Unser Gehirn muß arbeiten, sonst verkümmert es

Clematis

Hallo,

von Mag. Michael Strausz, 01.10.2012

Digitale Demenz: Macht iPad doof?
Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher im Kopf erledigt haben, übernehmen heute Computer, Smartphones, und TV. Das berge immense Gefahren, warnt der Gehirnforscher Manfred Spitzer. Eine übertriebene Annahme? (...)

Lernen im Gehirn

Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel: wird es gebraucht, wächst es, wird es nicht benutzt, verkümmert es. Studien an Londoner Taxifahrern zeigen, dass diese einen größeren Hippocampus haben als eine im Experiment hinzugezogene Kontrollgruppe. Im Hippocampus befinden sich die Zellen, die für bestimmte Orte zuständig sind, weil sie diese Orte gelernt haben. Wer sich also Orte einprägt, bringt seinen Ortspeicher zum Wachsen. Dieses Prinzip gilt auch durch Gehirnnutzung beim Musizieren, beim Jonglieren und bei Medizinstudenten beim Auswendiglernen von sehr vielen Fakten. (...)

Hier weiter lesen: Digitale Demenz: Macht iPad doof? (01.10.2012) - DocCheck News
Gruß,
Clematis23
 
wundermittel
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Hallo Clematis,

diese Erkenntnis ist sicher nicht neu, aber immer noch sehr wichtig ;).
Im Netz findet man unter "Gehirntraining" viele Seiten, die sich damit befassen, z.B. diese:
Hirntraining

Ich denke allerdings, daß auch regelmäßige körperliche Betätigung zum Hirntraining dazu gehört - wenn möglich. Denn auch die Koordination der Glieder trägt ja zum Hirntraining bei.
Es gibt ein älteres Buch von Dr. John Diamond, der sich das oft sehr hohe aktive Alter von Dirigenten durch ihre regelmäßigen Zwei-Arm-Bewegungen erklärt. Ich habe den Titel vergessen; ungefähr hieß das Büchlein "Why conductors reach a remarkable age", wobei natürlich nicht nur diese Bewegung der Arme wichtig ist sondern auch die Beschäftigung mit Musik, die das Gehirn sicherlich ganz schön in Trab bringt.

Grüsse,
Oregano
 

Clematis

Ich denke allerdings, daß auch regelmäßige körperliche Betätigung zum Hirntraining dazu gehört - wenn möglich. Denn auch die Koordination der Glieder trägt ja zum Hirntraining bei.

Hallo Oregano,

stimme Dir da voll und ganz zu. Es ist doch logisch, daß Bewegung den Kreislauf anregt, folglich auch die Durchblutung des Gehirns und dessen Versorgung mit Nährstoffen sicher stellt.

Gruß,
Clematis23
 
regulat-pro-immune

Datura

in memoriam
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Auch Klavierspieler sollen aus den genannten Gründen alt werden.

Grüße von Datura
 
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Hallo Clematis,

Es ist doch logisch, daß Bewegung den Kreislauf anregt, folglich auch die Durchblutung des Gehirns und dessen Versorgung mit Nährstoffen sicher stellt.

Das ist die eine Sache, die dem Gehirn gut tut.
Die andere aber ist das gleichzeitige Training beider Gehirnhälften durch die Bewegungen beider Arme und Hände u n d das Training der eher emotional orientierten rechten GEhirnhälfte durch die Musik, die hier oft zu kurz kommt:

In unserer westlichen Welt wird meist die linke Gehirnhälfte sehr viel stärker gefordert als die rechte. Denken Sie zum Beispiel an die Schule - hier standen vielmehr logisch-analytische Denkprozesse im Vordergrund und Schwerpunkte lagen in den Bereichen Sprache und Zahlen. Exzellente und kreative Denkleistungen können aber nur dann entstehen, wenn beide Hemisphären des Großhirns gut zusammenarbeiten und sich ergänzen. Deshalb ist es so wichtig, auch die rechte Gehirnhälfte in Denk- und Lernprozessen zu fordern.

Derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge, liegt es aber nicht daran, wie viel man weiß, um sich an etwas zu erinnern bzw. sich etwas zu merken, sondern wie gut die einmal gespeicherten (gelernten) Informationen miteinander vernetzt sind.
Die beiden Gehirnhälften

Deshalb werden in der Kinesiologie z.B. auch Überkreuzübungen gemacht, wenn der Getestete "geswitscht" ist, also nicht testfähig, u.a. durch zu viel STress mit einem Thema.

Die linke und rechte Gehirnhälfte vernetzen

Um die Vernetzung unserer Gehirnhälften zu stärken gibt es mehrere Möglichkeiten:

- Mind Mapping (visualisiert und strukturiert „chaotische“ kreative Gedanken)
- Tätigkeiten durchführen, die beide Gehirnhälften gleichzeitig ansprechen (neben analytischen Aufgaben Musik hören oder beim Lernen auf und ab gehen)
- Kinesiologische Übungen (rechter Ellbogen zum linken Knie und umgekehrt oder mit einer Hand am Bauch kreisen, mit der anderen auf den Scheitel klopfen, etc.)

Grüsse,
Oregano
 

Clematis

Hallo,

hier Vorträge, die die Funktionsweise und Entwicklung des Gehirns sehr anschaulich erklären. Dies zu verstehen kann uns Erwachsenen selbst sehr helfen - wir verstehen dann besser wie wir ticken.

Doch noch wichtiger sind diese Informationen für Eltern, denn mit deren Hilfe erkennen sie besser in welchem Stadium sich ihre Kinder vom Säugling bis etwa zum 18 Lebensjahr befinden. Wie rasant sich das Gehirn ab Geburt bis ca. 5 Jahre anatomisch vergrößert: nämlich von 400 Gramm auf 1200 Gramm - ein enormer Zuwachs, der die Aufnahmefähigkeit der Kleinen widerspiegelt!

Mit welchen Problemen Jugendliche zu kämpfen haben, weil ihr Frontalkortex die Funktion der Lustkontrolle noch nicht bewältigen kann, da rückt z.B. Fußball spielen in den Vordergrund und Schularbeiten werden schlicht vergessen. So kann aus Unverständnis Verständnis werden, die entsprechende Hilfestellung gegeben werden.

Prof. Dr. Lutz Jäncke trägt mit Elan und Humor vor - Neuropsychologie, Universität Zürich:

Prof. Dr. Lutz Jäncke: "Ihr Hirn kann mehr als Sie denken"

Hier geht es allgemein um die Gehirnentwicklung - sehr verständlich dargestellt. In welchem Alter Vernetzungen und/oder Verdichtungen bei den "grauen" Zellen stattfinden u.v.m. Was die Entwicklung beeinflußt und wie. Die Schautafeln zeigt der Filmer nicht, aber hier sind sie:
Auch Erwachsene können lernen? oder
Können auch Erwachsene lernen?
https://www.eb-zuerich.ch/files/pdf/lernfoyer/vortrag-lutz-jaencke-lernfoyer-16-9-08.pdf

"Für Profis": Dr. Lutz Jäncke

Der Titel paßt m.E. nicht so ganz, eigentlich müßte er heißen:
"Jugendliche können nicht anders, weil das Gehirn einige Funktionen noch nicht beherrscht". Die Bedeutung des frontalen Cortex, mal wächst er, schrumpft dann wieder weil derweil das neuronale Netz vorrangig erweitert wird, um später weiter zu wachsen.

Dieser Bericht über einen Vortrag bietet die Möglichkeit sich auf das Thema einzustimmen:
Lernen ein Leben lang – die Plastizität des Gehirns
Bericht über ein Seminar mit Prof. Dr. Lutz Jäncke, Universität Zürich https://www.boell-bw.de/fileadmin/H...erationen/Denkatelier/Denkatelier-Jaencke.pdf

Eröffnung der Aktionstage Psychische Gesundheit mit Prof L. Jäncke

bzw.:"Psychische Gesundheit geht uns allen an!"
https://www.youtube.com/watch?v=NPO3TIrv8uU

