Teleskop- oder Klammerprothese?

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03.02.09
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Hallo,

ich muss mich im Oberkiefer zwischen Teleskop- und Klammerprothese entscheiden (beidseitige Versorgung). Auf vielen Seiten wirkt immer das Teuerste „best“. Mir geht’s besonders um den Tragekomfort und die Gaumenplatte – mit einem provisorischen Klammerteil kam ich gar nicht zurecht.

Fragen an euch:
– Trägt sich eine gaumenfreie Teleskoparbeit im Alltag wirklich besser als eine Klammerprothese?
– Wie stark ist die Umgewöhnung mit Gaumenplatte (Sprechen, Geschmack, Würgereiz)?
– Was hat sich bei euch bzgl. Halt, Pflege, Reparaturen, Kosten-Nutzen bewährt?

Bitte möglichst eigene Erfahrungen – danke!

Gruß
Kai
 
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Hi Kai,

kurz gesagt: Es gibt kein „immer besser“, es hängt von Befund, Erwartungen und Budget ab. Ein paar Erfahrungswerte, die Patienten oft berichten:

Teleskopprothese (TP)

Sehr guter Halt/Lastverteilung, oft gaumenfrei möglich.

Optik ohne sichtbare Klammern.
– Pfeilerzähne werden beschliffen, mehr Aufwand/Kosten.
– Pflegeaufwändiger (Innen-/Außenkronen sauber halten), Nacharbeiten/Unterfütterungen einplanen.
– Materialfrage: Metall üblich; es gibt auch keramikbasierte/PEEK-Lösungen – klär Materialverträglichkeit vorab.

Klammerprothese (KP)

Einfach, günstiger, schnell herstellbar, leicht zu reparieren.
– Klammern sichtbar, Druckstellen möglich.
– Gaumenplatte kann am Anfang Sprache/Geschmack stören; viele gewöhnen sich in 1–3 Wochen, manche nie. Es gibt Ausfräsungen/teilgaumenfreie Varianten, wenn Statik es zulässt.

Wichtig bei Oberkiefer und beidseitigen Lücken:
- Gaumenfreiheit hängt von Statik/Restzahnbestand ab. „Teleskop = immer gaumenfrei“ stimmt nicht. Lass dir beides als Entwurf zeigen.
- Probetag mit Provisorium sagt mehr als Prospekte. Wenn du stark gag-empfindlich bist, macht eine schmale, gaumenarme Gestaltung Sinn.
- Mundhygiene realistisch einschätzen: Teleskope brauchen penible Pflege, sonst riecht’s/schadet Pfeilern. Klammerteile brauchen ebenso Pflege, sind aber simpler.

Naturheilkundliche Extras (verträglich & alltagstauglich)
– Materialien testen, wenn Metall/Kunststoff Probleme machten: speichel-/epikutantestet der Zahnarzt teils, sonst z. B. PEEK oder alternative Kunststoffe ansprechen.
– Schleimhaut beruhigen: lauwarmer Salbeitee/Kamille nach dem Einsetzen, Zähne/Prothese abends raus, Zahnfleisch atmen lassen.
– Ernährung in der Einlaufphase weich, nicht klebrig; langsam auf härtere Kost steigern.
– Kiefergelenk/Faszien: sanfte Kaumuskulatur-Massage, Wärme (Kirschkernkissen) abends – reduziert Druckgefühl.

Was du konkret einfordern könntest...

a) Diagnostik & Planung: Fotodoku, Situationsmodelle, ggf. Wax-up/Probeaufstellung – so siehst du Gaumenabdeckung und Zahnstellung vorab.

b) Anprobe vor Fertigstellung mit Sprachtest („S-Laute“), ggf. Gaumen dünner schleifen lassen.

c) Materialoptionen durchgehen (Metall/keramikbasiert/PEEK) inkl. Allergie-/Unverträglichkeitsgeschichte.

d) Service klären: Unterfütterungen, Ersatz von Zähnen, Garantie – was kostet was?

e) Pflegeplan: Interdentalbürsten für Teleskopspalten, Prothesenbürste, schonendes Reinigungsbad (ohne Chlor), regelmäßige Druckstellenkontrolle.

Mein Fazit für dich:
Wenn Optik und möglichst gaumenfrei für dich Priorität haben und du die Pflege schaffst, ist eine gut geplante Teleskoparbeit oft die zufriedenstellendere Lösung. Wenn Budget, einfache Handhabung und schnelle Reparierbarkeit vorne stehen – und du eine Gaumenplatte tolerierst – ist eine sauber gearbeitete Klammerprothese absolut alltagstauglich. Entscheidend ist die Ausführung (Statik, Passung), nicht nur die Technik.

