Jedes 4. Tierprodukt stammt von einem kranken Tier (Foodwatch)

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... Im Vorfeld der Grünen Woche hat die Verbraucherorganisation foodwatch eine echte Tier-gesund-haltungswende gefordert:
Viele Nutztiere litten unter schweren, vermeidbaren Krankheiten – egal ob in großen oder kleinen Ställen, in der Bio-Tierhaltung teilweise genauso wie in konventionellen Betrieben. foodwatch forderte die nächste Bundesregierung daher auf, gesetzliche Vorgaben für die Gesundheit von allen Nutztieren zu machen. Ziel müsse es sein, dass nur noch Lebensmittel von nachweislich gesunden Tieren in den Handel kommen. Die bisher diskutierten Vorschläge wie etwa ein freiwilliges Tierwohl-Label oder eine 0-1-2-3-Kennzeichnung der Haltungsform wären hingegen keine Lösung. Verbesserungen würden damit höchstens für einen kleinen Teil der Tiere erreicht, Fragen nach der Tiergesundheit würden nur eine untergeordnete Rolle spielen, so foodwatch.

„Angesichts massenhafter Erkrankungen, Schmerzen und Leiden kann von akzeptablem Tierschutz in Deutschlands Ställen keine Rede sein. Die Debatte um Tierhaltung kreist fast nur um formale Haltungsbedingungen wie etwa Platzbedarf oder Ausgestaltung der Ställe – obwohl wissenschaftlich längst erwiesen ist, dass die Tiergesundheit nicht allein von der Haltungsform beeinflusst wird, sondern entscheidend auch vom Stallmanagement.
...
Die „Initiative Tierwohl“, an der sich vor allem die großen Handelskonzerne um Edeka, Lidl, Rewe, Aldi und Metro beteiligen, bezeichnete Matthias Wolfschmidt als „schlechten PR-Gag“, mit dem die Unternehmen von ihrer Verantwortung für die inakzeptablen Lebensbedingungen der Nutztiere ablenken wollten.
https://www.foodwatch.org/de/presse...te-tierprodukt-stammt-von-einem-kranken-tier/

https://www.foodwatch.org/de/newsletter/was-glyphosat-mit-tierleid-und-gentechnik-zu-tun-hat/

Hier kann man sich eintragen:
https://www.foodwatch.org/de/informieren/tierhaltung/e-mail-aktion/

... "Die Kontrollen der Behörden sind viel zu lax", sagt Mülln.

Neue Zahlen der Bundesregierung machen klar, dass der Tierschutz in deutschen Ställen tatsächlich nur selten kontrolliert wird. Und bestraft werden Verstöße noch seltener. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr insgesamt 29 900 amtliche Tierschutz-Kontrollen von Bauernhöfen. So geht es aus einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Die Prüfer stießen der Regierung zufolge im vergangenen Jahr sehr oft auf Probleme. Bei mehr als 6100 Betrieben gab es Beanstandungen - in mehr als 20 Prozent der Kontrollen also.

Doch selbst wer erwischt wurde und gegen Haltungsbedingungen in Ställen verstoßen hatte, musste noch lange nicht mit einer Strafe rechnen. Sanktioniert wurde den Angaben zufolge nur ein Bruchteil der Vergehen. Gerade mal in 20 Prozent der Fälle nämlich in 1220, wurde direkt ein Ordnungswidrigkeiten- oder Strafverfahren eingeleitet. Bei vielen anderen Verstößen folgte dagegen nur eine Aufforderung, Probleme zu beseitigen. Nach mehreren Skandalen hatte die Bundesregierung einen besseren Tierschutz bei Nutztieren eigentlich als vorrangiges Anliegen im Koalitionsvertrag verankert.
...
https://www.sueddeutsche.de/wirtsch...n-tierschutz-riskieren-bauern-wenig-1.4063138

Schlimm und eigentlich gar nicht zu glauben: der Weg aus dem Stall mit den kranken Tieren zum Verbraucher ist ja ganz kurz, und trotzdem gelingt es nicht, dafür zu sorgen, daß Nutztiere so gehalten werden, daß sie gesund bleiben können?

Grüsse,
Oregano
 
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