Starke Schmerzen nach Meniskusrissoperation

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Hallo,
habe seit 2 Meniskusrissoperationen linkes Knie (Meniskusresektion) vor einer Woche starke Schmerzen. Mal stark stechend und starker Druckschmerz. Bei der OP wurde mir das Bakterium Staphylococcus epidermidis gesetzt. Aber eine Entzündung scheint es nicht zu sein, da sich die Leukozyten im Normalbereich befinden. Viel Gelenkflüssigkeit wurde während der OP gezogen und Gewebsproben entnommen. Der nette Arzt von der Rettungsstelle meinte, Zitat: "Ich will Sie erst wiedersehen, wenn Ihr Bein so dick wie eine Mülltonne ist"." Meine Frage, sind solche starke Schmerzen postoperativ normal und wie lange muss ich damit rechnen, bis eine Linderung einsetzt. Darf keine Schmerzmittel nehmen, auf Grund einer anderen Erkrankung. Danke für Eure Hilfe und Antworten.
 
wundermittel
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Hallo Laura,

Bei der OP wurde mir das Bakterium Staphylococcus epidermidis gesetzt.
Heißt das, daß Du Dir bei den Operationen (endskopisch?) diesen Staph. epidermis eingefangen hast? Wie ist das festgestellt worden? Was ist dagegen vorgeschlagen worden? Ist über Antibiotika gesprochen worden?

Ist denn das Knie und das Bein geschwollen? Wird irgendwie behandelt? Hast Du evtl. schon Lymphdrainagen bekommen? Trägst Du Thrombose-Strümpfe?

Für Menschen mit intaktem Immunsystem ist Staphylococcus epidermidis daher nicht pathogen. Das Bakterium hat allerdings die unangenehme Eigenschaft, sich leicht an implantierten Gegenständen mit polymerer Kunststoffoberfläche festsetzen zu können. Es bildet dann einen mehrschichtigen, gut anhaftenden, Biofilm, der mit einer membranähnlichen Glykocalyx aus Exopolysacchariden geschützt ist. Wenn sich die Bakterien an Endoprothesen, künstlichen Herzklappen und Kathetern festsetzen, können sie schwerwiegende nosokomiale Entzündungen auslösen.
Staphylococcus epidermidis kann daher als fakultativ pathogen bezeichnet werden. Häufig sind derartige Infektionen nur schwer zu behandeln, wenn es sich um einen multiresistenten Stamm des Bakteriums handelt, der gegen die meisten Antibiotika unempfindlich ist. ...

Grüsse,
Oregano
 
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28.10.19
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Hallo Oregano,
entweder wurde mir der Keim bei der OP gesetzt oder ich war es selbst durch kratzen auf der Haut bis es blutig wurde. Das werde ich nie erfahren. Auffällig war, dass ich viel zu viel Gelenkflüssigkeit bei der OP im Knie hatte. Diese wurde im Labor untersucht und ich erhielt zu Hause einen Anruf, wir haben das Bakterium Staphylococcus epidermidis gefunden, kommen sie sofort in die Rettungsstelle. Blutbild gemacht, Leukozyten im Normalbereich, kein Antibiotika obwohl es ein Antibiogramm gibt, keine Punktion, keine Stützstrümpfe. Ich wurde aber gebeten, am übernächsten Tag erneut ein Blutbild zu machen bzw. mich zu melden, wenn der Schmerz schlimmer wird. Das wurde er und ich fuhr erneut am nächsten Tag hin. Dort traf ich auf einen Arzt, der Null Verständnis hatte, zumal die Leukozyten wieder im Normalbereich waren. Er sagte wortwörtlich, "Ich möchte sie erst wiedersehen, wenn ihr Bein so dick wie eine Mülltonne ist." Das Bein ist nicht stark gerötet, etwa 3 cm dicker als das rechte und nur leicht wärmer. Ich weiß, dass passt alles nicht zu einer Entzündung. Aber mein Körper hat mir schon Mal einen Streich gespielt. 2019 Ausbruch von Morbus Crohn, ich bin 4 Monate durch die Gegend gerannt, keiner hat es diagnostiziert, weil die Leukozyten trotz starker Entzündung an verschiedenen Stellen im Darm sich im Normalbereich befanden. Jetzt weiß ich nicht wohin, in die Rettungsstelle gehe ich nicht mehr und mein Orthopäde ist auch ne glatte Null. Hat Anfangs den Meniskusriss mit Akupunktur behandelt !!!!! Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Schmerzen postoperativ nach 10 Tagen (Resektion ohne Probleme) von der OP kommen. Betreut werde ich derzeit von niemanden.
 
