Geschichten zum Nachdenken

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Hallo Ihr Lieben,

jeder von Euch kennt bestimmt eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Ich liebe solche Kurzgeschichten! :freu: :freu: :freu: Vielleicht können wir hier ja einige Zusammentragen.

Hier eine Mini-Kurz-Geschichte, die mir meine Mutter erzählt hatte:

Der Prophet Muhammed erreichte nach langem Marsch endlich sein Ziel. Am Zelt angekommen fragte Einer von seiner Gefolgschaft: "Herr, soll ich mein Kamel anbinden, oder auf Gott vertrauen?" Muhammed antwortete: "Binde dein Kamel an und vertraue auf Gott!"

Liebe Grüße
Sema
 
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Hallo Sema,

bestimmt kennst du die Geschichten von Nasreddin Hodja?
Cikolata.de -
Der Berg

Der Hodscha brüstete sich manchmal mit seinen angeblich übernatürlichen Kräften. Die Leute wollten einen Beweis dafür sehen und baten ihn, den Berg zu sich zu rufen.

“Berg”, schrie der Hodscha, “komm zu mir!”

Natürlich bewegte sich der Berg nicht und so rief er wieder und wieder. Schließlich ging Nasreddin Hodscha auf den Berg zu. Einer der Männer fragte ihn:”Wohin gehst du?”

Der Hodscha erwiderte: “Ich bin nicht so ein widerspenstiger und eigensinniger Mann. Wenn der Berg nicht zu mir kommen will, werde ich zu ihm gehen."


Herzliche Grüße von
Leòn

 
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Hallo Leon,

klar kenne ich Nasreddin Hoca.... ;) Ich kenne fast alle Geschichten über ihn. :)

Liebe Grüße
Sema
 
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Hallo Sema,

wie kommt es nur, dass ich das geahnt habe;) ?

Herzliche Grüße von

Leòn
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Hier eine Geschichte von Poria Nelson:


Es ist nicht meine Schuld ?

1. Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2. Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld. Immer noch dauert es sehr lange herauszukommen.

3. Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein ... aus Gewohnheit. Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin. Es ist meine eigene Schuld. Ich komme sofort heraus.

4. Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich gehe darum herum.

5. Ich gehe eine andere Straße.
 
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Hallo Sema und Leon
Ich habe auch noch eine schöne Geschichte:

Die Alte in Copacabana
Sie saß auf dem Bürgersteig der Avenida Atlântica mit einer Gitarre und einem Schild, auf dem mit der Hand geschrieben stand: "Lasst uns zusammen singen."
Sie begann allein zu spielen. Dann kamen ein Betrunkener und eine alte Frau hinzu und sagen mit ihr. Bald bildete sich ein kleiner Chor, der sang, und ein Publikum, das nach jeder Nummer klatschte.
"Warum tun sie das?", fragte einer die alte Frau zwischen zwei Musikstücken.
"Um nicht allein zu sein", sagte sie. "Mein Leben ist sehr einsam, wie das fast aller alten Leute."
Es wäre schön, wenn alle ihre Probleme auf diese Weise lösen würden!
 
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Das große und das kleine NEIN

Das kleine Nein sitzt auf einer Bank im Park und isst Schokolade. Es ist wirklich sehr klein, richtig winzig und ganz leise. Da kommt eine große, dicke Frau und fragt: "Darf ich mich zu dir setzen?" Das kleine Nein flüstert leise: "Nein, ich möchte lieber allein sitzen." Die große dicke Frau hört nicht hin und setzt sich auf die Bank. Da kommt ein Junge angerannt und fragt: "Darf ich deine Schokolade haben?" Das kleine Nein flüstert wieder: "Nein, ich möchte sie gerne selber essen." Aber der Junge hört nicht hin, nimmt dem kleinen Nein die Schokolade weg und beginnt, sie zu essen. Da kommt ein Mann vorbei, den das kleine Nein schon oft im Park gesehen hat und sagt: "Hallo, Kleine. Du siehst nett aus, darf ich dir einen Kuss geben?" Das kleine Nein flüstert zum dritten Mal: "Nein. Ich will keinen Kuss!" Aber auch der Mann scheint nicht mehr zu verstehen, geht auf das kleine Nein zu und macht schon einen Kussmund. Nun verliert das kleine Nein aber endgültig die Geduld. Es steht auf, reckt sich in die Höhe und schreit aus vollem Hals: "Neiiin!" Und noch mal: "Nein, Nein, Nein! Ich will allein auf meiner Bank sitzen, ich will meine Schokolade selbst essen, und ich will nicht geküsst werden. Lasst mich sofort in Ruhe" Die große, dicke Frau, der Junge und der Mann machen große Augen: "Warum hast du das nicht gleich gesagt!" und gehen ihrer Wege. Und wer sitzt jetzt auf der Bank? Nein, nicht ein kleines Nein, sondern ein großes Nein. Es ist groß, stark und laut, und es denkt: " So ist das also. Wenn man immer leise und schüchtern Nein sagt, hören die Leute nicht hin. Man muss schon laut und deutlich Nein sagen." So ist aus dem kleinen Nein ein großes Nein geworden.
Geschichten zum nachdenken !




