Sedierung durch Medikamente: durch eine Haaranalyse heraus finden

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Wenn ein pflegebedürftiger Angehöriger plötzlich ungewöhnliche Symptome wie starke Müdigkeit, Benommenheit oder Seh- bzw. Gangstörungen zeigt, sollte man handeln. Mögliche Wege sind die Kontaktaufnahme zum Pflegepersonal bei bestehendem Vertrauensverhältnis oder die Konsultation des Hausarztes. Gegebenenfalls überweist dieser zum Facharzt. Hat man einen begründeten Verdacht, dass unerlaubte Medikamentengabe vorliegt, sollte man diesem auf jeden Fall nachgehen. Wenn der behandelnde Arzt aus Kostengründen keine Untersuchung veranlasst, kann man wie in unserem Fallbeispiel auch selbst aktiv werden.
Eine Haaranalyse bietet Vorteile im Vergleich zu Blut- und Urinproben. Erstens ist die Gewinnung der Probe deutlich einfacher, weil man nur eine Haarsträhne abschneiden muss. Zweitens lässt sich die Haarprobe auf mehr Substanzen testen und drittens können Substanzen je nach Haarlänge über einen längeren Zeitraum nachgewiesen werden als in Blut oder Urin.

Anbieter von toxikologischen Screenings lassen sich durch Internetrecherche schnell finden. Man erhält ein Probenset mit genauer Anleitung für die Entnahme. Die Ergebnisse werden nach ein bis zwei Wochen per Post zugeschickt. ...

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser (Lenin)!
Meistens werden dementen Menschen viel Medikamente verschrieben. Dann lohnt es sich wirklich, alle anzuschauen und mit dem Arzt zu sprechen, ob man nicht das eine oder andere absetzen kann, besonders eben Psychopharmaka.

Apotheken bieten zwar einen solchen Check an, aber anscheinend nicht in jedem Fall. Wahrscheinlich wollen sie sich nicht auf einen Clinch mit einem Arzt einlassen.

Grüsse,
Oregano
 
Meiner Meinung nach braucht man sich da überhaupt keinen Illusionen hinzugeben. Die letzten Jahre haben in den Heimen den Personalmangel und allgemein die Situationen nochmals erheblich verschärft. Und wenn sie die Leute nicht medikamentös mittels Neuroleptika, Schmerzmittel usw. ruhig stellen können, dann passiert das eben auf andere Art und Weise.
 
Ich fürchte, Du hast Recht, HundeMutti.
Es könnte aber evtl. durch eine solche Haaranalyse die Entscheidung beeinflußt werden, einen „Pflegefall“ doch nichts ins Heim zu geben, wenn durch Absetzen von Medikamenten der „Fall“ doch noch einmal Besserung erfährtß
Das ist eine ganz schwierige Entscheidung, aber sie ist nachdenkenswert.

Grüsse,
Oregano
 
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