regulat-pro-immune
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Hallo synny und Oregano,

habe auf Grund des Satzes in der Rettungsstelle: ""Ich will Sie erst wiedersehen, wenn Ihr Bein so dick wie eine Mülltonne ist", eine Beschwerde im Krankenhaus losgelassen. Antwort, Dr. ****** sei einer der besten und fähigsten Ärzte und sein Satz sei nur "salopp" gewesen, was wiederum im Antwortschreiben aus meiner Sicht kommentiert wurde, denn ich finde es nicht salopp, sondern einfach nur frech. Aber immerhin bat man mich, die Behandlung im Krankenhaus fortzusetzen und man bat mir einen Termin bei einem Oberarzt kommende Woche an. Ehrlich gesagt, habe ich einen Moment gezögert und dann doch das Angebot angenommen, da ich keinen Plan "B" habe. Wollen wir Mal hoffen, dass es ein Arzt der netten Sorte ist. Das er Oberarzt ist, heißt gar nichts für mich, ich habe schon voll durchgeknallte Professoren erlebt. Drückt mir bitte die Daumen. Danke. LG Laura
 
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Hi synny,
Venenentzündung, habe gerade mal gegoogelt, die Symptome stimmen soweit, bis auf das noch kein geschwollener und harter Strang auf der Haut zu sehen ist. Wenn's der Oberarzt nicht hinbekommt, in der Praxis von meinem "tollen" Orthopäden ist ein Gefäßchirurg drin, meinst der kann sowas auch diagnostizieren?
LG Laura
 
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1653757525207.png das mache ich doch gerne ...
Meine Erfahrung ist, daß Professoren oft nicht die besten Praktiker sind, das sind eher die Oberärzte.

Und ich denke, daß es nicht soo wichtig ist, daß er nett ist sondern eher, daß er sich gut auskennt.

Wenn Du sowieso in der Klnik bist, könnten die doch gleich mal die Venen anschauen (Sonographie) und den Blutwert, der eine Venenentzündung anzeigt, bestimmen:
... Das Messen der D-Dimere im Blut ermöglicht im Notfall schnell den Ausschluss einer Lungenembolieoder einer Beinvenenthrombose ...

Der Gefäßchirurg müßte das bestimmen können; ruf’ doch dort gleich am Montag an.

Grüsse,
Oregano
 
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bis auf das noch kein geschwollener und harter Strang auf der Haut zu sehen ist.

hatte ich auch nicht und trotzdem hatte ich mal eine tiefe beinvenenthrombose, die so schlimm war, daß die ärzte mich per notfalleinweisung ins krankenhaus schicken wollten, gsd gab es hier eine phlebologin, die trotz einiger bedenken bereit war, es ambulant zu behandeln.

sein Satz sei nur "salopp"
in eine klinik, in der sowas bzgl. einer absolut unverschämten bemerkung gesagt wird, würde ich nicht gehen.............
ein chirurg ist auch nicht für eine venenentzündung zuständig, sondern nur ein phlebologe...........


lg
sunny
 
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Liebe sunny,
da hast Du völlig Recht, ich wollte nach diesem unverschämten Satz auch nicht mehr in die Klinik. Ach ja, ich vergaß, war nur ein "salopper" Satz von einem guten Facharzt. Das Problem, das Knie wird von Tag zu Tag schmerzhafter. Deshalb musste ich hier regelrecht über meinen eigenen Schatten springen. Ich brauche Hilfe und von meinem knalltütenmäßigen Orthopäden bekomme ich die nicht. Da muss schnellstmöglich ein Arzt ran. Was genau waren Deine Symptome der Venenentzündung ? Nach OP ?
LG Laura
 
