Verpflegung in Krankenhaus und Reha

Themenstarter
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Hallo Zusammen,

zu Beginn möchte ich gleich erwähnen, falls diese Rubrik für meinen Artikel unpassend sein sollte, möge er bitte umsortiert werden. Vielen Dank.

Nun zum Thema:

Vor etlichen Jahren habe ich den Rat befolgt und esse nun überwiegend gluten- und milchfrei sowie außerdem zuckerfrei.

Mir gehts soweit gut mit diesem Essen und Beschwerden von früher treten nicht mehr in Erscheinung.

Leider machte ich im vergangenen Jahr im Rahmen mehrerer Krankenhausaufenthalte die Erfahrung, dass ich dort meine häusliche Ernährung nicht praktizieren konnte. Ich wies darauf hin, dass ich eine bestimmte Ernährung einhalte und auf welche Stoffe ich verzichte. Man konfrontierte mich mit Fragen wie: Haben Sie Zöliakie? und diversen anderen Fragen. Zudem sagte dann auch noch eine Ernährungsberaterin, das müsste bei mir mal mit Darmspiegelung und auch Magenspiegelung untersucht werden. Dazu äußerte ich mich nicht.

Während eines Rehaaufenthaltes in diesem Jahr, erfuhr ich zudem erneut, dass es für mich an diesem Ort kein gutes Essen gab. Anfänglich bestand mein Frühstück aus nicht glutenfreien Haferflocken und Milch. Für mich gab es nicht anderes zum Frühstück, da ich eben kein Brot esse und in der Folge keinen Aufschnitt und so weiter.

Für mich zum Glück: Ich entdeckte eine Töpferei im Nachbarort und kaufte mir dort eine Müslischüssel. In einem Bioladen, nicht weit entfernt, hatte ich die Möglichkeit glutenfreies Müsli und Hafer- bzw. Mandelmilch zu kaufen. Dort versorgte ich mich dann über die Wochen mit meinem Frühstück.

Mein nächstes Drama war das Mittagessen. Es gab keines ohne Zusatzstoffe und dergleichen. Selbst Gemüsesuppen waren nicht glutenfrei.

Während ich das hier schreibe, muss ich Mal wieder sagen, dass sowas einfach nicht wahr sein darf!

Es kann nicht angehen, wie verpflegt wird!

In meiner zweiten Rehawoche machten sich stark juckende Symptome in meinem Intimbereich breit. Es wurde immer schlimmer.

Meine Ansprache bei der Ärztin ergab nichts, außer, dass sie mir aufschrieb, die Küche solle mich gluten- und laktosefrei ernähren. Gegen das Jucken konnte sie nichts tun.

Meine restliche Zeit verbrachte ich dann so.

Mein Gynäkologe bescheinigte mir später zuhause eine massive Pilzinfektion. Er behandelte sofort! und zum Glück sehr erfolgreich.

Ich werde das demnächst bei meiner Hausärztin ansprechen. Hoffentlich stellt sie mir eine Bescheinigung aus.

Falls ich mal wieder ins Krankenhaus oder in eine Reha muss, sehe ich aktuell SCHWARZ !

Ich bin mit Allen, die sowas ebenfalls durchgemacht haben.
Niemand ist allein!

Ich wünsche Allen alles Gute!
 
wundermittel
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02.10.10
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Hallo Brocken,