Prof. Dr. rer. nat. Lutz Jäncke – Bericht « SVG Basel
Professor Dr. rer. nat. Lutz Jäncke: Ist unser Hirn vernünftig? Eine neuropsychologische Betrachtung - Wissenschaft - JuraForum.de
https://www.svgbasel.ch/wp-content/uploads/2013/05/BAZ01033.pdf
Interview mit Prof. Jäncke:
Ohne Fleiss, kein Preis | aware - Magazin für Psychologie
Curriculum Vitae - Wer er ist:
https://www.psychologie.uzh.ch/fachrichtungen/neuropsy/Team/jaencke/cv.pdf
Bücher:
UZH - Lehrstuhl für Neuropsychologie - Bücher

Vielleicht mag ja jemand an Studien der UZH teilnehmen - derzeit werden noch Teilnehmer gesucht für:
Handlungen verstehen:
https://www.dynage.uzh.ch/studiente...l/Studieninformation_Handlungen_verstehen.pdf
Dynamik des gesunden Alterns:
Lebensqualitäts-Barometer UZH

Wer den Kortex genau kennenlernen will - richtig wissenschaftlich:
Kortikale Kartierung der zeitlichen Steuerung motorischer Tätigkeiten
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades doctor rerum naturalium (Dr. rer. nat.) genehmigt durch die Fakultät für Naturwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg von Dipl.-Psych. Kai Lutz
https://diglib.uni-magdeburg.de/Dissertationen/2003/kailutz.pdf

Ein faszinierendes Thema - was da in unserem Oberstübchen so alles geschieht, was zudem nur zu maximal 50% von den Genen zu verantworten ist, wie relativ wenig der IQ bedeutet, wenn die Lernmotivation gegeben ist, da kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus!

Gruß,
Clematis
 
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Der Herr Prof. Hüther hat ein neues Buch geschrieben, in dem es darum geht, daß es uns möglich ist, immer neue Formen des Denkens und Lebens zu finden und zu praktizieren, wenn wir uns darauf einlassen (können):

...
Wir sind frei, wir haben die Wahl. Wir können diese selbstverständlich gewordenen Vorstellungen hinterfragen, wir können sie loslassen und uns entscheiden, unser Leben und unser Zusammenleben anders zu gestalten. Denn der Mensch ist ein soziales Wesen. Und für die Entfaltung der in uns angelegten Potentiale brauchen wir die Begegnung und den Austausch mit anderen.
Die Freude am eigenen Denken und die Lust am gemeinsamen Gestalten sind die großen Themen dieses Buches. Der Biologe Hüther macht deutlich: Jedes lebende System kann das in ihm angelegte Potential am besten in einem koevolutiven Prozess mit anderen Lebensformen zur Entfaltung bringen. Oder einfacher: Gemeinsam kommen wir weiter als allein. Und finden zurück zu dem Lebendigen, das uns ausmacht: zu neuer Kreativität, zum Mut zu sich selbst und zu persönlichen Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Wir verfügen über Talente und Begabungen und ein zeitlebens lernfähiges Gehirn, das für die Lösung von Problemen optimiert ist. Wir können Erfahrungen anderer übernehmen und über Generationen weitergeben. Doch alte, gebahnte Denkmuster verhindern, was für das Entstehen von Potentialentfaltungsgemeinschaften erforderlich ist: Vertrauen, Austausch, Begegnung. Wenn wir erkennen, dass unser Gehirn sein Potential in Netzwerken mit anderen entfalten kann, dass wir in all unserer Verschiedenheit zusammengehören, voneinander abhängig und miteinander verbunden sind, dann öffnet sich auch der Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft, denn: Gemeinsam verfügen wir über deutlich mehr Hirn als allein!
...
Etwas mehr Hirn, bitte | Vandenhoeck & Ruprecht - Verlag für wissenschaftliche Literatur

Bücher von Amazon
ISBN: 3525404646


Das ist doch eine geniale Sache: wenn wir das Hirn anderer mitnutzen und vice versa, profitieren nicht nur die zwei direkt Beteiligten sondern sicher noch viel mehr Menschen...

