Großes Fettpolster oberhalb des Bauchnabels trotz Normalgewichts - ist das gefährlich?

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Hallo, Leute,

häufig lese ich, dass man auch mit Normalgewicht eine gesundheitsgefährdende Figur haben kann. Ich bin der Meinung, dass ich eine solche Figur habe. Mein Hausarzt hat gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Das sei schädlicher als meine Figur.

Meine Figur sieht so ähnlich aus wie die Nr. 4, der Rettungsring:

Rettungsring

Dabei sind Hüfte und Oberschenkel sehr schmal, der Hintern flach.

Diese Figur habe ich seit der Pubertät, also von wegen ab 30. Diese Figur hatte ich mit 48 kg und mit 70 kg. Also mit Gewicht hat sie nichts zu tun. Meine Mutter hatte übrigens dieselbe.

Wenn diese Figur gesundheitsgefährdend ist, was kann ich dagegen tun? Ich ernähre mich zur Zeit anti-entzündlich. Fast jeden Tag gehe ich mindestens 3, 4 km mit Rollator spazieren. Aus gesundheitlichen Gründen (ständige Sturzgefahr) kann ich nicht alle Ausdauersportarten ausüben.

Vielen Dank schon mal für Antworten.

LG Widderchen
 
Hallo Widderchen,

dabei geht es um das sog. viszerale Fett. Die übliche Art das zu messen:
Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Apoplex oder Diabetes mellitus Typ 2) besteht ab einem Bauchumfang von
  • > 80 cm (bei Frauen)
  • > 94 cm (bei Männern)
Ab einem Bauchumfang von 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) gilt das Risiko als stark erhöht.
Das Problem:
Das Viszeralfett hat eine besonders hohe hormonelle Aktivität und sezerniert eine Vielzahl von Adipokinen wie Adiposin, Adiponektin, Angiotensin, Interleukin-6, Leptin, Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1, Resistin und den Tumornekrosefaktor-α. Durch diese Eigenschaft steht es im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Insulinresistenz und des metabolischen Syndroms.

Mir fällt es immer schwer, mir vorzustellen, dass man das wirklich so pauschal sehen kann, unabhängig von z.B. Körpergröße und -bau. Vermutlich ist die Regel statistisch determiniert und im Einzelfall könnte man einen kundigen(!) Arzt fragen (mein ansonsten sehr vielseitiger HA "interessiert" sich dafür auch nicht so), ob evtl. "Sonderbedingungen" vorliegen könnten.

Da
Meine Mutter hatte übrigens dieselbe.
wäre vielleicht auch interessant, ob sie die o.g. gesundheitlichen Probleme hatte.

Ich ernähre mich zur Zeit anti-entzündlich.
Heißt das auch kohlenhydrat-"reduziert" (gegenüber dem, was hierzulande üblich ist)? Das wäre so das, was mir dazu einfällt; als Fan der NDR-Ernähungs-Docs. Das steht ja auch in Deinem Link bei "Rettungsringen". Vielleicht findest Du dazu eine Folge in der Mediathek?

Wenn LowCarb mit HighFat einhergeht, kann es allerdings laut Berichten aus dem Forum (User, die Herrn Kuklinskis Empfehlungen wohl etwas zu extrem interpretiert hatten) auch zu "Röllchen-Bildung" kommen. Womöglich lag es daran, dass die relevanten Fette wohl Butter und Sahne waren, und mit anderen Fetten (aus fettem Seefisch und Saaten) wäre das nicht passiert.
 
Vielen Dank für deine Antwort.

Zu welchem Arzt sollte ich gehen? Mein Hausarzt ist ja Internist. Mein Kardiologe hat auch nichts dazu gesagt.

Meine Mutter war alkoholkrank, später trocken, chronisch depressiv und hatte später Parkinson.

Anti-entzündlich gegen Arthrose ernähre ich mich. Tipps habe ich vom NDR. Ich habe allerdings nie sehr viel Kohlehydrate gegessen als Erwachsene, da ich auf meine Ernährung achte, nachdem ich mit Anfang 20 auf Dauer abgenommen habe. Ich bin z. B. ein großer Schokofan, aber es müssen mindestens 85 % Kakao sein.

LG Widderchen
 
Nach meiner Ansicht kann man schon selbst anatomisch durch einen einfachen Greiftest feststellen, ob das Fett primär außen sitzt ("Rettungsring" bzw. "love handle") oder innen im Bauch. Das Unterhautfett ist gesundheitlich viel weniger problematisch als das viszerale Fett, das sich um die Organe im Bauch ansammelt.

Die Silhouette des Bauchs finde ich da weniger relevant, d.h. der Artikel macht vielleicht auf ein Problem aufmerksam, kann aber für Diagnosen ganz sicher nicht herangezogen werden.
 
Das Unterhautfett ist gesundheitlich viel weniger problematisch als das viszerale Fett, das sich um die Organe im Bauch ansammelt.
Ja, das ist auch mein Stand.

Eben fand ich noch dies, was meine kritischen Gedanken zu der o.g. "Messmethode bestätigt":
Der reine Bauchumfang spiegelt allerdings nur Durchschnittswerte wider. Für sehr kleine oder große Menschen sind diese Angaben nicht immer passend.

Waist-to-Height-Ratio (WHtR): Diese Methode setzt Ihren Bauchumfang ins Verhältnis zu Ihrer Körpergröße und Ihrem Lebensalter. So hilft der WHtR-Wert, das Normalgewicht zu bestimmen und das gesundheitliche Risiko durch Übergewicht einzuschätzen. Die Formel besagt: Der Bauchumfang geteilt durch Körpergröße in Zentimetern sollte bei unter 40-Jährigen unter 0,51 liegen. Ab 40 darf sich Ihr Wert pro Lebensjahr um 0,01 erhöhen, bis maximal 0,61.

Zu welchem Arzt sollte ich gehen?
Gute Frage. Ich weiß es nicht. Evtl. jemand, der "Ernährungsmedizin" ausdrücklich mit anbietet.
 
Danke nochmal für eure Antworten.

In dem Link stand auch, dass wenn sehr viel inneres Fett da ist, kann es sich auch nach außen wölben. Love handle finde ich süß. ja, stimmt bei mir. :)

Der WHtR liegt bei mir bei 0,57 (Ich bin 59 Jahre alt).

Mit der Ernährung ist das so eine Sache. Wie gesagt, ich ernähre mich seit rund 40 Jahren bewusst. Im Moment mache ich auch noch eine histaminarme Auslassdiät wegen meiner Schmerzen im Intimbereich. (ich habe hier auch einen Thread dazu eröffnet). Leider ist da vieles verboten, was sonst als gesund gilt, v.a. Brot mit Hefe, auch Vollkornbrot, Tomaten, Avocados, Hülsenfrüchte, zuviel Nüsse, Kakao, Zitrusfrüchte. Falls diese Auslassdiät wirken sollte, wäre das einerseits natürlich gut, aber andererseits wird es mein Essen noch mehr einschränken. Außerdem habe ich leichte Verstopfung. Bestimmt weil mir das Vollkornbrot fehlt.

LG Widderchen
 
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