Herzliche Grüße von

Leòn
 
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Hier noch eine Geschichte frei übersetzt aus dem Türkischen:

Ein Mann hatte drei Söhne. Eines abends saßen sie alle zusammen, erschöpft von der Feldarbeit, und unterhielten sich. Da bekam der Vater Durst und bat seinen Ältesten ihm ein Glas Wasser zu holen. Sein Ältester jedoch entgegnete: "Ach Vater, ich habe den ganzen Tag gearbeitet, mir tun alle Knochen weh, frag die anderen." So fragte der alte Mann seinen mittleren Sohn, aber auch dieser sagte, dass er kaputt sei, und der Jüngste solle doch das Wasser holen.

Traurig schauten der Jüngste Sohn und der Vater sich an, und der Jüngste sagte: "Ach Vater, da kannst du mal sehen, was für Söhne du hast. Am Besten holst du dir dein Wasser selbst..... und.... wenn du schon mal in der Küche bist, kannst du mir ja ein Glas Wasser mitbringen, ich habe auch Durst!"

Meine Mutter sagte immer ein Vater kann zehn Kinder ernähren, aber zehn Kinder können keinen Vater ernähren.... :greis:
 
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Dies ist eigentlich ein Witz, den ich letztens auf einer türkischen Webseite gelesen habe. Mich hat es sehr zum Nachdenken angeregt.

Zum besseren Verständnis, ersteinmal einige Erläuterungen:

Huri = Jungfrauen im Paradies (lt. Islam)
Nuri = türk. männlicher Vorname



Doppelmoral

Ein gläubiger Muslim fragt den Hoca: "Hoca, ich bete fünf mal am Tag, faste, gebe Almosen und halte mich an die Gebote des Koran; wenn ich in das Paradies komme, was erwartet mich da?"

Der Hoca antwortet: "Dich werden 40 Huris erwarten. Du kannst dich so viel vergnügen wie du möchtest." Der Mann lächelt.....:D

...dann fragt er: "Und was ist mit meiner lieben Frau? Sie betet auch, fastet und hält sich an die Gebote...":confused:

Der Hoca überlegt kurz und sagt dann: "Sie wird von 40 Nuris erwartet!" ;) Dem Mann missfällt das sehr.:mad: Er verabschiedet sich und eilt nach Hause.
Zu Hause angekommen sieht er wie seine gutherzige, gläubige Frau gerade das Mittagsgebet verrichtet. Er schnappt sich seine nichtsahnende Frau gibt ihr eine schallende Ohrfeige und brüllt sie an: "Willst du im Jenseits rumhuren, oder was?" :schlag:

Liebe Grüße
Sema

PS: Bitte keine Diskussion über Religion(en) starten! (Besonders BEAT;) )
 
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Horaz

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Liebe Sema,

danke für diesen weisen und traurigen Beitrag.
Er sagt soviel über eine Welt aus, die mit beiden Beinen in unterschiedlichen Jahrhunderten steckt.
Du bist eine kluge Frau, die noch dazu eine Ader für besondere komische Situationen hat ("Erde auf, Sema rein, Erde zu" ). Dein Beitrag über Gesangstunden ist mir auch heute noch in schmunzelnder Erinnerung. Deine Geburtsschilderung habe ich im Gedächtnis wie Szenen von John Irving.
Nur Frauen wie du können die unheilvolle Spannung zwischen Orient ond Okzident mildern. Ich finde deine Beiträge für wichtiger als deutsch-islamischische Konferenzen.