danke für Deine Mitteilung!
Ich hatte ähnliche Erfahrung früher mal, da hab ich aber noch nicht so explizit auf meine Ernährung geachtet (nur allgemein "gesund" ernährt). Bei einer Freundin war es so, dass sie vorher in der Klinik explizit nachgefragt hat, ob sie dort entsprechend ihrer Krankheit kochen können und dies wurde bestätigt. Als sie dann da war, wollte keiner mehr etwas davon wissen. Als sie dann wie Du Sebstversorgung gemacht hat, wurde ihr das psychologisch als "Fixierung aufs Essen", Zwangsgedanken usw. ausgelegt. Obwohl sie wissenschaftliche Berichte dabei hatte, die aber niemand interessiert hat (ihre Krankheit hat sehr stark mit Essen zu tun).
Wahrscheinlich muss man sich sowas vorher schriftlich geben lassen und bei Nicht-Einhaltung abreisen (ob das wirklich etwas nützt, ist die Frage, aber man kann sich ja vorher informieren, wie man in so einem Fall vorgehen muss und einfach ausprobieren).
Wenn man es so gut wie Du dokumentieren kann und sogar ärztlich bestätigt (ich nehme an, es liegt am immer noch vorhandenen Zucker in der Ernährung?), würde ich das bei Deiner Krankenkasse melden, denn ich finde schon, dass das zu einem Behandlungsfehler gehört, damit man das nachverfolgt. Sowas darf einfach nicht sein. Du kannst Dich bzgl. Vorgehen bei Behandlungsfehlern auch beim UPD beraten lassen ("Unabhängige Patientenberatung")
Außerdem gibt es eine Seite mit Klinikbewertungen, da würde ich das auch schreiben und entsprechend bewerten.

Viele Grüße
 
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12.10.18
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Hoffentlich stellt sie mir eine Bescheinigung aus.

wenn nicht, würde ich mir einen anderen arzt suchen.

als ich anfang vorigen jahres im krankenhaus war, weil mir vorher in einer anderen krankenhausambulanz eine völlig falsche infusion verabreicht worden war, obwohl ich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich auf die aip hingewiesen hatte, wäre ich ganz übel dran gewesen, wenn nicht ein paar leute, mit denen ich beruflich zu tun habe mir etwas verträgliches zu essen gebracht hätten.
vom krankenhausessen war nur der zucker nicht völlig uv ud es gab auch nichts anderes.
aber noch schlimmer war, daß sie auch sonst keine ahnung hatten und mich einfach in ein einzelzimmer gelegt haben, obwohl ich kassenpatienten bin, damit es nicht auffiel, daß sie garnichts gemacht haben und als es mir immer noch schlechter ging, haben sie mich sonntags vormittags mit dem krankenwagen in meine wohnung gebracht, obwohl ich allein lebe und nicht laufen konnte. daß ich immer etwas vorrat habe, wußten sie nicht, aber ich konnte eh nicht kochen, weil ich nur wenige schritte mit festhalten humpeln konnte. aber so konnten sie behaupten, sie hätten mich im gebesserten zustand entlassen und alles weitere wären unvorhersehbare komplikationen gewesen...........
ich geh nie mehr in ein krankenhaus und auch zu keinem arzt oder zahnarzt. es gab fast immer nur fehldiagnosen und falschbehandlungen mit üblen folgen. die rel. guten ärzte und zahnärzte, die ich früher mal hatte, sind leider schon lange in rente.

lg
sunny
 
regulat-pro-immune
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10.01.04
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Ein gutes Thema, Brocken :mad::confused:.
Ich war gerade ein paar Tage in einer Klinik, in der ich früher auch schon ein paarmal war. Und eigentlich schätze ich sie u.a. deshalb, weil sich die Diätassistentinnen immer redlich bemüht haben, mir eine verträgliche Ernährung zu ermöglichen. Wir haben jeweils den Wochen-Essensplan zusammen durchgesehen und dann für mich Verträgliches zusammen gestellt. Dieses Mal war es leider anders: Die Küche war unterbesetzt wegen Corona. (3 Mitarbeiter in Quarantäne). Das Wissen um die Histaminintoleranz & Co. war nicht vorhanden „Ach, da vertragen Sie also keine Laktose?“). Die Bereitschaft, meine früheren Unterlagen oder Informationen über die HIT heraus zu suchen: null...
Warum auch immer: ich bekam 5 Tage lang täglich Karotten, obwohl ich geagt hatte, daß ich sie nicht wirklich gut vertrage, Kohlrabi, Auberginen (vertrage und mag ich nicht), Kartoffeln, einmal Reis und einmal verkochtes Putenfleisch (es ist mir ein Rätsel, wie man das überhaupt so zustande bringt).
Am Abend gab es Brot, Scheibenkäse und für mich speziell Putenbrust mt einem Rand aus Paprika. Alles für mich nicht wirklich verträglich. Der Gipfel war dann ein „Buffet am Samstag“, bei dem noch nicht einmal Putenwurst für mich da war, nur Käse, geräucherte Forelle und noch mehr Unverträgliches. Da habe ich dann beschlossen, die Klinik vorzeitig zu verlassen.
Meine Nachbarn im Speisesaal bedauerten mich einschl. Bedienungspersonal jeweils von Herzen, aber das hat nichts geändert.
Nach 5 Tagen bin ich geflüchtet.

