Sofort Insulin bei neuem Diabetes2?

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382 patients, aged 25–70 years, were enrolled from nine centres in China between September, 2004, and October, 2006. The patients, with fasting plasma glucose of 7·0–16·7 mmol/L, were randomly assigned to therapy with insulin (CSII or MDI) or oral hypoglycaemic agents for initial rapid correction of hyperglycaemia. Treatment was stopped after normoglycaemia was maintained for 2 weeks. Patients were then followed-up on diet and exercise alone. ...
Interpretation
Early intensive insulin therapy in patients with newly diagnosed type 2 diabetes has favourable outcomes on recovery and maintenance of β-cell function and protracted glycaemic remission compared with treatment with oral hypoglycaemic agents.
Elsevier


382 Patienten aus China zwischen 25 und 70 Jahren, bei denen gerade ein Diabetes Typ 2 festgestellt wurde, wurden gleich mit Insulin behandelt. Sie hatten einen Nüchtern-Blutzucker von 7·0–16·7 mmol/L. Eine Gruppe wurde mit Insulin behandelt, die andere mit den üblichen Medikamenten.
Nach 2 Wochen mit Normalzuckerwerten wurde die Studie beendet.
Danach hielten sich die Patienten an die Diät und an Bewegung.
Ihre Werte wurden weiter überprüft.

In der Gruppe der mit Insulin behandelten Patienten erreichten mehr Personen die angesteuerten Blutzuckerwerte in kürzerer Zeit als in der Gruppe der mit Medikamenten behandelten Patienten.

Fazit: Eine frühe intensive Insulintherapie bei gerade neu diagnostiziertem Diabetes 2 brachte ein günstiges Ergebnis bei der Erholung und Aufrechterhaltung der Funktion der ß-Zellen in Bezug auf den Blutzucker im Vergleich zu den Patienten, die mit blutzuckerregulierenden Medikamenten behandelt wurde.

Normalerweise ist der Gang der Dinge so:
Bei einem Menschen wird Diabetes Typ2 festgestellt. Zunächst wird empfohlen, mit Ernährung (Abnehmen, wenn nötig) und Bewegung den erhöhten Blutzucker zu senken. Der Langzeitwert HbA1CV spielt dabei zur Kontrolle eine wichtige Rolle.
Gelingt es nicht, über diese beiden Standbeine den Blutzucker zu senken, wird üblicherweise empfohlen, nun ein oder mehrereAnti-Diabetes-Mittel zu nehmen:
Antidiabetische Medikamente und Insulinresistenz
Die «klassischen» antidiabetischen Medikamente (Insulininjektionen, Sulfonylharnstoffe, Metformin) senken wohl den Blutzucker, erhöhen aber die Insulinempfindlichkeit nicht spezifisch. Lange glaubte man, dass Metformin den Diabetes durch Förderung der Insulinwirkung verbessere. Heute weiss man, dass seine Wirkung in erster Linie darin besteht, die Glukoseproduktion in der Leber zu vermindern, und dass eine Wirkung auf die Insulinempfindlichkeit zwar nicht ausgeschlossen, aber unbewiesen ist.
In den letzten Jahren kam hingegen eine neue Klasse von Medikamenten auf den Markt, die Thiazolidindione. Diese Medikamente senken bei Diabetikern den Blutzucker, indem sie die Insulinempfindlichkeit erhöhen. Sie sind bis heute die einzigen Antidiabetika, deren Wirkung auf einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit basiert.
www.diabetesgesellschaft.ch/index.php?id=137

Meistens wird erst dann Insulin verschrieben, wenn diese Medikamente nicht wirklich etwas bringen oder wenn der Patient sie nicht verträgt.

Der Therapie-Ansatz - sofort mit Insulin behandeln - wird in Deutschland meines Wissens noch wenig praktiziert. Vielleicht auch deshalb , weil die Angst und die Abneigung wegen der Insulin-Spritze größer sind als die wegen Tabletten.

Gruss,
Uta
 
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