Deshalb besonders herzliche Grüße an dich, Horaz
 

Horaz

in memoriam
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Liebe Sema, ein kurzer Nachtrag (jetzt nicht mehr ganz so ernst gemeint):

dass auf muslimische Männer Jungfrauen im Paradies warten, das habe ich natürlich auch gehört (ist wohl ein Anreiz, um Helden zu schaffen). Was verspricht man denn muslimischen Frauen, was auf sie im Paradies wartet? Darüber habe ich noch nie etwas gelesen. Nuris wohl nicht (unabhängig davon ob es im Einzellfall wünschenswert wäre oder nicht)?

Liebe Grüsse, Horaz
 
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Lieber Horaz,

der Mensch braucht Bilder an denen er sich orientieren kann. Wenn man davon ausgeht, dass es im Jenseits keine Geschlechter mehr gibt, so kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das Versprechen mit den Huris stellvertretend für das große Glücksgefühl steht, welches man z.b. bei einem Orgasmus hat.

Deine Frage vermag ich nicht konkret zu beantworten.

Aber eine Gegenfrage habe ich: Genau zum Zeitpunkt des Orgasmusses seid Ihr Euch da Eures Geschlechtes bewusst? Seid Ihr da ganz Mann bzw. ganz Frau, oder seid Ihr berauscht vom Glücksgefühl und nur ihr SELBST? ;) EINS mit dem höchsten was es gibt? (achtet einmal darauf.)

Diese Frage habe ich einmal im Bekanntenkreis gestellt. Die Antworten kamen erst nach längerem "In-sich-hineinhorchen"

Liebe Grüße
Sema
 
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Horaz

in memoriam
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Liebe Sema,

ich bin überzeugt, dass Orgasmen so individuell wie die Menschen sind.
Es gibt sicher leidenschaftliche, müde, langweilige, routinierte und "himmlische".
Bei den "himmlischen" empfindet der Mann nicht männlich und die Frau nicht weiblich. Sie sind tatsächlich EINS; sie sind einmal im Leben wirklich nicht allein, sondern existentiell tief verbunden. Ich halte das für einen Vorgeschmack des Glücksgefühls in der Welt nach dem Tod, wenn wir EINS sein dürfen mit noch so viel mehr.

Liebe Grüße, Horaz
 
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"Die Geschichte vom Baumwollfaden"

Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht
ausreicht, so, wie er war: "Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach",
sagte er sich, "und für einen Pullover zu kurz.
An andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei
eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos.Ja, wenn ich
aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid.
Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand
mag mich - und ich mich selbst am wenigsten."
So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich
ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.
Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte: "Lass dich doch nicht
so hängen, du Baumwollfaden. Ich hab' da so eine Idee: Wir beide tun uns
zusammen. Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich hab'
dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist
doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die
Dunkelheit zu jammern!"
Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen
Wachs zusammen und sagte: "Nun hat mein Dasein doch einen Sinn."
Und wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfäden
und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu
leuchten?!

Geschichten zum nachdenken !
 

ory

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04.02.09
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- eine nachdenkliche Geschichte
-
Das ist eine Geschichte über ein 14-jähriges Mädchen, aber ich finde, das betrifft durchaus auch Erwachsene, die zu leichtsinnig sind....aber lest selbst:

Fußschritte, Shannon konnte die Fußschritte hinter sich hören als sie nach Hause ging.
Der Gedanke, dass sie verfolgt wird, ließ Ihr Herz schneller schlagen.

"Du bist lächerlich," sagte sie sich selbst, "Niemand verfolgt dich."

Um sicher zu gehen beschleunigte Sie Ihr Schritttempo, doch die Schritte gleichten sich denen ihrer an.
Sie hatte Angst nach hinten zu sehen, und sie war froh, dass sie fast zuhause war.
Shannon sagte ein schnelles Gebet: "Gott, bitte, lass mich sicher nach Hause kommen."
Sie sah das Außenlicht brennen und rannte den Rest des Weges, bis zum Haus.
Erst mal drinnen, lehnte sie sich einen Moment gegen die Tür, erleichtert in den sicheren vier Wänden ihres Zuhause zu sein.
Sie sah aus dem Fenster, um nachzusehen, ob jemand da draußen war.

Der Gehweg war leer.

