Hier noch ein Bericht über PMS

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13.08.06
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650
Hallo...

Hier habe ich einen Bericht gefunden:
www.emotion.de/forum/showthread.html?t=131&page=2

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Hallo zunächst einmal,

finde es sehr klasse, dass dieses Thema hier eröffnet wurde.
Früher habe ich über dieses "PMS" ein wenig den Kopf geschüttelt, ich dachte manchmal, wenn ich ab und einen Artikel aufschnappte, "wieder so'n neumodisches Zeugs, womit wieder weitere hypochondrische Leute auf den Gedanken kommen, sie hätten eine Krankheit."

Heute ist 2006 und ich bin nun selbst seit etwa zwei Jahren davon betroffen - ich hätte niemals gedacht, dass das PMS tatsächlich existiert bzw. eher nicht vermutet, dass es so dermaßen heftig ablaufen kann und meinen Körper auf eine solche Weise beeinflusst, als sei ich ihm hörig. Die, von mir nicht zu kontrollierenden Stimmungsschwankungen in Richtung starker Depressionen und Angstzustände, wie aggressives bzw. gereiztes Verhalten belasten mich am meisten.
Es ist deshalb für mich so arg, weil ich eigentlich ein sehr sanftmütiger und ruhiger Mensch bin, der nichts lieber hat als seine Ruhe. Ich habe in meiner Vergangenheit allerdings mehr als Extrem-Stress gehabt und ebenfalls auch traumatische Erlebnisse hinter mir. Vielleicht geht es den hier Betroffenen zum Teil ähnlich. Heute, nach langem Überlegen, wie sich das entwickelt haben könnte, meine ich, dass die Ausschüttung von Stresshormonen ebenfalls eine Wirkung auf die Verstärkung oder das Einsetzen von PMS haben könnte. Mein Empfinden zu Begin der Phase ist meistens zuerst mit einer plötzlichen Gereiztheit einhergehend. Die unterschwellige Aggressivität belastet mich dann am meisten. Die nächste Stufe ist das Fallen in eine Leere, ich habe an nichts mehr Spaß, habe Depressionen, die mir selbst schon Angst machen und fühle mich dieser Situation hilflos ausgeliefert, da ich es nicht kontrollieren kann. Es begleitet mich im Wechsel eine dermaßen große Überemotionalität, dass mir tatsächlich buchstäblich zum Lachen und zum Heulen zumute ist. Das ist ein Zustand, als befände ich mich in einer Kurzzeit-Neurose.

Heute schüttele ich längst nicht mehr den Kopf darüber. Ich bin erschrocken, wie sehr die Seele, der Geist, das Empfinden den körpereigenen Hormonen "ausgeliefert" ist. Mein Körper beherrscht mich während dieser 5 Tage (und sie kommen mir wie eine Ewigkeit vor). Damit komm' ich einfach nicht klar. Es hat ewig gedauert, bis ich mir überhaupt eingestanden habe, was mit mir los ist. Ich habe mich in Therapie begeben - die ich nach sieben Monaten abbrach, weil immer mehr und mehr der Meinung war, trotz schlimmer Erlebnisse ein starker Mensch zu sein, grundauf optimistisch und mit all diesen Dingen klar zu kommen, schaffe ich. Aber eben das PMS. Gegen dieses bin ich machtlos. Die hormonelle Versklavung meines Denkens, Fühlen und Handelns. Die alles begleitende depressive, dunkle Stimmung, die zu solchen Tagen in mir herrscht, ist für mich selbst schon zur Befremdlichkeit mir selbst gegenüber geworden. Es fühlt sich manchmal an, als wäre diese Über-Emotionalität und Depressivität während des PMS eine Art "spiegelverkehrte" Krankheit von Autismus.
Seine Gefühle nicht kontrollieren zu können, habe ich schon immer als recht unangenehm empfunden. Während der PMS-Phase bricht auch körperlich alles aus mir raus, was sich angestaut hat. Ich bekomme Hautekzeme, Herzrythmusstörungen, Schlafprobleme, Alpträume, das Gefühl tagsüber, neben mir zu stehen.
Es wird heute immer noch belächelt, aber ich beneide jede Frau, die einen normalen Hormonhaushalt und Zyklus hat und nicht davon betroffen ist.

Ist das PMS vorbei, dreht sich der Wind plötzlich abrupt in die andere Richtung: ich bin wieder optimistisch, lache, habe Lust - was zu unternehmen und fühle mich gut.
Nach 3 Wochen geht das Spiel dann wieder von vorne los. Diese Regelmäßigkeit macht mich mittlerweile schon am wütendsten. Wie ein ungebetener Gast fast pünktlich genau. Hinterher schäme ich mich zumeist tiefst für diverse Ausrutscher, die mir dann passiert sind, waren es nun Provokationen gegenüber Menschen, die ich eigentlich sehr liebe oder waren es Äußerungen, die ich gemacht habe und so nicht wiederholen würde. Es fällt unglaublich schwer, sich so akzeptieren zu sollen. Mein Frauenarzt rät mir nun dazu, dagegen Medikamente zu nehmen. Er ist der Meinung, die Symptome werden mit dem Älter eher stärker als weniger. Ich kann ihm diesbezüglich auch nur Recht geben. Mich belastet es, dass ich zu solchen PMS akuten Zeiten mir überflüssig vorkomme, alles keinen Sinn macht, mich die Welt da draußen anwidert, schlichtweg: ich bin dann dermaßen negativ, dass ich mir selbst auf meinen nichtvorhandenen Sack gehe, kurzum: ich gönne das meinem ärgsten Feind nicht. Nur: ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll. Ich möchte eigentlich keine Psychopharmaka dagegen einnehmen. Auf der anderen Seite aber kann ich ohne irgend eine Hilfe diesbezüglich auch nicht weitermachen.


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Was aus ihr geworden ist..weiß ich nicht, sie hat auf meine PN nicht geantwortet...
 
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