Salicylsäure(-Unverträglichkeit); Samter-Trias

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In vielen Medikamenten gegen Fieber und Schmerze ist Acetylsalicylsäure drin.
Wer diese Medikamente nicht verträgt sollte darauf achten, ob er evtl. auch manche Lebensmittel nicht verträgt:
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Salicylsäure (ohne E-Nr.)[/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Neben den oben genannten synthetisch hergestellten Nahrungsmittelzusatzstoffen kommt dieser Verbindung besondere Bedeutung bei, da sie natürlicherweise (als Konservierungsmittel) in Lebensmitteln vorkommt. [/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Häufige klinische Beschwerden können sein: Gesichtsschwellungen, (Quincke-Oedem) und Hautausschläge, insbesondere aber eine Nesselsucht und asthmatische Zustände. [/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Pinzipiell gilt, je fruchtiger das Aroma eines Nahrungsmittels, umso höher ist der Gehalt an Salicylsäure (28).[/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Ein besonders hoher Gehalt an Salicylsäure findet sich in Beerenobst und Gewürzen: [/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Obst:[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Beerenobst wie: Preiselbeeren, Himbeeren,[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Rosinen und Weintrauben[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Datteln roh oder getrocknet[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Apfelsine und Ananas[/FONT] [FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Gewürze:[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Currypulver, Paprikapulver, Thymian, Dill,[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Rosmarin, Muskat, Salbei, Anis,[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Cayennepfeffer, Zimt[/FONT] [FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Außerdem:[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Worcestersauce, Tomaten-Ketchup[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Portwein, schwarzer Tee, Pfefferminztee (Beutel)[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Erdnuß und Mandel[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Chicorree, Endivien, Salz- Dill-Gurken,[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Paprika, Radieschen, Zucchini[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Oliven (zur Verhinderung des Braunwerdens[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]werden grüne Oliven direkt nach der Ernte[/FONT][FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]mit Salicylsäure behandelt!)[/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Salicylsäure müssen Sie auch Medikamente meiden wie Schmerz- Grippe- oder Rheumamittel, in denen oftmals Acetyl-Salicylsäure als Wirkstoff enthalten ist.[/FONT]
[FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Umgekehrt gilt ebenso, daß Patienten mit einer bekannten Unverträglichkeit gegen den Schmerz- und die Fieberwirkstoffe „Acetylsalicylsäure“, salicylathaltige Nahrungsmittel, wie oben aufgeführt, vermeiden sollten.[/FONT]
www.dr-latzke.de/diaetfuerallergiker15.htm

Gruss,
Uta
 
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AW: Salicylsäure

Warum kann es wichtig sein zu wissen, wo Salicylsäure enthalten ist?
Weil es eine Salicylsäure-Unverträglichkeit gibt.

Viele Informationen gibt es hier:
Salicylsäure-Unverträglichkeit | Samter-Trias

Die Salicylsäure-Unverträglichkeit kann im Trio auftreten:

Was ist Samter-Trias?

Von Samter-Trias spricht man, wenn die drei Beschwerden Asthma, Polypen und Salicylsäure-Unverträglichkeit gemeinsam auftreten. Häufig wird eine Samter-Trias zuerst diagnostiziert, wenn ein Betroffener nach Einnahme einer Aspirin bzw. ASS-Tablette mit einem Asthma-Anfall reagiert. Denn ASS enthält Salicylsäure in sehr konzentrierter Form (ASS = Acetyl-Salicylsäure), so dass die Reaktionen entsprechend heftig und deutlich ist. Tatsächlich wird das Samter-Syndrom häufig auch als ASS-Intoleranz oder Aspirin-Unverträglichkeit bezeichnet.

Die Bezeichnung Aspirin-Intoleranz oder ASS-Unverträglichkeit ist jedoch irreführend, denn Salicylsäure und verwandte chemische Stoffe kommen nicht nur in Medikamenten vor, sondern auch in vielen Lebensmitteln, in Lebensmittelfarben, Konservierungsstoffen und Aroma- und Duftstoffen.

Vom Samter-Syndrom Betroffene reagieren deshalb häufig nicht nur auf die extrem hohen Dosen von Salicylsäure in Medikamenten, sondern auch auf niedrigere – aber ständig aufgenommene Mengen – von Salicylaten z.B. in bestimmten Obst und Gemüsesorten, Kräutern, gefärbten und konservierten Nahrungsmitteln, Zahnpasta und Kosmetika etc.
...
Samter-Trias | Informationen zu Asthma, Polypen und Salicylsäure-Unverträglichkeit

Listen von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelgruppen, die bei Salicylunverträglichkeit zu beachten sind, werden hier genannt:

Salicylsäuregehalt von Lebensmitteln | Samter-Trias

Grüsse,
Oregano
 
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Gibt es einen Bluttest zur Diagnose von Salicylsäure-Intoleranz?