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Hallo Oregano,
ich meinte auch kompetenter Arzt. Wenn er dazu noch nett wäre.......nicht zum aushalten.......oder umso besser. Ja, da ist ein Prozess in meinem Knie, es wird von Tag zu Tag schlimmer. Er sollte herausfinden, was da nun los ist im Knie. Das ist kein Nachschmerz nach der OP. Hoffe, ich bekomme morgen schnellstmöglich einen Termin.
LG Laura
 
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Hallo Ihr beiden,

na wollen wir Mal hoffen, dass es keine Venenentzündung ist. Die Drainage wurde einen Tag zu früh gezogen. Grund: Platzmangel an Betten im Krankenhaus. Auf deutsch, ich sollte auf biegen und brechen entlassen werden. Hätten die mich nur einen Tag länger behalten, hätten sie auch das Bakterium gesehen und mittels Infusion mit Antibiotika eingreifen können. Meine Bettnachbarin hatte auch den Keim, war aber schon 5 Tage drin und hat Antibiotika bekommen.
Was mir noch aufgefallen ist, das operierte Knie knackst nach der OP bei fast jedem Schritt.
Natürlich wusste ich vor der OP das es zu Komplikationen kommen kann, aber ehrlich, hätte ich die saumäßige (sorry) Nachbetreuung gewusst, ich hätte mit meinen zwei Meniskusrissen weitergelebt.
 
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10.01.04
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Hallo Laura,

verstehe ich das richtig: bei Dir wurde eine Staph. epidermis im Knie festgestellt durch die Untersuchung des Punktats im Knie? Und es gibt ein Antibiogramm? Was wurde denn da festgestellt? Wurde ein Antibiotikum gefunden, auf das der Keim anspricht? Ist eine Wunde zu sehen?

Jetzt hast Du ja erst einmal einen Termin in der Klinik, was ich gut finde. Hoffentlich bringt der Dir Besserung !
Ich würde evtl. gleichzeitig noch das Gesundheitsamt anrufen und meine Geschichte erzählen. Denn offensichtlich kann der Staph.kokkus epidermis in den Staph.kokkus aureus übergehen, und dann wird es wirklich schwierig.
Der Staph.kokkus aureus ist meldepflichtig...

Es gibt übrigens beim Hausarzt einen Schnelltest auf die D-Dimere:

Wenn man die Tabelle 2 hier anwenden kann, wären die üblichen Entzündungsparameter nicht anwendbar bei einer Staphylokkus epidermis Infektion. Allerdings ist hier von von außen zu sehenden Entzündungen (Erypsel und begrenztem Phlegmon) die Rede.

Grüsse,
Oregano
 
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Hallo Oregano,
ich hatte viel zu viel Gelenkflüssigkeit im Knie, deren Ursache man nachgehen wollte. Es ist mit Sicherheit im Labor gelandet, denn ich wurde am Tag der Entlassung um 20.15 Uhr angerufen, dass man das Bakterium Staphylococcus epidermidis gefunden hätte. Zusätzlich hat man mir sehr viele Gewebsproben entnommen, die noch bis Donnerstag im Labor gezüchtet werden. Und ja, es wurde ein Antibiogramm erstellt, war am Samstag, 21.5.2022 zwar noch nicht vollständig, aber es gab 3 Medikamente gegen dem der Keim resident ist und 3 Antibiotika die geholfen hätten. Die Wunden sind gut verheilt, wo man in's Knie ist. Keine Rötung des Knies oder sonstige äußerliche Merkmale einer Entzündung. Für meine Begriffe ist das linke Knie aber dicker und leicht wärmer. Wir haben es Mal mit dem Bandmaß versucht, so um die 2 - 3 cm. Die wollen nicht punktieren, eben weil es keine äußerlichen Anzeichen gibt und das Blutbild okay ist, außer dem CRP, der ist 8,9. Obwohl es nachgewiesen wurde, bekomme ich einfach kein Antibiotika. Ach ja Fieber habe ich auch nicht. Mit meiner Hausärztin habe ich derzeit ein Problem, die hat sich aus dem ganzen komplett rausgenommen. Von ihr bekomme ich zur Zeit gar nichts. Der angekündigte Oberarzt ist meine einzige Option. Aber ich bin zwei Mal aus der Rettungsstelle trotz Nachweis des das Bakterium Staphylococcus epidermidis rausgeflogen. Woher soll ich jetzt die Hoffnung nehmen, dass der Oberarzt anders handelt?
LG Laura
 
