„Universal-Antikörper“ macht verschiedene Erreger unschädlich (?)

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... Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum haben untersucht, wie es dem Immunsystem gelingt, Krankheitserreger in Schach zu halten. Dabei entdeckten die Forscher erstmals Antikörper, die nicht nur ein bestimmtes Bakterium, sondern verschiedene Mikroorganismen zugleich unschädlich machen können. Die neu entdeckten Antikörper erkennen eine Zuckerstruktur, die sich auf der Oberfläche verschiedener Keime befindet. So reicht eine begrenzte Zahl von Antikörpern aus, um eine große Vielfalt an Mikroorganismen zu kontrollieren.
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Anhand der Zuckerstrukturen auf ihrer Oberfläche lassen sich die Bakterien auch in Untergruppen einteilen. Üblicherweise eliminiert ein Antikörper nur eine Untergruppe, bietet aber keinen Schutz vor anderen Mikroben. Doch bei Untersuchungen mit dem Bakterium Klebsiella pneumoniae stellten die Wissenschaftler um Wardemann erstmals fest: Das Immunsystem bildet auch Antikörper, die verschiedene Mikroorganismen erkennen und neutralisieren.

Mehr als ein Drittel aller Menschen sind mit Klebsiellen besiedelt, Stäbchenbakterien, die sich vor allem auf der Nasenschleimhaut und im Darm befinden. Bei Gesunden ist Klebsiella pneumoniae völlig harmlos. Aber bei immungeschwächten Menschen kann es sich stark vermehren und lebensbedrohliche Krankheiten verursachen. Klebsiella pneumoniae ist zudem ein häufiger Auslöser von Krankenhausinfektionen und zunehmend resistent gegen Antibiotika.

Aus dem Blut von gesunden Personen gewannen die Wissenschaftler um Wardemann Antikörper gegen das Bakterium. „Diese Antikörper schützten vor verschiedenen Untergruppen von Klebsiella pneumoniae. Sie waren aber nicht auf diesen Erreger beschränkt, sondern erkannten auch andere Bakterien und sogar bestimmte Hefen und Viren“, berichtet die DKFZ-Forscherin.

Wie ihnen das gelingt, zeigte ein genauerer Blick auf die Zuckerstrukturen auf der Oberfläche der Keime.
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Bei Hochrisikogruppen, zum Beispiel Patienten mit geschwächtem Immunsystem, ließen sich die Antikörper auch prophylaktisch einsetzen. Die Fähigkeit, verschiedene Erreger erkennen und unschädlich machen zu können, ist dabei entscheidend: „Bei einem Patienten mit akuter Sepsis – einer Blutvergiftung durch Bakterien – ist eine rasche Behandlung erforderlich“, erklärt Wardemann.

In ersten Untersuchungen haben sich die Klebsiella-Antikörper bereits als wirksam erwiesen: „Bei Mäusen waren die Antikörper in der Lage, verschiedene Untergruppen von Klebsiella zu neutralisieren und die Tiere zu schützen“, berichtet Wardemann. „Als nächstes sind weitere Tests notwendig, um den klinischen Nutzen der Antikörper auch bei Menschen zu zeigen.“
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„Universal-Antikörper“ macht verschiedene Erreger unschädlich

Das klingt vielversprechend :):eek:). Bleibt zu hoffen, daß die Forschung noch weitere gute Ergebnisse bringt, vor allem beim Menschen.

