Kieler Amalgam-Gutachten (Wassermann 1997)

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Geschrieben von Prof. Dr. O Wassermann, M. Weitz und Priv. Doz. Dr. C. Alsen-Hinrichs, Institut für Toxikologie im Klinikum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Brunswiker Strasse 10, 24105 Kiel.
Da Gutachten ist auch dort zu beziehen.
Ich tippe hier nur die allerletzten Sätze ab.
"Der Schutz des Patienten vor toxisch bedingten Amalgamschädigungen wurde dem Ziel, Amalgam als angeblich "schnell" zu verarbeitendes, als "billiges" Standardmaterial für Zahnfüllungen beizubehalten, praktisch geopfert.
Dies alles beobachteten und förderten die Amalgamhersteller. Sie zogen wirschaftlichen Profit aus "dieser Prioritätensetzung". Dabei waren sie sich im klaren darüber, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte keine Rechtfertigung für ihr Verhalten darstellte. Den Amalgamherstellern musste ihre rechtliche Pflicht bekannt sein, unabhängig von der Informationspolitik anderer Stellen und erforderlichenfalls auch gegen diese die Amalgamproduktion einzustellen oder zumindest durch die gebotenen Sorgfaltsmassnahmen mit zu gewährleisten, dass Schadensbegrenzungen erreicht worden wären. Man hat sich auf seiten der Amalgamhersteller gegen die Erfüllung der rechtlichen Pflicht entschieden. Ein Irrtum der Amalgamhersteller auf tatsächlicher oder rechtlicher Ebene erscheint ausgeschlossen.
Das Ausmass der durch das Verhalten der Amalgamhersteller eingetretenen gesundheitlichen Schädigungen war und ist erkennbar. Rechliche Würdigung ist geboten."

Da Gutachten umfasst 131 A4-Seiten und 24 Seiten Literaturverzeichnis.
Die Unterstreichung ist aus dem Gutachten übernommen worden.
 
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11.01.04
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Das Kieler-Amalgam-Gutachten ist für alle die sich über die Wirkungen von Amalgam aus wissenschaftlicher Sicht-
weise informieren wollen eine Pflichtlektüre. Es beschreibt die Eigenschaften und Zusammensetzung des Werkstoffes
Amalgam und wertet Untersuchungen zur Wirkung der Hauptbestandteile (vor allem Quecksilber) auf den
menschlichen Organismus aus. Es werden zahlreiche Belege dafür vorgestellt, dass Quecksilber aus Zahnfüllungen
freigesetzt wird und in den Organismus gelangt. Es werden Studien über die Menge und Dauer der Freisetzung des
toxischen Schwermetalls zitiert und Berichte über gesundheitl. Beeinträchtigungen aus Auswirkungen der Queck-
silberexposition vorgestellt. Den Autoren des Kieler-Amalgam-Gutachtens wurde oft einseitige Betrachtung und sinn-
enstelltes Zitieren vorgeworfen. Aus meiner Sicht sind diese Vorwürfe teilweise auch berechtigt. Dadurch wird die
Gesamtaussage des Gutachtens, nämlich das Quecksilber aus Amalgamfüllungen eine ernst zu nehmende
Gesundheitsgefahr darstellen kann, aber nicht entkräftet oder relativiert.

Wer sich intensiver damit auseinandersetzen will dem empfehle ich dazu folgende Literatur:

HALBACH, S.; HICKEL, R.; MEINERS, H.; Ott, K.; REICHEL, F.X.; SCHIELE, R.; SCHMALZ, G.; STAEHLE, H.J.
(1999): Amalgam im Spiegel kritischer Auseinandersetzungen (Interdisziplinäre Stellungnahmen zum "Kieler-
Amalgam-Gutachten). ISBN 3-7691-7847-5
Ich weiß, das diese Literaturempfehlungen in einem Amalgamforum wahrscheinlich nicht
so gern gesehen sind, da es sich hier um das who is who der Amalgamverharmloser handelt und die Ergebnisse
des Kieler Amalgam-Gutachtens in Frage gestellt werden und die Unschädlichkeit der Anwendung von Amalgam
bewiesen werden soll. Ich finde aber jeder hat ein Recht darauf, und sollte sich auch mit den Argumenten der
Gegenseite beschäftigen um sich einen Gesamteindruck zum Thema Amalgam machen zu können.

Auf das vorhergenannte Werk erfolgte ein Replik der Autoren des Kieler Amalgam-Gutachtens:

WASSERMANN, O.; WEITZ, M.; ALSEN-HINRICHS, C. (2000): Replik der Autoren des "Kieler Amalgam-Gutachtens
1997" zu der "Stellungnahme zum Kieler Amalgam-Gutachten der Autoren Halbach et al., im Jahre 1999
veröffentlicht als Buch unter dem Titel "Amalgam im Spiegel kritischer Auseinandersetzungen",
Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 1999
aus der Schriftenreihe des Instituts für Toxikologie (Universitätsklinkum
Kiel) Heft 44 ISSN 0947-4250 und auch dort zu beziehen.

Auf diese Replik folgte wiederum eine Entgegnung:

HALBACH, S.; HICKEL, R.; MEINERS, H.; Ott, K.; REICHEL, F.X.; SCHIELE, R.; SCHMALZ, G.; STAEHLE, H.J. (2001):
Entgegnung der Autoren des Materialienbandes "Amalgam im Spiegel kritischer Auseinandersetzungen" zur
Replik der Autoren des "Kieler Amalgam-Gutachtens"
ISBN 3-924474-03-6

Diese Auseinandersetzung mediz. Fachkreise zeigt die unterschiedliche Sichtweise der Dinge auf. Für meinen
Geschmack zeigt sie aber auch die starre Geisteshaltung und das festhalten an eigenen Thesen (aus welchen
Gründen auch immer) die sich eigentlich als nicht sinnvoll dargestellt haben.
 

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Datura

in memoriam
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09.01.10
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Hallo,

Ich wollte das Kieler Amalgamgutachten hier anhängen, hab gesehen, dass es schon Beiträge gibt, aber soweit ich sehen konnte, gibts keinen Klick zum vollständigen Gutachten? Ich habs auf Festplatte, 178 Seiten PDF- Datei, darf man das hier anhängen ?

Gruß Datura
 

Datura

in memoriam
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09.01.10
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Das ist ja doll, ich hab gesurft und gesurft und es nicht wiedergefunden online, deshalb dachte ich, es interessiert vielleicht wen.

Viele Grüße
Datura
 
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28.03.05
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Hallo Datura,

es ist tatsächlich über Google schlecht zu finden, wenn ich nicht gewusst hätte,
dass es bei amalgam-informationen.de als pdf steht, würde ich es wahrscheinlich auch nicht so schnell finden.


Liebe Grüße
Anne S.
 
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