerde, Zeolith, Bentonit, wenn Du die verträgst.
Es gibt auch noch "Colina":
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Grüsse,
Oregano
 
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Hallo, liebe Oregano!

Danke für deine Hilfe. Alles in allem läuft das, was du herausgefunden hast, auf das hinaus, was ich selber auch recherchiert habe. Das bestärkt mich, mit den Protonenpumpenhemmern erst noch zu warten. Es gibt halt nur zwei Möglichkeiten: Stress oder Galle. Galle liegt in der Familie, Stress im Büro war, wie du dich sicher erinnerst, mehr als gut sein kann, vorhanden. Aber das ist jetzt vorbei. Nun muss nur noch die Psyche hinterherkommen, dass der Terror ein Ende hat... Vielleicht kapiert es dann ja auch irgendwann der Magen.

Der Arzt bei der Gastroskopie erzählte mir gleich, dass Magen und Speiseröhre entzündet sind. Daraufhin lebe ich noch eine "diätigere" Diät. Aber das tut mir gar nicht gut, mein Magen spinnt mehr als vorher. Mit gebratenem Fleisch und gebratenem Pfannengemüse ging es mir besser. Komisch. :confused: Das sollte eigentlich dafür sprechen, dass es NICHT die Galle ist, oder? Also sind es die chronischen Stress-Nachwehen, vermute ich.

Mal sehen, wie ich mich weiter durchwurstele.

Liebe Grüße :wave:
Sonora
 
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