Grüsse,
Oregano
 

Clematis

Das ist doch eine geniale Sache: wenn wir das Hirn anderer mitnutzen und vice versa, profitieren nicht nur die zwei direkt Beteiligten sondern sicher noch viel mehr Menschen...

Hallo Oregano,

das ist m.E. eine Beschreibung, die auf Foren paßt, wo vieles besprochen wird und von allen gelesen werden kann.

Diesem Satz aus dem Zitat:
"Die Freude am eigenen Denken und die Lust am gemeinsamen Gestalten" würde ich noch hinzufügen: Freude am Entdecken, Nachfragen, Ausprobieren...

All dies ist bereits seit frühester Kindheit in uns angelegt und geschieht, sofern Kindern die Möglichkeit gegeben wird diese Freude und Lust auszuleben. Doch leider wurden so viele Beschränkungen und Verbote erlassen, daß dies nur noch eingeschränkt möglich ist. Dann verlieren die Kinder die Freude/Lust daran, mit entsprechenden Folgen.

Gruß,
Clematis
 
regulat-pro-immune
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Hm ... also zuviel iPad und CO, ohne Ziel und Inhalt .. das ist sicherlich nicht sonderlich dienlich, das dürfte ja offensichtlich sein ... Sehe es auch immer wieder, wie schon kleine Kinder (teils 2-3 Jahre) mit Tablets etc zugange sind ... sowas würde ich niemals zulassen.

Ab einem gewissen Alter kann man das sicherlich aber auch zum Vorteil nutzen, und ich als Kind hatte auch schon die guten alten V-Tech Lerncomputer ... Die Frage ist halt immer nur, wie man was verwendet ...
 

Clematis

Hallo,

fand noch etwas, das mit dem Lernverhalten einhergeht, mit der Offenheit für neue Ideen und der Entwicklung der Kinder. Deutschland und Schweden sind die einzigen Länder, in denen ein radikaler Schulzwang herrscht. In Österreich und der Schweiz gibt es einige Ausnahmeregelungen, die jedoch kaum einen Unterschied machen.

Die freie Entfaltung des Lernprozesses wird mit dem in Schulen unterrichteten Einheitsbrei größtenteils erstickt. Der natürlichen Kreativität und Neugier der Kinder wird fast kein Raum gegeben. Folge u.a. eine hohe Rate von Leseschwäche und Analphabetismus, trotz Schulbesuchs.

Manche Eltern gehen deshalb ins Ausland, wo zwar eine Bildungspflicht besteht, wie z.B. in Frankreich, wo aber nicht gesetzlich erzwungen wird, wie diese Bildung auszusehen hat.
Bildungsvielfalt statt Bildungseinfalt: Bessere Bildung für alle ohne Staat von Tomasz M. Froelich[/B]

Bücher von Amazon
ISBN: 3734749298


Die vier Rezensionen, habe selten so gute gelesen, wären ebenfalls zu beachten und sprechen für sich selbst.
Bildungsvielfalt statt Bildungseinfalt: Bessere Bildung für alle ohne Staat: Amazon.de: Michael von Prollius, Tomasz M. Froelich: Bücher

Gruß,
Clematis
 
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Ich meine mich zu erinnern, daß wir das Thema Hausunterricht (oder so ähnlich) schon einmal hier hatten.

Ich finde es wunderbar, wenn das Unterrichten und Erziehen von Eltern übernommen werden kann, wenn diese tatsächlich daran interessiert sind, dem Kind viele Wege und Möglichkeiten zu öffnen, damit es damit dann selbst seinen Weg finden kann.

Allerdings frage ich mich, wie es funktionieren soll, wenn Eltern keine entsprechenden Fähigkeiten und Interessen haben?
Dann ist mir eine staatliche oder auch private Schule wesentlich lieber.

Grüsse,
Oregano
 

Clematis

Ich meine mich zu erinnern, daß wir das Thema Hausunterricht (oder so ähnlich) schon einmal hier hatten.

Hallo Oregano,

stimmt, konnte es selbst mit der Suche aber nicht mehr finden...