Die Rede ist hier also von der sogenannten “Funktionellen – Eicosanoid – Typisierung (FET-Test)”, auch Eikosanoid-Test genannt. Der Test wurde von Prof. Dr. H.W. Baenkler und Dr. D. Schäfer an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt und wird zum Nachweis einer Salicylsäure-Unverträglichkeit eingesetzt. Über die Firma Talking Cells (Inhaber Dr. D. Schäfer) wird der Test vertrieben. Auf der Website von Talking Cells findet man auch einige Informationen zum Test (allerdings leider eher werblicher Natur als dass man dort wirklich erführe, wie der Test funktioniert).

Mehr erfährt man im dort verlinkten Fachartikel “Functional Eicosanoid Test and Typing (FET) of Peripheral Blood Cells in Eicosanoid Related Diseases” von Dr. Schaefer und Dr. Baenkler. Dort heisst es in der Zusammenfassung (in meiner Übersetzung): gemessen wird das quantitative Verhältnis ziwschen den Konzentrationen von Prostaglandinen und Leukotrienen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann kann der FET-Test auf eine Salicylsäure-Unverträglichkeit schließen, indem er die “Verschiebung” im Verhältnis von Prostaglandinen und Leukotrienen misst, die durch die Störung der Verstoffwechselung von Arachidonsäure bei Menschen mit Salicylsäure-Unverträglichkeit entsteht.

Übringens gibt es offenbar noch mehr Tests für eine Salicylsäure-Unverträglichkeit, nachzulesen im Artikel “Salicylatintoleranz: Pathophysiologie, klinisches Spektrum, Diagnostik und Therapie“, ebenfalls von Dr. Baenkler.

Was nicht geht: Nachweis von Antikörpern bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Diejenigen Bluttests, die routinemässig zum Nachweis von (z.B. Nahrungsmittel-)Allergien eingesetzt werden, funktionieren dagegen bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bzw. Pseudo-Allergien (zu denen auch die Salicylsäure-Unverträglichkeit gehört) nicht. Der Knackpunkt liegt hier im Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit
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Gibt es einen Bluttest zur Diagnose von Salicylsäure-Intoleranz? | Samter-Trias

Grüsse,
Oregano
 
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Mehr zur Erklärung:

... Die Intoleranz tritt meistens ab dem dritten Lebensjahrzehnt auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Als Risikofaktoren gelten Asthma bronchiale und Nasenpolypen.

Klinisch erinnert die ASS-Intoleranz an eine Allergie der Soforttyp-Reaktion. Tatsächlich handelt es sich aber um eine sogenannte Idiosynkrasie, das heißt eine nicht immunologische, also nicht IgE-vermittelte Überempfindlichkeitsreaktion. Sie beruht auf dem Wirkmechanismus der NSAR, nämlich der nicht selektiven Hemmung der Cyclooxygenase 1 (COX1). Sie kann bereits bei der ersten Einnahme des Mittels eintreten, da anders als bei Allergien keine Sensibilisierungsphase erforderlich ist.

Dysbalance im Arachidonsäure-Metabolismus
Die Enzyme Lipoxygenase (LOX), COX1 und COX2 setzen Arachidonsäure zu Eicosanoiden um, von denen es drei Gruppen gibt:
Leukotriene, Prostaglandine und Thromboxan. Leukotriene wirken entzündungsfördernd. Sie verengen Gefäße und Bronchien. Prostaglandine erweitern hingegen wie das Prostaglandin E2 im nicht entzündeten Gewebe Bronchien und Gefäße. Bei ASS-intoleranten Patienten scheint eine erhöhte Leukotrien-Produktion vorzuliegen.

Diese Dysbalance wird durch die Wirkung von NSAR verstärkt. Sie hemmen die COX1 reversibel oder irreversibel, sodass keine COX1-vermittelte Umwandlung mehr stattfindet. Die im Überschuss gebildeten bronchienverengend wirkenden Leukotriene lösen Symptome wie Asthmaanfälle aus. Bei den Patienten könnte ursächlich zudem eine genetisch bedingte Sensibilität auf Leukotriene vorliegen.
Vielen Betroffenen ist nicht bewusst, dass sie Schmerzmittel wie ASS nicht vertragen und diese Medikamente Auslöser plötzlich auftretender Symptome sind. Hier ist Zuberbier zufolge auch Aufklärung in der Apotheke gefordert: »Vor Abgabe eines NSAR sollte das Apothekenteam nach Asthmaanfällen oder Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria oder Angioödeme nach Anwendung der Arzneistoffe fragen.« Kann der Patient sich an solche Vorfälle erinnern, ist das Mittel für ihn kontraindiziert.
»Um den Verdacht auf eine ASS-Intoleranz zu bestätigen, gilt ein Provokationstest im überwachten Umfeld beim Arzt als Goldstandard«, erklärte der Experte. Ein Zugang zu einer geeigneten Intensiv- und Notfalltherapie sollte dabei gegeben sein, falls der Patient mit lebensbedrohlichen Symptomen reagiert.
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https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ass-desaktivieren-oder-meiden/

Grüsse,
Oregano
 

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