Sonnenschutzmittel, Verbote, Schutz der Meere

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„der Pazifikstaat Palau verbietet ab 2020 als erstes Land der Welt diverse Sonnencremes wegen erheblicher Auswirkungen auf das sensible marine Ökosystem. Hawaii, KeyWest und Bonaire werden folgen. Aber auch im Mittelmeer dürften Verbote chemischer Lichtschutzmittel anstehen. Die zweite Motivation war die Corona-Krise und der Standort, an dem ich meine Monate des Shutdowns verbracht habe. Eine kleine Felsenbucht vor Triest an der Adria; wir beobachten in dieser Zeit ein Meerwasser das täglich klarer wurde, ein Biotop, das sich mit Fischen füllte und Farben hervorbrachte, die ich bisher so nicht gesehen hatte.

Was sind also die ökologischen Schattenseiten der chemischen UV-Filter, die wir Ärzte bisher kaum bedacht haben?
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Die Fakten:
- 1. Januar 2020. Palau verbietet Herstellung und Import von Sonnencremes mit den Inhaltsstoffen: Oxybenzon, Octinoxat, Octocrylen, 4-Methyl-Benzylidene Campher, Triclosan, Methylparaben, Ethylparaben, Butylparaben, Benzylparaben, Phenoxyethanol (International Coral Reef Initiative 2018). Das Verbot beruht auf den Ergebnissen einer 2017 veröffentlichten Studie (Coral Reef Research Foundation 2017) zur Verschmutzung der Unterwasserwelt am Jellyfish Lake.

- 30. März 2020: US Virgin Islands verbietet Vertrieb, Verkauf, Besitz und Verwendung von Sonnencremes mit Oxybenzon, Octocrylen, Octinoxate.

- 01. Januar 2021: Hawaii, Key West Florida: Verboten ist der Verkauf von Oxybenzon- und Octinoxat-haltigen Sonnencremes. Bemerkung: Octocrylen ist übrigens in den USA nicht zugelassen. In Europa hingegen ist Octocrylen, in 4 von 5 Sonnenschutzprodukten enthalten.

Um das Industrieprodukt Sonnenschutzmittel in Zahlen darzustellen habe wir folgendes gefunden:
Das Marktvolumen an Sonnencremes 2019 lag bei 213 Mio. €., pro Kopf ca. 2,56€ (Statista.de). Für die individuell verbrauchten Mengen wird beim Auftragen im Schnitt 2 mg /cm2 Haut verbraucht. Bei einem 1,80 Meter großen Normalgewichtigen sind das ungefähr 20 bis 30 Gramm, drei Esslöffel Sonnencreme. Nach dem Baden wird neu eingecremt, ohne Schwitzen spätestens nach 3 Stunden, mit Schwitzen früher. Wer sich also 3x am Tag mit je 30 g eincremt, 7 Tage lang, verbraucht mehr als 600g an Sonnencreme pro Woche. Die Massen die ihren nahtlos eingecremten Body in die Fluten der Meere und Seen stürzen, hinterlassen also ungeheure Mengen an Lichtschutzmittel im Wasser.
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Oxybenzon und Octocrylen sind die ökologischen Übeltäter. Zunächst kam überwiegend Oxybenzon in die Kritik, aber leider sind die anderen synthetischen Inhaltsstoffe nicht besser
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Quelle: Newsletter von Altmeyers Enzyklopädie

Das leuchtet sehr ein ...
Welche Alternativen gibt es denn, wenn man meint, sich in die Sonne begeben zu müssen?

Grüsse,
Oregano
 
Beitritt
25.09.13
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1.563
.... Ich denke man zieht sich einfach was an.
Hut und Sonnenschirm für den Spaziergang.

Bei Planung von Freibädern und Badestränden viel Baumbestand anlegen.

Die Verbote finde ich sehr interessant - danke Oregano! Ich denke mit diesen Cremes kann man sich auch einige Kleidungsstücke ruinieren oder auch andere Oberflächen.
 

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