Vorsicht/Warnung: Kröten abschlecken taugt nix.

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... Der Ulmer Pharmakologe Prof. Dr. Holger Barth warnt derzeit vor einer gefährlichen Praxis aus den USA und Australien: Durch Abschlecken von Kröten sollen Anwender die Gifte auf der Krötenhaut bestimmter Arten konsumieren, um sich zu berauschen.

Der Konsum von Krötengift soll in einen Rauschzustand versetzen, der dem unter Lysergsäurediethylamid (LSD) ähnlich sei. Die gefährliche Anwendung funktioniert dabei so: Unter anderem Coloradokröten (Bufo alvarius) enthalten in ihrem Schleim ein Gemisch aus Halluzinogenen der Tryptamin-Familie, darunter z.B. Bufotenin. Diese Stoffe sind LSD chemisch ähnlich. Wer die Kröten abschleckt, soll innerhalb von circa 30 Minuten Symptome entwickeln, darunter Euphorie, Enthemmung, Wahrnehmung von Farben und Lichteffekten, aber auch Verwirrung, Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen.

Der Konsum der Halluzinogene ist deshalb in den USA mittlerweile verboten, allerdings dürften die Tiere in Terrarien weiter gehalten werden. Und auch in Deutschland soll das Sekret mittlerweile konsumiert und die Kröten gehandelt werden. Aber: Der Konsum ist gefährlich. Barth warnt davor, dass die Dosis der Giftstoffe im Krötensekret nicht abzuschätzen ist.

Es könne zu lebensbedrohlichen Vergiftungen kommen, mit Blutdruckanstieg und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand. Vom Konsum von Krötengift rät er deshalb dringend ab ...


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Da fällt mir das Gedicht von Erich Kästner ein, das James vor längerer Zeit hier eingestellt hatte:

Sogenannte Klassefrauen
Erich Kästner

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot !
Wenn es Mode wird, sie abzukauen
oder mit dem Hammer blauzuhauen,
tun sie's auch. und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben,
oder falls man die nicht hat, den Bauch . . .
Wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelbzugerben,
bis sie Handschuhn ähneln, tun sie's auch.

Wenn es Mode wird, sich schwarzzuschmieren . . .
Wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren . . .
Wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen,
morgen könnten wir's bei ihnen sehn.

Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln !
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn's doch Mode würde, zu verblöden !
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten !
Denn dann wären wir sie endlich los.


Grüsse,
Oregano
 
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Neu ist das keineswegs, Kröten waren schon immer ein magisches Haustier und bei Schamanen aller möglichen Kulte beliebt. Der Rausch scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein, weil er die Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein durchlässig macht und zu neuen Erkenntnissen führen kann. Jedenfalls kennt der Erfindungsreichtum und Forscherdrang des Menschheit keine Grenzen, wenn es um die Erschließung neuer Rauschmöglichkeiten geht. Manche Naturvölker melken sogar bestimmte Ameisensorten, um an psychoaktive Substanzen zu kommen, und psychedelische Reisen waren immer schon ein Initiationsritual beim Übergang von der Jugend zum Erwachsensein.

Deswegen werden solche Warnungen nicht viel ausrichten, sondern eher trendverstärkend wirken. Statt Verteufelung, Spott oder Bestrafung ist aus meiner Sicht nur gründliche Aufklärung sinnvoll. In der 11. Klasse hat die Polizei bei uns so einen Vortrag gehalten, ihr verdanke ich es, dass ich in meiner Sturm- und Drangzeit von Heroin und Alkohol die Finger gelassen habe, weil mir die Langzeitfolgen dieser Süchte gar nicht gefallen haben. Dafür nachträglich vielen Dank! :cool:
 
Wobei oben genanntes Kästner-Gedicht nicht nur für Klassefrauen sondern auch für Testosteron-Protze gilt. Auch die unterliegen Versuchungen, die denen zwar nicht ähneln aber ursächlich gleich sind.
 
Erich Kästner hatte sicher nicht Krötenlecker im Sinn, als er dieses böse Gedicht geschrieben hat. Offensichtlich konnte er die bunten Vögel aus den bunten Blättern nicht leiden, die die Modetrends der 1920er Jahre gesetzt haben. Vielleicht hat er von so einer Dame mal einen Korb bekommen, man muss sich schon klar darüber sein, auf wen man sich da einlässt.

Andererseits erinnert man sich im Rückblick gerne an sie, denn sie gaben ihrer Zeit ein Gesicht. Einige waren sogar ziemlich kreativ, visionär und gar nicht dumm.
 
dass ich in meiner Sturm- und Drangzeit von Heroin und Alkohol die Finger gelassen habe,
Meine beiden Kinder haben mir nachträglich unabhängig voneinander gestanden, dass sie beide Haschisch ausprobiert hatten. Sie ließen es bei dem Versuch, da sie den Kontrollverlust nicht mochten. Gut dass ich es erst später erfahren habe. Offenbar sind nicht alle bereit, bewusstseinverändernde Drogen dauerhaft anzuwenden. Kröten ablecken, igitt!
 
Offenbar sind nicht alle bereit, bewusstseinverändernde Drogen dauerhaft anzuwenden.

Irgendwas nimmt jeder, sogar du trinkst gerne mal ein Alkoholgetränk - das ist eine bewusstseinsverändernde Droge mit starker Suchtwirkung. Nicht jeder hat so viel Selbstdisziplin und belässt es bei einem Gläschen am Abend.

Insgesamt betrachtet ist Alkohol sogar eine schädlichsten Drogen überhaupt und kommt auf Platz 5 der Drogenhitliste. Bufotenin, das Krötengift, taucht da noch nicht mal auf (wahrscheinlich, weil es so selten verwendet wird).
 
Zuletzt bearbeitet:
Alkohol trinke ich zwei-dreimal im Jahr, am Geburtstag meines Sohnes ein Viertelglas Sekt, Weihnachten ein Viertelglas Rotwein mit meiner Tochter und dieses Jahr ein halbes Glas Sekt beim 90. Geburtstag meiner Schwester. Zum Berauschen hat es nicht gereicht, aber zum Anstoßen, ohne Spielverderber zu sein. Aber ich gebe zu, dass es in jungen Jahren schon mehr war als jetzt mit 87.
 

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