Nach dem Durchblättern Ihrer Bücher entschloss sie sich, einen Snack zu sich zu nehmen und online zu gehen.
Sie loggte sich unter ihren Nicknamen ByAngel213 ein. Sie sah in ihre Buddyliste und stellte fest, dass GoTo123 ebenfalls online war. Sie schickte ihm eine Nachricht.

ByAngel213: Hi Ich bin froh dass du online bist!
Ich hab geglaubt, dass mich jemand nach Haus verfolgt hat. Es war total komisch!

GoTo123: Du guckst zu viel fern. Wieso sollte dich jemand verfolgen? Wohnst du nicht in einer sicheren Gegend?

ByAngel213: Natürlich wohne ich in einer sicheren Gegend. Ich nehme an, dass ich mir das nur eingebildet habe, denn ich hab niemanden gesehen, als ich rausgeschaut habe.

GoTo123: Es sei denn, du hast deinen Namen übers Internet rausgegeben. Das hast du doch nicht gemacht oder?

ByAngel213: Natürlich nicht. Ich bin doch nicht doof, weißt du?

GoTo123: Hattest du ein Softballspiel nach der Schule heute?

ByAngel213: Ja, und wir haben gewonnen!!

GoTo123: Das ist Klasse! Gegen wen habt Ihr gespielt?

ByAngel213: Wir haben gegen die Hornets gespielt. Deren irre Uniformen sind total schrecklich! Sie sehen aus wie Bienen.

GoTo123: In welchem Team spielst du?

ByAngel213: Wir sind die Canton Cats. Wir haben Tigerpfoten auf unseren Uniformen. Die sind total cool.

GoTo123: Hast du gepitched?

ByAngel213: Nein, ich spiele second Base. Ich muss weg. Meine Hausaufgaben müssen fertig sein, bevor meine Eltern nach Hause kommen. Ich will sie nicht verärgern. CU!

GoTo123: Bis dann. CU!

Währenddessen......

GoTo123 ging zum Mitgliedsmenü und begann die Suche nach ihrem Profil.

Als er es fand, markierte er es und druckte es aus. Er holte einen Stift heraus und begann aufzuschreiben, was er bis jetzt über Angle wusste.

Ihr Name: Shannon

Geburtsdatum: Jan. 3, 1985; Alter:13

Staat in dem sie wohnt: North Carolina

Hobbies: Softball, Chor, Skating und Shoppen.

Neben diesen Informationen wusste er auch, dass sie in Canton wohnt, sie hatte es ihm gerade mitgeteilt.

Er weiß, dass sie bis 18:30 Uhr allein war; und das jeden Nachmittag, bis Ihre Eltern von der Arbeit kommen.
Er wusste, dass sie im Schulteam Donnerstag nachmittag Softball spielt.
Und dass sich das Team Canton Cats nennt, ihre Glückszahl 7 ist und auf dem Rücken Ihrer Uniform gedruckt war.
Er wusste, dass sie im siebten Schuljahr der Canton Junior High School war. Das hat sie ihm auch erzählt.
All dies in einer Unterhaltung, die sie Online hatten. Er hatte jetzt genug Information um sie zu finden.
Shannon erzählte Ihren Eltern nichts von dem Geschehen auf dem Weg nach Haus.
Sei wollte nicht, dass ihre Eltern ihr eine Szene machen und ihr verbieten, nach dem Softball-Spiel zu Fuß nach Haus zu gehen.
Eltern übertreiben immer maßlos und ihre waren dabei doch die Schlimmsten.
Sie wünschte, sie wäre kein Einzelkind.
Wenn sie doch einen Bruder und eine Schwester hätte, dann wären ihre Eltern nicht so übertrieben beschützerisch.

Bis Donnerstag hatte Shannon die Fußschritte längst vergessen.

Sie war gerade mitten im Spiel als sie merkte, dass jemand sie anstarrte.
In dem Moment fielen ihr auch wieder die Schritte ein.
Sie sah von Ihrem second Base nach oben um festzustellen, dass ein Mann sie genau beobachtete. Er lehnte sich gegen den Zaun und lächelte als sie ihn ansah.

Er sah überhaupt nicht angsteinflößend aus und sie vergaß schnell wieder ihre Bedenken.