Grüsse,
Oregano
 
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Neues zu diesem Universal-Antikörper habe ich nicht gefunden.
Aber: diese Mitteilung könnte trotzdem für den einen oder anderen interessant sein:
... Presse Mitteilung: Universal-Antikörper macht verschiedene Erreger unschädlich

Aus: Heft 2/2018 des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)

Presse Mitteilung: im aktuellen Heft 2/2018 des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) wird unter dem Titel "Universal-Antikörper macht verschiedene Erreger unschädlich" die wegweisende Erkenntnis aus der Grundlagenforschung veröffentlicht, dass Antikörper gegen Klebsiella pneumoniae Bakterien besondere immunologische Wirkungen haben. Sie erkennen und bekämpfen in der Immunabwehr nicht nur die eindringenden Zielbakterien, sondern auch andere Bakterien, Viren und Hefepilze. Es handelt sich also um Antikörper, die verschiedene Mikroorganismen erkennen und neutralisieren können. Diese Erkenntnis einer pluripotenten, d.h. nicht ausschließlich spezifischen, Abwehrleistung durch einen spezifischen Antikörper ist in der Wissenschaft neu. Nicht so in der Mesotherapie: unsere langjährigen Erfahrungen mit der Meso-Impfung (Mikrovakzination) und auch die kürzlich durchgeführte Langzeit-Analyse legen eine derartige übergreifende Schutzwirkung nahe. Kein Wunder, denn in dem verwendeten Impfstoff (Strovac) sind u.a. inaktivierte Klebsiella pneumoniae Bakterien enthalten, auf die der Körper nach der Behandlung mit einer intensiven Bildung dieser gewünschten Antikörper reagiert. Während sich die Grundlagenforscher noch Gedanken machen, wie sie ihre Erkenntnisse in der praktischen Medizin und Prophylaxe umsetzen könnten, werden diese mittels eines zugelassenen Impfstoffs und der Meso-Technik bereits intensiv zum Wohle der Patienten eingesetzt.
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https://www.mesotherapie.org/presse-mitteilung-universal-antikoerper-macht-verschiedene-erreger-unschaedlich/

Grüsse,
Oregano
 

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Ich weiß nicht so recht, wohin mit diesem Beitrag. Wenn es einen besseren Platz dafür gibt: bitte verschieben :) .

Antikörper aus Kuhmilch.
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Nun ist es möglich, spezifische Antikörper, die zuvor in der Milch erzeugt wurden, aus der Milch herauszufiltern und soweit anzureichern, dass sie unter anderem als Ersatz für Antibiotika eingesetzt werden können. Dr. Hans-Jürgen Heidebrecht und Prof. Dr. Ulrich Kulozik vom Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung (ZIEL) der Technischen Universität München entwickelten in einem Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) die Fraktionierung von Milchproteinen erfolgreich weiter. Die verbesserten Membranen sind inzwischen auf dem Markt erhältlich.
„Bei der Mikrofiltration wird Milch mit Druck durch Membranen gepresst und dadurch in verschiedene Komponenten unterteilt“, erläutert Kulozik. „Die Methode war nicht neu. Damit aber die Antikörper im Filtrat landen und zudem von hoher Funktionalität und Reinheit waren, mussten wir die Membranen deutlich verbessern. Das ist uns gelungen“, so der Forscher. „Im Prinzip setzen wir die Kuh als Bioreaktor ein und machen uns ihr Immunsystem zunutze“, ergänzt sein Kollege Heidebrecht. „Indem wir die Kuh mit inaktiven menschlichen Krankheitserregern immunisieren, erzeugen wir ganz bestimmte Antikörper in der Kuhmilch. Die reichern wir dann entsprechend an und nutzen sie für die orale passive Immunisierung von Menschen.“ Auf diese Weise gelang es bereits, Antikörper gegen Krankenhauskeime zu produzieren. Weitere Anwendungsmöglichkeiten könnten Magen-Darm-Erkrankungen, bakterielle Hauterkrankungen oder Karies sein. Die Medikamente auf Milchbasis könnten bei einem empfindlichen Mikrobiom-Gleichgewicht zum Einsatz kommen, um es vor einer Zerstörung durch unspezifische Antibiotika zu schützen.

Wenn auf diese Weise u.a. Krankenhauskeime bekämpft werden können, wäre das gut, ,auch wenn die Methode leider ohne Kühe wohl nicht angewandt werden kann.

Grüsse,
Oregano
 
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