Allerdings frage ich mich, wie es funktionieren soll, wenn Eltern keine entsprechenden Fähigkeiten und Interessen haben?
Dann ist mir eine staatliche oder auch private Schule wesentlich lieber.
In einem der verlinken Vorträge wurde u.a. erwähnt, daß die Lernentwicklung bei Kindern nicht unbedingt von der Ausbildung und dem sozialen Stand der Eltern abhängt. Es stimmt m.E. aber auch, daß die richtigen Bedingungen und Ansporn von den Eltern erforderlich und hilfreich ist.

M.E. gibt es auch noch weitere Argumente gegen diese Form des Unterrichts, nämlich dann wenn die Eltern extreme Ansichten vertreten und ihre Kinder ausschl. in diesem Sinne erziehen wollen, was oft in religiösen Gemeinschaften praktiziert wird. Weitere "Ideologien" wären ebenfalls fehl am Platze. Insoweit kann eine staatliche Schule dann doch für einen neutraleren Unterricht sorgen.

Eine andere Gestaltung und weniger Macht der Schule und Behörden halte ich jedoch für dringend notwendig. Wenn Kinder nach manchen Unterrichtsstunden völlig verstört nach Hause kommen, dann müssen die Eltern die Kinder von solchem Unterricht fernhalten dürfen, ohne Geldstrafen oder Gefängnis befürchten zu müssen. Letztlich kennen sie ihre Kinder am besten und sie allein können beurteilen, was für das Kind förderlich ist und was nicht.

Gruß,
Clematis
 

Lautenbach

Im heutigen Digitalen Zeitalter erfinden sich völlig neue gesundheitliche Probleme.
Das Gedächtnis wird nicht nur sehr viel weniger verwendet und ausgereizt, sondern auch immens gestresst, was zu diversen Krankheiten führt. Psychische Probleme, neurologische Erkrankungen, schlechte endokrinologische Werte können Ihren Ursprung bei digitalen Medien (Computer, Smartphones, TV, etc.) haben.
Also sollte man diese Geräte am besten mit großer Vorsicht und maßvoll verwenden.

Nur meine Meinung zu diesem Thema..

Grüße,
Alex
 
regulat-pro-immune

ory

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hallo alex ,
ich möchte dich recht herzlich im symptome.ch begrüßen :wave:

fg ory
 
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24.10.05
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Als unabdingbar sehe ich es an, möglichst früh damit anzufangen, klar und präzise denken zu lernen, und das, was man herausgefunden hat, stets in angemessener Form mündlich oder schriftlich auszuformulieren, dies am besten parallel in mehreren Sprachen. Dies setzt ein entsprechendes geistiges Umfeld voraus, das in gleicher Weise denkt. Die beste Voraussetzung hierzu bietet die intensive Beschäftigung mit Mathematik: Sobald ein Wissenschaftsbereich mathematisiert ist, entfällt dort jegliche Ideologie, indem nur die verifizierbaren Fakten zählen. Hierzu ein Beispiel: All das Geschwafel, ob im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik eher die Gesinnungsethik oder die Verantwortungsethik als Grundlage politischer Entscheidungen dienen sollte, würde sich in einem solchen Fall erübrigen.

Alles Gute!

Gerold
 

Clematis

Als unabdingbar sehe ich es an, möglichst früh damit anzufangen, klar und präzise denken zu lernen, und das, was man herausgefunden hat, stets in angemessener Form mündlich oder schriftlich auszuformulieren, dies am besten parallel in mehreren Sprachen. Dies setzt ein entsprechendes geistiges Umfeld voraus, das in gleicher Weise denkt.

Hallo Gerold,

bis da stimme ich Dir voll und ganz zu...

Die beste Voraussetzung hierzu bietet die intensive Beschäftigung mit Mathematik: Sobald ein Wissenschaftsbereich mathematisiert ist, entfällt dort jegliche Ideologie, indem nur die verifizierbaren Fakten zählen.
Als Gegenbeispiel mag hier die Statistik dienen, die ja auf mathematischen Fakten beruht und dennoch zahlreiche Manipulationen möglich macht. Ebenso beruhen wissenschaftlich-medizinische Studien auf mathematischen Auswertung, die je nach Intention ganz unterschiedliche, ebenfalls mathematisch erlangte Ergebnisse erzielen. Mathematik ist daher m.E. kein Allheilmittel für Objektivität.