Es ist einfach nicht zu fassen, daß Menschen in so einer Klinik durch das Essen zusätzlich krank werden und das einfach nicht interessiert. Mal schauen, ob mein Bschwerdebrief an die Klinikleitung auf Interesse stösst.

Grüsse,
Oregano
 
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19.09.12
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Falls ich mal wieder ins Krankenhaus oder in eine Reha muss, sehe ich aktuell SCHWARZ !

vielleicht hast du jemanden im Bekanntenkreis, der dir jeweils das Essen bringt?

jedenfalls hab ich es so gemacht als ich letzten Oktober im Spital übernachten musste, ich war total versäuert und die Frage nach einem Basenmittel hat nur komische Gesichter erzeugt, so hab ich dann aber eine Zitrone bekommen, frühstücken tu ich nicht, meine Tochter brachte mir Früchte vorbei, das Krankenhausessen hab ich nicht angerührt.
 
Themenstarter
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24.08.15
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Hallo!
tut mir gut zu lesen, dass ich nicht allein dahstehe.......mit meinen Erfahrungen.
Nur mein Mann könnte mir Essen bringen. Das wird allerdings nicht umsetzbar sein, denn mein Mann kocht nicht frisch und somit müsste ich für die Tage einiges vorbereiten. für einige Tage ginge das bestimmt. Für längere Zeit wohl kaum.
Dieses Jahr bei einer weiteren Radiojodtherapie habe ich mir für die wenigen Tage alles was ich brauche vorbereitet. Als das Personal von der Station mit dem Essenzettel ankamen, habe ich gesagt, dass ich ihr Essen nicht wähle und dies mit meinen Erfahrungen begründet. Es gab diesbezüglich auch keine weiteren Diskussionen.

Aber das wird wohl eher die große Ausnahme sein.

In meiner Reha bekam ich mehrere Tage hintereinander Fisch zu essen. Der war so trocken, dass er mir im Hals steckenblieb. Und obendrein war es auch noch die Sorte Pangasius. Ich hatte so ein Ekel, dass zu essen. es war furchtbar.

Dem Träger meiner Rehaklinik werde ich zu diesem Essen auch noch einen Brief schreiben, und zwar so, dass niemand sagen kann, man würde mich nicht verstehen!

Momentan muss ich mich auch noch mit weiterem Irrsinn befassen. Gerade habe ich 1,5 Jahre Krankengeld hinter mir und bekomme nun Arbeitslosengeld 1. Wohlgemerkt bin ich nach wie vor bei meinem Arbeitgeber angestellt!

Jetzt wurde mir mitgeteilt, wie hoch das Arbeitslosengeld ausfällt. Ich war heute darüber regelrecht schockiert. Weniger als Krankengeld ist es.

Und dabei hatte man mir vorher gesagt, in meinem Fall, da ja ein Rentenverfahren läuft, bekäme ich Arbeitslosengeld in Höhe des vorherigen Krankengeldes.

Das ist nun nicht mehr so.

Ich werde mich allerdings dagegen wehren und Widerspruch einlegen. Für sowas empfehle ich auch jedem die Mitgliedschaft im SOVD oder Vdek.

Parallel dazu muss ich auch noch mich selbst darum kümmern, auf der Arbeit wieder eingegliedert zu werden, weil einige der beteiligten Akteure ihre Arbeit nicht richtig machen.

Es ist der absolute Wahnsinn!

Zum Glück habe ich gerade Kraft, mich darum zu kümmern.
 
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