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Hallo Orgeno,
wie kann aus dem der Staph.kokkus epidermis ein Staph.kokkus aureus entstehen? Wäre wichtig für das Arztgespräch.
LG Laurau
 
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12.10.18
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Was genau waren Deine Symptome der Venenentzündung ?

sehr starke schmerzen im bein. mehr weiß ich nicht mehr, ist zu lang her.

aber es wurde erst bei der phlebologin richtig untersucht und diagnostiziert.

damit zu einem chirurgen zu gehen bringt garnichts.

Der angekündigte Oberarzt ist meine einzige Option

die schlechteste option. es gibt in der stadt doch sicher auch phlebologen...................

und wenn eine biopsie nötig sein sollte sicher auch andere chirurgen........


lg
sunny
 
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Hallo synny,

meine Frage an den Oberarzt ist, welche Möglichkeiten der Untersuchung bestehen, um
festzustellen, was eigentlich im Knie los ist. Ja, eine Venenentzündung ist sicher eine Möglichkeit, die rein theoretisch auch im Krankenhaus festgestellt werden kann, insofern man denn will. Und ich möchte wissen, warum ich bei einem definitiven Nachweis eines Ergusses mit Bakterium Staphylococcus epidermidis, ein Bakterium, was eigentlich nur auf der Haut vorkommt, kein Antibiotika gegeben wurde.
LG Laura
 
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Daran habe ich auch schon gedacht, hätte sogar eine kompetente Person mit Berufsabschluss medizinischer Krankenpfleger mit Staatsexamen, aber der ist nächste Woche nicht verfügbar. Null Chance. Sonst habe ich niemanden.
 
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Genau das hat man mir im Krankenhaus gesagt, trifft auf mich aber leider nicht zu:
"Schmerzen sollten nach einer einfachen Meniskusoperation nicht oder nur in geringem Maß auftreten. Werden nach einer solchen Operation Drainageschläuche in ein Gelenk eingelegt, können sie mehr Schmerzen verursachen als die Operationswunde. Mit Entfernung der Drainage nach 1-2 Tagen ist das jedoch auch meist behoben."
 
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Hallo Laura,

so ganz verstehe ich das ja nicht, aber erwähnen könntest Du das schon:
...
Wie aus den harmlosen Hautkeimen plötzlich gefährliche Infektionserreger werden konnten, war bislang weitgehend unklar.

Ein internationales Forschungsteam hat nun entdeckt, was die friedlichen Mitbewohner unter den S. epidermidis-Bakterien von vielen der gefährlichen Invasoren unterscheidet. Bei Letzteren identifizierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein neues Gencluster, das den Bakterien zu zusätzlichen Strukturen der Zellwand verhilft. Damit können sich die Staphylokokken leichter an menschliche Wirtszellen in der Blutbahn anheften; sie werden dadurch zu Krankheitserregern. Möglicherweise kann über diese Zellwandstrukturen auch die Methicillinresistenz verbreitet und beispielsweise von Staphylococcus epidermidis auf die noch gefährlichere Schwesterart Staphylococcus aureus übertragen werden. ...

Mal ganz abgesehen davon könntest Du ja das Knie mit Quark- und/oder Krautwickeln selbst behandeln. Vielelicht hilft’s ja? :)

Alles Gute und bitte berichte weiter ...

Oregano
 
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