Und wollten wir z.B. Kunstwerke, Gemälde, Architektur, Musik, Landschaftpanoramen allein nach mathematischen Kriterien bewerten, würden wir sehr arm an Eindrücken. Mathematik hat eben auch ihre Grenzen ;).

Gruß,
Clematis
 
Beitritt
24.10.05
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6.296
1. Als Gegenbeispiel mag hier die Statistik dienen, die ja auf mathematischen Fakten beruht und dennoch zahlreiche Manipulationen möglich macht. Ebenso beruhen wissenschaftlich-medizinische Studien auf mathematischen Auswertung, die je nach Intention ganz unterschiedliche, ebenfalls mathematisch erlangte Ergebnisse erzielen. Mathematik ist daher m.E. kein Allheilmittel für Objektivität.
2. Und wollten wir z.B. Kunstwerke, Gemälde, Architektur, Musik, Landschaftpanoramen allein nach mathematischen Kriterien bewerten, würden wir sehr arm an Eindrücken. Mathematik hat eben auch ihre Grenzen.

zu 1: Hier denke ich nicht an die angewandte Mathematik mit Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung, sondern an die reine Mathematik mit der linearen Algebra und der Vektoranalysis - und diese dienen der Verobjektivierung.

zu 2.: Einverstanden, jedoch geht es mir um die präzise Analyse des Alltagsgeschehens der Welt in der Politik, dort zunächst der Finanzen und der Wirtschaft, weiter auch im Bereich der Kunstwerke, Gemälde, Architektur und der Musik; konkret: Die Fachliteratur ist sich darin einig, daß die römisch-katholische Kirche Martin Luther in keinem Punkt widerlegt hat, vielmehr geschah die Gegenreformation ausschließlich einerseits durch Verurteilungen (Wer sagt ..., der sei ausgeschlossen.), andererseits durch präzise vatikanische Vorgaben für Kunstwerke, Gemälde, Architektur und Musik. Deshalb ist es klug, sich von gegenreformatorischen Bauten nicht blenden zu lassen, sondern auf sämtliche diesbezügliche Details zu achten: Hier gibt es keine Zufälle, vielmehr ist alles v. a. unter dem Einfluß der Jesuiten sorgfältig geplant und konzipiert.

Alles Gute!

Gerold
 
regulat-pro-immune

Clematis

jedoch geht es mir um die präzise Analyse des Alltagsgeschehens der Welt in der Politik, dort zunächst der Finanzen und der Wirtschaft

Insbesondere bei Finanzen und Wirtschaft können mathematische Analysen hilfreich sein. In der Betriebswirtschaft gibt es z.B. zahlreiche mathematische Modelle, die versuchen die Einflußfaktoren auf dieser Basis nicht nur zu objektivieren, sondern auch positiv zu beeinflussen. Da in diesem Bereich aber ebenso wie bei Finanzen und Wirtschaft allgemein, der Einflußfaktor Mensch und dessen Verhalten eine große Rolle spielt, stoßen diese Modelle sehr schnell an ihre Grenzen, weil sie letztlich das menschliche Verhalten, inkl. seiner häufigen Irrationalität, nicht mathematisch definieren können. Mathematik bleibt so zwar ein hilfreiches Instrument, kann aber bei weitem nicht alles berücksichtigen, leider - wie ich gern hinzufüge ;)!

Gruß,
Clematis
 
Beitritt
24.10.05
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Clematis,
einverstanden; hierzu sei noch eine Ergänzung notiert. Vor einiger Zeit veröffentlichte die F.A.Z. den Leserbrief einer Mutter, die ihren Kindern folgendes rät: "Ihr müßt viel lesen, damit Ihr nicht alles glauben müßt, was man Euch sagt."

Alles Gute!

Gerold
 
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