Doch er saß auf einer Bank in ihrer Nähe, als sie noch kurz mit dem Trainer sprach.
Sie bemerkte sein Lächeln und ging an ihm vorbei.
Er nickte und sie lächelte zurück.
Ihm fiel der Name auf dem Rücken Ihres Trikots auf und er wusste, dass er sie gefunden hatte.
Er ging mit einem sicheren Abstand hinter ihr her.
Sie waren nur ein paar Häuser von Shannons Zuhause entfernt.
Und als er wusste wo sie wohnte, ging er schnell zurück zum Park, um sein Auto zu holen.
Jetzt musste er warten. Er entschloss sich noch etwas zu essen, bis die Zeit gekommen war, zu Shannons Haus zu gehen.

Er fuhr zu einem Schnellrestaurant und blieb dort, bis es für ihn Zeit war.

Shannon war in Ihrem Zimmer als sie Stimmen im Wohnzimmer hörte.
"Shannon, komm bitte einmal her," rief ihr Vater.
Er hörte sich besorgt an, und sie konnte sich keineswegs vorstellen warum.

Sie ging ins Zimmer. Sie sah dort den Mann vom Spielfeld auf dem Sofa sitzen.

"Setz dich," fing ihr Vater an, "dieser Mann hat uns gerade eine sehr interessante Geschichte über dich erzählt."
Shannon setzte sich auf einem Stuhl ihm gegenüber.

Wie konnte er ihren Eltern überhaupt irgend etwas erzählen? Sie hatte ihn bis heute noch nie zu vor gesehen und gesprochen!

"Weißt du wer ich bin, Shannon?" fragte der Mann.

"Nein," antwortete Shannon.

"Ich bin ein Polizist und dein Onlinefreund GoTo123".

Shannon war erstaunt.
"Das ist nicht möglich! GoTo123 ist ein Kind in meinem Alter! Er ist 14 und wohnt in Michigan!"

Der Mann lächelte.
"Ich weiß, dass ich dir das erzählt habe, aber es ist nicht wahr. Siehst du, Shannon, es gibt Menschen im Internet-Chat, die nur so tun als wenn sie gleichaltrige Kinder wären. Ich war einer von denen.
Doch während andere es machen, um Kinder zu finden und Ihnen weh zu tun, gehöre ich zu der Gruppe, die Kinder schützen wollen.
Ich bin hierher gekommen, um dich zu finden und um dir beizubringen, wie gefährlich es sein kann, zu viele Information rauszugeben, an fremde Menschen über das Internet.
Du hast mir genug erzählt, um es mir leicht zu machen, dich zu finden.
Dein Name, die Schule, die du besuchst, der Name deines Ball-Teams, und die Position, in der du spielst.
Die Nummer und der Name auf deinem Trikot, machte das Finden nur noch einfacher."

Shannon war immer noch erstaunt.
"Du wohnst nicht in Michigan?"

Er lachte.
"Nein, ich wohne in Raleigh. Es hat dir ein sicheres Gefühl gegeben zu glauben, dass ich so weit weg wohne, nicht wahr?"

Sie nickte.

"Ich hatte Freunde, deren Tochter genau war wie du, nur hatte sie nicht so viel Glück.
Der Mann, der sie fand, tötete sie während sie allein zu Hause war.
Kindern wird beigebracht nie jemandem zu sagen, wenn sie allein zu Hause sind, jedoch tun sie es ständig, online im Internet, im Chat.
Sie tricksen dich aus, Informationen herauszugeben, ein wenig hier, ein wenig da.
Bevor du es weißt hast du ihnen genug erzählt, damit sie dich finden können, ohne dass du es überhaupt bemerkt hast.
Ich hoffe, dass du daraus etwas gelernt hast und demnächst vorsichtiger bist."

"Das werd ich", versprach Shannon.

"Wirst du anderen davon erzählen, damit sie auch sicherer sind?"

"Das verspreche ich!"
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Ich denke, dass diese Geschichte doch sehr nachdenklich stimmt.
Wie oft und wie schnell werden persönliche Daten so mal ganz schnell im Internet preisgegeben. Und wer macht sich auch immer vorher die notwendigen Gedanken darüber, welcher Mißbrauch mit diesen Daten getrieben werden kann.
Niemandem fällt es ein, persönliche und intime Informationen per Postkarte zu versenden. Doch im Internet sind wir manchmal doch so leichtfertig damit.

Wir sitzen zu Hause, in unserem Zimmer am PC und fühlen uns so trügerisch sicher.

lg ory
 
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