Viel Erfolg bei der Entscheidung!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo, es kommt vielleicht auch darauf an, wie viele und welche Zähne dir fehlen und ob für beide Seiten des Kiefers Zahnersatz benötigt wird.
Ich habe oben und unten einfachsten Zahnersatz, ohne Klammern, zudem "entgiftet", da ich eine Kunststoffallergie habe.
War sehr preiswert, sieht toll aus, d. h. kein Unterschied zu normalen Zähnen zu sehen und ich brauche nicht einmal Haftcreme.
Kann alles essen, obwohl ich oben nur noch 4 Zähne mein eigen nennen darf ;) und mir auch ziemlich viel vom Knochen weggenommen werden musste wg. ausgedehnter Osteomyelitis.
Ebenso gut ist es bei meinen Eltern, die immer auf Kassenversorgung angewiesen waren und nie Probleme mit dem einfachsten Zahnersatz hatten.

Grüße von Anneke
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, es kommt vielleicht auch darauf an, wie viele und welche Zähne dir fehlen und ob für beide Seiten des Kiefers Zahnersatz benötigt wird.

Ja, der Ersatz ist für beide Seiten notwendig.

Ich habe oben und unten einfachsten Zahnersatz, ohne Klammern

Ohne Klammern?? Was ist denn das für eine Prothese?

Es geht mir v.a. um diese Gaumenplatte. Ich hatte mal so ein Provisorium als Klammer-Prothese, das ging absolut nicht.

Da bin ich natürlich vorgeschädigt und stelle mir das wegen dem Fremdkörper-Gefühl sehr gewöhnungsbedürftig vor.
 
Ja, der Ersatz ist für beide Seiten notwendig.

Ohne Klammern?? Was ist denn das für eine Prothese?.

Sowas wie ein Provisorium. Soll ewig halten, wenn man es pfleglich behandelt. Mit Gaumenplatte allerdings. Dadurch hat es eben besseren Halt. Insbesondere, wenn auf beiden Seiten Zähne fehlen.
An den mir verbliebenen Eckzähnen ist der Zahnersatz etwas enger geabeitet, so dass er dort "festklemmt" (habe keine Frontzähne mehr).
Das am Gaumen stört mich nicht. Ich nehme es kaum noch wahr. Aber da ist ja jeder anders...Ganz ehrlich, auch wenn jetzt manch' einer schmunzelt :D, aber der Ersatz sieht sehr ästhetisch aus, das nimmt zumindest mir das Fremdkörpergefühl.

Meine Mutter hatte irgendwann mal ihren Zahnersatz "vorgekramt" (nebenbei bemerkt - das fand ich total lieb) und zeigte mir, dass die Gaumenplatte auf ihren Wunsch hin ausgespart wurde. Da war einfach ein großes Loch. Es geht also auch anders.
Und wo im Unterkiefer noch ein paar Beißerchen waren, da sind einfach Löcher herausgearbeitet. Quasi sieht es aus wie eine Kieferschiene - wo ein Zahn fehlt, da ist eben ein Loch. Der Rest umschließt das Zahnfleisch. Vor und hinter den Zähnen ist somit genug Halt, auch ohne Haftcreme.
Bei mir ist es etwas anders gearbeitet, es hält aber totzdem.

Klammern habe ich abgelehnt, das kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Egal, ob aus Kunststoff oder Metall. Es gibt für alles eine (bessere) Lösung.
Ich muss nochmal nachschauen, was es gekostet hat, ich glaube, es waren noch nicht einmal 400 Euro nebst "Entgiftung". Ich habe damals gedacht, wenn's nicht passt, dann kann man später immernoch was anderes machen...bei dem Preis.
Will ich nun aber gar nicht mehr :).

Grüße von Anneke
 
@ Anneke

Deine Prothese ist aber kein Valplast-Prothese, oder?! Warum kommen Klammern für Dich nicht in Frage?


@ SAMe

Auch eine Teleskop-Prothese kann eine Gaumenabdeckung haben, je nachdem wie viele und welche Zähne hineingearbeitet werden. Teleskop heißt nicht automatisch "gaumenfrei".


LG hanah
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ich mir dazu überlege: Eine Teleskop-Prothese bedeutet doch, daß auf die herunter geschliffenen Zähne Telelskope aufgesetzt werden, auf die dann wiederum die Prothese angepasst wird?
Diee Teleskope sind meines Wissens immer aus Metall. - Wer Metall nicht im Mund haben möchte, sollte sich das überlegen.

Grüsse,
Oregano
 
Es gibt auch Teleskope aus Keramik...........
hab ich mir machen lassen, ausserdem ist sie Gaumenfrei.

Ob ich damit zurecht komme, wird sich noch rausstellen :rolleyes:
 

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